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Artikelaktionen

ZMI-Newsletter

Newsletter-Logo_42016

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ZMI-Newsletter 4/2016

 

Der Newsletter als PDF-Dokument.

 

Editorial

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde des ZMI,

 

Dorothee de Nevewir freuen uns, Sie mit unserem letzten Newsletter in diesem Jahr über die jüngsten Ereignisse am ZMI zu informieren.

In den vergangenen Monaten ist die thematische und interdisziplinäre Bandbreite unserer Arbeit in zahlreichen Vorträgen, Filmvorführungen, Installationen sichtbar geworden. Ein Highlight war zweifellos unsere U.S. Election Night, die sich großer Resonanz bei Publikum und Medien erfreute sowie Wissenschaft, gesellschaftliche Debatten, Unterhaltung und kulinarische Genüsse eins werden ließ. Die politischen Kontexte der Wahlen sowie die politischen Implikationen, die sich etwa aus der Rolle der Medien im Wahlkampf sowie Trumps Wahlerfolg ergeben, wurden auch in mehrerer Debatten, Interviews und Kommentare intensiv beleuchtet.

Die Notwendigkeit, gesellschaftspolitisch relevante Themen wie Bildung oder Migration aus einer interdisziplinären Perspektive zu bearbeiten, ist offenkundig. Sowohl mit unserem Workshop zu „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ – einer weiteren Etappe bei der Entwicklung eines neuen Forschungsschwerpunktes – als auch mit unserer Tagung „Bilder von Migration“ hat sich das ZMI als Ort des gemeinsamen Forschens und der Bereitschaft zur Kooperation weiter entwickelt. Das mit dem ZMI assoziierte Projekt migr@com, das sich mit der Mediennutzung und -erfahrung von Menschen befasste, die durch staatliche Grenzen getrennt von ihrer Familie leben, wird Ende des Jahres erfolgreich abgeschlossen.

Wir wünschen Ihnen in diesen Feiertagen eine wohl verdiente Atempause und freuen uns auf die weitere gemeinsame Arbeit im neuen Jahr!

 

Dorothée de Nève

 

 

 


Inhalt ZMI-Newsletter 4/2016

 

Editorial

 

Das ZMI wünscht frohe Weihnachten

 

News

Drei Fragen an Katrin Lehnen – Interview mit der neuen Geschäftsführenden Direktorin des ZMI jetzt auf YouTube

Tagungsbericht: „Bilder von Migration – interdisziplinäre Perspektiven“

U.S. Election Night Gießen – Ein Resümé

 

LBM-News

Interner Workshop des Forschungsschwerpunktes „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ auf Schloss Rauischholzhausen

 

Neues aus den Forschungsprojekten

ZMI-Projekt „Grenzen überwinden – Nähe erzeugen: Digitales Miteinander in der Migrationsgesellschaft“ (migr@com) endet zum Jahreswechsel

 

News der Ludwig Börne-Professur

Amerika ist anders – Zwischenbilanz zur Ringvorlesung des Präsidenten

Sehnsucht nach Grenzen. Identitätssuche in Zeiten des Populismus – die 44. Römerberggespräche in Frankfurt

3sat interviewt Claus Leggewie im Margarete-Bieber-Saal

 

Termine

Writing Symposium 2017 – Supporting L2 Writing in Higher Education

Gastvorträge in der Englischen Sprachwissenschaft

 

Veranstaltungen, Events, Aktivitäten

Vortragsreihe des Forschungsverbundes Educational Linguistics

WDR-Fernsehredakteurin Andrea Ernst und phoenix-Online-Chefredakteur Gregor Meyer zu Gast bei „Stimmen aus der Praxis“

ZMI fördert performative Soundinstallation des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft: „If you lived here / Wenn Sie hier leben würden – Monologe für einen leeren Raum“

Filmvorführung von „Das Urteil von Nürnberg“ und anschließendes Filmgespräch mit Ulrike Weckel im Kinocenter

"ORDNUNG" – Ein theatraler Essay

„Writers in Prison Day“ – Sascha Feuchert im Interview mit Deutschlandradio Kultur und Deutsche Welle 

„Wie konnte es dazu kommen? / How did this happen? – America after the Elections“ – Öffentliche Podiumsdiskussion

 

Personalia

Urs Bremer verlässt das ZMI

 

Publikationen

 

 


 

Das ZMI wünscht frohe Weihnachten

 

Weihnachtskarte 2016

 

 

 

 

 

News

Drei Fragen an Katrin Lehnen – Interview mit der neuen Geschäftsführenden Direktorin des ZMI jetzt auf YouTube

Im Mai diesen Jahres übernahm Katrin Lehnen von Henning Lobin die geschäftsführende Direktion des ZMI. Katrin Lehnen, die seit 2007 an der JLU Professorin für Sprach- und Mediendidaktik am Institut für Germanistik und seither dem ZMI stark verbunden ist, war zunächst Leiterin der ZMI-Sektion „Medien und Didaktik“ und wurde 2011 auch zur stellvertretenden Direktorin des ZMI gewählt. Seither hat sie aktiv an sämtlichen Entwicklungen und Planungen des ZMI mitgewirkt. Selbst aus dem Bereich der Angewandten Linguistik, speziell der Schreib- und Textproduktionsforschung stammend, hat sie bisher u.a. im LOEWE-Schwerpunkt „Kulturtechniken und ihre Medialisierung“ sowie in ihrem von der VW-Stiftung geförderten Projekt „Eristische Literalität. Erwerb und Ausbau wissenschaftlicher Textkompetenz im Deutschen“ am ZMI Forschung geleistet und treibt nun vor allem den neuen Forschungsschwerpunkt „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ voran.

Im ZMI-Interview „Drei Fragen an Katrin Lehnen“ gibt sie spannende Einblicke in ihre wissenschaftliche Vita, ihre Forschung und die Überschneidung Ihrer Forschungsinteressen mit den Ausrichtungen des ZMI. Zentral stellt Kathrin Lehnen dabei die Medialisierung von Schreib- und Leseprozessen im digitalen Zeitalter und sieht hier bedeutende Anknüpfunsmöglichkeiten für künftige Projekte des ZMI unter der gemeinsamen Leitung mit Dorothée de Nève. Der neue Forschungsschwerpunkt „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ soll dabei in Zukunft am ZMI ebenso wichtig werden wie die weiterhin innovativen Veranstaltungsformate des ZMI, kürzlich die US-Wahlnacht oder die Brexit-Podiumsdiskussion.

Das Video zum Interview ist jetzt auf dem YouTube-Kanal des ZMI zu sehen.

Lehnen-Interview Katrin Lehnen (rechts) wird in der ZMI-Wissenschaftslounge von Ann-Marie Riesner interviewt.

 

 

 

Tagungsbericht: „Bilder von Migration – interdisziplinäre Perspektiven“

Die gesellschaftspolitischen Debatten um Geflüchtete und aktuelle Fragen der Zuwanderung und Inklusion sind nicht nur von mahnenden und hetzerischen Reden, Streits um die korrekten Zahlen und angemessenen Strategien, sondern auch von Bildern geprägt. Die Bilder von Geflüchteten sind selbst Politikum, relevanter Teil medialer Berichte, Objekte der Aneignung und des politischen Aktionismus.

Die Sektion 1 Macht – Medium – Gesellschaft hat die im vergangenen Sommer in einem Workshop begonnene interdisziplinäre Arbeit am 2. Dezember im Margarete-Bieber-Saal der JLU mit einer Tagung zum Thema „Bilder von Migration“ fortgesetzt. Die Präsentationen haben auch auf der methodischen Ebene gezeigt, dass die Souveränität in der Beschreibung und Interpretation von Bildern nicht in allen Disziplinen gleichermaßen routinisiert ist. Dementsprechend wurde der Wunsch nach weiterem Austausch zu Methoden der Bildanalyse unter verschiedenen Aspekten (ikonographische Bezüge, Framing, Lesbarkeit/Lesarten von Bildern u.a.) geäußert.

bilder von migration plakatEin zentraler Diskussionspunkt der Tagung war es, die Konstruktion und Reproduktion von Bildern von Migration und MigrantInnen – u.a. im Kontext politischer Bildung – zu hinterfragen. Dabei wurde kritisch reflektiert, wie die inzwischen etablierten Klischeebilder von MigrantInnen und Geflüchteten durch andere bzw. neue Bilder in Frage gestellt werden können. Dabei wurde auch die Rolle von FotografInnen als so genannte „BilderkriegerInnen“ und deren moralische Verpflichtung, Flucht, Gewalt und Krieg zu dokumentieren, in Frage gestellt. Ebenso wurde die Zulässigkeit der Verletzung von Persönlichkeitsrechten sowie die Darstellung von Kindern um Verständnis und Empathie für Geflüchtete herzustellen, kontrovers diskutiert.

Unabhängig davon hat die Analyse auch die religiöse Überformung vieler Bilder von Migration aufgezeigt. Insbesondere die Darstellung von MigrantInnen als heilige Familie und die Idealisierung von Familie als kleinste schützenswerte Einheit markieren die christliche Ikonographie nicht selten als die nach wie vor dominante Interpretation von Inhalten und Symbolen. Neben der Bezugnahme auf ein religiöses kollektives Bildgedächtnis stellte auch die Bezugnahme auf einen historischen Bilderkanon (II. Weltkrieg, Vietnamkrieg, Napoleonische Kriege u.a.) ein wichtiges Thema in der Debatte um die Herstellung von affektiver Wirkung und moralischem Appell durch Bilddarstellungen in verschiedenen Formen (Fotos, Karikaturen, Malerei) dar. 

bilder von migration collageIn der Abschlussdebatte wurde das innovative Format der Tagung als „Universität im besten Sinne“ bezeichnet. Fünf interdisziplinäre Tandems eröffneten verschiedene Fachzugänge zu Bildern von Migration. Jedes Tandem analysierte ein von ihm gewähltes Bild aus der Perspektive der jeweils vertretenen Disziplinen. So wurden aus der Perspektive der Chemie, der Kunstgeschichte und -pädagogik, der Soziologie und Politikwissenschaft ausgewählte Fotografien und eine Karikatur systematisch analysiert. Das Tandem-Format mit klaren Spielregeln hat sich für den interdisziplinären Austausch bewährt. Es hat erneut bewiesen, dass es zu sehr interessanten und wirklich weiterführenden Gedanken und Diskussionen zwischen den disziplinären Perspektiven anregen kann. Das Programm bot genug Raum für Diskussionen im Plenum und informelle Gespräche während der Pausen.

Mit dieser Veranstaltung wurde das Thema Bilder von Migration noch keineswegs erschöpfend diskutiert. Etwa Fragen nach den ökonomischen Interessen und Machtstrukturen, in denen die Bilder entstehen, sowie nach den medialen Kontexten, in den Bilder von Migration veröffentlicht werden, bedürfen noch einer weiterführenden Debatte.

 

 

 

U.S. Election Night Gießen – Ein Resümé

election night 1 Die vom Institut für Politikwissenschaft und dem ZMI organisierte Veranstaltung zur amerikanischen Präsidentschaftswahl am 8. November traf auf überwältigende Resonanz. Insgesamt besuchten im Laufe der Nacht über 400 interessierte Studierende, MitarbeiterInnen der Universität Gießen sowie BürgerInnen die „Election Night“. Der große Anklang, den diese Veranstaltung hervorrief, überraschte das gesamte Organisationsteam, das noch in einer letzten Besprechung steckte, als bereits die ersten Besucher in die Alte Universitätsbibliothek (AUB) strömten.

In seiner Begrüßungsrede betonte der Präsident der Universität, Prof. Joybrato Mukherjee die zentrale Bedeutung dieser Veranstaltung für die JLU und die Stadt Gießen. Außerdem stellte er den zahlreichen anwesenden Studierenden einen wohlwollenden Umgang mit der Anwesenheitspflicht für den nächsten Tag in Aussicht, die er auch am nächsten Tag per E-Mail an alle Mitglieder der JLU kommunizierte.

Während in einem der Seminarräume der AUB durch das Team von GutBurgerlich für kulinarische Verpflegung gesorgt war (zur Auswahl standen das vegetarische Kennedy-Curry und der traditionelle Nixon-Hotdog) und die CNN-Liveberichterstattung über die Leinwand flimmerte, führten im großen Hörsaal Dr. Vera Ermakova (ZMI) und Dr. Alexander Reichwein (IfP) durch ein abwechslungsreiches Programm.

election night 2

Für musikalische Unterhaltung sorgten Maximilian Krause von der Band „Five Miles Per Hour“ und Nils Becker sowie „Sam Teyla“ aus Gießen. In einem ausführlichen und informationsreichen Vortrag erklärte Dr. Claire Smith das amerikanische Wahlsystem und ging auf zahlreiche interessierte Fragen ein.

Fiktive Live-Schalten von Korrespondentinnen und Korrespondenten aus der ganzen Welt sowie Quiz-Spiele lockerten zwischendurch die Stimmung auf.

Zu später Stunde hielt Johannes Diesing einen kurzweiligen und spannenden Vortrag zur Geschichte des Rap in den USA. Abgerundet wurde das Rahmenprogramm durch eine informative und illustrierende Poster-Ausstellung zum skandalträchtigen Wahlkampf, der dieser Wahlnacht vorausging.

Bis 7 Uhr morgens verfolgten die letzten standhaften 50 Gäste im großen Hörsaal die Übertragung, bis auch dieser für die nächste Veranstaltung des Tages geräumt werden musste.

Eine Fotogalerie, die die Stimmung der Nacht wiedergibt finden Sie hier.

Einige Pressestimmen auf die U.S. Election Night:

Der Gießener Anzeiger berichtet in zwei Artikeln über die U.S. Election Night: „Einschätzungen zum Duell Clinton-Trump von der „U.S.-Election-Night“ in Gießen“ und „Nur wenige Trump-Anhänger bei „U.S. Election Night Gießen““. Auf Seite 11 des uniforums Nr. 5/2016 wird über die Wahlnacht „Eine Nacht, eine Wahl ... und dann viel Entsetzen – Eindrücke von der U.S. Election Night in der Alten UB“ berichtet.

Stimmen und Reaktionen auf die Wahl in den USA von der Election Night hat Klaus Pradella für den Hessischen Rundfunk eingefangen. Zu hören ist der Podcast (ab 00:49 der Bericht zur U.S. Election Night) hier.

Eine kleine Fotogalerie mit Impressionen zur Election Night hat die Gießener Allgemeine zusammengestellt.

Die Gießener Allgemeine berichtet über die Veranstaltung zur Wahl in den USA:

election night 3 

 

 


 

LBM-News

Interner Workshop des Forschungsschwerpunktes „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ auf Schloss Rauischholzhausen

LBM LogoAm 10. Und 11. November trafen sich die Mitglieder des Gießener Forschungsschwerpunkts „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ auf Schloss Rauischholzhausen. Das Ziel des zweitägigen, internen Workshops war die Weiterentwicklung von Ideen, Leitvorstellungen und programmatischen Inhalten. Thematisch stand der Workshop unter dem Begriff Informalität und Fragen danach, ob und wie Prozesse der Informalisierung von Medien literale Praktiken und das Verständnis von Bildung verändern.

LBM FotoDen Auftakt des Workshops bildete ein Impulsreferat von Alexander Sander, Geschäftsführer bei Digitale Gesellschaft e.V. in Berlin (https://digitalegesellschaft.de). Zuvor war er drei Jahre in Brüssel Mitarbeiter eines Mitglieds des Europäischen Parlaments. Er ist zudem Gründer von NoPNR!, einer Kampagne gegen die Vorratsdatenspeicherung von Reisedaten, und Observer bei European Digital Rights (EDRi), einer internationalen Vereinigung von Bürgerrechtsorganisationen, die für den Schutz der Privatsphäre und die Freiheit der Bürger in der Informationsgesellschaft steht. Anhand mehrerer Beispiele aus der Praxis, z.B. Edit wars bei Wikipedia, Assilobby und shit storms, bots – Computerprogrammen, die im Netz Werbung für Unternehmen verteilen oder in politischen Kontenten im Interesse bestimmte Akteure agieren, zeigte er, wie die Inhalte bzw. das Wissen über digitale Medien informell verteilt wird und wie schnell sich Filterblasen und Parallelgesellschaften bilden können. Am Ende bleiben viele Fragen offen. Eine davon ist, was man dem Populismus entgegen setzen kann. In der darauffolgenden regen Diskussion bis spät in die Nacht ging es u.a. um die Grenzen und unterschiedliche Wertvorstellungen digitaler und realer Welt, um Kompetenzen und den Umgang mit Ressourcen sowie Verbreitung und Erwerb von Wissen in der digitalen Gesellschaft. Am zweiten Tag des Workshops wurden Ideen konkretisiert und die weiteren Arbeitsschritte festgehalten. 

Der Forschungsschwerpunkt „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ ist ein interdisziplinärer Arbeitszusammenhang, an dem Kolleginnen und Kollegen aus der Sozial-, Politik- und Geschichtswissenschaft, der Kultur-, Sprach- und Literaturwissenschaft wie auch der Fremdsprachendidaktik beteiligt sind. Er ist als längerfristiges Leitthema für Einzel- und Verbundforschung vom ZMI initiiert und an der JLU etabliert worden.

 

 

 

 

 

Neues aus den Forschungsprojekten

ZMI-Projekt „Grenzen überwinden – Nähe erzeugen: Digitales Miteinander in der Migrationsgesellschaft“ (migr@com) endet zum Jahreswechsel

Das von Prof. Heike Greschke geleitete und von Urs Bremer M.A. wissenschaftlich koordinierte Kommunikationsprojekt „migr@com“ wird am 31. Dezember erfolgreich abgeschlossen und anschließend an die Technische Universität Dresden übergeben. migr@com thematisiert Medien und Migration und wird gemeinschaftlich vom ZMI und dem Institut für Soziologie durchgeführt. Kernstück des Projekts ist die am ZMI angesiedelte Onlineplattform www.migracom.de. Das Internetportal lädt dazu ein, eigene Erfahrungsberichte einzureichen, durch eine digitale Ausstellung über die Themen Medien und Migration zu stöbern, interessante Forschungsbeiträge zu lesen und mehr über migr@com sowie über thematisch ähnliche Forschungsprojekte des ZMI und des Instituts für Soziologie zu erfahren.

Viele Menschen wechseln mindestens einmal im Leben ihren Wohnort. Häufig liegen (staatliche) Grenzen zwischen Herkunfts- und neuem Lebensort. Das Familienleben verlagert sich dadurch über räumliche Distanzen immer mehr in Medien, um die Nähe und Verbundenheit aufrecht zu erhalten. Das gab es bereits vor dem Internet, wird aber durch digitale (soziale) Medien erheblich erleichtert und ist somit ein Teil migrantischer Lebenswelten. Briefe, Telefone, Handys, Soziale Netzwerke, Fotos, Geschenkpäckchen, Tonkassetten, Zeichnungen, Bilder, Postkarten und viele andere mediale Objekte sind Träger von unzähligen Geschichten aus dem Alltag von transnationalen Familien. Die Erfahrungen vieler Familien verbinden sich über solche Objekte, ungeachtet von Herkunft, Sprache oder Aufenthaltsstatus. Sie werden dadurch zu einem bedeutsamen Teil deutscher Migrationsgeschichte und -gegenwart, der bislang weder umfassend dokumentiert noch systematisch erforscht worden ist. migr@com sammelt diese Objekte und Geschichten und präsentiert sie in einer digitalen Ausstellung. Menschen, die in der Vergangenheit von ihren Familien getrennt lebten oder immer noch leben, können das Internetportal nutzen, um ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Es werden ständig neue Objekte sowie die mit ihnen in Verbindung stehenden Geschichten gesucht, die aufzeigen, wie Familien die Situation migrationsbedingter Trennung bewältigen.

Im September 2014 wurde das Kommunikationsprojekt am ZMI angesiedelt und zuvor an Heike Greschkes Juniorprofessur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Mediensoziologie entwickelt und gestartet. Im Jahr 2014 war das Projekt Gewinner des Hochschulwettbewerbs „Mehr als Bits und Bytes – Nachwuchswissenschaftler kommunizieren ihre Arbeit“. Im Rahmen des Wettbewerbs wurde migr@com vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von Wissenschaft im Dialog mit 10.000 Euro für die Umsetzung prämiert. Bis Februar 2016 wurde migr@com mit insgesamt 46.000 Euro vom ZMI finanziert. Zudem ist aus migr@com im Jahr 2015 das von Prof. Heike Greschke und Urs Bremer entwickelte und mit rund 21.500 Euro durch das BMBF im Rahmen des von der JLU verwalteten Lehrinnovationsfonds geförderte Projekt „Soziologie to go – Lernen mit dem Smartphone“ hervorgegangen.

migracomAktuell liegt der wissenschaftliche Fokus auf „Mehrsprachigkeit“. Viele Inhalte der migr@com-Homepage wurden in den letzten Monaten in verschiedene Sprachen übersetzt. Derzeit wird daran gearbeitet, ein Mehrsprachigkeitskonzept zu entwickeln, das Migrationsgesellschaft veranschaulicht und erfahrbar macht. Perspektivisch sollen mehrsprachige Inhalte im Rahmen des Mehrsprachigkeitskonzepts in die Internetplattform eingebunden werden. Verstehensgrenzen und Sprachbarrieren sollen erfahrbar gemacht werden, Mehrsprachigkeit in Migrationsgesellschaften soll abgebildet werden und es soll dazu eingeladen werden, Migrationsgesellschaft über das Thema Mehrsprachigkeit zu erfahren.

An der Technischen Universität Dresden wird das Projekt weiterhin von Prof. Heike Greschke geleitet. Heike Greschke hat seit September dieses Jahres an der TU Dresden die Professur für Soziologischen Kulturenvergleich und qualitative Sozialforschung inne.

 

 

 


 

News der Ludwig Börne-Professur

Amerika ist anders – Zwischenbilanz zur Ringvorlesung des Präsidenten

Ringvorlesung 1Ringvorlesung – Blick übers Publikum.                                                                         Foto: Rolf K. Wegst

Die diesjährige Ringvorlesung des Präsidenten nimmt die US-Wahl im November 2016 zum Anlass, zentrale Aspekte der amerikanischen Gesellschaft und Politik zu reflektieren. „Mit der Ringvorlesung greifen wir auch in diesem Wintersemester ein hochaktuelles politisches Thema auf, denn die Präsidentschaftswahl in den USA hat großen Einfluss auf die Weltpolitik“, kommentierte JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee die Veranstaltungsreihe. Er freue sich darüber, „dass wir mit dieser Veranstaltungsreihe vielfältige Einblicke in dieses spannende und bedeutsame Land bieten können.“ Tatsächlich liefert die derzeit laufende Ringvorlesung „Amerika ist anders“ das interessante Panorama eines Landes, das oft zu Irritationen Anlass gibt und dennoch ein wichtiger Partner bleibt. Die Vorlesungsreihe wird in diesem Jahr von Prof. Dr. Claus Leggewie, Inhaber der Ludwig-Börne-Seniorprofessur der JLU, wissenschaftlich koordiniert. Sie richtet sich gleichermaßen an ein universitäres Publikum und an die Öffentlichkeit in Stadt und Region und kostet keinen Eintritt. Nach bereits vier äußerst gut besuchten Vorträgen kann eine erste Zwischenbilanz gezogen werden.

Den Auftakt am 31. Oktober lieferte Prof. Dr. Dietmar Herz‘ Vortrag »Erfolgreich gescheitert – Präsident Obamas Versuch einer Politik der Ernsthaftigkeit«. In seiner Bilanz der Amtsperiode von Barack Obama wog Herz, Lehrstuhl für Vergleichende Regierungslehre an der Universität Erfurt, Obamas gescheiterte Versuche einer Aussöhnung des amerikanischen Volkes und einer Erneuerung des politischen Systems gegen die beachtenswerten Resultate seiner Innen- und Gesellschaftspolitik ab.

Im anschließenden Termin vom 7. November – einen Tag vor den Wahlen – näherte sich PD Dr. Thomas Greven der Frage »Wer wird der nächste Republikanische Präsident? Über Gegenwart und Zukunft der Grand Old Party«. Greven, FU Berlin und John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, zeigte, dass die Grand Old Party der Republikaner nicht nur in einer demografischen Sackgasse steckt, sondern in der derzeitigen Konjunktur des Populismus auch vor einer inneren Zerreißprobe steht.

Ringvorlesung 2„Wer wird der nächste Republikanische Präsident? Über Gegenwart und Zukunft der Grand Old Party“ sprach PD Dr. Thomas Greven in der vollbesetzten Aula.                                                          Foto: Katrina Friese

Am 28. November folgten Ausführungen von Dr. Constanze Kurz zum Thema »Drei Jahre nach Snowden. Bilanz einer Enthüllung«. Die promovierte Informatikerin, Sachbuchautorin, Kolumnistin und ehrenamtliche Sprecherin des Chaos Computer Club e.V. beleuchtete die verschiedenen Positionen, die durch Snowdens Aufklärung entstanden sind: Während manche in der Weitergabe der NSA-Papiere einen »Verrat« wittern, der einen Keil zwischen Westeuropa und die USA zu treiben versuche, sehen andere darin einen wichtigen Beitrag zur Transparenz demokratischer Politik und fordern, Whistleblowern mehr Schutz zuzubilligen.

Mit dem Thema »Götter, Könige und Gauner: Präsidenten (und solche, die es werden wollen) in amerikanischen Fernsehserien« beschäftigte sich Prof. Dr. Heike Paul am 5. Dezember. Die Inhaberin des Lehrstuhls für nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg analysierte aktuelle amerikanische Fernsehserien wie West Wing, House of Cards und Scanda, die sich mit Politik, dem Treiben am Weißen Haus und Präsidentschaft auseinandersetzen und beleuchtete Repräsentationsstrategien und Kulturspezifik der Darstellungen vor dem Hintergrund von Studien zur amerikanischen Zivilreligion und zum amerikanischen Auserwähltheitsdenken, von Populärkultur und des aktuellen Geschehens.

Ringvorlesung 3Dr. Constanze Kurz und Prof. Dr. Claus Leggewie beantworten Fragen aus dem Publikum.      Foto: Rolf Wegst

Nachdem bisher alle Vorträge äußerst gut besucht waren, wird die Ringvorlesung im Januar 2017 mit zwei weiteren Vorträgen abgeschlossen.

Mit einem Vortrag zum Thema »Was ist aus Martin Luther Kings Traum geworden? Eine Bilanz der Bürgerrechtsbewegung bis in die Ära Barack Obama« verortet Prof. Dr. Manfred Berg, Curt-Engelhorn-Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte an der Universität Heidelberg, die rezenten Rassenunruhen in den USA in der Ära Obama und sucht nach Erklärungen für den anhaltenden Rassismus auch in Zeiten eines »farbigen« Präsidenten, viele Jahre nach dem Traum eines Martin Luther King.

Den Abschluss der Vorlesungsreihe bildet Prof. Dr. Johannes Völz‘ Vortrag zum Thema »Der Gebrauch der Bedrohung: Die amerikanische Literatur und das Problem der Sicherheit«. Völz, Heisenberg-Professor für Amerikanistik an der Goethe-Universität Frankfurt, verortet den Aufstieg der Sicherheitsthematik im politischen Diskurs der USA nicht lediglich im Deutungsangebot einer autoritären »Politik der Furcht«. Anhand von Lektüren kanonischer amerikanischer Romane schlägt dieser Vortrag eine alternative Deutung vor: Sicherheit und Unsicherheit bilden die Matrix für Ermächtigungsnarrative, die in der kontingenten Ordnung der amerikanischen Demokratie eine besonders wichtige Funktion einnehmen.

Ebenfalls zum Anlass der Wahl wird der deutsche Außenminister und JLU-Alumnus Dr. Frank-Walter Steinmeier über das Verhältnis zu den USA im Blick auf die globalen Herausforderungen nachdenken. Sein Vortrag »Die Welt und die Wahl: Iran, Syrien, Ukraine, Libyen: Komplexe Krisen und Konflikte« trägt einerseits der historisch engen Zusammenarbeit der deutschen und der US-Regierung unter Obamas Präsidentschaft Rechnung und berichtet über die kommenden Herausforderungen für die transatlantische Partnerschaft. Der Termin wird kurzfristig angekündigt, aber kann erst im Sommersemester stattfinden.

 

 

 

Sehnsucht nach Grenzen. Identitätssuche in Zeiten des Populismus – die 44. Römerberggespräche in Frankfurt

Römerberggespräche logoDie Römerberggespräche setzten sich dieses Jahr mit der Sehnsucht nach Grenzen und der Identitätssuche in Zeiten des Populismus auseinander. Martin Seel, Philipp Blom, Tatjana Hörnle, Marina Münkler, Katja Petrowskaja und Claus Leggewie diskutierten, wieviel Vielfalt wir als Gesellschaft ertragen können, wieviel Einheit wir fordern müssen und was an wechselseitiger Integration verlangt werden darf.

In Europa wächst derzeit das Bestreben, das Eigene zu definieren und das heißt: sich abzugrenzen. Die Forderung nach Grenzzäunen und staatlichen Obergrenzen für Flüchtlinge, die Diskussionen um Burka-Verbote, die Verweigerung von Handschlägen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen: All das zeigt, begleitet von öffentlicher Empörung, eine nervöse Verunsicherung über die eigene Identität. Was gehört noch unverzichtbar zum gesellschaftlichen, zum kulturellen und religiösen, nicht zuletzt zum nationalen Selbstverständnis? Wo liegt die Grenze, hinter der das Eigene sich auflöst und das Fremde beginnt? Worauf spekuliert ein völkisches Identitätskonzept, das populistische Parteien in ganz Europa derzeit so erfolgreich propagieren, in einer globalisierten Welt?

Die Römerberggespräche wollten in Erfahrung bringen, wie mit individuellen Verunsicherungen und einem allgemeinen Unbehagen umgegangen werden kann. Was sagen uns diese Identitätskonflikte über unsere Gesellschaft? Welche Formen der Identität gibt es in einer pluralistischen Gesellschaft? Und wie soll ein liberaler Rechtsstaat mit den Herausforderungen gelebter und beanspruchter Mannigfaltigkeit umgehen? Wieviel Vielfalt können wir ertragen, wieviel Einheit müssen wir fordern, und was darf an wechselseitiger Integration verlangt werden?

Die 44. Römerberggespräche fanden am 3. Dezember im Schauspiel Frankfurt statt. Zum kompletten Programm gelangen Sie hier.

 

 

 

3sat interviewt Claus Leggewie im Margarete-Bieber-Saal

Am 2. November gab Ludwig Börne-Professor Claus Leggewie dem 3sat ein ausführliches Interview zu den Thesen seiner jüngsten Suhrkamp-Publikation „Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al Suri & Co“. Dabei handelte es sich dieses Mal um ein Heimspiel – der Dreh fand im Margarete-Bieber-Saal der Justus-Liebig-Universität statt, sodass den Reportern vom ZMI dieser Schnappschuss gelang.

3satAusgestrahlt wurde das Interview in der 3Sat-Sendung Kulturzeit am 7. November.

 

 

 


 

Termine

Writing Symposium 2017 – Supporting L2 Writing in Higher Education

Prof. Susanne Göpferich, ZMI-Sektion 3 Educational Linguistics, und das ZfbK veranstalten in Kooperation mit dem ZMI am 6. und 7. April 2017 das Writing Symposium 2017. Mit dem Writing Symposium 2017 wird an den 2014 in Lüneburg begonnenen und 2015 in Osnabrück sowie 2016 in München fortgesetzten Dialog zur L2-Schreibforschung und -didaktik und ihrer institutionellen, curricularen und extracurricularen Verankerung angeknüpft.

writing symposiumWissenschaftliches Schreiben, gleich ob in der Muttersprache oder einer Fremdsprache, ist mehr als Wissensdokumentation. Es ist eine Praxis, mit der Wissen – oder vermeintliches Wissen – nicht nur verschriftlicht, sondern auch evaluiert und generiert wird und die eine Sozialisation im Fach, aber auch eine Weiterentwicklung des Faches und im Fach erst ermöglicht (vgl. Lea & Streets Modelle der „academic socialization“ und der „academic literacy“). Die Funktion des Schreibens als Werkzeug der Wissensreflexion und Wissensgenerierung legt eine enge Verzahnung von fachlichem Kompetenzerwerb und dem Erwerb der Kompetenz zum wissenschaftlichen Schreiben nahe. Im Writing Symposium 2017 soll sich der der Herausforderung angenommen werden, wie eine solche Verzahnung von Fachlehre mit dem Erwerb der Kompetenz zum wissenschaftlichen Schreiben erreicht werden kann, welche Wege hierbei schon beschritten wurden und welche Befunde hierzu vorliegen. Dabei soll auch reflektiert werden, wie die Ressource Mehrsprachigkeit für das wissenschaftliche Schreiben fruchtbar gemacht werden kann und welche empirischen Befunde hierzu vorliegen. Als Plenarredner konnten Paul Kei Matsuda (Arizona State University) und Melanie Brinkschulte (Georg-August-Universität Göttingen) gewonnen werden.

 writing symposium fördererDieses Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01PL17035 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Projektleitung.

 

 

 

Gastvorträge in der Englischen Sprachwissenschaft

Im Januar werden in der Abteilung für Englische Sprachwissenschaft zwei GastwissenschaftlerInnen zu Besuch sein. Am Mittwoch den 18. Januar spricht Natalia Levshina (Universität Leipzig) im Rahmen des Master-Seminars „Corpus Linguistics: Statistics“ (16-18h) von Dr. Christoph Wolk im Raum B5, Philosophikum I. Am Tag danach, Do. 19. Januar, spricht spricht Freek van de Velde (KU Leuven) im Rahmen des Seminars „Early and Late Modern English“ (12-14h) von Dr. Tobias Bernaisch im Raum B440, Philosophikum I. Die Titel der Vorträge werden vorher auf der Institutswebseite und durch Aushänge bekanntgegeben. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen

 

 

 

 

 

Veranstaltungen, Events, Aktivitäten

Vortragsreihe des Forschungsverbundes Educational Linguistics

EL PlakatMit drei interessanten Vorträgen zum Thema „Akademische Literalität“ lud die ZMI-Sektion 3 Educational Linguistics auch im Wintersemester 2016/2017 wieder dazu ein, über sprachwissenschaftliche Fragestellungen nachzudenken.

Den Auftakt machte am 25. Oktober die Gießener Lehrende Prof. Susanne Göpferich zum Thema „Akademische Pluriliteralität und die Rolle der Muttersprache beim Schreiben in der Fremdsprache“. Für Studierende wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellt die Fähigkeit in mehr als einer Sprache, darunter in der Regel Englisch als lingua franca der internationalen Wissenschaftskommunikation, wissenschaftliche Texte zu lesen und zu schreiben sowie die aus ihnen entnommenen Informationen verarbeiten zu können, eine Herausforderung dar, bei deren Bewältigung der Muttersprache eine nicht zu leugnende Funktion zukommt. Der Vortrag verschaffte einen Überblick über empirische Befunde zum Gebrauch der Muttersprache beim Schreiben in der Fremdsprache, wobei differenziert wurde zu welchen Zwecken beim Schreiben in der Fremdsprache auf die Muttersprache zurückgegriffen wird. Schlussfolgerungen für die Fremdsprachen-Schreib- und Translationsdidaktik wurden präsentiert sowie weitere Forschungsdesiderate dazu abgeleitet. 

Über eine mehrsprachige, digitale Lernumgebung zur Begleitung von Abschlussarbeiten referierte Prof. Otto Kruse von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am 15. November. Unter dem Titel „Proposal Writing in Deutsch und Englisch: Konzeption und Implementierung einer mehrsprachigen, digitalen Lernumgebung zur Begleitung von Abschlussarbeiten“ stellte Kruse die an der ZHAW entwickelte Lernplattform mit dem Namen „Thesis Writer“ vor, die dort den Studierenden für das Schreiben von Abschlussarbeiten zur Verfügung steht. In seinem Vortrag demonstrierte er den Aufbau sowie die Bestandteile des „Thesis Writer“ und grenzte diesen von anderen digitalen Hilfen für das Lernen des Schreibens ab. Zur Diskussion standen Fragen nach dem Nutzen eines solchen Programms, wie es das Schreiben beeinflusst und nicht zuletzt wie es von Studierenden angenommen wird.

Die Reihe wurde am 13. Dezember mit einem spannenden Vortrag mit dem Titel „The writing Clown isn't fooling around – Enhancing learning through writing“ von Prof. Magnus Gustafsson von der Chalmers University of Technology in Götheborg abgeschlossen. Dieser stellte ein an der Chalmers entwickeltes Schreibprogramm vor, das sich auf das Schreiben in unterschiedlichen Disziplinen bezieht. In seinem Vortrag ging Gustafsson vor allem auf Tätigkeiten des Schreibenlernens ein, die in verschiedenen Gebieten und Lernsituationen eingesetzt werden können und keinen Programmkontext benötigen, um zu funktionieren. Beispiele wurden sowohl aus Kursen der englischen Literatur, der Wissenschaftssprache als auch der Technik und Medizin gegeben. Der Fokus der Diskussion lag darauf über das Schreiben und den Schreibprozess während des Lernens selbst nachzudenken und nicht erst an dessen Ende. Die Zuhörer wurden gebeten, einen Roman mitzubringen, den sie gerade lesen oder kürzlich beendet hatten.

 

 

 

WDR-Fernsehredakteurin Andrea Ernst und phoenix-Online-Chefredakteur Gregor Meyer zu Gast bei „Stimmen aus der Praxis“

Taste the Waste – Wie wird aus einer Fernsehdokumentation ein Kinofilm? „Stimmen aus der Praxis“ empfing WDR-Fernsehredakteurin Andrea Ernst

taste the waste„Frisch auf den Müll“, hieß es vor wenigen Jahren, als zum ersten Mal im deutschen Fernsehen darüber berichtet wurde, dass fast die Hälfte der Lebensmittel weggeworfen wird. Das meiste davon landet im Müll, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht. Fast 15 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr allein in Deutschland zum Abfall, weil die Kartoffel einen Riss hat, der Apfel eine Delle oder der Brokkoli einen braunen Fleck – sofort wird die Ware aussortiert. Fast niemand kennt das Ausmaß der Verschwendung und ihre Folgen. Der Journalist Valentin Thurn begann seine Recherchen für den WDR vor über sechs Jahren, um dieses Ausmaß öffentlich zu machen. Aus einer anfangs „kleinen Geschichte“ wurde ein großes gesellschaftliches Thema. Was bedeutet das für die redaktionelle Arbeit? Wie kann ein brisanter journalistischer Stoff tatsächlich eine ethische Debatte und politisches Handeln auslösen? Was bedeutet die Entwicklung eines Stoffes von der Reportage bis zum erfolgreichen Kinofilm?

Anhand von Filmausschnitten berichtete WDR-Redakteurin Andrea Ernst am 5. Dezember in der Aula der JLU im Rahmen der von der Fachjournalistik Geschichte und der ZMI-Sektion 4 Medien und Geschichte veranstalteten Reihe „Stimmen aus der Praxis“ vom journalistischen Wachsen des Themas und seiner nachhaltigen Wirkung: „Journalistisches Arbeiten im langen Format – Wie wird aus einer Fernsehdokumentation ein Kinofilm? Redaktionelle Erfahrungen mit dem Film Taste The Waste“. Andrea Ernst war von 2011 bis 2015 Vorsitzende des Journalistinnenbundes und ist seit 2007 stellvertretende Abteilungs- und Redaktionsleiterin für den Bereich Religion und Bildung beim WDR.

Wie verändern Social Media den Journalismus?: phoenix-Online-Chefredakteur Gregor Mayer zu Gast bei „Stimmen aus der Praxis“

stimmen aus der praxis logoDie Medienbranche sieht sich einschneidenden Veränderungen ausgesetzt, insbesondere im Nutzungsverhalten der Zuschauer und User. Ausgangspunkt dieser Veränderungen ist die Digitalisierung der Medien, die eine Differenzierung und Konvergenz der Medien sowie eine wachsende Angebots- und Zugangsvielfalt zur Folge hat. Dadurch setzt ein zunehmend fragmentiertes Sehverhalten ein. Aus diesen Veränderungen ergeben sich Fragen nach der Aufgabenstellung von Medien und dem Beruf des Journalisten im Allgemeinen und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Besonderen. Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Welche Inhalte brauchen wir heute im Studium, um gut auf eine Beschäftigung in der Medienbranche vorbereitet zu sein? Worauf können wir womöglich verzichten?

Gregor Mayer ist seit 17 Jahren der Online-Chef des ARD/ZDF-Spartenkanals phoenix. Er ist Redakteur des ZDF, verantwortet die Homepage phoenix.de, Videotext und EPG, die phoenix-Apps sowie alle Social Media Kanäle des Senders. Am 17. November war er die „Stimme aus der Praxis“ in der von der Fachjournalistik Geschichte und der ZMI-Sektion 4 veranstalteten Gesprächsreihe.

 

 

 

ZMI fördert performative Soundinstallation des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft: „If you lived here / Wenn Sie hier leben würden – Monologe für einen leeren Raum“

Die performative Soundinstallation „If you lived here / Wenn Sie hier leben würden – Monologe für einen leeren Raum“ war am 25. und 26. November im Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (ATW) der JLU Gießen zu sehen. Stündlich von 16 bis 22 Uhr, jeweils für 5 Zuschauer pro Vorstellung, war das 45 minütige Stück zu erleben.

if you lived hereWo auch immer Objekte und Körper als Kunstwerke präsentiert werden, sind institutionelle Strukturen und politische Mechanismen mit am Werk. „Wenn Sie hier leben würden“ – eine vom ZMI geförderte und vom Institut für Theaterwissenschaft in Koproduktion mit dem Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt entwickelte Installation – untersucht die soziale und kulturelle Konstitution von Ausstellungs- und Theaterräumen.

Tamara Antonijevic, Johanna Herschel, Robert Läßig (alle ATW Gießen), Malgorzata Wdowik (Theaterakademie Warschau) und Nora Neuhaus (Städelschule Frankfurt) versuchen mit ihrer Installation herauszufinden welche Art von Performance entsteht, wenn ein Raum sich selbst spielt.

Bis zu fünf BesucherInnen generieren über ihre eigene Teilnahme, dem Umherlaufen im Raum ihre/seine eigene Erzählung. Der vollkommen weiße Raum ist in einer Blackbox installiert, in dem verschiedene Sound- und Textsphären betreten und über Kopfhörer sowie mp3-Player hörbar gemacht werden können.

Wie bestimmen Erwartung und Wissen, wie Rahmen, Kontext und Raum unsere Erfahrung und die Produktion des künstlerischen Werts? Wie verhalten sich BesucherInnen zu diesen Systemen, wenn kein Objekt und kein Körper vorhanden sind?

Die Installation wurde am 15. September im Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt uraufgeführt und bis zum 18. September dort präsentiert.

 

 

 

Filmvorführung von „Das Urteil von Nürnberg“ und anschließendes Filmgespräch mit Ulrike Weckel im Kinocenter

Das Gießener Kinocenter zeigte am Dienstag den 22. November „Das Urteil von Nürnberg“, einen Klassiker des amerikanischen Courtroom-Dramas aus dem Jahr 1961. Warum lohnt es sich, diesen alten Spielfilm in schwarz-weiß und mit Überlänge, der überwiegend in ein und demselben Gerichtssaal spielt, (erneut) anzuschauen?

das urteil von nürnbergDafür gibt es gleich mehrere Gründe. Etwa das Staraufgebot: Burt Lancaster, Spencer Tracy, Marlene Dietrich, Maximilian Schell und Montgomery Clift, gerade diese beiden mit schauspielerischen Glanzleistungen. Dann geht es um deutsche NS-Geschichte und den Versuch, sie juristisch aufzuarbeiten. Als Vorlage für die fiktionalisierte Filmhandlung diente der Nürnberger Juristenprozess 1947. Anlass, den Film zu machen, war politische Empörung darüber, dass die Amerikaner angesichts des Kalten Krieges in ihrem Ahndungswillen so rasch nachgelassen und die allermeisten in Nürnberg zu langen Haftstrafen Verurteilten vorzeitig entlassen hatten. Es geht also um Rechtsgefühl, um die Verantwortung derjenigen, die in der Weimarer Republik Juristen wurden und dennoch das NS-Unrecht exekutierten, es geht um deutsche Aus- und Verteidigungsreden, um Langzeitfolgen bei den Opfern, Motive der Ankläger und Zweifel der Richter. Aufschlussreich ist auch die Rezeptionsgeschichte dieses Films, der seine Weltpremiere in Westberlin wenige Monate nach dem Bau der Mauer feierte, was zu diversen aktualisierenden Umdeutungen führte. Besonders spannend ist „Das Urteil von Nürnberg“ allerdings gerade dort, wo die Filmemacher sich künstlerische Freiheiten nahmen und uns etwas vor Augen führen, wozu es in den wirklichen Nürnberger Prozessen nie gekommen ist: das Anerkennen eigener Verantwortung.

Diese und andere Gesichtspunkte konnten in einem anschließenden Filmgespräch mit Prof. Ulrike Weckel, Sprecherin der ZMI-Sektion 4 Medien und Geschichte, erörtert werden.

 

 

 

"ORDNUNG" – Ein theatraler Essay

Im Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt) wurde das Leben geordnet. Gesa Bering und Stephan Dorn setzten sich in ihrem theatralen Essay mit der Frage nach einer ganzheitlichen Ordnung auseinander.

ordnung Grafik: Maren Wiese

Ist es möglich, die Welt zu archivieren? Komplett und lückenlos? Kann man die gesamte Geschichte – nicht nur den Teil, den Gewinner geschrieben haben – vollumfassend nacherzählen? Sämtliche Phänomene, Ideologien, Philosophien, Religionen, alle Dinge, Wissenschaften und Künste zwischen zwei Buchdeckeln vollständig und endgültig bändigen? Alle Menschen, die gesamte Tier- und Pflanzenwelt? Geht das?- Ja.

Stephan Dorn hat genau dies getan. Sein Lebenswerk, das Buch „Ordnung“, ist perfekt. Es ist Lexikon, Ratgeber, Gebrauchsanweisung. Die Welt ist hiermit erklärt. Fast.

Nur ein guter letzter Satz fehlt noch und natürlich ein Punkt. Die Zuschauer waren herzlich dazu eingeladen, diesem Punkt beizuwohnen.

Konzept, Regie, Performance und Text sind von Gesa Bering und Stephan Dorn entwickelt worden. Verantwortlich für die Ausstattung war Annatina Huwiler, für die technische Gestaltung Jost von Harleßem und für die Grafik und Animation Maren Wiese.

Zu sehen war der theatrale Essay im Künstlerhaus Mousonturm am 17. und 18. November. Gefördert wurde das Projekt vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (JLU Gießen) in Kooperation mit dem Künstlerhaus Mousonturm und der Hessischen Theaterakademie (HTA) sowie dem ZMI, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Kulturamt der Stadt Gießen und der Gießener Hochschulgesellschaft.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

 

 

„Writers in Prison Day“ – Sascha Feuchert im Interview mit Deutschlandradio Kultur und Deutsche Welle

FeuchertJedes Jahr am 15. November ist Writers-in-Prison-Day. Der Tag, an dem der Schriftsteller gedacht und auf deren Schicksale aufmerksam gemacht wird, die aus politischen Gründen von ihren Regierungen verfolgt werden oder inhaftiert wurden. Erinnert wird auch an solche, die sterben mussten, weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnahmen. Der internationale PEN hat nun erstmals fünf Fälle ausgewählt, die beispielhaft für die Unterdrückung stehen, denen Autoren auf der ganzen Welt täglich ausgesetzt sind. So sollen die Schicksale von Aslı Erdoğan (Türkei), Ahmed Naji (Ägypten), Gui Minhai (China), Dareen Tatour (Israel) und Cesario Alejandro Félix Padilla Figueroa (Honduras) besonders ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden.

Im Interview mit Dieter Kassel vom Deutschlandradio Kultur und mit Stefan Dege von der Deutschen Welle sprach Hon.-Prof. Sascha Feuchert, Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN, Vizepräsident der deutschen Sektion des internationalen Schriftsteller-Verbands und Mitglied der ZMI-Sektion 4 Medien und Geschichte, über ihr Schicksal.

Das Gespräch mit dem Deutschlandradio Kultur kann hier nachgehört und nachgelesen werden. Nachgelesen werden kann auch das Interview mit der Deutschen Welle.

 

 

 

„Wie konnte es dazu kommen? / How did this happen? – America after the Elections“ – Öffentliche Podiumsdiskussion

wie konnte es dazu kommenFür viele Deutsche – ebenso wie für die US-AmerikanerInnen – war der Ausgang der Präsidentenwahl am 8. November sehr schwer zu verstehen (und zu verdauen). Die neue Trump-Weltordnung löst viele Sorgen aus, auch was Deutschlands veränderte Stellung in Europa und der Welt angeht. In dieser Podiumsdiskussion in deutscher und englischer Sprache wurden deutsche und US-amerikanische Perspektiven zu den Konsequenzen der Wahl präsentiert, um Amerika und das deutsch-amerikanische Verhältnis nach der Wahl besser einzuordnen.

Die Podiumsdiskussion führten Prof. Greta Olson (Amerikanistik, JLU; Mitglied der Democrats Abroad Frankfurt; Mitglied der ZMI Sektion 1 Macht – Medium – Gesellschaft), Andreas Schwarzkopf (Frankfurter Rundschau) und Dr. Falk Ostermann (International Relations, JLU). Moderiert wurde sie von Dr. Wiebke Schneidermann (GCSC, JLU). Die Diskussion fand am 21. November in der Aula der JLU statt.

Der Gießener Anzeiger berichtete über die Podiumsdiskussion im Artikel „Befürchtungen und Erwartungen: Experten diskutieren an JLU Ursachen und Folgen der Wahl von Donald Trump“.

Ein Gastbeitrag „Gezielt für unsere Demokratie kämpfen“ von Prof. Greta Olson erschien am 1. Dezember in der Frankfurter Rundschau.

 

 

 

Personalia

Urs Bremer verlässt das ZMI

BremerDer wissenschaftliche Koordinator des Projekts „migr@com“, Urs Bremer M.A., verlässt das ZMI. Bremer bleibt der JLU aber erhalten und koordiniert weiterhin das DAAD-geförderte Projekt „Dein Engagement zählt!“ des Akademischen Auslandsamts und des Studierendenbegegnungszentrums Lokal International.

Seit September 2012 ist Urs Bremer im ZMI tätig. Bis August 2014 arbeitete er in der ZMI-Verwaltung als Wissenschaftliche Hilfskraft für Webredaktion, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit September 2014 wirkte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektkoordinator des von Prof. Heike Greschke geleiteten Projekts migr@com im ZMI, einem Kooperationsprojekt des Gießener Instituts für Soziologie und des ZMI. Seit März dieses Jahres ist er lediglich zu 25% im ZMI tätig und koordiniert zu 75% seiner Arbeitszeit das Projekt „Dein Engagement zählt!“.

Es gibt viele Eigenschaften und Arbeitserfolge, die man an dieser Stelle hervorheben könnte, u.a. gelang es Bremer gemeinsam mit Prof. Greschke und dem damaligen ZMI-GD Prof. Henning Lobin, das vom BMBF im Rahmen des von der JLU verwalteten Lehrinnovationsfonds mit rund 21.500 Euro geförderte Projekt „Soziologie to go – Lernen mit dem Smartphone“ zu entwickeln und einzuwerben, das als migr@com-Teilprojekt startete und später verselbstständigt wurde. Er bahnte zahlreiche Kooperationen an, u.a. mit der Stadt Gießen und dem Werner-Zeller-Archiv.

Urs Bremer setzte darüber hinaus während seiner Wirkungszeit am ZMI diverse Akzente. So konzipierte er gemeinsam mit Jens Balkenborg die aktuelle ZMI-Hompage und die neu gestaltete ZMI-Informationsbroschüre, die seitdem in immer neuen Auflagen erscheint. Bremer organisierte eine sehr erfolgreiche Tagung zum Thema „Medien – Bildung – Migration“ und gab gemeinsam mit dem „Soziologie to go – Lernen mit dem Smartphone“-Team den Impuls für den Einsatz der „Lernorte App“ an der JLU, die nun von allen Lehrenden der JLU für Mobile-Learning-Projekte verwendet werden kann.

Die bloße Auflistung ausgewählter Leistungen wird Urs Bremer allerdings nicht gerecht. In den rund fünf Jahren seiner Tätigkeit im ZMI hat er an so vielen Stellen, in so vielen Projekten und bei so vielen Aufgaben mitgewirkt, dass er zur Arbeit des ZMI und seiner Außenwirkung in vielerlei Hinsicht positiv beigetragen hat.

Auch auf persönlicher Ebene haben wir Herrn Bremer als große Bereicherung für das ZMI erlebt. Seine herzliche, hilfsbereite und zugewandte Art werden wir sehr vermissen. Wir sind davon überzeugt, dass Herr Bremer mit seinen vielen Kompetenzen und seiner besonderen Persönlichkeit erfolgreich seinen Weg gehen wird. Für die weitere private und berufliche Zukunft wünschen wir Urs Bremer von Herzen alles Gute!

 

 

 

 

 

Publikationen

Andreas Langenohl und Anna Schober sind Herausgeber des Buches „Metamorphosen von Kultur und Geschlecht. Genealogien, Praktiken, Imaginationen“, das im Wilhelm Fink Verlag, Paderborn, erschienen ist. Aus dem Klappentext:

Metamorphosen von Kultur und Geschlecht „Konstruktivistische ›Gender‹-Konzepte haben in den letzten Jahrzehnten einen außerordentlichen institutionellen Erfolg auf regionaler, EU- und globaler Ebene verzeichnet. Zugleich wurden sie auch in transnationalen Netzwerken von Kunst- und Kulturschaffenden aufgegriffen, um Identität sowie Sehnsüchte und Ängste bezüglich Sexualität, Partnerschaft und Reproduktion, aber auch in Bezug auf Gegenwart und Zukunft allgemein über ästhetische Medien neu zu verhandeln. Der Konstruktionscharakter von Geschlecht, so zeigt der vorliegende Band, ist dabei in den letzten Jahrzehnten längst Teil breiterer gesellschaftlicher Praktiken geworden. Dies erzeugt allerdings nicht nur Zustimmung, sondern mitunter auch Widerstand, etwa in Form diverser Neuerfindungen von Tradition in Bezug auf Geschlecht. Damit ist ›Gender‹ Teil einer zeitgenössischen, ambivalenten Dynamik von ›Kultur(en)‹, die zwischen emanzipatorischer Produktivität und – unter Umständen auch ausgrenzender – Zuschreibung changiert. Die Beiträge rekonstruieren genealogische Linien, Praxisfelder und Imaginationen, die gemeinsam eine Rezeptionsgeschichte von ›Geschlecht als Kultur(en)‹ in öffentlichen Räumen der Gegenwart bilden.“

Gemeinsam mit Kornelia Hahn hat Andreas Langenohl weiterhin bei Springer VS, Wiesbaden, die Publikation „Krtische Öffentlichkeiten – Öffentlichkeiten in der Kritik“ herausgegeben. Der Band plädiert für ein dynamisches Konzept von Öffentlichkeit. Dabei stellt sich die Frage, welchen wissenschaftlichen und politischen Orientierungswert eine normativ begründete Kategorie von ‚Öffentlichkeit‘ noch haben kann. Antworten darauf werden in den Beiträgen in einer Disziplinen übergreifenden Debatte unter Einbezug des gegenwärtigen Wandels von Kommunikations- und Medienpraktiken verhandelt.

 

polis_3-16Wolfgang Sander hat im POLIS-Heft 3/2016, das im Wochenschau Verlag erscheint, den Artikel „Das dunkle Jahrhundert. Der drohende Verlust des kulturellen Gedächtnisses durch die Digitalisierung“ veröffentlicht. Aus dem Ankündigungstextes der Ausgabe: „Die zunehmende Digitalisierung von Informations- und Kommunikationsstrukturen stellt eine kulturelle, soziologische, politische und ökonomische Zäsur dar. Die Wucht ihrer gesellschaftlichen Folgen wird ebenso mit der Erfindung des Buchdrucks wie mit der ‚industriellen Revolution‘ verglichen. Die zu diesem Themenschwerpunkt für die POLIS verfassten Beiträge bieten vielfältige und kontroverse Einblicke in die Chancen und Herausforderungen, die sich der Politischen Bildung explizit und implizit in diesem Zusammenhang stellen.“

 

Zusammen mit seinem Kollegen Michael Schart von der Tokioter Keio-Universität hat Dietmar Rösler einen sich über zwei Hefte der Zeitschrift Informationen Deutsch als Fremdsprache (Heft 5 und 6 2016) erstreckenden Themenschwerpunkt „Lehrwerke“ herausgegeben. Die Beiträge befassen sich u.a. mit der Möglichkeit studentischer Evaluation von Lehrwerken, mit der Visualisierung von landes- und kulturkundlichen Informationen, mit der Möglichkeit, online-Tandems mit Lernmaterial zu unterstützen, am Beispiel Jugendsprache mit der Frage, wie weitgehend die Vielfalt der Zielsprache in einem Lehrwerk behandelt werden kann und mit den Vor- und Nachteilen einsprachiger und sprachlich und kulturell kontrastiver Lehrwerke. Hier zeigen empirische Studien aus den Niederlanden, Finnland, Japan und Brasilien, die so unterschiedliche Aspekte wie die Vermittlung der Artikel-Funktion, die Förderung des Hörverstehens, die Initiierung interkulturellen Lernens oder die in den Lehrwerken vermittelte Unterrichtssprache erforschen, die Unterschiedlichkeit der Arbeit mit Lehrwerken und die Bandbreite der empirischen Lehrwerkforschung.

 

interaktivitaet_sammelband_coverIm November 2016 haben Tamara Zeyer, Sebastian Stuhlmann und Roger Dale Jones im Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen, den Sammelband „Interaktivität beim Fremdsprachenlehren und -lernen mit digitalen Medien – Hit oder Hype?“ herausgegeben.

Dieser Sammelband gibt einen differenzierten Einblick in verschiedene Facetten des interaktiven Fremdsprachenlernens mit digitalen Medien und ist daher für die Fremdsprachenforschung genauso interessant wie für Fremdsprachenlehrkräfte, die mit interaktiven Medien arbeiten. Es werden zunächst relevante Grundbegriffe erklärt und dann exemplarische Anwendungsmöglichkeiten konkret vorgestellt. Die Beiträge sind thematisch vielfältig und decken verschiedene Sprachdidaktiken (z.B. DaF, TEFL) ebenso ab wie unterschiedliche Perspektiven (Hochschullehre, schulischer Unterricht, Lehrerbildung, selbstständiges Lernen). Ziel ist es, einen Überblick über die Potenziale und Grenzen des Fremdsprachenlernens mit interaktiven Medien zu geben und Impulse für die konkrete Umsetzung zu liefern.