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ZMI-Newsletter

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ZMI-Newsletter 1/2017

 

Der Newsletter als PDF-Dokument.

 

Editorial

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde des ZMI,

 

Sabine Heymanndas Sommersemester hat begonnen und der Frühling mit einiger Verspätung auch. Zeit für den ersten Newsletter des Jahres. – Mit diesen Worten habe ich mein Editorial des Newsletters 1/2015 begonnen. Fast dasselbe könnte man im April 2017 auch sagen, nur hat sich in den beiden dazwischen liegenden Jahren die Weltlage so dramatisch verändert, dass ein wenig von der damals zum Ausdruck gebrachten Leichtigkeit verloren gegangen ist.

Am 8. November des vergangenen Jahres hat das ZMI die U.S. Election Night veranstaltet – mit überwältigender Resonanz und überraschendem Ausgang. Am 20. Januar 2017 wurde Donald Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Ende April ist er 100 Tage im Amt. Im Oktober 2016 hatte Trump sein 100-Tage-Programm vorgestellt, in dem er neue Jobs, massive Steuersenkungen, Kampf gegen das politische Establishment versprach. Mit der Podiumsdiskussion 100 Tage Trump werden ZMI und Institut für Politikwissenschaft der JLU am 28. April in der Uni-Aula eine Bilanz dieser ersten Regierungszeit ziehen.

Der Forschungsschwerpunkt Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft wird sich im Mai in einem Workshop dem Thema Literalität – interdisziplinär widmen. In diesem Rahmen wird die Autorin, Bürgerrechtlerin und Netzaktivistin Katharina Nocun einen öffentlichen Vortrag zu Fake-News & Bots: Politik ohne Medienkompetenz halten. Auch das gerade abgeschlossene, von Prof. Dorothée de Nève geleitete Projekt Einstellungen-Medien-Engagement-Lehren (EMEL) mit seinen teilweise überraschenden Ergebnissen zu politischen Einstellungen von Politik-Studierenden der JLU wird im Kontext des Workshops diskutiert.

Mit diesem Editorial verabschiede ich mich von allen Mitgliedern, Freundinnen und Freunden des ZMI. Im Juni endet meine Amtszeit als Geschäftsführerin des ZMI, dessen Entwicklung ich seit der Gründung 2001 begleitet habe. Ich gehe in den Ruhestand. Ich danke Ihnen für die jahrelange wunderbare Zusammenarbeit und den Abonnenten und Abonnentinnen für das anhaltende Interesse und hoffe, dass wir uns irgendwann, irgendwo wieder begegnen. 

 

Ein produktives Semester, herzliche Grüße

 

Ihre Sabine Heymann






Inhalt ZMI-Newsletter 1/2017

 

Editorial

 

News

Podiumsdiskussion 100 Tage Trump

Literalität – interdisziplinär. LBM-Workshop an der JLU mit öffentlichem Vortrag von Katharina Nocun zu Fake-News & Bots

Projekt Einstellungen-Medien-Engagement-Lehren (EMEL) abgeschlossen

Sabine Heymann – oder: das Gegenteil von Ruhestand

Digitale Rekonstruktion der Barockschlösser Schlodien und Friedrichstein jetzt online

Zeitgenössisches Theater in China – Vom ZMI geförderte Publikation erscheint im Mai

Info-Broschüre des ZMI in überarbeiteter 3. Auflage

 

Termine

Veranstaltungsreihe Zwischen Hetze und Meinungsfreiheit

Die Liebe sucht eine Wohnung. Eine Komödie aus dem Warschauer Getto – Buchvorstellung und Lesung im Rathaus Gießen

Filmvorführung 1917 – der wahre Oktober, Diskussion und Workshop mit der Filmemacherin Katrin Rothe 

Vorträge des Forschungsverbundes Educational Linguistics

38. ICAME-Jahreskonferenz mit starker Beteiligung der Sektion 3

Präsentation Handbuch Komik von und mit Uwe Wirth und anschließende Lesung komischer Gedichte von und mit Christian Maintz

Dorothée de Nève, Jutta Hergenhan und Tina Olteanu mit Vorträgen auf der European Conference on Politics and Gender in Lausanne

Gegenwartsliteratur und Internet: Vortrag von Ann-Marie Riesner (ZMI) beim IPP und GCSC-Symposium Literature and Institutions

 

News der Ludwig Börne-Professur

Die autoritäre Welle im Westen: USA, Frankreich, Deutschland – Wie stark ist der Nationalismus?

Von Prof. Claus Leggewie kuratierte Veranstaltungsreihe

Wie wollen wir leben? Die offene Gesellschaft: Claus Leggewie moderierte 3. Zukunftsrat – Mobilität und Verkehr

Europas Feinde – Claus Leggewie in der Tele-Akademie des SWR

Praxis Europa – pro-europäische Initiative stellte sich bei den Thementagen Erfindung Europa des Schauspiel Frankfurt vor

Amerika ist anders – Abschluss der Ringvorlesung des Präsidenten mit dem Vortrag Der Gebrauch der Bedrohung: Die amerikanische Literatur und das Problem der Sicherheit – von Johannes Völz 

 

Veranstaltungen, Events, Aktivitäten

Deutsch-nordamerikanische Begegnungen in Toronto

Buchpremiere: Der fliegende Teppich. Eine Diagnose der Moderne von Gert Scobel

Fortbildungen zum Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien von Dietmar Rösler in Bangkok 

Markus Roth stellt GeoBib-Projekt auf Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten-Bibliotheken in Bad Arolsen vor

Grenzen in den Lebenswegen von Frauen –  Ulrike Weckel moderierte Veranstaltung zum Internationalen Frauentag 2017

„Durchbruch für die Wissenschaft“: Henning Lobin zur Reform des Urheberrechts

JLU-Delegation unter Leitung von Dorothée de Nève in Taiwan

Henning Lobin mit Vorträgen und Postern auf der DHd2017 in Bern, der DGPuK-Fachgruppe Mediensprache – Mediendiskurse und der DGfS 2017

Materialgestütztes Schreiben – Vortrag von Katrin Lehnen auf der Bildungsmesse Didacta

Ruth Barnetts Buch Nationalität: Staatenlos. Die Geschichte der Selbstfindung eines Kindertransportkindes – Buchvorstellung und ZDF-Verfilmung der AHL-Publikation

Library Life – Buchvorstellung & Podiumsdiskussion mit Katrin Lehnen und Uwe Wirth

Henning Lobins Artikel über die Streichung der Bundesmittel zur Förderung von Geisteswissenschaften in den USA meistgelesener SciLogs-Beitrag aller Zeiten

Interdisziplinärer Forschungsverbund Antidemokratische Haltungen an der JLU nimmt Arbeit auf

Terroristische Gewalt und ihre Folgen in Frankreich – Debatte im Rahmen der Reihe Kontroversen an der JLU

Forschen in der digitalen Welt: Henning Lobin hält Festvortrag an der Uni Marburg

Gastvortrag von Dr. Kathrin Wenz über Zugänge zur Kommunikation in Weblogs

 

Personalia

Das ZMI gratuliert: Claus Leggewie erhält den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen 

Sigrid Ruby und Claus Leggewie neue Mitglieder des ZMI-Direktoriums

 

Publikationen

 

 

 


 

News

Podiumsdiskussion 100 Tage Trump

Ende April wird Donald J. Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika 100 Tage im Amt sein. Was ist die Bilanz dieser ersten Regierungszeit?

100 Tage Trump 

Das ZMI und die Kontroversen-Debatten des Instituts für Politikwissenschaft der JLU laden am 28. April 2017 um 18 Uhr zu einer Veranstaltung ein, um die innen- und außenpolitischen Weichenstellungen der neuen US-Administration zu diskutieren. Themen der Podiumsdiskussion und der anschließenden öffentlichen Debatte werden die Entwicklungen der US-amerikanischen Innenpolitik sowie die Beziehungen zu wichtigen internationalen Partnern wie Deutschland, der Europäischen Union und Japan sein. Nicht zuletzt wird es auch um die besondere Rolle der Medien im bewegten politischen Geschehen dieser ersten 100 Tage gehen.

An der Debatte beteiligen sich Prof. Verena Blechinger-Talcott (Japanologie, Freie Universität Berlin), Prof. Helmut Breitmeier (Politikwissenschaft, JLU), Prof. Claus Leggewie (ZMI/JLU), Prof. Dorothée de Nève (ZMI/Politikwissenschaft, JLU), Prof. Greta Olson (ZMI/Anglistik, JLU) und Andreas Schwarzkopf (Frankfurter Rundschau). Die Moderation übernimmt Prof. Simone Abendschön (Politikwissenschaft, JLU). 

Die Veranstaltung findet am 28. April 2017 um 18:00 Uhr s.t. in der Aula der Justus-Liebig-Universität in der Ludwigstraße 23 (Uni-Hauptgebäude), 35390 Gießen, statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

 

 

Literalität – interdisziplinär. LBM-Workshop an der JLU mit öffentlichem Vortrag von Katharina Nocun zu Fake-News & Bots

Neuigkeiten des Forschungsschwerpunkts Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft (LBM)

Dem Thema Literalität – interdisziplinär widmet sich der nächste Workshop des Forschungs-schwerpunkts Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft am 18. und 19. Mai im Hauptgebäude der Universität.

Vorgesehen sind für den internen Teil der Tagung u.a. Inputs von Prof. Ulrike Weckel (Sprecherin ZMI-Sektion 4 Medien und Geschichte), Prof. Dietmar Rösler (Sprecher ZMI-Sektion 3 Educational Linguistics) und Prof. Katrin Lehnen (Direktorin des ZMI), die thematisch an die erste interne Tagung des Forschungsschwerpunkts im November 2016 auf Schloss Rauischholzhausen anknüpfen. Außerdem wird Prof. Dorothée de Nève (Stellv. Direktorin des ZMI) von den, mitunter überraschenden, Ergebnissen ihres Projekts zu politischen Einstellungen und Haltungen von Politik-Studierenden der JLU (EMEL) berichten.

Katharina Nocun
Katharina Nocun (Foto: Miriam Juschkat)
Zusätzlich zu diesen internen Vorträgen hält am Abend des 18. Mai Katharina Nocun, Autorin, Bürgerrechtlerin und Netzaktivistin einen öffentlichen Vortrag zu Fake-News & Bots: Politik ohne Medienkompetenz, in dem sie die folgende Fragestellung adressiert: Im Weißen Haus werden „Alternative Fakten“ präsentiert. In Deutschland verbreiten Rechtsradikale auf ihren Facebook-Seiten Lügen über Geflüchtete. „Bots“ sollen in sozialen Netzwerken den Wahlkampf beeinflussen, so die Befürchtung. Die Bundesregierung will nun Facebook zum Hilfssheriff gegen Hass-Posts machen – doch ist uns damit wirklich geholfen? Oder machen wir damit den Bock endgültig zum Gärtner? Eine kritische Diskussion über Medienkompetenz in Zeiten von Online-Wahlkampf ist längst überfällig. Lasst sie uns anfangen! Der öffentliche Vortrag findet am 18. Mai 2017 um 18.00 Uhrim Margarete-Bieber-Saal, in der Ludwigstr. 34 in Gießen statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Katharina Nocun ist Autorin, Bürgerrechtlerin und Netzaktivistin. Edward Snowden bedankte sich persönlich für die von ihr geleitete Kampagne Asyl für Snowden. Sie ist Beirat im Whistleblower-Netzwerk e.V. und klagt gegen mehrere Überwachungsgesetze vor dem Bundesverfassungsgericht. Sie leitet derzeit die Kampagne der Volksinitiative gegen CETA in Schleswig-Holstein. Katharina Nocun wurde 2013 zur politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland gewählt. Sie war Mitglied der 16. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten im Jahr 2017.

 

 

 

Projekt Einstellungen-Medien-Engagement-Lehren (EMEL) abgeschlossen

EMELIm Herbst 2016 wurden vierhundert Lehramtsstudierende der JLU zu ihren politischen Einstellungen, ihrem Partizipationsverhalten und Medienkonsum sowie zum Selbstverständnis in Bezug auf die Rolle von LehrerInnen und Schulen befragt. Ziel der explorativen Studie war es, einerseits neue Ideen für weitere Forschungsprojekte zu generieren und andererseits die Qualitätssicherung in der Lehramtsausbildung durch fundierte empirische Kenntnisse zu fördern.

In dem Projekt wurde von der Annahme ausgegangen, dass neben den Fachkenntnissen und den didaktischen Fähigkeiten einer Lehrperson auch deren Einstellungen zum Unterrichtsgegenstand für die Qualität des Unterrichts von zentraler Bedeutung sind. Dies gilt sowohl für unbewusste Werte, als auch für persönliche Einstellungen und Emotionen sowie verbreitete Stereotype.

Die Analyse der Befragung hat gezeigt, dass viele Lehramtsstudierende ein geringes Wissen über grundlegende Fragen des politischen Systems Deutschlands haben. So konnte beispielsweise nur jede/r Vierte eine simple Frage zum Wahlsystem korrekt beantworten und nur rund die Hälfte der Befragten konnte den Namen des amtierenden Außenministers nennen. Das Partizipationsverhalten der Studierenden liegt in Bezug auf die Wahlbeteiligung unter dem deutschen Bevölkerungsdurchschnitt, in Bezug auf die Mitgliedschaft in Parteien indes ist der Anteil bei Lehramtsstudierenden überraschend hoch. Insgesamt zeigt sich jedoch – und dies ist wohl einer der überraschendsten Befunde der Studie – dass sich das Partizipationsverhalten von Frauen und Männern signifikant unterscheidet. Männer partizipieren politisch intensiver und vielfältiger. Frauen weisen nicht nur eine geringere Partizipationspraxis auf, sondern haben auch weniger Vertrauen in politische Institutionen und ihr Medienkonsum ist geringer. Außerdem ist auffällig, dass Frauen selbst simple Fragen oft ausweichend mit „weiß nicht“ beantworten. Die Ergebnisse der Studie legen außerdem nahe, dass aktuelle politische Diskurse über „Lügenpresse“ und „Genderwahn“ auch bei Studierenden eine gewisse Resonanz haben.

Negative Einstellungen zum politischen System, zu politischen Institutionen, Akteuren und Verfahren sind in Deutschland weit verbreitet. Gleichzeitig ist das Vertrauen in Institutionen und Personen der Politik gering. Angesichts der gesellschaftlichen Virulenz dieser Einstellungen ergeben sich für den Politikunterricht vor dem Hintergrund der oben genannten Annahme besonders schwierige Kontextbedingungen, dies gilt insbesondere, wenn auch Lehrpersonen selbst einen negativen und/oder zynischen Bezug zu dem eigenen Unterrichtsgegenstand, etwa zum politischen System, zu Parteien, PolitikerInnen und Medien haben.

Nach Abschluss des Projekts gilt es nun, die konkreten Implikationen für die politische Bildung und die Ausbildung von LehrerInnen kritisch zu reflektieren. Dies gilt insbesondere in Bezug auf den Medienkonsum und die Einstellungen zu Medien im politischen System einerseits und den Gender Gap andererseits.

Das Forschungsprojekt EMEL wurde geleitet von Prof. Dorothée de Nève (Stellv. Direktorin des ZMI).

 

 

 

Sabine Heymann – oder: das Gegenteil von Ruhestand

 

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Sabine Heymann
Wie verabschiedet man eine Person, die die Geschicke und die Geschichte des ZMI seit seiner Gründung maßgeblich mitgestaltet, begleitet, unterstützt und auch verändert hat? Und die als Geschäftsführerin so sehr für das ZMI steht, dass man – wollte man nicht zu flapsig werden – fast schon von einer Marke sprechen könnte? Dass Sabine Heymann im Dezember eine formale Altersgrenze erreicht hat und jetzt angeblich in den Ruhestand geht, sollte man im Zeitalter des Postfaktischen skeptisch als potentielle Fake-News betrachten. Ersteres vielleicht nicht – über das Alter wachen in öffentlichen Einrichtungen die Personalabteilungen; letzteres dann aber schon: Kaum etwas verbindet sich so wenig mit Sabine Heymann wie die Vorstellung von Ruhe und Stand. Insofern ist die Annahme, Sabine ginge in den Ruhestand und wir würden sie in einen solchen verabschieden, eine einigermaßen abstruse und befremdliche Idee. Es hindert uns trotzdem nicht daran, ihr hier – kurz und knapp, wie es sich für einen Newsletter gehört – unsere Wertschätzung und unseren Dank auszusprechen. Dafür gehen wir zuerst ein paar Schritte zurück: Sabine Heymann ist an Gründung und Aufbau des ZMI von Anfang an beteiligt gewesen. Als ausgebildete Germanistin und Romanistin mit unterschiedlichen Tätigkeiten als Kulturkorrespondentin in Rom für die Frankfurter Rundschau, Theater heute, Die Deutsche Bühne sowie verschiedene Radiosender, als Übersetzerin und Kulturberaterin und schließlich mit einer Stelle als Kuratorin in der Bonner Bundeskunsthalle holte sie der damalige JLU-Präsident Heinz Bauer 1996 als persönliche Referentin an die Universität. Präsident Stefan Hormuth machte sie später zur Medienreferentin der Universität und betraute sie ab 1998 mit Vorarbeiten für die Gründung eines „Medienzentrums“ an der JLU. Als dann 2001 das ZMI gegründet wurde, war Sabine Heymann an allen Etappen beteiligt.

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Beiratssitzung im ZMI mit Prof. Katrin Lehnen, Prof. Henning Lobin, Prof. Andreas Jucker, Sabine Heymann, Gert Scobel und Prof. Werner Holly (v.l.n.r.)
Die Arbeit, die Inhalte und das Profil des ZMI haben sich seither kontinuierlich weiter entwickelt und unter wechselnden DirektorInnen andere Schwerpunkte erfahren. Sabine Heymann hat diese Prozesse mit Engagement und Herzblut, mit Unermüdlichkeit und Charme, mit Klugheit und Wissensreichtum und mit viel Empathie begleitet – sowohl das operative Geschäft mit seinen ganzen Untiefen der alltäglichen Organisation wie auch die konzeptionelle Arbeit an neuen Themen, die von den Ideen und Erfahrungen vieler lebt und das ZMI prägen. Dabei hat sie viele StudentInnen und MitarbeiterInnen begleitet und für ihr späteres Arbeitsleben gecoacht, unterschiedliche Arbeitsteams geleitet und sehr vielen Menschen das Gefühl vermittelt, am ZMI sehr gut aufgehoben zu sein und vieles lernen zu können. Bis heute kommen viele ehemalige MitarbeiterInnen vorbei, sprechen mit Sabine Heymann, lassen sich beraten und treffen sich zum Erfahrungsaustausch – oder feiern einfach nur mit uns Weihnachten!

Man könnte vieles aus der Arbeit von Sabine Heymann herausheben. Ihre Geschäftsführung lebt neben der Erledigung vielfältiger administrativer Aufgaben vor allem durch ihr großes Interesse an den Inhalten und ihrem ständigen Unterwegssein bei kulturellen und gesellschaftspolitischen Events. Kein geschäftsführendes Direktorium am Mittwoch, an dem Sabine nicht mindestens zwei Zeitungsartikel und eine Erzählung von einer Ausstellung, einer Lesung oder einer Performance mitbringt.

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Kooperationsgespräche des ZMI mit der Leitung der Shanghai Theatre Academy 2012
Ihre hohe Affinität zum Theater, ihre Vernetzung im Kulturbetrieb hat dem ZMI viele Impulse und in der Folge tolle Gäste und PartnerInnen beschert. Das ist für ein Forschungszentrum, das v.a. von den freiwilligen Initiativen seiner Mitglieder lebt, ein besonderes Privileg. Sabine Heymann hat sich niemals nur auf die Aufgaben beschränkt, die mit der Geschäftsführung einhergehen. Sie hat viele Gelegenheiten genutzt, das ZMI beim Aufbau – oft schwieriger – internationaler Kooperationen zu unterstützen. Dabei lag ihr die kultur- und theaterwissenschaftlich ausgerichtete Zusammenarbeit mit der Shanghai Theatre Academy (STA) besonders am Herzen.

Wir gehen davon aus, dass dies kein wirklicher Abschied ist, aber vorerst müssen wir so tun als ob: Sabine, Danke und auf Wiedersehen!

Im Namen von Claus Leggewie, Henning Lobin, Dorothée de Nève,

Katrin Lehnen

 

 

 

Digitale Rekonstruktion der Barockschlösser Schlodien und Friedrichstein jetzt online

Die dreidimensionale Computervisualisierung von zwei fast vollständig zerstörten Barockschlössern im ehemaligen Ostpreußen, Schloss Schlodien (Gładysze in Polen) und Schloss Friedrichstein (Каменка in der Kaliningrader Oblast, Russland) kann nun online angeschaut werden. Entstanden sind die beiden virtuellen Rekonstruktionen im Projekt Virtuelle Rekonstruktionen in transnationalen Forschungsumgebungen. Das Portal: Schlösser und Parkanlagen im ehemaligen Ostpreußen (Kooperationsprojekt mit dem Herder Institut Marburg).

 

Schloss Schlodien – Eine virtuelle Rekonstruktion.

 

Schloss Friedrichstein – Eine virtuelle Rekonstruktion

Ein erheblicher Teil der architektonischen Denkmäler der ehemals deutschen Region Ostpreußen (heute Bestandteil der Kulturlandschaft Polens, der Russischen Föderation und Litauens) ist durch Kriegszerstörungen und Vernachlässigungen unwiederbringlich verloren. Dazu zählen auch die Schloss- und Parkanlagen Schlodien und Friedrichstein, die im 18. Jahrhundert entstanden sind. Im Rahmen des Projekts wurde ein Wissensportal am Beispiel der beiden Schlösser aufgebaut, das im Überschneidungsbereich von Architektur, Kunstgeschichte, Geschichte, Informatik und Wissenstransfer angelegt ist. Die Forschungsergebnisse sollen durch die Entwicklung eines interaktiven webbasierten „Virtuellen Museums“ der Forschung und der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite des ZMI und des Herder-Instituts.

 

 

 

Zeitgenössisches Theater in China – Vom ZMI geförderte Publikation erscheint im Mai

Theater in ChinaWer heute durch China reist, erlebt eine äußerst widersprüchliche Theaterlandschaft im Wandel. Seit sich chinesische Theatermacher im Kontext der ersten Modernisierungsphase Chinas vor gut 100 Jahren erstmals westliche Theaterformen angeeignet haben, hat das Theater zahlreiche Wandlungen durchlaufen. Bemerkenswert ist heute das Nebeneinander sehr unterschiedlicher theatraler Ausdrucksformen: die faszinierenden Formen des traditionellen chinesischen Musiktheaters (der bei uns so genannten „Peking-Oper“) existieren neben einer eigenständigen Sprechtheaterkultur, einem seit 1989 in ständigem Wachstum begriffenen kommerziellen Produktionssystem sowie einer dynamischen unabhängigen Szene, die beharrlich ihre Räume behauptet. Die Theaterszene ist auf das engste mit den gesellschaftlichen und politischen Verwerfungen der Geschichte Chinas seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verbunden: der Kolonialzeit, dem Ende der Kaiserzeit, den maoistischen Kampagnen, der wirtschaftlichen Öffnung nach 1976 und dem entfesselten Hochgeschwindigkeitskapitalismus unserer Zeit.

Das von Cao Kefei, Sabine Heymann und Christoph Lepschy herausgegebene Buch Zeitgenössisches Theater in China ist eine umfassende Bestandsaufnahme des Theaters im heutigen China. Profilierte TheaterkünstlerInnen und –wissenschaftlerInnen aus China und Deutschland formulieren ihre unterschiedlichen Perspektiven auf die chinesische Theaterlandschaft, schreiben über philosophische, gesellschaftliche und kulturelle Voraussetzungen, über das spezifische Verhältnis von Körper und Sprache, über Grenzpolitik und Grenzüberschreitungen, über Chancen und Schwierigkeiten transkultureller Begegnungen. Im Zentrum steht das breite Spektrum der jüngeren Erscheinungsformen des zeitgenössischen Sprech- und Tanztheaters sowie des Dokumentartheaters.

Gefördert wurde die Publikation durch das Goethe-Institut China, das ZMI und die Universität Mozarteum Salzburg. Das Buch erscheint im April im Alexander Verlag Berlin.

 

 

 

Info-Broschüre des ZMI in überarbeiteter 3. Auflage

ZMI Info-Broschüre CoverMit neuen Inhalten ist nach dem bewährten „Book-on-Demand“-Konzept die dritte Auflage der ZMI-Informationsbroschüre erschienen. Seit der Erstauflage im April 2014 hat sich im und um das ZMI herum viel getan, wie es bereits auf unseren Internetseiten und bei Facebook kontinuierlich verfolgt werden konnte. So wurde unter Mitwirkung von über 20 WissenschaftlerInnen der JLU der Forschungsschwerpunkt Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft ins Leben gerufen. Mit dem Wintersemester 2015 wurde am ZMI die Ludwig-Börne-Professur eingerichtet, die aktuell für eine Zeit von drei Jahren mit Senior-Professor Claus Leggewie besetzt ist. Das von der Volkswagen-Stiftung mit 236.000 Euro geförderte Projekt Eristische Literalität wurde erfolgreich abgeschlossen. So wie auch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und in Kooperation mit dem Gießener Institut für Soziologie durchgeführte Projekt migr@com: Grenzen überwinden – Nähe erzeugen: Digitales Miteinander in der Migrationsgesellschaft und dessen Teilprojekt Soziologie to go – Lernen mit dem Smartphone (Fördersumme: 67.000 Euro). Außerdem gab es wieder eine Vielzahl an Veranstaltungen mit innovativen Formaten, um Wissenschaft und Forschung öffentlich zu positionieren. Im Mai 2016 fand im ZMI ein Leitungswechsel statt: Prof. Katrin Lehnen löste Prof. Henning Lobin als Direktorin ab, Stellv. Direktorin wurde Prof. Dorothée de Nève.

Nähere Informationen zu diesen Themen sowie viele weitere Neuigkeiten hielten Einzug in die neue Informationsbroschüre, die sich das ZMI freut, hier zu präsentieren. Ein Blick in die Broschüre lohnt sich!

 

 

 

 

 

Termine

Veranstaltungsreihe Zwischen Hetze und Meinungsfreiheit

Zwischen Hetze und MeinungsfreiheitDer zunehmende Anstieg von Hasskommentaren, verbalisierter Menschenverachtung – anonym/nicht anonym, online/offline, öffentlich/privat – hat die Frage nach dem „Sagbaren“ in demokratischen Gesellschaften neu in eine öffentliche Debatte gebracht und stellt auch in der schulischen und universitären Lehre eine große Herausforderung dar. Die dreiteilige Veranstaltungsreihe mit Gastvorträgen und Debatten Zwischen Hetze und Meinungsfreiheit wird von Dr. Tina Olteanu (Vertretungsprofessorin am Institut für Politikwissenschaft) für die ZMI-Sektion 1 (Macht – Medium – Gesellschaft) im Sommersemester 2017 organisiert. Ziel ist es, das Spannungsverhältnis zwischen dem Recht auf Meinungsfreiheit und dessen Grenzen kritisch zu reflektieren.

9. Mai 2017: Rechtliche Grenze der Meinungsfreiheit: Hasskriminalität, Satire und Blasphemie

Die Auftaktveranstaltung ergründet den rechtlichen Rahmen der Meinungsfreiheit und den praktischen Umgang mit Hasskriminalität in Deutschland. Außerdem werden die praktischen Hindernisse, Hasskriminalität rechtlich zu bekämpfen, kritisch reflektiert. Dazu eingeladen sind PD Dr. Alexander Thiele (Institut für Allgemeine Staatslehre, Universität Göttingen) und ein/e MitarbeiterIin aus der Task-Force des Justizministeriums, Referat V B 2 BMJV. Moderation: Dr. Tina Olteanu (Institut für Politikwissenschaft der JLU).

28. Juni 2017: Coping with social media under a post-truth president

Präsident Donald J. Trump verbreitete am 17. Februar 2017 über Twitter, dass die liberalen Medien die „Feinde des amerikanischen Volkes“ seien. Das schwierige Verhältnis von Medien und Politik im US-amerikanischen Kontext nach der Wahl von Donald J. Trump wird von Dr. Sarah Kendzior, einer Aktivistin und freien Journalistin aus St. Louis (Missouri), thematisiert. Ihr Vortrag widmet sich u.a. Trumps Delegitimierungsstrategien der freien Presse. Außerdem wird die Referentin über ihre eigenen Erfahrungen und Reaktionen auf Hassbotschaften im Netz berichten. Das Gespräch wird Prof. Greta Olson (ZMI/Institut für Anglistik, JLU) führen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Dr. Sara Polak vom International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) statt.

4. Juli 2017: Die Grenze des Sagbaren in der Politik und Wissenschaft – Antifeminismus, Sexismus, Homophobie und Rassismus

Die Veranstaltung widmet sich der Polarisierung und Diskreditierung genderbezogener Themen in politischen und wissenschaftlichen Debatten. Diskutiert wird darüber, inwiefern sich antifeministische, sexistische, homophobe und rassistische Positionen ausbreiten und sich das Sagbare im Mainstream dadurch wandelt. Außerdem werden Potenziale neuer inklusiver feministischer Bewegungen – wie etwa Women’s March erläutert. Unter anderem nimmt Franziska Schutzbach, Genderforscherin an der Universität Basel, Netzaktivistin und Initiatorin des #SchweizerAufschrei als Referentin teil. Dr. Jutta Hergenhan (ZMI/Institut für Politikwissenschaft, JLU) wird die Moderation übernehmen.

Die Veranstaltungen finden jeweils um 18:00 Uhr c.t. in der Alten Universitätsbibliothek (AUB 1), Bismarckstr. 37, 35390 Gießen statt.

 

 

 

Die Liebe sucht eine Wohnung. Eine Komödie aus dem Warschauer Getto – Buchvorstellung und Lesung im Rathaus Gießen

JurandotIm März 2017 ist die Komödie Die Liebe sucht eine Wohnung. Eine Komödie aus dem Warschauer Getto von Jerzy Jurandot in der gemeinsamen Schriftenreihe der Arbeitsstelle Holocaustliteratur (AHL) und der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung zu Lich Studien und Dokumente zur Holocaust- und Lagerliteratur im Metropol Verlag erschienen.

Sie wurde im Januar 1942 im Femina-Theater im Warschauer Getto uraufgeführt. Jurandot, der literarische Leiter des Theaters, hatte dieses Stück auf Polnisch im Getto verfasst. Durch einen unglücklichen Zufall müssen sich zwei frisch verheiratete Paare ein Zimmer teilen. Es entspinnt sich vor dem immer wieder durchscheinenden Getto-Alltag eine Überkreuz-Beziehung zwischen den Ehepartnern. Jurandot führt in flotten Dialogen, satirischen Liedern und mit manchen Verwicklungen dem Publikum eine letztlich perspektivlose Liebe und Heiterkeit vor.

Nun ist das Stück erstmals auf Deutsch erschienen, hg. von Dr. Markus Roth (Sektion 4 Medien und Geschichte) und David Safier, ergänzt um einen Aufsatz von Andrea Löw über Liebe und Humor sowie von Markus Roth über Theater im Warschauer Getto und über die beteiligten Schauspielerinnen und Schauspieler. David Safier hat zudem ein Vorwort zu dem Band geschrieben.

Die Vorstellung des Buchs und Lesung mit David Safier (Drehbuchautor und Schriftsteller, u.a. Mieses Karma) ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der AHL und des Literarischen Zentrums Gießen (LZG), mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Gießen. Sie findet am 9. Mai 2017 um 19 Uhr im Hermann-Levi-Saal im Rathaus Gießen statt. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

 

 

 

Filmvorführung 1917 – der wahre Oktober, Diskussion und Workshop mit der Filmemacherin Katrin Rothe

Das ZMI und die Fachjournalisitik Geschichte laden in ihrer gemeinsamen Reihe Stimmen aus der Praxis am 18. Mai um 18:30 Uhr in das Kinocenter Gießen ein. Katrin Rothe wird ihren neunen Film 1917 – der wahre Oktober zeigen und anschließend für eine Diskussion zur Verfügung stehen. Am Nachmittag vor der Filmvorführung um 16 Uhr findet im Philosophikum I, Raum C 214, ein Workshop mit ihr über ihren früheren Film Betongold statt.

Trailer der wahre oktober 

Darüber hinaus werden am 4. Mai ab 18 Uhr im Kinocenter die beiden eigenen Filme der ersten Masterstudierenden der Fachjournalistik Geschichte Premiere haben. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

 

 

 

Vorträge des Forschungsverbundes Educational Linguistics

ELDer Forschungsverbund Educational Linguistics hält auch in diesem Semester wieder drei spannende Vorträge bereit, die zum Nachdenken und Diskutieren über sprachwissenschaftliche Fragestellungen einladen.

Am 23. Mai 2017 stellt Katrin Kleinschmidt (Universität Köln) die Frage Talk to teach? - Wie verändert sich die Lehrersprache von der Grundschule bis zur Oberstufe?.

Am 13. Juni 2017 beschäftigt sich Prof. Torben Schmidt (Leuphana Universität Lüneburg) mit Digitalem Fremdsprachenlernen und Spielen in seinem Vortrag Zwischen Zuckerguss und simulierten Welten – Digitales Fremdsprachenlernen in Zeiten von Gamification, Serious Games und Commercial Off-The-Shelf Games.

Den Abschluss bildet der Vortrag von Prof. Mathilde Hennig (JLU Gießen) am 27. Juni 2017, der sich mit dem Schreiben eines Wörterbuches auseinandersetzt: Wie schreibt man einen Duden? Das 'Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle' zwischen Präskription und Deskription.
Die Vorträge finden jeweils dienstags um 18 Uhr c.t. im Philosophikum I, Hörsaal A5 statt. Weitere Informationen sowie Abstracts zu den Vorträgen von Katrin Kleinschmidt und Prof. Mathilde Hennig finden Sie hier.

 

 

 

38. ICAME-Jahreskonferenz mit starker Beteiligung der Sektion 3

ICMAE38An der diesjährigen Konferenz des International Computer Archive of Modern and Medieval English (ICAME) werden aus der Giessener Anglistik sieben Wissenschaftler teilnehmen. Prof. Joybrato Mukherjee (Sektion 3 Educational Linguistics) wird auf der Konferenz seine Amtszeit als ICAME-Vorstandsvorsitzender beenden. Zudem richtet Dr. Tobias Bernaisch einen Workshop zum Thema Genderlectal differentiation in the Outer and Expanding Circles? Corpus-linguistic explorations aus. Außerdem an der Konferenz beteiligt sind Prof. Magnus Huber und Dr. Sandra Götz (beide Sektion 3), Dr. Christoph Wolk, Dilini Algama und Bridgit Fastrich.

Die Konferenz findet vom 24. bis 28 Mai in Prag statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

 

Präsentation Handbuch Komik von und mit Uwe Wirth und anschließende Lesung komischer Gedichte von und mit Christian Maintz

Im Metzler-Verlag ist kürzlich das von Prof. Uwe Wirth (Sprecher der Sektion 5 Kunst und Medien) herausgegebene Handbuch Komik erschienen. Das Interdisziplinäre Handbuch gibt auf 400 Seiten – mit Autorinnen und Autoren aus 10 verschiedenen Disziplinen – einen Überblick über die vielfältigen Formen und Themen des Komischen, erläutert methodische Zugänge und bietet so eine Bestandsaufnahme der aktuellen Komikforschung. Dabei werden zunächst Grundbegriffe des Komischen dargestellt. Neben der Komikforschung der verschiedenen Disziplinen – von der Anthropologie und Philosophie über die Hirnforschung, die Psychologie, die Sprach- und Literaturwissenschaft bis hin zur Soziologie – werden die historischen Erscheinungsformen des Komischen in Literatur und Theater über Presse, Malerei und Grafik bis zu Film, Fernsehen, Rundfunk und den neuen Medien beleuchtet.

Am 1. Juni ab 19:30 Uhr in der Ausstellungshalle 1a wird das Erscheinen des Handbuches mit einer Präsentation durch den Lektor Oliver Schütze (Metzler-Verlag) und den Herausgeber Prof. Uwe Wirth (Sprecher der Sektion 5 Kunst und Medien) gefeiert.

Im Anschluss an die Präsentation liest Christian Maintz (vielgelobter Autor komischer Gedichte und hochgeschätzter Beiträger des Handbuchs) aus seinen Werken. Anschließend lädt der Metzler-Verlag zu einem Umtrunk ein.

 

 

 

Dorothée de Nève, Jutta Hergenhan und Tina Olteanu mit Vorträgen auf der European Conference on Politics and Gender in Lausanne

Vom 8. bis 10. Juni 2017 findet in Lausanne zum fünften Mal die European Conference on Politics and Gender statt. Prof. Dorothée de Nève (Stellv. Direktorin des ZMI) wird gemeinsam mit Dr. Jutta Hergenhan (Sektion 1 Macht–Medium–Gesellschaft) einen Vortrag zu Teacher’s Attitude and Gender Habitus in the Classroom halten. Jutta Hergenhan wird auf der Konferenz darüber hinaus zu Gender Policies and Right-Wing Populism vortragen. Dr. Tina Olteanu (Sektion 1) wird in Lausanne gemeinsam mit Andrada Nimu (Bukarest) ein Panel zu The Polarization of LGBTIQ* issues in the Post-Socialist Region and Beyond? organisieren und zusammen mit Michael Hunklinger (Universität Wien) einen Vortrag zu Homonationalism in Austria and Germany halten.

ECPR

 

 

 

Gegenwartsliteratur und Internet: Vortrag von Ann-Marie Riesner (ZMI) beim IPP und GCSC-Symposium Literature and Institutions

Ann-Marie RiesnerDas IPP und das GCSC fragen in ihrem Symposium Literature and Institutions nach den vielfältigen Begegnungen und Einflussnahmen zwischen Literatur und den multiplen institutionellen Kontexten, die sie reflektiert, in denen sie entsteht und rezipiert wird.

Der erste Tag liefert mit einer Vielzahl hochkarätiger Vortragender einen diachronen Überblick über Literatur und Institutionen: Vom frühneuzeitlichen Hofdrama im Kontext des Buchdrucks über die Rolle von Literatur im Selbstverständnis von Staatlichkeit und Öffentlichkeit im 19. Jahrhundert bis zur Literatur als Sphäre der Kritik im 20. Jahrhundert und zu digitalen Regimen im 21. Jahrhundert werden vielfältige Themen beleuchtet. Am zweiten Tag werden NachwuchswissenschaftlerInnen in den zwei Panels Organizing Principles: Forms, Context, Canons und Literature and Media Change nach den Funktionsweisen von Institutionen, Kontexten und Kanons im Umkreis von Literatur sowie nach Medien als stark auf Literatur einwirkende Institutionen fragen. Im Panel Literature and Media Change präsentiert auch Ann-Marie Riesner (ZMI) Thesen zum Verhältnis der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zum Leitmedium Internet. Den Höhepunkt des Symposiums bilden die Interventionen durch den Stanford-Forscher Mark McGurl, der die Keynote Lecture Being and Time-Management: Fictions of Opportunity Cost in the Long Age of Amazon halten und am GCSC einen Workshop zum gleichen Thema geben wird.

Das Symposium findet am 20. Und 21. Juni 2017 im GCSC Gebäude statt. Zum Programm kommen Sie hier. Alle Vorträge sind in englischer Sprache und öffentlich, lediglich zur Teilnahme am Workshop ist eine vorherige Anmeldung nötig.

 

 

 

 

 

News der Ludwig Börne-Professur

Die autoritäre Welle im Westen: USA, Frankreich, Deutschland – Wie stark ist der Nationalismus? Von Prof. Claus Leggewie kuratierte Veranstaltungsreihe

Die Autoritäre WelleSeit dem Brexit, der Wahl Donald Trumps und den Drohungen aus Ankara, auch in Erwartung dramatischer Wahlentscheidungen in vielen EU-Ländern haben viele Menschen auch im Westen den Eindruck, von einer Welle des autoritären Nationalismus überrannt zu werden. Ist das so, woher kommt diese Tendenz, welche Gegentendenzen gibt es?

Mit dieser Frage wird sich im Sommersemester eine Veranstaltungsreihe des Präsidenten der JLU beschäftigen. Die Federführung der Reihe Die autoritäre Welle im Westen: USA, Frankreich, Deutschland. Wie stark ist der Nationalismus? liegt bei Ludwig-Börne-Professor Claus Leggewie. Die Vortragsreihe behandelt drei westliche Demokratien in ihrer Auseinandersetzung mit autoritären Tendenzen: Die Vereinigten Staaten in den ersten hundert Tagen der Trump-Administration, die massive Angriffe auf Presse, Opposition und Wissenschaft gebracht haben; Frankreich vor dem entscheidenden Wahlgang zur Präsidentschaft, die von Marine Le Pen angestrebt wird, und Deutschland, wo die AfD in zahlreichen Landtagen sitzt und bei der Bundestagswahl im Herbst ihren Durchbruch anstrebt.

All the President’s Media. Zur Konkurrenz von Politik und Journalismus unter Trump ist am 19. April 2017 der erste der drei Vorträge zum Thema, Referent ist Prof. Christoph Bieber (Universität Duisburg-Essen). Im folgenden Vortrag am 03.05.2017 spricht Prof. Claus Leggewie zu Frankreichs Uhren gehen wieder. Die ,leere Mitte‘ gegen Marine Le Pen. Am 31.05.2017  folgt ein Gespräch zwischen Dr. Justus Bender (Frankfurter Allgemeine), Claus Leggewie und Ali Can (JLU) zum Thema Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland.

Alle drei Veranstaltungen finden jeweils von 19:00 bis 21:00 in der Aula des JLU-Hauptgebäudes statt.

 

 

 

Wie wollen wir leben? Die offene Gesellschaft: Claus Leggewie moderierte 3. Zukunftsrat – Mobilität und Verkehr

Im Foyer des Stadttheaters fand am 12. März der dritte Gießener Zukunftsrat statt. Der Zukunftsrat gehört zur bundesweiten Diskussionsreihe Wie wollen wir leben – Die offene Gesellschaft und soll den Bürgerdialog fördern. In Gießen wird er durch Prof. Claus Leggewie (Inhaber der am ZMI angesiedelten Ludwig Börne-Professur der JLU) in Kooperation mit dem Stadttheater veranstaltet. Der dritte Gießener Zukunftsrat befasste sich mit dem wichtigen und zukunftsweisenden Themengebiet Verkehr und Mobilität. Moderiert wurde die Veranstaltung von Claus Leggewie und Behzad Borhani vom Stadttheater.

Dass dieses Thema den GießenerInnen offenbar unter den Nägeln brennt, merkte man deutlich an der großen Resonanz der Veranstaltung. Gekommen waren BürgerInnen aller Altersklassen, sowohl aus der Stadt wie auch aus dem angrenzenden Umland. Als Impulsgeber für die Diskussion fungierten Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, Dr. André Kavai (Geschäftsführer des RMV), Prof. Frank Lademann (Leitung Studiengang Bahningenieur THM), Luca Manns (Stellv. Stadtschulsprecher), Roland Meuschke (Bahnhofsmanager Gießen) und Prof. Hartmut Topp (Institut für Mobilität & Verkehr - imove TU Kaiserslautern).

Wie wollen wir leben 

© Stadttheater Gießen / Janina Röhrig

Zur Einleitung in den Abend formulierte Leggewie vier generelle Thesen zum Thema Mobilität: Erstens sei Mobilität ein Grundrecht, zweitens müsse sie nachhaltig ausgestaltet werden, drittens bestehe noch erheblicher Verbesserungsbedarf und viertens müssten alle VerkehrsteilnehmerInnen individuell Verantwortung für ihre Verkehrsnutzung übernehmen. Danach folgte ein kurzer Film, der einige wissenswerte Fakten zum Thema Mobilität in Gießen lieferte.

Resümierend hielten Claus Leggewie, Behzad Borhani und die Intendantin des Stadttheaters, Cathérine Miville fest, dass es erforderlich sei, das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken und zu verändern und politisch neue Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen und zukunftsträchtigen Verkehr zu schaffen.

Die Dokumentation der Veranstaltung erfolgte durch ein Graphic Recording von Janina Röhrig.

 

 

 

Europas Feinde – Claus Leggewie in der Tele-Akademie des SWR

Mit welchen internen und externen Problemen hat die Europäische Union zu kämpfen? Wie reagiert der Kontinent auf die aktuellen Herausforderungen? Wie kann die Zukunft Europas aussehen? Diesen Fragen stellen sich im Rahmen des Themenschwerpunktes Europa der Teleakademie des SWR namhafte Wissenschaftler verschiedener Disziplinen.

Europas Feinde 

Einer von ihnen ist Ludwig Börne-Professor Claus Leggewie, der in der Sendung Europas Feinde insbesondere auf die Fragilität der Europäischen Union eingeht. Diese führt er nicht allein auf die politische Zerstrittenheit der Mitgliedsstaaten, eine überbordende Demokratie und ökonomische Schwächen zurück. Er verweist auch auf internationale Gegenspieler wie die Russische Föderation und die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus, welche die Schwäche Europas als ihren Vorteil erkennen. Die Sendung wurde am 19. März auf ARD-Alpha ausgestrahlt. Zudem ist die 45-minütige Aufzeichnung in der ARD-Mediathek verfügbar.

 

 

 

Praxis Europa – pro-europäische Initiative stellte sich bei den Thementagen Erfindung Europa des Schauspiel Frankfurt vor

Erfindung EuropaUm die (Neu-)Erfindung Europas drehten sich am Wochenende vom 10. bis 12. Februar die Thementage des Schauspiels Frankfurt. In den letzten Jahren wurde die Frage, ob Europa neu erfunden werden müsste, von zahlreichen Aktivisten, Denkern, Politikern und Ökonomen formuliert und entschieden mit Ja beantwortet. Was sich aber im Ringen um Ideen um das zukünftige Europa zeigt: Es scheint die Praxis eines europäischen Miteinanders zu geben. Nicht von ungefähr heißt die neue pro-europäische Initiative von Ludwig-Börne-Professor Claus Leggewie und Roman Léandre Schmidt Praxis Europa. Am 11. Februar stellte sich das Netzwerk in Frankfurt/Main erstmals der Öffentlichkeit vor, um gemeinsam mit Dr. Mischa Gabowitsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Einstein-Forum in Potsdam und Felix Koch, Managing Director des Londoner Start-ups C Space sowie Interessierten über die Zukunft Europas zu diskutieren.

Auf ihrer Homepage stellt die Initiative dar, wer sie sind und was sie wollen: „Denn Europa ist ja längst da. Hier. Und auch dort. Wir alle machen es jeden Tag. Es prägt, ob bewusst oder nicht, unsere Biografien, beeinflusst längst, was wir für möglich und was für gerecht halten und mit wem wir uns vergleichen. Aber wir machen uns das nicht immer deutlich genug. An dieser Erkenntnis wollen wir mit Praxis Europa ansetzen, um unser Europadenken auf die Höhe der realen Europäisierung zu bringen und dadurch wiederzubeleben.“ (Praxis Europa)

Praxis Europa ist ein Zusammenschluss von Menschen aus den Wissenschaften, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, Verwaltungen und dem Kulturbetrieb, die gemeinsam über ein demokratisches, gerechtes und zukunftsfähiges Europa nachdenken und dessen drohenden Zerfall aufhalten wollen. Die Initiative ist kein politisches Aktionsbündnis, sondern versteht sich als Europa-Salon und Ideenschmiede.

Weitere Informationen zu Praxis Europa finden Sie hier.

 

 

 

Amerika ist anders – Abschluss der Ringvorlesung des Präsidenten mit dem Vortrag Der Gebrauch der Bedrohung: Die amerikanische Literatur und das Problem der Sicherheit – von Johannes Völz

Amerika ist andersWie lässt sich die Festlegung auf den Leitwert „Sicherheit“ im politischen Diskurs der USA in den letzten Jahren erklären? Gängige Theorien der Sicherheitsstudien erkennen in der Sicherheit den Schlüssel zu einer autoritären „Politik der Furcht“. Anhand von Lektüren kanonischer amerikanischer Romane schlug der Vortrag von Prof. Johannes Völz am 30. Januar in der Aula der JLU eine alternative Deutung vor: Sicherheit und Unsicherheit bilden die Matrix für Ermächtigungsnarrative, die in der kontingenten Ordnung der amerikanischen Demokratie eine besonders wichtige Funktion einnehmen.

Johannes Völz ist Heisenberg-Professor für Amerikanistik mit Schwerpunkt Demokratie und Ästhetik an der Goethe-Universität Frankfurt. Ein Interview mit Johannes Völz zu Donald Trump und Populismus in der Sendung Kulturzeit (3sat) vom 10. November 2016 finden Sie hier.

Die von Prof. Claus Leggewie koordinierte Ringvorlesung des Präsidenten der JLU hat sich im WS 2016/17 anlässlich der amerikanischen Präsidentschaftswahl mit zentralen Perspektiven auf die Vereinigen Staaten von Amerika befasst. Weitere Informationen zur Ringvorlesung finden Sie hier.

 

 

 

 

 

Veranstaltungen, Events, Aktivitäten

Deutsch-nordamerikanische Begegnungen in Toronto

Der DAAD veranstaltet im Zweijahresrhythmus Germanistiktagungen mit ausgewählten Partnerländern. In diesem Jahr fand sie vom 5. bis 8. April in Toronto statt: Germanistik im Dialog. Perspektiven deutscher Sprache und Kultur in der Wissenschaft: Kanada, USA, Deutschland. Eröffnet wurde sie vom Vizepräsidenten des DAAD und Präsidenten der JLU, Prof. Joybrato Mukherjee. Prof. Dietmar Rösler (Sprecher Sektion 3 Educational Linguistics) leitete zusammen mit Prof. Jörg Essleben von der Universität Ottawa die Sektion Fremdsprachenerwerb, in der nordamerikanische und deutsche Vertreter der Angewandten Linguistik unterschiedliche Aspekte des universitären Fremdsprachenlernens wie Medieneinsatz, Lehrwerkauswahl, Fachsprachenvermittlung usw. im Hinblick auf die Situation an nordamerikanischen Hochschulen diskutierten.

 

 

 

Buchpremiere: Der fliegende Teppich. Eine Diagnose der Moderne von Gert Scobel

Gert Scobel„Die Moderne macht schwindelig. Sie ist verwirrend, vielfältig, widersprüchlich und komplex. Vor allem zeigt sie, dass es keinen festen Boden unter den Füßen gibt.“ So schreibt ZMI-Beiratsmitglied Gert Scobel, in seinem neuen Buch Der fliegende Teppich und unternimmt nicht weniger als eine Diagnose unserer modernen Welt, ihrer Charakteristiken und Probleme. Eine ebenso überraschende wie augenöffnende Analyse. Anhand des Bildes eines fliegenden Teppichs veranschaulicht Scobel in klaren Worten die Lage. Seine Themen reichen dabei vom Begründungsproblem in den Wissenschaften über die Frage nach dem, was wirklich ist, vom Zustand unserer Gesellschaft bis hin zur Kraft der Imagination. „Denn alles hängt daran, fliegen und auf dem Teppich bleiben zu können.“ Im Frankfurter Literaturhaus hat Der fliegende Teppich am 3. April 2017 mit einer Lesung Premiere gefeiert. 

Gert Scobel ist einer der renommiertesten Wissenschaftsjournalisten und bekannt aus der Fernsehsendung scobel. Er studierte Philosophie und Theologie an der Jesuiten-Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main und an der University of California in Berkeley. Scobel verantwortete und moderierte zahlreiche Fernsehsendungen, unter anderem die 3sat-Sendung Kulturzeit und das Magazin delta, das vom Wissensmagazin scobel abgelöst wurde. Außerdem hatte er mehrfach Lehraufträge, u.a. an der University of San Francisco und ist seit 2016 Professor für Philosophie und Interdisziplinarität an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Weitere Informationen zur Lesung finden Sie hier.

 

 

 

Fortbildungen zum Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien von Dietmar Rösler in Bangkok

Rösler BangkokProf. Dietmar Rösler (Sprecher der Sektion 3 Educational Linguistics) hat im März zwei Fortbildungen zum Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien durchgeführt. Mit den Dozenten der Ramkhamhaeng Universität Bangkok wurde vom 21. bis 23. März in einem Workshop erarbeitet, mit welchen Materialien und Projekten der dort neu etablierte Master-Studiengang Deutsch als Fremdsprache die Themen Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien und Lehrmaterialanalyse angehen kann. Am 25. und 26. März lautete das Thema einer Fortbildung für Dozenten des Goethe-Instituts Bangkok Umgang mit digitalem und gedrucktem Lehrmaterial.

 

 

 

Markus Roth stellt GeoBib-Projekt auf Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten-Bibliotheken in Bad Arolsen vor

GeoBibAm 16. März 2017 hat Markus Roth (Sektion 4 Medien und Geschichte) auf Einladung des International Tracing Service auf der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten-Bibliotheken über die Entwicklungslinien der Holocaust- und Lagerliteratur der Jahre 1933 bis 1949 gesprochen. In diesem Zusammenhang hat er überdies die potentiellen Möglichkeiten des GeoBib-Projekts für Recherchen demonstriert und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert.

 

 

 

Grenzen in den Lebenswegen von Frauen –  Ulrike Weckel moderierte Veranstaltung zum Internationalen Frauentag 2017

FrauentagAnlässlich des jährlichen Internationalen Frauentags soll zukünftig eine kooperative Veranstaltung des Büros der Zentralen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und des Akademischen Auslandsamtes der JLU Gießen zum festen Bestandteil des universitären Veranstaltungskalenders werden. Der Auftakt in diesem Jahr wurde in Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen ausgerichtet.

Im Fokus der Veranstaltung am 8. März stand das Thema Grenzen in den Lebenswegen von Frauen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Ulrike Weckel (Sprecherin der Sektion 4 Medien und Geschichte). Das vielfältige Programm mit Vortrag, Film, Lesung und Gesprächsrunde fand in der Aula des Uni-Hauptgebäudes statt.

Im Blickpunkt standen Biographien von Frauen, deren Lebenswege von Einschränkungen durch Grenzen und deren Überwindung geprägt waren und sind. Es wurde beleuchtet, wie politische und institutionelle Grenzen in historischer und tagesaktueller Perspektive über Teilhabe und Ausschluss entschieden haben und noch immer entscheiden, sowie mit welchen individuellen Möglichkeiten der Lebensgestaltung damit umgegangen werden kann. Vor allem aber diskutierten die Teilnehmer anhand der exemplarischen Biographien, ob bzw. wie Grenzen in besonderer Weise die Leben von Frauen beeinträchtigt und herausgefordert haben – und inwiefern sie dies noch heute tun.

Detaillierte Informationen zu dem Programm können Sie dem Flyer entnehmen.

 

 

 

„Durchbruch für die Wissenschaft“: Henning Lobin zur Reform des Urheberrechts

LobinIn seinem Blog Die Engelbart-Galaxis. Digitale Welten jenseits der Schriftkultur berichtet Prof. Henning Lobin (Sektion 3 Educational Linguistics) über das kürzlich erschienene Gesetz zur Angleichung des Urheberrecht an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft. Beim ersten Lesen mag der Titel des Gesetzes nicht sehr aufschlussreich klingen. Henning Lobin erklärt aber sehr anschaulich, welche neuen Möglichkeiten sich aus dem Gesetz beispielsweise für die linguistische Forschung ergeben: Vor allem der neue Paragraph 60d erlaubt es, Online-Textkorpora zusammenzustellen und systematisch zu Forschungszwecken auszuwerten und auch in den resultierenden Publikationen zu vervielfältigen. Damit wird einer Problematik begegnet, mit der sich bisher vor allem Linguisten konfrontiert sahen, die Textkorpora aus Online-Foren, wissenschaftlichen Blogs und ähnlichen Formaten zusammenstellten. Bisher behinderten die Urheberrechte an solchen Textbeiträgen häufig die Forschung: Das Material war zwar im Netz frei zugänglich, durfte aber nicht vervielfältigt werden. Bei Zitaten oder Auswertungen von Online-Inhalten mussten sämtliche Autoren um Erlaubnis gebeten werden. Textkorpora mussten nach Ende von Forschungsprojekten außerdem wieder gelöscht werden.

Wie Lobin sehr begrüßt, dürfen Blog-Beiträge nun für Forschungszwecke gespeichert und genutzt und anderen WissenschaftlerInnen in aufbereiteter Form nach Anmeldung verfügbar gemacht werden. Gerade für Forschung, wie Lobin sie betreibt und im Umfeld des Projekts „Interactive Science“ auch am ZMI durchgeführt hat, ist die Arbeit mit Korpora aus wissenschaftlichen Blogs von höchster Wichtigkeit.

Lobin warnt davor, das neue Gesetz gemeinsam mit anderen neuen Gesetzen zu Urheberschaft und wissenschaftlicher Publikation rundheraus als Bedrohung der Freiheit des Publizierens zu erklären, wie bereits von Initiativen getan. Stattdessen sei mit dem neuen Gesetz die Auseinandersetzung mit der Thematik erst losgetreten, und damit die Urheberrechte endlich in eine Richtung angeglichen worden, die die Erforschung wissenschaftlicher Online Textkorpora ermöglicht.

 

 

 

JLU-Delegation unter Leitung von Dorothée de Nève in Taiwan

Unter der Leitung von Prof. Dorothée de Nève (Stellv. Direktorin des ZMI) waren Dr. Jutta Hergenhan (ZMI-Sektion 1 Macht–Medium–Gesellschaft), Prof. Eike Christian Hornig sowie Benedikt Philipp Kleer vom Institut für Politikwissenschaft Teil einer Delegation, die Ende Februar 2017 die Partneruniversität der JLU in Taiwan (National Dong Hwa Universität) ebenso wie die Europa-Zentren der National Taiwan Universität und der Tamkang Universität besucht hat. Thema der Vorträge und Diskussionen waren die Bundestagswahlen 2017 (de Nève), die Krise der traditionellen politischen Parteien (Hornig) sowie Geschlechterquotenregelungen in Europa (Hergenhan) und die demokratischen Entwicklungen in Mittelosteuropa (Kleer).

 

 

 

Henning Lobin mit Vorträgen und Postern auf der DHd2017 in Bern, der DGPuK-Fachgruppe Mediensprache – Mediendiskurse und der DGfS 2017

Der Arbeitsbereich Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik (ASCL) von Prof. Henning Lobin (Sektion 3) war im Februar auf zwei Tagungen vertreten: am 16. Februar auf der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) und am 17. Februar bei der DGPuK-Fachgruppe Mediensprache u. -diskurse.

DHd2017Die DHd2017 fand dieses Jahr in Bern statt und befasste sich mit dem Thema Digitale Nachhaltigkeit. Das Konzept digitaler Nachhaltigkeit sieht vor, dass digitale Wissensgüter auf eine langfristig zugängliche und ressourcenschonende Weise eingesetzt und weiterentwickelt werden: Software, Datenbanken und Artefakte von Kulturgütern (z.B. Editionen, Bilder, Karten) müssen so zugänglich gemacht werden, dass ihre dauerhafte Nutzbarkeit gewährleistet ist. Dies betrifft nicht nur die Daten selbst, sondern auch das Wissen um ihre Interpretation und Nutzung. Voraussetzung dafür ist deren transparente Informationsarchitektur sowie die lückenlose Nachvollziehbarkeit ihrer Entstehung und Weiterverarbeitung. Rechtliche, organisatorische, technische oder finanzielle Hindernisse dürfen die Nutzung, Veränderung und Weiterverbreitung digitaler Informationen nicht behindern. Denn je offener und partizipativer digitale Güter geschaffen, weiterentwickelt und konserviert werden, desto allgemeiner und nachhaltiger ist das darin gespeicherte Wissen für gegenwärtige und künftige Gesellschaften zugänglich.

Henning Lobin, Natali Karlova­Bourbonus und Holger Grumt Suárez (jeweils JLU) stellten auf der DHd2017 ihr Poster zum Thema Kompilation eines Diskursstruktur­annotierten deutschsprachigen Blogkorpus vor.

Die Fachgruppe Mediensprache – Mediendiskurse der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft e.V. (DGPuK) tagte vom 16. bis 18. Februar in Karlsruhe. Das zentrale Thema der Tagung lautete Sprache, Wissen, Medien – Mediendiskurse und Wissensdiskurse im digitalen Wande. Lobin steuerte zu dem Panel Wissenorganisation und Interaktion in digitalen Formaten einen Vortrag mit dem Titel Texttechnologische Annotation und Analyse von wissenschaftlichen Blogs bei.

Mit einem Beitrag zur diskursorientierten Strukturierung eines Blog-Korpus ist die Arbeitsgruppe von Henning Lobin darüber hinaus in der Computerlinguistik-Sektion auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) vertreten gewesen. Das dort präsentierte Poster Semi-automatische TEI Repräsentation der Diskursstruktur eines deutschsprachigen Blogkorpus informierte über das Vorgehen sowie die ersten Forschungszwischenergebnisse und die weiteren Ziele der Kompilierung und Annotation eines deutschsprachigen Blogkorpus.

 

 

 

Materialgestütztes Schreiben – Vortrag von Katrin Lehnen auf der Bildungsmesse Didacta

DidactaDas Schreiben von Texten wird maßgeblich davon bestimmt, dass wir unterschiedliche Quellen, Materialien und auch Medien nutzen. Meist ist der Rückgriff auf Quellen und die Verarbeitung von Informationen und Erkenntnissen aus anderen Medien nicht nur auf Texte, sondern auf vielfältige Materialien wie Grafiken, Statistiken oder Bilder gerichtet. Werbebriefe, Flyer, Audioguides, PowerPoint-Präsentationen, journalistische Reportagen: All dies sind Beispiele für Textsorten, die auf der Grundlage verschiedener Bezugsmaterialien verfasst werden und eine Schreibpraxis spiegeln, die charakteristisch für berufliche Kontexte ist. Diese Form der intertextuellen und intermedialen Textproduktion ist zwar einerseits prototypisch für das Schreiben in verschiedenen Domänen (Journalismus, Wissenschaft, etc.), andererseits ist sie für das schulische Schreiben im Deutschunterricht bisher nicht sehr verbreitet gewesen. Das hat sich mit Einführung des sog. Aufgabentyps Materialgestütztes Schreiben in die Bildungsstandards der Allg. Hochschulreife geändert. Das Schreiben zu unterschiedlichen Quellen und Materialien ist jetzt ein verbindliches Prüfungsformat für das Abitur im Fach Deutsch. Es stellt LehrerInnen vor neue schreib- und mediendidaktische Herausforderungen. Und auch die Forschung zum materialgestützten Schreiben, etwa die Frage, wie SchülerInnen konkret mit den neuen Aufgaben umgehen, steht noch am Anfang. Seit längerem beschäftigen sich Prof. Helmuth Feilke, Prof. Katrin Lehnen, Dr. Michael Steinmetz (alle JLU) und Prof. Sara Rezat (Universität Paderborn) mit dem Thema und haben dazu ein Buch mit konkreten Aufgabenvorschlägen verfasst (siehe Publikationen). Katrin Lehnen (Direktorin des ZMI) hat Ideen und Konzepte zur Entwicklung und Beurteilung materialgestützter Schreibaufgaben im Februar auf der Didacta in Stuttgart präsentiert. Die jährlich stattfindende Didacta ist die weltweit größte und Deutschlands wichtigste Bildungsmesse. Sie zeigt Entwicklungen, Trends und aktuelle Themen in unterschiedlichen Bildungsbereichen. In dem Vortrag, der auf der Messe im Forum Unterrichtspraxis angesiedelt war, ging es im Besonderen um die Chancen, die das materialgestützte Schreiben in Vorbereitung auf wissenschaftliche und berufliche Schreiben eröffnet.

 

 

 

Ruth Barnetts Buch Nationalität: Staatenlos. Die Geschichte der Selbstfindung eines Kindertransportkindes – Buchvorstellung und ZDF-Verfilmung der AHL-Publikation

Als Vierjährige gelangte Ruth Barnett 1939 mit ihrem Bruder in einem Kindertransport nach Großbritannien. Der jüdische Vater entkam nach Shanghai, während die nicht-jüdische Mutter in Deutschland blieb. Erst zehn Jahre später sah Barnett ihre Eltern wieder.

Unter dem Titel Person of No Nationality. A Story of Childhood Loss and Recovery erschienen Barnetts Erinnerungen an ihre Kindheit bereits 2009 in England. Anschaulich erzählt sie darin von ihrer schwierigen Existenz als heimat- und staatenloses Mädchen in der Fremde, von ihren Jahren in Heimen und Pflegefamilien.

Anfang Dezember 2016 ist das Buch erstmals in deutscher Übersetzung in der gemeinsamen Schriftenreihe der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur (AHL) Studien und Materialen zur Holocaust- und Lagerliteratur unter dem Titel Nationalität: Staatenlos. Die Geschichte der Selbstfindung eines Kindertransportkindes im Metropol-Verlag erschienen.

Am 13. Februar stellte Ruth Barnett in einer Gemeinschaftsveranstaltung des Vereins Criminalium e. V. und der AHL ihr Buch vor.

Am 23. Februar 2017 sprachen der Historiker Prof. em. Wolfgang Benz (Berlin) und Dr. Markus Roth (Sektion 4 Medien und Geschichte / AHL) im Literaturforum im Brecht-Haus in Berlin über die Lebenserinnerungen von Ruth Barnett.

Das ZDF zeigte am 30. Januar und 1. Februar 2017 den Zweiteiler Landgericht, der auf dem preisgekrönten gleichnamigen Roman von Ursula Krechel und den Erinnerungen Ruth Barnetts basiert. Im Anschluss an den zweiten Teil sendete das ZDF am 1. Februar zudem eine Dokumentation, in der die historische Geschichte der Familie geschildert wurde und in der u.a. Ruth Barnett über ihre Kindheitserlebnisse als Kindertransportkind berichtete.

Der Spiegel bespricht den Film ausführlich unter dem Titel „Schöne Tage in Havanna“ in der Ausgabe 4/2017.

Weitere Informationen zum Film sowie ein Interview mit Ruth Barnett finden Sie auf der Seite des ZDF.

 

 

 

Library Life – Buchvorstellung & Podiumsdiskussion
mit Katrin Lehnen und Uwe Wirth

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Uwe Wirth und Katrin Lehnen bei der Buchvorstellung von Library Life
Wie gehen KulturwissenschaftlerInnen vor, um von der ersten Idee zum fertigen Text zu gelangen? Welche Praktiken, welche Orte und Gegenstände, welche Diskurse und (Selbst-) Vorstellungen spielen dabei eine Rolle? Inspiriert von der Erforschung naturwissenschaftlicher Laboratorien geht der Band Library Life von 2015 diesen Fragen anhand von Interviews mit renommierten KulturwissenschaftlerInnen nach. Das interdisziplinäre Projekt ist im Rahmen der GCSC Research Area 8 (Cultures of Knowledge, Research and Education) entstanden. Vorgestellt wurde die als Open-Access-Publikation Verlag „meson press“ erschienene Kollektivmonographie von zwei der acht MitautorInnen (Laura Meneghello, Universität Siegen, und Christian Wilke, JLU) im Rahmen einer Podiumsdiskussion.

An der Podiumsdiskussion beteiligten sich zudem Prof. Katrin Lehnen, Direktorin des ZMI, die als Sprach- und Mediendidaktikerin unter anderem wissenschaftliche Schreibprozesse erforscht, modelliert und fördert, Birte Kohtz (JLU), Mitherausgeberin des Buches Geschichte als Passion (2011), das Gespräche mit angesehenen HistorikerInnen über deren Arbeitsweise versammelt, sowie Dr. Doris Bachmann-Medick (Senior Research Fellow am GCSC), die in ihrer viel beachteten Studie Cultural Turns (2006) Konzepte des kulturwissenschaftlichen Denkens reflektiert. Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Uwe Wirth, Sprecher der Sektion 5 (Kunst und Medien) des ZMI, der zuallererst den Anstoß für das Projekt Library Lifegab. Die öffentliche Veranstaltung fand am 8. Februar im Zeitschriftensaal der Universitätsbibliothek Gießen statt.

 

 

 

Henning Lobins Artikel über die Streichung der Bundesmittel zur Förderung von Geisteswissenschaften in den USA meistgelesener SciLogs-Beitrag aller Zeiten

 

Prof. Henning Lobins SciLogs-Beitrag zur Streichung der Bundesmittel zur Förderung von Geisteswissenschaften und zur Bewahrung des kulturellen Erbes durch die Trump-Regierung hat sich als einer der meistgelesenen SciLogs-Beiträge aller Zeiten erwiesen. Der Artikel war die erste Meldung dazu in deutschsprachigen Medien und erreichte innerhalb weniger Tage mehr als 100.000 Page Views.

Einen Tag vor dem Inauguration Day meldete die Washingtoner Zeitung The Hill, dass die Trump-Regierung dramatische Einschnitte im kulturellen Bereich plant. Sowohl der National Endowment for the Humanities (NEH), spezialisiert auf die Förderung von Wissenschaften, als auch der National Endowment for the Arts (NEA), spezialisiert auf die Förderung von Kunst und Literatur, sollen aufgelöst werden. Außerdem ist geplant, die 1967 gegründete Corporation for Public Broadcasting, den öffentlichen Rundfunk, der zuletzt in der Höhe des hessischen Rundfunks gefördert wurde, zu privatisieren.

Den Blogeintrag von Henning Lobin (ZMI-Sektion 3 Educational Linguistics) in der Engelbart Galaxis. Digitale Welten jenseits der Schriftkultur finden Sie hier. Im Blog werden Themen diskutiert, welche die Auswirkungen der Digitalisierung von Lesen und Schreiben auf das was einmal Schriftkultur gewesen ist aufgreifen und in der Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen weitergeführt werden.

 

 

 

Interdisziplinärer Forschungsverbund Antidemokratische Haltungen an der JLU nimmt Arbeit auf

Zum 1. Februar 2017 hat der interdisziplinäre Forschungsverbund Antidemokratische Haltungen unter der Leitung von Prof. Dorothée de Nève (Stellv. Direktorin des ZMI) seine Arbeit aufgenommen. Dr. Jutta Hergenhan (ZMI-Sektion 1 Macht–Medium–Gesellschaft) ist Koordinatorin des Forschungsverbundes. Die Homepage geht in Kürze online.

 

 

 

Terroristische Gewalt und ihre Folgen in Frankreich – Debatte im Rahmen der Reihe Kontroversen an der JLU

Am 1. Februar 2017 fand in der Reihe Kontroversen eine Debatte zu den Folgen terroristischer Gewalt an der JLU statt, unter anderem mit Inputs von Prof. Dorothée de Nève (Stellv. Direktorin des ZMI), Dr. Jutta Hergenhan und Johannes Diesing (jeweils Sektion 1 Macht – Medium – Gesellschaft).

 

 

 

Forschen in der digitalen Welt: Henning Lobin hält Festvortrag
an der Uni Marburg

Durch die fortschreitende Digitalisierung ist der Bedarf für eine Infrastruktur zur langfristigen Sicherung und Bereitstellung digitaler Forschungsdaten gestiegen. Die Philipps-Universität Marburg hat aus diesem Grund mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst eine zentrale Stabsstelle für Forschungsdatenmanagement eingerichtet und am 16. Januar feierlich eröffnet. Den Festvortrag hielt Prof. Henning Lobin, bis Mai 2016 Direktor des ZMI, wo er einschlägige Projekte wie Interactive Science, GeoBib und Virtuelle Rekonstruktionen in transnationalen Forschungsumgebungen leitete.

In seinem Vortrag Digitalität der Gesellschaft – Digitalität von Wissenschaft? Zur Perspektive und zum Status Quo von eScience vermittelte Lobin seine Thesen zur Digitalisierung in Gesellschaft und Wissenschaft: „Weite Bereiche der gesellschaftlichen Kommunikation sind bereits durch Digitalität geprägt, das heißt durch veränderliche Texte und vernetztes Wissen. Unsere heutige Wissenschaft ist aber auf der Basis von Literalität entstanden, also durch geordnetes, hierarchisches Wissen und Texte, die nach ihrem Druck lange Bestand haben.“ Diese Beobachtungen ließen ihn Forderungen an Wissenschaft und Forschung entwickeln: „Wissenschaft und Forschung müssen einen kompetenten Umgang mit Digitalität entwickeln. Dazu braucht es den digitalen Wandel an der Hochschule.“

„Forschungsdaten sind eine Ressource der Zukunft“, betonte auch Prof. Joachim Schachtner, Vizepräsident für Informations- und Qualitätsmanagement an der Philipps-Universität Marburg, in seiner Begrüßung. Ziel der Stabstelle ist es, am Standort Marburg digitale Forschungsdaten zu sichern, zu archivieren, zu veröffentlichen und auch für eine spätere Nutzung zugänglich zu machen.

 

 

 

Gastvortrag von Dr. Kathrin Wenz über
Zugänge zur Kommunikation in Weblogs

Das Internet ist eine Bühne! Soziale Netzwerke, Weblogs, Mikroblogs und Apps werden genutzt, um die eigene Person in der virtuellen Welt darzustellen und sich mit anderen Menschen auszutauschen. Am 18. Januar sprach Dr. Kathrin Wenz von der Universität Tübingen im Rahmen eines Gastvortrags im Institut für Romanistik über die Kommunikation in Weblogs. Der Vortrag versuchte, über linguistische Zugänge die Kommunikation und Selbstdarstellung in französischen Weblogs zu beschreiben. Es wurden Einblicke in die Sprachverwendung zur Identitätskonstruktion im virtuellen Raum gegeben, welche die aktuelle computervermittelte Kommunikation charakterisiert. Darüber hinaus wurden die verwendeten Textsorten und deren multimodale Umsetzung, die Herausbildung einer Gruppensprache und die schriftliche Gestaltung sozialer Kontakte analysiert. Orthographische Variationen und ein bewusst persönlicher Schreibstil, die unabhängig von Alter und Geschlecht der Autoren verwendet werden, charakterisieren die Texte. Darüber hinaus wurden mögliche zukünftige Entwicklungen für das Französische der Gegenwart aufgezeigt.

 

 

 

 

 

Personalia

Das ZMI gratuliert: Claus Leggewie erhält den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

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Foto: Land NRW / R. Sondermann
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat 26 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, die „sich in den unterschiedlichsten Bereichen engagieren, sich für andere Menschen und das Gemeinwohl einsetzen“. Im Rahmen einer Feierstunde am 18. Januar im Museum Kunstpalast in Düsseldorf wurden die Landesorden vergeben.

In ihrer Laudatio betonte Hannelore Kraft die Vordenker-Rolle Claus Leggewies: „Unbequem, aber verständlich, das könnte Ihr Motto sein. Denn Sie nutzen alle zur Verfügung stehenden Medien: Fachzeitschriften genauso wie Tageszeitungen, Radio, Fernsehen und öffentliche Veranstaltungen – und Sie nutzen sie so, dass Sie auch ‚rüberkommen‘. Wir brauchen Menschen wie Sie, die komplexe Gedanken verständlich darstellen können, wir brauchen Sie auch, um unsere Demokratie zu stärken, und wenn nötig zu verteidigen gegen die Vereinfacher und Polemisierer. Gegen die, die glauben, dass sie immer schon Bescheid wissen.“

Der Verdienstorden wurde aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen im März 1986 gestiftet. Er wird an Bürgerinnen und Bürger als Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit verliehen.

Das ZMI gratuliert Claus Leggewie herzlich zu dieser Ehrung!

Weitere Informationen und die Laudationes im Wortlaut finden Sie hier.

 

 

 

Sigrid Ruby und Claus Leggewie neue Mitglieder des
ZMI-Direktoriums

Prof. Sigrid Ruby hat seit Oktober 2016 an der JLU die Professur für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Neuere und Neueste Kunstgeschichte inne. Zuvor hatte sie seit 2014 die Professur für Kunstgeschichte an der Universität des Saarlandes inne. Nachdem sie von 1998 bis 2008 am Institut für Kunstgeschichte als wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. Assistentin gearbeitet hat, hatte sie Vertretungsprofessuren in München, Marburg, Saarbrücken und Wien. Mit ihrer Rückkehr an die JLU ist Sigrid Ruby fast zeitgleich auch als neues Mitglied des ZMI-Direktoriums bestellt worden. Sie gehört der Sektion 5 Kunst und Medien an. Wir begrüßen Frau Ruby im ZMI und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Prof. Claus Leggewie wurde vom Präsidenten der JLU zum Wintersemester 2015/16 als erster Amtsinhaber auf die jüngst etablierte Ludwig Börne-Professur der JLU berufen, die am ZMI angegliedert ist. Leggewie lehrte von 1989-2007 als Politikwissenschaftler an der JLU, wo er 2001 gemeinsam mit Prof. Henning Lobin das ZMI begründete. Von 2007 bis 2015 war Claus Leggewie an der JLU beurlaubt und wurde Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen sowie des Centre for Global Cooperation Research in Duisburg. Mit seiner Berufung als Ludwig Börne-Professor schied Leggewie als Beiratsmitglied des ZMI aus und wurde gleichzeitig als neues Mitglied des ZMI-Direktoriums bestellt. Wir freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

 

 

 

 

 

Publikationen

Helmuth Feilke, Katrin Lehnen, Sara Rezat und Michael Steinmetz haben im Schroedel-Verlag, Braunschweig, das Buch Materialgestütztes Schreiben lernen. Grundlagen – Aufgaben – Materialien. Sekundarstufen I und II herausgegeben.

Das Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer führt in die Idee materialgestützten Schreibens ein und verortet diesen neuartigen Aufgabentyp innerhalb der Kompetenzbereiche des Deutschunterrichts. Im Anschluss daran werden schreibdidaktische Aspekte sowie die Konstruktion und Bewertung materialgestützter Schreibaufgaben ausführlich dargestellt.

Den zweiten, umfangreicheren Teil des Handbuchs nehmen Aufgabenbeispiele für alle Klassen der Sekundarstufen I und II ein – mit detaillierten Hinweisen zum Unterrichtseinsatz sowie allen benötigten Materialien als Kopiervorlagen.

 

Von den über drei Millionen Wehrmachtssoldaten, die zwischen 1941 und 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft gerieten, starben mehr als eine Million. Heinrich Gerlach überlebte. Das Grauen von Stalingrad hatte er in einem Roman verarbeitet, seinen schier endlosen Weg durch sowjetische Arbeits- und Gefangenenlager beschreibt er in seinem autobiographischen Bericht Odyssee in Rot. Der Bericht Gerlachs über seine Irrfahrt ist nun von Carsten Gansel beim Galiani-Verlag, Berlin, herausgegeben worden.

In seinem materialreichen Nachwort liefert Herausgeber Carsten Gansel zu Gerlachs aufwühlendem Bericht Hintergrundmaterial aus russischen Archiven – etwa zu den Plänen, die die sowjetische Führung für die BDO-Mitglieder im Nachkriegsdeutschland hatte; Gansel skizziert die Versuche des Geheimdienstes, Heinrich Gerlach und andere Führungsmitglieder zu Agenten zu machen – und wertet erstmalig die Nachkriegstagebücher Gerlachs aus, die dieser von 1951 bis 1991 führte. So rekonstruiert er den Entstehungsprozess der Odyssee in Rot und erzählt anhand der Leitfigur Gerlach, wie die BDOler, die nach dem Krieg in den Westen gingen, keinesfalls als Widerstandshelden gefeiert wurden, sondern sich gegen die Brandmarkung als Kommunistenfreunde und Verräter wehren mussten.

Weitere Informationen und eine Leseprobe finden Sie auf der Website des Galiani-Velags.

Der Gießener Anzeiger berichtete im März über die neueste Publikation Carsten Gansels.

 

Im Januar 2017 erschien beim Verlag Palgrave Macmillan der Sammelband Gender and Family in European Economic Policy. Developments in the New Millennium, herausgegeben von Jutta Hergenhan (ZMI), Diana Auth (Hochschule Bielefeld) und Barbara Holland-Cunz (Institut für Politikwissenschaft der JLU). Jutta Hergenhan hat darin einen Beitrag zu „Successes and Failures of Electoral Gender Quotas in a Global Perspective“ veröffentlicht.

Aus der Verlagsankündigung: „This collection explores how pioneering gender equality policies have shaped women's economic presence in Europe since 2000. Equal pay policies, parental leave reforms, corporate quotas and electoral quotas have raised pressing questions about the effectiveness in promoting equal participation, as researchers quote both quantitative improvement in gender diversity and qualitative lag in cultural change. The chapters in this book present interlocking cross-national and cross-policy comparisons of the three most controversial reforms: equal pay, parental leave, and quotas for political representatives. The contributors address the cultural context in which reforms arose, internally contradictory policies, and the relative effectiveness of fast-track quotas and incentives compared to long-term efforts to change the overall culture of gender. This critical examination of the new millennium's groundbreaking gender policies will appeal to academics and practitioners interested in the progress of gender equality in the economic, political, and social welfare fields.”

 

Andreas Langenohl hat zusammen mit Kornelia Hahn bei Springer VS, Wiesbaden, das Buch Kritische Öffentlichkeiten – Öffentlichkeiten in der Kritik herausgegeben. Der Band plädiert für ein dynamisches Konzept von Öffentlichkeit. Dabei stellt sich die Frage, welchen wissenschaftlichen und politischen Orientierungswert eine normativ begründete Kategorie von ‚Öffentlichkeit‘ noch haben kann. Antworten darauf werden in den Beiträgen in einer Disziplinen übergreifenden Debatte unter Einbezug des gegenwärtigen Wandels von Kommunikations- und Medienpraktiken verhandelt.

Zu dem von Ernst Müller herausgegebenen Forum Interdisziplinäre Begriffsgeschichte 5 (2016), 1 hat Andreas Langenohl den auch online verfügbaren Artikel „Neoklassische Polychronie. Die Temporalitäten algebraischer Modelle bei Alfred Marshall“ beigetragen.

In dem von Peter Haslinger / Monika Wingender / Kamil Galiullin / Iskander Gilyazov im Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, herausgegebenen zweiten Band der Schriftenreihe des Gießener Zentrums Östliches Europa mit dem Titel Mehrsprachigkeit und Multikulturalität in politischen Umbruchphasen im östlichen Europa hat Langenohl den Beitrag „Gastfreundschaft, Sprache und Verständigung in europäischen Städtepartnerschaften“ veröffentlicht. Der Band präsentiert die Beiträge der Auftaktkonferenz des Thematischen Netzwerks Kulturelle Kontakt- und Konfliktzonen im östlichen Europa, das vom Gießener Zentrum Östliches Europa (JLU) in Kooperation mit dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung Marburg koordiniert wird. Partner in diesem Netzwerk sind Universitäten in Kasan, Kiew, Lodz, Minsk, Cluj und Almaty.

Im Journal of Borderlands Studies2016 hat Andreas Langenohl den Beitrag „The merits of reciprocity: Small-town twinning in the wake of World War II“ veröffentlicht.

 

Claus Leggewie hat gemeinsam mit Erik Meyer im Springer Verlag, Berlin, die Publikation Global Pop: Das Buch zur Weltmusik herausgegeben. Diese Publikation umfasst 44 Beiträge von 32 AutorInnen und dient als interdisziplinäres Kompendium zur gesamten Bandbreite des Themenbereichs „Weltmusik“. Analysiert werden historische und aktuelle Entwicklungen unter Einbeziehung (pop-)kultureller Globalisierungs- und Digitalisierungsphänomene und kulturwissenschaftlicher, sowie marktwirtschaftlicher Perspektiven darauf. Mit dieser interdisziplinären Mischung wurden die Herausgeber ihrem Anspruch gerecht, eine im deutschsprachigen Raum einmalige und neuartige Publikation zu konzipieren. Dabei wurde der Obertitel Global Pop bewusst gewählt, um so die globale Betrachtung der Thematik in den Fokus zu rücken und zugleich die gegenseitige Beeinflussung von lokalen und globalen musikalischen Strömungen und der Digitalisierung von Musik hervorzuheben.

Ein Interview von Claus Leggwie zu dieser Publikation finden Sie hier.

 

Unter dem Titel „Kein Deutscher bietet Hilfe an“ ist in der aktuellen Ausgabe von Zeit Geschichte am 14. Februar 2017 ein Artikel von Markus Roth (Arbeitsstelle Holocaustliteratur) erschienen.

Er beschreibt darin, auch anhand zahlreicher Zeugnisse von Zeitzeugen, wie schon ab 1933 und damit lange vor den Novemberpogromen 1938 die Juden systematisch isoliert, verfolgt und entrechtet wurden. „Ob Nachbarn, Patienten und Kunden sich aus Angst vor Nachteilen, aus Opportunismus oder Überzeugung distanzierten? das Ergebnis war das gleiche: Die Juden wurden isoliert. Die Überzeugung, dass sie fremd seien und anders, sickerte in weite Schichten der Gesellschaft ein“, so fasst Roth an einer Stelle zusammen.

Im Januar ist ein englischsprachiger Aufsatz von Markus Roth erschienen, in der er die Ermordung der Juden in der nordostpolnischen Stadt Ostrow-Mazowiecka im November 1939 schildert und in den Kontext der Entwicklung zum systematischen Massenmord an den Juden einordnet. „The Murder of the Jews of Ostrow Mazowiecka in November 1939.“ In: Zalc, Claire u. Tal Bruttmann (Hg.): Microhistories of the Holocaust. New York 2017. S. 227-241.

 

Wolfgang Sander hat in der von Markus Gloe und Tonio Oeftering im Nomos Verlag, Baden-Baden, herausgegebenen Publikation Perspektiven auf Politikunterricht heute. Vom sozialwissenschaftlichen Sachunterricht bis zur Politiklehrerausbildung den Beitrag „Von der Medienkompetenz zur Medienkritik? Plädoyer für eine Neuorientierung im Umgang mit digitalen Medien in der politischen Bildung“ veröffentlicht. Die Publikation ist der 3. Band in der Reihe Votum. Beiträge zur politischen Bildung und Politikwissenschaft.

Weitere Informationen und eine Lesevorschau finden Sie auf der Website des Nomos Verlag.