Neuigkeiten
Hier finden Sie alle wichtigen Nachrichten und Ankündigungen.
Prof. Dr. Britta Bannenberg Sommersemester 2026
Kriminalwissenschaftliches Praktikerseminar
8. Juli 2026
Zeit: 18.15 bis 20.00 Uhr
Ort: Hörsaal 4, Hörsaalgebäude Licher Straße 68
Referent: Harald Dern
Thema: Operative Fallanalyse und die Rolle des Bundeskriminalamts
Harald Dern referiert über die Operative Fallanalyse, die umgangssprachlich als „Profiling“ bekannt und häufig missverstanden wurde und wird. Wo Medien gelegentlich sinistre Personen als „Profiler“ hervorheben, stellt sich die Arbeit der Fallanalytiker als überaus wertvolles Instrument der Fallanalyse und Analyse des Täterverhaltens zur Aufklärung insbesondere von insbesondere von schwerwiegenden Gewaltdelikten und Tatserien dar. Zu Beginn dieser Arbeitsmethode in Deutschland stand die Auseinandersetzung mit den amerikanischen Erkenntnissen zu sexuell motivierten Serienmördern und der damaligen Einteilung in „organisierte“ und „nicht organisierte“ Täter im Vordergrund, um sich rasch in eine sachlichere oder weniger spektakuläre Richtung zur Ermittlungsunterstützung der (zunächst) Dezernate für Kapitaldelikte (Morddezernate) zu entwickeln. Mittlerweile spielt die Fallanalyse auch in ganz anderen Deliktsfeldern und bei speziellen Täterbiografieanalysen eine Rolle. Der Referent wird auch auf die Rolle des Bundeskriminalamts eingehen.
Zur Person: Harald Dern, Erster Kriminalhauptkommissar (EKHK) i.R., war bis Dezember 2025 langjähriger Leiter der OFA (Dienststelle für Operative Fallanalyse) des Bundeskriminalamts (BKA). Er ist zertifizierter Polizeilicher Fallanalytiker, langjähriger Lehr-Fallanalytiker und Leiter der Bund-Länder-Gremien zu Qualitätsstandards der FA und fallanalytischer Spezialausbildung und befasst sich mit der Entwicklung fallanalytischer Methoden in den Bereichen der Vergleichenden Fallanalyse, Geografischen Fallanalyse sowie der Kommunikations- und Biografieanalyse. Harald Dern war an wegweisenden Forschungsarbeiten u.a. zu geografischem Verhalten von Sexualstraftätern, Altersvariablen bei Sexualmorden und Sexualmorden an Kindern beteiligt und hat zu diesen Themen publiziert:
etwa: Dern, Harald (2010): Heuristische Grundprinzipien der Fallanalyse. Forensische Psychiatrie, Psychologie und Kriminologie , 4(2), S. 98 – 106.
Dern, Harald (2022): § 83 Operative Fallanalyse. In: Münchener Anwaltshandbuch Strafverteidigung (3. überarbeitete Auflage), München: C. H. Beck, S. 2980 – 3005.
Harald Dern war verantwortlicher Leiter vieler Fallanalysen in Fällen von Mord, Seriendelikten, terroristischen Anschlägen u.a. Delikten. Er hat zur Begründung der Fallanalyse als interpretatives bzw. hermeneutisches Verfahren (erkenntnistheoretisch und methodisch) in Deutschland maßgeblich beigetragen.
Sommersemester 2026
Dr. Frederik Herden, LL.M.
Kriminologisches Seminar anlässlich 50 Jahre Gießener Delinquenzbefragungen - Dunkelfeldforschung
Das Seminar richtet sich an Interessierte im SPB Kriminalwissenschaften.
Zwischen 1976 und 2008 wurden an der Justus-Liebig-Universität Gießen regelmäßig schriftliche Delinquenzbefragungen unter Studierenden (der Rechtswissenschaft, teils auch andere Fachbereiche oder andere Hochschulen) durchgeführt. Die sogenannten „Gießener Delinquenzbefragungen“ zählen damit zu den frühen nationalen Dunkelfelduntersuchungen auf der Grundlage von Selbstberichten („self reports“). Im Zentrum der Gießener Delinquenzbefragungen stand die Erfassung selbstberichteter Delinquenz in einem breiten Spektrum – von Verhaltensweisen unterhalb der Strafbarkeitsschwelle über Straftaten unterschiedlicher Schwere bis hin zu Alkohol- und Drogenkonsum. Darüber hinaus wurden kriminalitätsbezogene Einstellungen der Studierenden, etwa zur Todesstrafe oder zur Legalisierung von Drogen, sowie in geringerem Umfang auch eigene Opfererfahrungen erhoben.
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums regelmäßiger Gießener Delinquenzbefragungen widmet sich das Seminar der Dunkelfeldforschung und legt dabei einen besonderen Fokus auf Themen der Gießener Untersuchungsreihe.
Sofern Sie Interesse an einer Seminarteilnahme haben, erstellen Sie bitte ein kurzes Abstract (max. 3000 Zeichen inkl. Leerzeichen) zu Ihrem Wunschthema (siehe unten). Geben Sie im Abstract an, wie Sie das Thema bearbeiten würden und welche Aspekte relevant sind. Bitte schicken Sie die Bewerbung bis Freitag, 10.04.2026 an: Frederik.Herden@recht.uni-giessen.de .
Sie erhalten dann zeitnah Bescheid, ob Sie zur Vorbesprechung eingeladen werden.
Die Vorbesprechung findet am Dienstag, 14. April 2026, 15:00 Uhr im Seminarraum der Professur für Kriminologie (Licher Straße 64, 35394 Gießen, 1. OG) statt.
_______________________
Themen:
Allgemeine Themen: (Einige der Themen sind bewusst weit gefasst. Hier können eigenständig Schwerpunkte gesetzt werden, die im Rahmen der Bearbeitung weiterverfolgt werden)
1) Die Befragung als Instrument der Dunkelfeldforschung: Ziele, Methoden und Grenzen
2) Befragungsstudien in der (nationalen) Dunkelfeldforschung und ihre zeitliche Entwicklung
3) Vom Dunkelfeld ins Hellfeld: Warum werden Straftaten angezeigt – und warum nicht?
4) Was ist über das Dunkelfeld bei Tötungsdelikten bekannt? Können Befragungen zur Aufhellung des Dunkelfeldes bei Tötungsdelikten beitragen?
5) Sexualdelikte: Erkenntnisse aus der Dunkelfeldforschung
6) Wird die Jugend krimineller? Erkenntnisse aus der Dunkelfeldforschung
7) Entwicklung der Gewaltkriminalität und zentrale Risikofaktoren für Gewalt: Erkenntnisse aus der Dunkelfeldforschung
8) Kriminalitätsfurcht und ihre Ursachen
Themen mit konkretem Bezug zu den Gießener Delinquenzbefragungen:
9) Die Gießener Delinquenzbefragungen und ihr Beitrag zur Dunkelfeldforschung
Hinweis: Zu den Themen 10, 11 und 12 werden den Seminarteilnehmenden der Fragebogen und/oder Befragungsergebnisse aus der aktuellen Erhebung sowie aus früheren Befragungsdurchgängen zur Verfügung gestellt, die in der Bearbeitung berücksichtigt werden sollen.
10) Delinquenzbefragungen im Wandel: Ist das Gießener Erhebungsinstrument noch zeitgemäß? Werden gegenwärtige Kriminalitätsphänomene angemessen erfasst?
11) Wie hat sich der Drogenkonsum unter Gießener Jura-Studierenden im Zeitverlauf entwickelt, und welche Unterschiede zeigen sich im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung und zu anderen spezifischen Stichproben?
12) Wie hat sich die Einstellung zur Todesstrafe unter Gießener Jura-Studierenden im Zeitverlauf entwickelt, und welche Unterschiede zeigen sich im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung und zu anderen spezifischen Stichproben?
Zusatzthema: Schreckt die Todesstrafe Menschen davon ab, Straftaten zu begehen?
_____________________
Veranstaltungshinweis: Zu Beginn des Sommersemesters 2026 werden die Gießener Delinquenzbefragungen mit einem angepassten Erhebungsinstrument fortgeführt: In der ersten Sitzung der Vorlesung „Rechtssoziologie mit kriminologischen Bezügen“ (Dr. Pfeiffer) werden die Studierenden am 15. April 2026 (10-12 Uhr, Licher Straße 68, HS 3) zu ihren Erfahrungen mit Delinquenz befragt. Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer sind herzlich eingeladen, an diesem Termin teilzunehmen. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig und bietet die Möglichkeit, Inhalte und Ablauf der Befragung kennenzulernen.
Sommersemester 2026
Prof. Dr. Britta Bannenberg
Kriminologisches Seminar: Kriminalität in Hessen
Das Seminar richtet sich an Interessierte im SPB Kriminalwissenschaften.
Im Seminar werden kriminologische und (jugend-)strafrechtliche Grundfragen sowie aktuelle phänomenologische Entwicklungen behandelt. Anhand der am 02. März 2026 der Presse vorgestellten PKS Hessen 2025 (
https://hessen.de/presse/straftaten-gehen-2025-weiter-zurueck
) sollen die dort hervorgehobenen Kriminalitätsbereiche im Seminar vertiefend betrachtet werden.
Da die PKS Hessen
(Jahrbuch 2025: https://www.polizei.hessen.de/sites/polizei.hessen.de/files/2026-03/pressepapier_pks-jahresstatistik_2025.pdf )
als Hellfeldstatistik das Dunkelfeld der Kriminalität nicht abbilden kann, konzentrieren sich die Themen zunächst auf die Aussagekraft der PKS zu dem jeweiligen Kriminalitätsphänomen. Das Dunkelfeld der Kriminalität wird allgemein als eigenständiges Thema bearbeitet, muss aber auch für die spezifischen Themen mitbehandelt werden. Die jeweiligen Themenstellungen sollen die PKS 2025 zum Ausgangspunkt nehmen und die Aussagen des Innenministeriums kriminologisch betrachten und bewerten. Für die Betrachtung der Kriminalitätslage in Hessen ist auch ein Vergleich mit der Entwicklung im Bund notwendig (die PKS 2025 Bund ist am 5.3.2026 noch nicht erschienen). Dabei sind selbstverständlich über Hessen hinaus allgemeine kriminologische Erkenntnisse zu analysieren.
Bitte erstellen Sie bei Interesse ein kurzes Abstract zu dem Wunschthema (siehe unten) und geben Sie dabei an, wie Sie das Thema bearbeiten würden, welche Aspekte relevant sind und welche drei Quellen Sie als besonders relevant betrachten. Dabei muss die PKS nicht besonders erwähnt werden, da sie Grundlage des Seminars ist. Dieses Abstract soll maximal 3.000 Zeichen inkl. Leerzeichen umfassen.
Bitte schicken Sie die Bewerbung bis Freitag, 10.04.2026 an: sekretariat.bannenberg . Sie erhalten Bescheid, ob Sie zur Vorbesprechung eingeladen werden.
Termin zur Vorbesprechung: Donnerstag, 16. April 2026, 16:00 Uhr, Professur für Kriminologie, Licher Straße 64, 35394 Gießen, 1. OG.
Das Seminar findet als Blockseminar am Montag, 06. und Dienstag, 07. Juli 2026 statt.
(Die Schriftfassung ist spätestens am Montag, 13.07.2026 abzugeben - übliche wissenschaftliche Anforderungen, Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis, Fußnoten, Text maximal 40.000 Zeichen inkl. Leerzeichen, Datei in word und pdf, eine Abgabe in Papierform ist nicht erforderlich. Anforderungen an den Vortrag erfolgen gesondert).
___
THEMEN:
1) Gesamtentwicklung der Kriminalität in Hessen im Vergleich zum Vorjahr und im
längerfristigen Vergleich
Hinweis: Das Thema soll die aktuelle PKS Hessen 2025 und Entwicklung der letzten (mind.) 10 Jahre zu betrachten. Dabei ist auf die Häufigkeitsziffer (Hz) und die Relevanz des Zensus einzugehen. Zu behandeln ist die Deliktsstruktur wie auch die Zahl der Tatverdächtigen einschließlich der Tatverdächtigenbelastungsziffer (TVBZ) und die Opferwerdung. Außerdem ist auf die Bewertung durch das Innenministerium einzugehen.
2) Das Dunkelfeld der Kriminalität
Hinweis: Das Thema Dunkelfeld soll allgemein behandelt werden. Die PKS bildet nur das Hellfeld ab. Hier sollen kriminologische Erkenntnisse zum Dunkelfeld mit empirischen Befunden aufgeführt werden, die auf die PKS 2025 Hessen bezogen werden sollen.
Für die folgenden Themen ist jeweils die die aktuelle PKS Hessen 2025 mit der längerfristigen Entwicklung vor dem Hintergrund kriminologischer Erkenntnisse zu betrachten. Das Thema ist spezifisch zu behandeln, wobei jeweils auch auf die Bewertung durch das Innenministerium einzugehen ist:
3) Straßenkriminalität
4) Tötungsdelikte
5) Gewaltkriminalität
6) Jugendkriminalität
7) Angriffe auf Amtsträger und Einsatzkräfte
8) Häusliche Gewalt Organisierte Kriminalität
9) Organisierte Kriminalität
10) Geldautomatensprengungen
11) Politisch motivierte Kriminalität
12) Cybercrime
___
Wir möchten Sie auf folgende Neuerscheinungen hinweisen:
Pfeiffer, Tim (2025): Der Einfluss von Polizeipräsenz auf das Sicherheitsgefühl und die Kriminalitätslage. Eine randomisierte Kontrollstudie, Wiesbaden.
Hier geht es zu den Downloadseiten des Open-Access-Buches bei Researchgate und SpringerNature .
Imbusch / Steg (Hrsg.): Bedrohungsanalysen, Angriffe auf PolitikerInnen, JournalistInnen, Einsatzkräfte und Lehrpersonen als Gefahr für die Demokratie, 2025. Digital hier erhältlich.
mit Beiträgen von Prof. Dr. Britta Bannenberg (S. 267 - 284, siehe hier ) sowie Dr. Frederik Herden und Dr. Tim Pfeiffer (S. 99 - 122, siehe hier )
Verrel / Bannenberg / Bartsch / Voigtel (Hrsg.): What works? Kriminologie als Teil der Strafrechtswissenschaft, Festschrift für Bern-Dieter Meier, 2025.
Bannenberg, Britta (2025): Jugendstrafrecht auf dem Prüfstand, Aus Politik und Zeitgeschichte (APUZ), 75 Jg., 36-37/2025, S.32 - 39, digital hier erreichbar.
Meier / Bannenberg / Höffler (2025): Jugendstrafrecht, 5., überarbeitete Auflage.
Wabnitz/Janovsky/Schmitt (Hrsg.) (2025): Handbuch Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, 6., neu bearbeitete und erweiterte Auflage.
Prof. Dr. Britta Bannenberg: Bearbeitung von Kapitel 13, "Korruption", S. 843 – 922.
Im Januar sind mehrere Medienbeiträge mit Prof. Dr. Bannenberg erschienen:
- Teilnahme an der Sendung "Fakt ist!" vom 8. Januar 2025 | https://www.ardmediathek.de/video/fakt-ist/nach-dem-anschlag/mdr/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kdW5nLzI4MjA0MC80OTIzNTQtNDcyMzUy
- Interview bei " MDR Sachsen-Anhalt heute " vom 8. Januar 2025 | https://www.mdr.de/video/mdr-videos/c/video-889654.html
- Interview in der "Hessenschau" vom 5. Januar 2025 https://www.ardmediathek.de/video/NTZhNzg3YWQtYTEwMy00ZDhiLTk0ZmItNDZlNGQ2ZGQ1MTg3
- F.A.Z. Einspruch Podcast |Folge 328 vom 5. Januar 2025
Wichtiger Warnhinweis:
Der Name Jürgen Stock wird zurzeit häufiger für eine Betrugsmasche über das Telefon eingesetzt. Dabei fordern die Täter dazu auf, einen hohen Geldbetrag zu bezahlen, um eine angeblich drohende Haftstrafe bzw. die Vollstreckung eines angeblich vorliegenden Haftbefehls abzuwenden. Wenn Sie solch ein Anruf erreicht, legen Sie auf und zögern Sie nicht, den Vorfall Ihrer örtlichen Polizei bzw. unter der Rufnummer 110 mitzuteilen. Dies ist besonders wichtig, denn Sie verhindern damit auch, dass weitere Personen Opfer eines solchen Betrugs werden. Überweisen Sie keinesfalls Geld. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, rufen Sie gerne auch bei uns am Lehrstuhl an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an: sekretariat.bannenberg@recht.uni-giessen.de
Ihr Team der Professur Bannenberg