IFZ-Forschung
Der Mensch nutzt und verändert seine Umwelt nach seinen Bedürfnissen. Aber was er auch tut, der Mensch bleibt eingebunden in das Netzwerk der Biosphäre. Er bleibt abhängig von der Leistungsfähigkeit vor allem biologischer Prozesse, die in ihrer Komplexität noch nicht hinreichend bekannt, geschweige denn zu steuern sind.
Grundlage der menschlichen Ernährung sind Nahrungsnetze, für deren Funktion Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere unentbehrlich sind. Das ständig wachsende Wissen macht die Verletzlichkeit unserer Umweltsysteme zunehmend bewusst, zugleich ermöglicht dieses der Land- und Ernährungswirtschaft, die begrenzten Ressourcen effizienter zu nutzen und so den steigenden Bedarf an hochwertigen Nahrungsmitteln zu decken.
Mikroorganismen erweisen sich als Schlüsselfaktor bei der Besiedlung extremer Lebensräume. Neue Erkenntnisse über die Adaptation und Resistenz von Pflanzen und Tieren gegenüber Stress ermöglichen trotz ständig neuer Krankheiten und Schädlinge und unter schwierigsten Umweltbedingungen eine produktive Landwirtschaft. Zugleich wurden mit der Modellierung von Prozessen und Wirkungsketten über den Ökosystemmaßstab hinaus Werkzeuge entwickelt, um den Einfluss der Landnutzung auf die zukünftige Entwicklung zum Beispiel der Artenvielfalt gesamter Landschaften abzuschätzen.
Solche komplexen Aufgabenstellungen erfordern das Zusammenführen von Fachkompetenz aus verschiedenen Disziplinen. Im Interdisziplinären Forschungszentrum für biowissenschaftliche Grundlagen der Umweltsicherung, kurz IFZ, haben sich agrar- und ernährungswissenschaftliche sowie biologische Forschungsgruppen der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammengefunden, um in fachübergreifenden, gemeinsamen Projekten verstärkt die Umwelt zu erforschen. Die neuen Zentrumsgebäude bieten die nötigen Voraussetzungen sowohl für klassische disziplinäre Forschung als auch für Aufgabenstellungen, die in keine Schublade passen und nur fachübergreifend zu lösen sind.