Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Artikelaktionen

Herzlich willkommen!

ZMI-Blogs

ZMI unterstützt Vorführung des Dokumentarfilm "Triumph des guten Willens" und anschließende Diskussion mit Regisseur Mikko Linnemann

ZMI unterstützt Vorführung des Dokumentarfilm "Triumph des guten Willens" und anschließende Diskussion mit Regisseur Mikko Linnemann

Im Rahmen der Reihe "Wie erinnern?", veranstaltet vom Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Gießen, der Fachschaft Gesellschaftswissenschaften der JLU und gefördert durch das Gießener Kulturamt und das ZMI, wird am 04. Juli um 18 Uhr im Margarete-Bieber-Saal der Dokumentarfilm "Triumph des guten Willens" gezeigt.

Im Zentrum des Films stehen Eike Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine These über die "Wiedergutwerdung der Deutschen". Texte Geisels aus den 1990er Jahren unter anderem über die Neue Wache und das Holocaust-Mahnmal kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Gedenkstätten. Sie zeigen eine fragwürdige Normalität.

Weitere Informationen zum Film und Gegenfeuer Produktionen:
http://www.gegenfeuer-produktionen.de/subnavi/triumph.html

Als Gäste anwesend sein werden Regisseur Mikko Linnemann (Gegenfeuer) und Alex Feuerherdt.

(02.07.2016, Ann-Marie Riesner)

„Neue Briefe aus Paris“: Bericht zu Claus Leggewies Ludwig Börne-Antrittsvorlesung

„Neue Briefe aus Paris“: Bericht zu Claus Leggewies Ludwig Börne-Antrittsvorlesung

Mit seinem Vortrag „Neue Briefe aus Paris. Schubumkehr im literarisch-politischen Grenzverkehr“ trat Claus Leggewie am vergangenen Dienstag seine am ZMI verankerte Ludwig Börne-Professur an.

Trotz doppelter Konkurrenz durch einen angenehmen Sommeranfang-Abend und das zeitgleich laufende EM-Fußballspiel Deutschland gegen Nordirland erschienen rund 80 interessierte Besucher. Nach Grußworten des JLU-Präsidenten Prof. Joybrato Mukherjee und der ZMI-Direktorin Prof. Kathrin Lehnen sprach Prof. Leggewie rund 45 Minuten über den Einfluss französischen Gedankenguts auf die deutsche Kultur von der Französischen Revolution bis in unsere jüngste Vergangenheit. Damit öffnete er den Fokus von einer rein historischen Einordnung Ludwig Börnes in den deutsch-französischen Ideen-Austausch des frühen 19. Jahrhunderts auf eine globalere These: die Verschiebung der deutschen Frankreich-Bewunderung vom linken an den rechten Rand.

Während die Verehrung deutscher Intellektueller für das französische Nachbarland noch im späten 18. und im 19. Jahrhundert meist an revolutionäres und linkes Gedankengut anknüpfte (siehe Carl Ludwig Börne und Heinrich Heine), verschob sich die Bezugnahme im 20. Jahrhundert auf französische Denker des rechten Randes. Zwar werden mit Jean-Paul Sartre und Albert Camus seit den 1940er Jahren, der „Nouvelle Gauche“ ab 1968 und der „Franzosentheorie“ in den 1970ern Beispiele dafür aufgeführt, dass Frankreich weiterhin wichtige linke Einflüsse liefert.

160621_Leggewie_Vorlesung_042.jpg
Prof. Claus Leggewie mit Prof. Kathrin Lehnen und Sabine Heymann sowie den Mitarbeitern des ZMI
Doch formieren sich mit den Befreiungsschlägen der 1968er auch die „Nouvelle Droite“ und mit diesem Gedankengut – von Leggewie als „Seelenlage zwischen Dandytum, Rebellion und Melancholie“ beschrieben – auch die dazu passenden Autoren. Hierzu referierte Leggewie ausführlich Jacques Raspail und Renaud Camus. Anhand von Raspails Camp des Saints(1978) zeigte er exemplarisch, wie im Nachgang der Toleranz-Hochzeit der 68-Bewegung Ängste gegen eine vermutete „Invasion“ fremder Kulturen geschürt wurden, die heute neuen Zündstoff finden. Leggewie verwies auf die beachtliche Leserzahl Raspails in Deutschland sowie auf Neuübersetzungen und Neuauflagen seiner Werke gerade in den letzten Jahren, passenderweise auch im nach Ernst Jünger benannten sachsen-anhaltischen Verlag edition antaios. Dabei zeichnete er nach, wie Raspail in der aktuellen Flüchtlingsdebatte zum „Kultautor der völkisch-autoritären Rechten“ und zum Visionär stilisiert wird. Ähnliches geschehe aktuell auch mit Renaud Camus‘ Thesen gegen das „Grand Remplacement“, welches – teils gegen das Verständnis des Autoren – von nachwachsenden europäischen Rechten als Instrument gegen „Willkommenskultur“ und „Multikulti-Fantasten“ instrumentalisiert werde.
160621_Leggewie_Vorlesung_027.jpg
Anstoßen auf die Ludwig Börne-Professur
So kommt Leggewie zu dem Schluss, „im Ideenaustausch mit Frankreich“ habe „eine Art Schubumkehr stattgefunden. Bei Camus fällt den meisten Älteren noch Albert ein, nicht wenige Jüngere denken indessen an den Namensvetter Renaud. Bei François-Vincent Raspail, dem Barrikadenkämpfer der Juli-Revolution, zu Börnes Zeiten also, gab es eine ähnliche Mutation zu Jean, dem erklärten Gegenrevolutionär.“

Im Anschluss an den Vortrag fand im Rektorenzimmer ein Empfang in lockerer Atmosphäre statt, den Claus Leggewie mit erhobenem Glas eröffnete. Bei weiteren Gesprächen rund um Frankreich, Europa und die Börne-Professur geriet auch die zweite Halbzeit des Deutschlandspiels, das im Rektorenzimmer gezeigt wurde, ganz in den Hintergrund.

Claus Leggewies Vortrag soll in der September-Ausgabe der Zeitschrift "Sinn und Form“ publiziert werden. Wir werden an dieser Stelle darauf hinweisen.

(01.07.2016, Ann-Marie Riesner)

„Erzählen über Kindheit und Jugend in der Gegenwartsliteratur. Geschichten vom Aufwachsen in Ost und West in Literatur und Medien“ – ZMI förderte internationale DFG-Tagung

„Erzählen über Kindheit und Jugend in der Gegenwartsliteratur. Geschichten vom Aufwachsen in Ost und West in Literatur und Medien“ – ZMI fördert internationale DFG-Tagung 

Prof. Carsten Gansel aus der Sektion 2 des ZMI „Medien und Didaktik“ und Prof. Bettina Kümmerling-Meibauer von der Universität Tübingen organisieren eine Tagung zu Kindheit und Jugend in der Gegenwartsliteratur und anderen Medien, die vom 30. Juni bis zum 2. Juli auf Schloss Rauischholzhausen stattfindet. Die interdisziplinäre Tagung bietet WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Fachdisziplinen (u.a. Neurophysiologie und -psychologie, Soziologie, Germanistik, Anglistik, Romanistik, Slawistik, Skandinavistik, Komparatistik, Kindheitsforschung, Medienwissenschaft/-didaktik, Kinderliteratur-wissenschaft) ein Forum zum gegenseitigen Austausch und zur weiterführenden Diskussion.

Ein Schwerpunkt der Tagung liegt auf der Verbindung zwischen gewandelten Kindheitsbildern und Erzählungen über Kindheit und Jugend in Europa seit den 1990er Jahren. Dabei steht die Verbindung von historischen und aktuellen theoretischen Fragestellungen im Vordergrund, um auf diese Weise neue Forschungsperspektiven auf die vielfältigen literarischen Darstellungen und die Komplexität des Gegenstandes zu gewinnen. Eine besondere Stellung nehmen in diesem Rahmen die Schnittstellen zwischen Kinder- und Jugendliteratur/-Medien sowie Literatur für Erwachsene hinsichtlich der Darstellung von Kindheit und Jugend in verschiedenen europäischen Ländern ein. Weitere Themen, mit denen sich die Konferenz befassen wird, sind die Unterscheidung zwischen nationalen und transnationalen Konzepten von Kindheit und Jugend, die Entwicklung neuer narrativer Formate, die sogar hybride Erzählformen – einschließlich von medialen Adaptionen – generiert haben, die Bedeutung des kulturellen Raumes und der literarischen Topographie, die Verbindung von autobiographischem Erzählen und Gedächtnis und der Einfluss von Migrationsbewegungen auf die Entstehung von Narrationen, die durch einen multikulturellen und mehrsprachigen Zugang charakterisiert sind.

Zum vollständigen Programm klicken Sie hier.

(28.06.2016, Ann-Marie Riesner)

Mehr ...