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Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zu den Modulen der Professur für Ernährungssoziologie und zum Prozess der Abschlussarbeiten. Bitte schreiben Sie sich über stud.IP zu den Modulen ein ein um spezifische Informationen zu erhalten. Informationen zu Abschlussarbeiten finden Sie weiter unten auf dieser Seite. Derzeit bietet die Professur für Ernährungssoziologie die folgenden Module an:

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu:

 


Module der Professur für Ernährungssoziologie

Die folgenden Module geben einen Einblick in zentrale Themen der Ernährungssoziologie und verbinden theoretische Perspektiven mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen.

Ernährungssysteme (BK 079 - Wintersemester)

Vom Feld bis auf den Teller – Ernährung ist eingebettet in komplexe Systeme mit vielfältigen Akteur:innen, Abhängigkeiten und Wirkungen. Im Modul Ernährungssysteme setzen sich Studierende mit den zentralen Bausteinen solcher Systeme auseinander: von Haushalten über Märkte bis hin zu politischen und technologischen Rahmenbedingungen.

Das Modul beleuchtet historische Entwicklungen ebenso wie aktuelle Herausforderungen – etwa im Hinblick auf Gesundheit, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit. Studierende lernen, wie globale und lokale Ernährungssysteme funktionieren, welche Faktoren sie beeinflussen und wie sich diese bewerten lassen. Auch die Rolle der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) in der Gestaltung zukunftsfähiger Ernährungssysteme wird kritisch diskutiert.

Ernährungssoziologie (BK 080 - Sommersemester)

Wie, was und warum wir essen, ist mehr als bloß Geschmackssache – es ist tief verwoben mit sozialen, kulturellen und politischen Strukturen. Das Modul Ernährungssoziologie vermittelt grundlegende sozialwissenschaftliche Konzepte und Theorien, um Ernährung als gesellschaftliches Phänomen zu verstehen.

Studierende lernen, verschiedene soziologische Perspektiven – etwa aus der Konsum-, Kultur- oder Körpersoziologie – miteinander zu vergleichen und auf Alltagssituationen sowie konkrete Fragestellungen der Verbraucherforschung anzuwenden. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Welche sozialen Routinen und Werte prägen unser Essverhalten? Wie beeinflussen politische und ökonomische Rahmenbedingungen unsere Ernährung? Und was sagt unser Umgang mit Nahrung über uns als Gesellschaft aus?

Soziologie des Essens (MP 198 - Wintersemester)

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme – es ist Ausdruck von Identität, sozialem Wandel und kulturellen Werten. Das Modul Soziologie des Essens beleuchtet Ernährung als gesellschaftlich geprägtes Phänomen und beschäftigt sich mit der Frage, wie unser Essverhalten durch soziale Strukturen, Rituale und politische Diskurse beeinflusst wird.

Studierende lernen, Ernährung aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen Blickwinkeln zu analysieren – etwa im Hinblick auf Moral und Ethik, Gruppenzugehörigkeit oder die Rolle von Institutionen. Im Fokus stehen nicht einzelne Esskulturen, sondern die vielfältigen Bedeutungen, die Essen in unterschiedlichen Kontexten annimmt: als Teil von Alltagspraktiken, Symbol sozialer Zugehörigkeit oder Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse.

 Politische Ökologie (MK 110 - Sommersemester)

Wie formen Machtverhältnisse unseren Umgang mit natürlichen Ressourcen? Und welche politischen, ökonomischen und moralischen Aushandlungen stehen hinter scheinbar alltäglichen Dingen wie Landwirtschaft, Ernährung oder Umweltschutz? Das Modul Politische Ökologie beleuchtet diese Fragen kritisch und interdisziplinär.

Im Zentrum steht die Analyse von Konflikten und Dynamiken rund um Ressourcen, Umwelt und Gesellschaft – von globalen Machtverhältnissen bis hin zu lokalen Praktiken. Studierende lernen, politische und moralische Bedeutungen ökologischer Themen zu erkennen, Akteursstrategien zu reflektieren und aktuelle Debatten – etwa zu Nachhaltigkeit, Governance, Ernährungssicherheit oder Umweltgerechtigkeit – differenziert zu analysieren.

Dabei wird Ernährung als ein Beispiel unter vielen behandelt, um politische Ökologie im Alltag greifbar zu machen: etwa in der Auseinandersetzung mit Ernährungssystemen, Nahrungsmittelpolitik oder sozialen Bewegungen wie der Food Sovereignty-Bewegung. Der Fokus liegt jedoch auf den größeren Fragen nach Macht, Ressourcenverteilung und ökologischer Verantwortung in einer globalisierten Welt.

In dem Modul erstellen Studierende einen Podcast in dem ein theoretische Konzept der Politischen Ökologie genutzt wird um ein empirisches Phänomen zu analysieren. Hier sind einige Beispiele aus dem Sommersemester 2025:

  • The Decrease of Insect Pollinators Through a Political Ecology Lense

  • With trees or against trees? Politics of Agroforestry

  • Kropotkast: Seasonal Migrant Labour in German Agriculture

 

 

Körpersoziologie

Das Modul beschäftigt sich mit der Frage, wie Körper sozial geprägt werden und welche Rolle sie für Identität, soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Normen spielen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Geschlecht, Klasse, Ethnizität, Sexualität sowie die Bedeutung von Ernährung für Körperbild, Gesundheit und soziale Praktiken. Studierende lernen, körperbezogene Fragen aus soziologischer Perspektive zu analysieren und die Wechselwirkungen von Körper, Ernährung und Gesellschaft kritisch zu reflektieren.

 


 

 Abschlussarbeiten an der Professur für Ernährungssoziologie

Abschlussarbeiten werden an der Professur in einem klar strukturierten Verfahren betreut. Dabei unterscheiden wir zwischen Bachelor- und Masterarbeiten:

  • Bachelorarbeiten sind an ein Semester gebunden und werden im Rahmen eines Kolloquiums in kleinen Gruppen betreut.
  • Masterarbeiten werden individuell betreut und sind nicht an ein Kolloquium gekoppelt.

 

Bachelorarbeiten an der Professur für Ernährungssoziologie

Die Betreuung von Bachelorarbeiten an der Professur für Ernährungssoziologie erfolgt semesterweise im Rahmen eines verbindlichen Kolloquiums. Eine Betreuung außerhalb dieses Rahmens ist nicht möglich.

Phase 1: Orientierung und Interessensbekundung

Voraussetzung ist der erfolgreiche Besuch mindestens eines Moduls der Professur (siehe oben). Wenn Sie an einer Betreuung interessiert sind, senden Sie bitte eine E-Mail an ernaehrungssoziologie mit folgenden Angaben:

  • Angabe des belegten Moduls
  • einem kurzen Hinweis auf das empirische Phänomen, das Sie interessiert
  • einer ersten Idee zum theoretischen Zugang

Sie erhalten anschließend eine Einladung zur Informationsveranstaltung für das entsprechende Semester. Für das Sommersemester findet die Informationsveranstaltung Ende Januar statt und für das Wintersemester Anfang Juli. Diese Kontaktaufnahme stellt noch keine Betreuungszusage dar.

Phase 2: Themenfindung und Kurzskizze 

Nach der Informationsveranstaltung erstellen Sie eine schriftliche Kurzskizze (ca. 1–2 Seiten), die folgende Punkte in vollständigen Sätzen enthält:

  1. Empirisches Phänomen
    Welches konkrete soziale Phänomen möchten Sie untersuchen? In welchem Kontext tritt es auf? Warum ist es gesellschaftlich relevant?
  2. Ziel der Untersuchung und Forschungsfrage
    Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit herausfinden? Welche vorläufige Forschungsfrage ergibt sich daraus?
  3. Theoretischer oder konzeptioneller Zugang
    Mit welchem Ansatz oder welchen zentralen Begriffen möchten Sie arbeiten? Warum erscheint dieser Zugang geeignet, das gewählte Phänomen zu analysieren?
  4. Empirisches Vorgehen
    Welche Art von Daten möchten Sie erheben oder analysieren (z. B. Interviews, Dokumente, Beobachtungen)?

Auf Grundlage dieser Skizze entscheiden wir über die Betreuungszusage für das betreffende Semester. Mit dieser Zusage ist die Teilnahme am Kolloquium verbindlich und wird die Arbeit beim Prüfungsamt angemeldet. Zur Unterstützung der Themenfindung und zur methodischen Orientierung empfehlen wir das Buch "Lesen, Schreiben, Denken - in 7 Schritten zur Abschlussarbeit". 

Phase 3: Planung und Konkretisierung im Exposé

Im nächsten Schritt erarbeiten Sie ein Exposé (ca. 2–3 Seiten). Das Exposé dient der systematischen Strukturierung des Projekts und wird im persönlichen Gespräch diskutiert. Vereinbaren Sie dazu einen Termin mit der Betreuungsperson über stud.IP. Es sollte folgende Elemente enthalten:

  1. Einleitung: Darstellung des empirischen Phänomens, gesellschaftliche Relevanz, Zielsetzung und präzisierte Forschungsfrage.
  2. Konzeptioneller / theoretischer Zugang: Erläuterung der zentralen Begriffe oder Ansätze, mit denen das Phänomen analysiert wird.
  3. Empirisches Vorgehen: Datentyp, Erhebungsstrategie, Zugang zum Feld bzw. Material, geplantes Auswertungsverfahren.
  4. Zeitplan: Realistische Planung der einzelnen Arbeitsschritte.
  5. Vorläufige Literaturbasis

Das Exposé dient bei Bachelorarbeiten primär der konzeptionellen Klärung innerhalb des laufenden Betreuungsprozesses. Das Exposé wird nach dem individuellen Gespräch in aller Regel nochmals überarbeitet. Termine zu einem individuellen Gespräch können über die Profilseite der Betreungsperson auf stud.IP vereinbart werden. 

Schritt 4: Durchführung (schriftlicher Teil der Thesis)

Die Bearbeitungszeit beträgt sechs Monate. Die Bachelorarbeit umfasst ca. 40 Seiten (Arbeitsaufwand ca. 360 Stunden). Die Teilnahme am Kolloquium dient der kontinuierlichen Reflexion von Fragestellung, Theorie und empirischem Vorgehen.

Schritt 5: Abschluss (mündlicher Teil der Thesis)

Nach erfolgreicher Bewertung des schriftlichen Teils präsentieren Sie Ihre Ergebnisse im Kolloquium.

 

Themen vergangener Bachelorarbeiten

2026

  • M. Theiss: Der Einfluss politischer Entscheidungen auf nachhaltige Ernährungssysteme und -weisen oder warum Essen immer auch politisch ist.
  • A. Frankenfeld: Clean Eating auf Instagram: Repräsentation von Weiblichkeit
  • A. Kapello: Ernährungstrends auf Social Media
  • K. Müller: Reproduktion hegemonialer Männlichkeit im Online-Diskurs über Fleischkonsum
  • V. Puertas Aragon: Die Rolle von Ernährung im Migrationskontext als Mittel der Bewahrung kultureller Identität

2025

  • V. Ohnhäuser: Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der sozialen Interaktion zweiter Tischgemeinschaften
  • K. Hügelschäfer: Ernährungsherausforderungen unter armutsgefährdeten Studierenden
  • A. Beck: Einfluss der Ernährungssozialisation auf Kommensalität
  • J. Küster: Moralisierung des Veganismus
  • A. Buschhoff: Gemeinsame Mahlzeiten in Unternehmen
  • M. Group: Der Instagram Food Trend "Clean Eating" und die Auswirkungen auf das Ernährungsverhalten
  • D. Schäfer: Ernährungstrends in den sozialen Medien - Die Rohgang und Gottes Nahrung
  • S. Schäffler: Ernährung im Home Office - Veränderungen des Essverhaltens durch flexible Arbeitsmodelle
  • A. von Plettenberg: Typisch deutsche Küche oder multikulturelle Ernährung? Eine Analyse des Einflusses der Globalisierung auf die deutsche Esskultur. 
  • S. Zora: Essbare Insekten als Nahrungsmittel - Analyse der sozialen und kulturellen Akzeptanz
  • S. Wagner: Auswirkungen von Schichtarbeit auf das Ernährungsverhalten von Flugbegleiter*innen
  • T. Katzmann: Hochverarbeitete Lebensmittel: Eine Analyse sozioökonomischer Einflussfaktoren und gesundheitlicher Risiken
  • R. Surmann: Queerer Veganismus im digitalen Raum: Eine Analyse aktueller Beiträge auf Reddit

2024

  • J. Saleh: Eine vergleichende Analyse des muslimischen Ramadan-Fastens und des
    christlichen Fastens während der Passionszeit
  • F. Jankowski: Intervallfasten im Fokus: Eine Analyse der Darstellung in Online-Medien und Ernährungsratgebern
  • M. Heckwolf: Urban Gardening - Eine Analyse urbaner Gartenprojekte im Raum Gießen
  • V. Costilla: Identität und Lebensmittelkonsum - die Rolle sozialer Zugehörigkeit bei der Auswahl veganer Produkte
  • J. Fritzsche: Wie erreichen Influencer Authentizität in ihren Werbestorys?
  • J. Langer: Insekten als Nahrungsmittel - Die Akzeptanz und ihre sozialen und kulturellen Einflussfaktoren in Deutschland
  • V. Henkel: Ernährungstransformation in Ostdeutschland: Eine biografische Analyse individueller Essgewohnheiten um 1989/1990
  • E. Scherer: Ernährung und Körper im Kontext nicht-binärer Geschlechtsidentitäten
  • A. Benz: Der Einfluss der Eltern auf die Ernährungssozialisation ihrer Kinder
  • I. Hirschberger: Nutri-Score – Eine kritische Betrachtung Eine qualitative Dokumentenanalyse der Berichterstattungen über den Nutri-
    Score in der Süddeutschen Zeitung
  • M. Hammer: Eigene Ernährungsgewohnheiten überdenken - eine Analyse von Reaktionen auf die neuen Ernährungsempfehlungen der dge
  • L. Dinu: (Medien-)Frames und politische Positionen: Eine Untersuchung der Reaktionen von Verbänden auf die neuen dge-Empfehlungen
  • S. Kraft: Die Rolle des Genusses in der Ernährung und seine Auswirkungen auf den Body-Mass-Index
  • F. Neyer: Die Body-Positivity-Bewegung und das Stigma von Personen mit Übergewicht

2023

  • J. v. Hippel: Was ist ein guter Wein? Eine bewertungssoziologische Analyse.
  • F. Eisele: Nachhaltige Entwicklung der Gemeinschaftsverpflegung - das Beispiel eines deutschen Ernährungsrates
  • P. Turjanskaja: Ukrainische Tischgemeinschaften nach Beginn des Ukrainekrieges 2022
  • A. Fürst: Darstellung von Veganismus auf Instagram in Deutschland
  • R. Christoph: Von gutem und schlechtem Essen - Eine Analyse moralischer Aspekte schulischer Ernährungsbildung 
  • L. Brockmann: Doing Gender und Ernährung - Wie Fleischkonsum zur sozialen Inszenierung von Geschlechtergrenzen beiträgt
  • A. Fürst: Darstellung von Veganismus auf Instagram in Deutschland
  • F. Solbach: Kaffee als Statussymbol - eine qualitative Analyse unserer heutigen Kaffeekultur
  • S. Shali: Von Perfektion zur Vielfalt: Untersuchung der Entwicklung weiblicher Körperideale auf Instagram
  • N. Charlé: Urban Gardening: Alternative Food Network (AFN) oder Landwirtschaft der Zukunft?
  • M. Becker: Lebensmittelmarketing - eine alltagsmoralische Analyse von TV Werbespots
  • H. Walter: Saisongärten des Gießener Ernährungsrates - ein Alternative Food Network
  • J. Balli: Moralisierung von Essen durch Veganismus
  • P. Zimmermann: Moralisierung von traditionellem Weihnachtsessen auf Instagramm
  • C. Üstündag: Der Einfluss der Inflation auf das Ernähungsverhalten

 2022

  • S. Lenz: Die gehobene Küche als geschmackliches Differenzierungsmerkmal der Gesellschaft
  • A. Murid: Welche biographischen Aspekte beeinflussen das Essverhalten junger Erwachsener maßgeblich?
  • M. Fröhlich: Umweltbildung durch Schulgärten examplarisch am Ernährungsrat Frankfurt
  • M. Mausbach: Was ist "gutes" Brot? Eine konventionstheoretische Betrachtung 'alternativer Bäckereien' im deutschen Bäckerhandwerk
  • A. Hellwig: Die Auskirkungen der Corona-Pandemie auf die Netzwerke und Beziehungen der Initiative foodsharing in Gießen
  • H. Dittmar: Fürsorgeprozesse im Ernährungssystem des peruanischen Andenhochlandes - Qualitative Befragung in der Region Cusco
  • J. Arnold: Genuss ohne Reue? Eine Analyse zur Darstellung von Moral in Online-Artikeln über Fleischersatzprodukte

2021

  • T. Diewald: Die Rolle der geschlechtlichen Sozialisation und doing gender im Essverhalten binär trans*geschlechtlicher Personen
  • D.Oelmann: Body Positivity - Schönheitsideale in den Medien.
  • K. Schörner: Kontrolle versus Intuition: Eine Analyse des Ernährungsverhaltens am Beispiel von Food-Tracking und intuitiver Ernährung.
  • F. Schnabl: „Body Positivity“ - Der mediale Einfluss auf die Körperzufriedenheit- und Akzeptanz junger Frauen durch die Bewegung der „Body Positivity“
  • J. Röder: Umsetzung der Kriterien des Alternative Food Systems in der Praxis: Der Einfluss von Gemüse- und Obstabonnements auf die Transformation des Ernährungssystems
  • M.S. Becker: Ernten was man sät. Urban Gardening und Nachhaltigkeit.
  • L. Balzer: Fat Studies: Stigmatisierung und Diskriminierung von Übergewicht
  • V. Neumann: Familienmahlzeiten und Einflüsse von Familienklima und Bindung
  • K. Dietrich: Transformation des Ernährungssystems durch ernährungsbezogenen sozialen Bewegungen - Vergleich Deutschland und Indien
  • M. Steigmiller: Lebensmittelbezogene Verhältnisprävention von Adipositas und nichtübertragbaren ernährungsbedingten Erkrankungen - Framing-Analyse zur Einflussnahme von Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbrauchervertretung auf die Einführung des Nutri-Scores

2020

H. Schöneberg: Klimaschutz bei der Ernährung - auch bei der Jause auf der Hütte

  • R.M. Neuser: Den Burger madig gemacht: Wie Ekel vor Insekten Entomophagie in westlichen Kulturen erschwert

 

 

Masterarbeiten an der Professur für Ernährungssoziologie

 

Masterarbeiten an derProfessur für Ernährungssoziologie sind eigenständige, empirische Forschungsprojekte. Reine Literaturarbeiten oder ausschließlich konzeptionelle Arbeiten ohne empirische Datengrundlage werden nicht betreut. Im Unterschied zu Bachelorarbeiten erfolgt die Betreuung individuell und ohne Kolloquium. Entsprechend wird ein hohes Maß an konzeptioneller Klarheit und Eigenständigkeit erwartet.

Phase 1: unverbindliche Kontaktaufnahme

Bitte senden Sie eine strukturierte Anfrage mit:

  • Angabe der belegten Module
  • Beschreibung des empirischen Erkenntnisinteresses
  • erster theoretischer Verortung (nicht nur Themenfeld, sondern soziologisches Konzept oder Ansatz)
  • kurzer Begründung der Relevanz des Vorhabens

Diese Anfrage dient der Einschätzung, ob das Projekt grundsätzlich zum Forschungsprofil der Professur passt. Sie stellt keine Betreuungszusage dar.

Phase 2: Projektskizze (Grundlage der Betreuungszusage)

Vor einer Betreuungszusage ist eine Projektskizze (ca. 1–2 Seiten) erforderlich. Die Skizze soll deutlich machen, welches konkrete Forschungsprojekt Sie planen und wie dieses empirisch umgesetzt werden kann. Sie sollte folgende Punkte enthalten:

  1. Empirisches Phänomen
    Welches soziale Phänomen möchten Sie untersuchen? Wie lässt es sich klar eingrenzen?
  2. Ziel der Arbeit und Forschungsfrage
    Was genau soll durch die Untersuchung verstanden oder analysiert werden? Welche präzise, empirisch bearbeitbare Forschungsfrage ergibt sich daraus?
  3. Konzeptioneller Zugang
    Mit welchen theoretischen Begriffen oder Ansätzen möchten Sie arbeiten? Warum sind diese geeignet, das gewählte Phänomen zu analysieren?
  4. Geplantes empirisches Vorgehen
    Welche Daten sollen erhoben oder ausgewertet werden? Wie ist der Zugang zum Feld oder Material geplant?

Die Projektskizze dient der Prüfung, ob das Vorhaben inhaltlich tragfähig und innerhalb von sechs Monaten realisierbar ist.

Phase 3: Exposé (Voraussetzung für Anmeldung)

Nach erteilter Zusage wird ein ausführliches Exposé erstellt. Dieses dient der konzeptionellen Präzisierung und der Prüfung der Machbarkeit. Das Exposé ist eine Weiterentwicklung der Skizze und sollte wie folgt strukturiert sein:

=> A. Empirisches Phänomen

  • Welches konkrete soziale Phänomen wird untersucht?
  • In welchem Kontext tritt es auf?
  • Warum ist es gesellschaftlich relevant?
  • Welche Aspekte sind bisher wenig beleuchtet oder erklärungsbedürftig?

Hier geht es um die Beschreibung und Eingrenzung des Gegenstands. Literatur sollte hier herangezogen werden, um die Relevanz oder Problemstellung zu begründen – aber noch nicht zur theoretischen Einordnung.

=> B. Zielsetzung und Fragestellung

  • Welches Forschungsinteresse verfolgt die Arbeit? Was möchten Sie herausfinden?
  • Welche präzise Forschungsfrage ergibt sich aus der Problematisierung des Phänomens?

Die Fragestellung muss empirisch bearbeitbar sein.

=> C. Konzeptioneller / theoretischer Zugang

  • Mit welchen theoretischen Begriffen oder konzeptionellen Ansätzen soll das Phänomen analysiert werden?
  • Warum ist dieser Zugang geeignet, genau dieses Phänomen zu untersuchen?
  • Welche analytische Perspektive wird dadurch eröffnet?

Hier sollte Literatur zur Theorie oder zum konzeptionellen Rahmen eingebunden werden. Es geht nicht um einen umfassenden „State of the Art“, sondern um eine erste gezielte theoretische Verortung.

=> D. Empirisches Vorgehen

  • Welche Daten sollen erhoben oder analysiert werden?
  • Wie erfolgt der Zugang zum Feld bzw. zum Material?
  • Mit welchem Auswertungsverfahren soll gearbeitet werden?

=> E. Realisierbarkeit

  • Zeitrahmen
  • Datenzugang
  • Umfang des Projekts

Erst nach Annahme des Exposés wird die Masterarbeit beim Prüfungsamt angemeldet. Mit der Anmeldung beginnt die offizielle Bearbeitungszeit von sechs Monaten.

Phase 4: Forschungs- und Schreibphase

Die Masterarbeit umfasst ca. 60 Seiten (Arbeitsaufwand ca. 720 Stunden). Es wird erwartet, dass:

  • Sie Ihre Arbeit eigenständig strukturieren
  • Zwischenstände vorbereitet in Besprechungen einbringen
  • Theorie, Empirie und Argumentation systematisch aufeinander beziehen

Die Betreuung erfolgt in individuell vereinbarten Terminen. Nutzen Sie dazu bitte die Sprechstundenfunktion der Profilseite in stud.IP.

 Phase 5: Abschluss

Nach erfolgreicher Bewertung des schriftlichen Teils präsentieren Sie Ihre Ergebnisse im mündlichen Kolloquium.

 

 

Themen abgeschlossener Masterarbeiten

2026

 

  • J. Bock: Nachhaltige Ernährung in gemeinschaftlichen Gartenprojekten im urbanen Raum

 

2025

 

  • L. Eben: Visuelle Bedeutungen und Ernährung - Instagram in der Lebenswelt junger Hybridathleten
  • T. Diewald: Körperpraktik Ernährung jenseits der Cisgeschlechtlichkeit
  • L. Schaffrath: Zwischen Kritik und Vielfalt: Die Potenziale Urbaner Gartenprojekte als transformative Praxis
  • N. Ghanem: Ernährungssicherheit in Kolumbien: Herausforderungen, Strategien und Chancen für venezolanische Migrant*innen
  • L. Eckstein: Ernährungsqualität als Mediator zwischen intuitivem Essverhalten und Body Mass Index bei über 50-Jährigen: Ergebnisse der NutriAct-Studie
  • P. Dömland: Explaining meat consumption: A qualitative inquiry into the socal practice of eating schnitzel
  • P. Zimmermann: Phänomen containern – soziale Praktiken des Dumpster Diving

2024

 

  • J. Arnold: Silent Veganism
  • A. Stuhlmann: "Eat your protein now". Positioning regarding Female Protein Consumption on TikTok
  • V. Janke: Einflussfaktoren auf die Aufteilung mentaler Care-Arbeit in Paarbeziehungen
  • E. Liv: Kultur, männliche Identität und Fleischkonsum - eine Untersuchung türkischstämmiger Männer in Deutschland

 

2023

 

2022

  • C. Fuchs: Traditionalisierung der Arbeitsteilung bei der Säuglingsfürsorge
  • M. Zimmermann: Einfluss von Ernährungsmotiven bei fleischreduzierten Kostformen auf die Ablehnung und Akzeptanz von Entomophagie in Deutschland
  • A. Völker: Die kulturelle und symbolische Bedeutung des traditionellen Abendbrotes
  • M. Winter: The impact of fair trade cacao certification schemes for cacao producers' living conditions in Ghana
  • M. Schneider: The level of resilience of community supported agriculture during COVID-19 crisis
  • J. Schryro: Promoting food justice in LSPA by increasing accessibility in order to diversify memberships
  • F. Becker: Doing Gender in den Medien - Die Darstellung von Mann und Frau im Disneyfilm „Die Eiskönigin II“
  • T. Upschulte: Double Burden of Malnutrition in Subsahara-Afrika – Welchen Einfluss hat die geschlechtliche Ungleichheit?

 2021

  • T. Dohle: Fat Shaming im Gesundheitswesen - Wie denken angehende Ernährungswissenschaftler und Oecotrophologen über Dicke?
  • L. Paus: Alternative Nahrungsversorgungsstrukturen in Deutschland
  • J. Kiehne: Auswirkungen der (digitalen) Selbstvermessung von Ernährung auf das Körperbild. Eine quantitative Studie zur Körperwahrnehmung und Korrelationen mit Essstörungen.
  • S. Kalodzich: Vegan in der Schwangerschaft: Moralisierung der Online-Ernährungsempfehlungen der staatlichen und nichstaatlichen Organisationen.
  • L. Hofmann: Dick sein und stolz drauf – Fat Studies in Deutschland im Gegengewicht zum Schlankheitswahn
  • A. Limper:  Die Einführung des Nutri-Scores in Deutschland - Eine Rahmenanalyse
  • L. Carls: Moral und der Konsum von Convenience-Food im Alter – Eine Analyse von ernährungswissenschaftlichen Moralisierungsprozessen und persönlichen Orientierungsmustern
  • V. Willers: Übergewicht als Schönheitsideal. Das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem und individuellem Körperideal am Beispiel der Feeding-Kultur

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen sowie vollständige Modulbeschreibungen und Stundenpläne finden Sie in Stud.IP und auf den allgemeinen Seiten des Fachbereichs in der Rubrik Studium.

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