Inhaltspezifische Aktionen

Projektmodule

Banner Projekte

Das Projektstudium erfolgt in der Kernphase des Bachelorstudiengangs im 3. – 5. Semester. Von insgesamt sechs Projektmodulen mit jeweils 9 CP werden pro Semester zwei absolviert.

Jedes Projekt besteht aus drei Modulbausteinen:

  • Fachtheorie: Eine inhaltlich einführende Veranstaltung (Modulbaustein 1)
  • Fachmethodik: Ein Methodenbaustein, welcher die Grundlagen der jeweiligen Methode vermittelt und diese mit Anwendungsbeispielen aus dem Thema der inhaltlichen Lehrveranstaltung erläutert (Modulbaustein 2)
  • Fachpraxis: Eine Übung in der individuelle Aufgaben unter Anwendung der in der Fachtheorie und Fachmethodik erlernten Inhalte bearbeitet werden (Modulbaustein 3)

Als Leistungsnachweis während des Projektverlaufs dienen Präsentationen der Studierenden sowie eine modulabschließende Hausarbeit, welcher inhaltlich die selbständig bearbeitete Aufgabe des Fachpraxisteils zugrunde liegt.

Angebotene Projekte im Wintersemester 2026/27

Projekt 01: Sedimentarchive als Mittel zur Paläoumweltrekonstruktion

Studierende vor einem Lößprofil; Foto: Till Arnold
Foto: Till Arnold
Dozent: Dr. Thomas Kolb 

Klimatische und tektonische Verhältnisse und ihre Änderungen spiegeln sich auf vielfältige Weise in den Oberflächenformen unserer Landschaften wider. Die mit den jeweiligen Prozessen assoziierten Sedimentarchive geben Auskunft über Zeitpunkt und Dynamik der formbildenden Mechanismen sowie deren auslösenden und steuernden Faktoren. Im Rahmen der Quartärforschung stellen sie wichtige Informationsquellen zur Rekonstruktion vergangener Umweltbedingungen dar. Auch für (Geo-)Archäologen sind Sedimentarchive mit ihren zivilisatorischen Artefakten von essentieller Bedeutung, um die Besiedlungsgeschichte eines Raumes sowie die Interaktion zwischen dem siedelnden Menschen und seiner Umwelt analysieren zu können. Die Erfassung von Landschaftsformen und insbesondere die Analyse und Interpretation von Sedimentarchiven stellen daher eine wichtige Kernkompetenz geowissenschaftlichen Arbeitens dar.

Im Rahmen des Projektes werden die Studierenden mit wichtigen geomorphologischen Landschaftsformen, ihren charakteristischen Eigenschaften und den assoziierten Sedimentarchiven bekannt gemacht. Die zu untersuchenden Standorte befinden sich in der näheren Umgebung von Gießen und umfassen insbesondere fluviale und äolische Archive sowie Formen, die mit gravitativen Hangprozessen in Zusammenhang stehen. Die Auswahl der zu untersuchenden Standorte erfolgt in enger Absprache mit den Studierenden.

Das Projekt gliedert sich in drei wechselseitig aufeinander bezogene Teile: In einem fachtheoretischen Teil werden den Studierenden die erforderlichen Grundkenntnisse bzgl. der zu analysierenden Formen und Prozesse vermittelt. Dies erfolgt in Form von Kurzreferaten und Literaturarbeit zu ausgewählten Themen.

Der fachmethodische und der fachpraktische Teil sind untrennbar miteinander verflochten. Hier steht der Aspekt der Anwendung von Arbeitsmethoden aus den Bereichen der Feld- und Laborpraxis im Vordergrund. Bei mehreren Geländeaufenthalten sowie im Rahmen eines mehrstündigen Laborpraktikums werden die Studierenden in grundlegende Arbeitstechniken der physischen Geographie eingewiesen. Für die praktischen Arbeiten werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen aufgeteilt. Jede Kleingruppe wird im Rahmen des Projektes als Expertengruppe einen Schwerpunktstandort bearbeiten und den anderen Gruppen vorstellen. Die Auswahl der Standorte erfolgt – in enger Absprache mit dem Dozenten – durch die Studierenden selbst.

Ziel des Projektes ist es, unterschiedliche Standorte in der Nähe von Gießen physisch-geographisch zu analysieren und bzgl. des Formenschatzes und der assoziierten, geomorphologischen Prozesse zu charakterisieren. Die einzelnen Arbeitsgruppen fassen ihre zentralen Ergebnisse in Form eines Abschlussberichtes zusammen.

Projekt 02: Einführungsprojekt Raumplanung

Foto: Colourbox.de / #75191
Foto: Colourbox.de / #75191
Dozenten: Prof. Dr. Christian Diller, Dr. Jan Gros 

Im Fachtheoriemodul werden die in der Einführungsvorlesung Raumplanung angesprochenen Grundlagen zu Planungssystem, Planungsinstrumenten und aktuellen Themen der Raumplanung vertieft. Ein besonderer Akzent wird dabei auf das Thema der klimaresilienten Stadt und Region gelegt. Dabei geht es um die gesamte Palette der Handlungsmöglichkeiten der Raumplanung zum vorbeugenden Klimaschutz und zur Klimaadaption. Es wird aber auch auf besonders innovative Ansätze zur Stärkung der Resilienz von Städten und Regionen eingegangen.

Am Beispiel von gemeinsam mit Praktikern ausgewählten Untersuchungsräumen innerhalb der Stadt Gießen sollen die erlernten Methoden erprobt und gefestigt werden. Neben Aspekten der klimaresilienten Stadt sollen weitere aktuelle Themen der Stadtentwicklung in die Betrachtung mit einfließen. Dies umfasst vor allem die Aspekte der Nutzungsmischung in Quartieren sowie Möglichkeiten des Klimaschutzes, regenerative Energien und der Klimaanpassung. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten münden in studentische Projektbeiträge zum jeweiligen Untersuchungsgebiet.

Integriert in das Projekt ist ein Experiment, innerhalb dessen Bewertungsmethoden in einem Untersuchungsbeispiel eingesetzt werden
Das Projekt befähigt die Studierenden, praktische Planungsprozesse nachzuvollziehen und das Erlernte für die spätere Berufstätigkeit in Wissenschaft und Praxis zu nutzen. 

Projekt 03: Gesundheit und Umweltgerechtigkeit

Stockfoto von Vernetzung, Netzwerk, digitales Bild; Foto: Colourbox.de / Skrypko Ievgen
Foto: Apl. Prof. Dr. Carsten Butsch
Dozent: Apl. Prof. Dr. Carsten Butsch

Menschliche Gesundheit ist eine höchst ungleich verteilte Ressource. So können beispielsweise die Unterschiede in der durchschnittlichen Lebenserwartung auf Ebene der Stadtquartiere innerhalb einer Stadt bis zu 15 Jahre betragen. Ursachen für diese Unterschiede im Gesundheitsstatus liegen einerseits in strukturellen Faktoren – ärmere Menschen leben häufig an ungesünderen Orten – andererseits an bestimmten Gesundheitspraktiken, die in verschiedenen Gruppen unterschiedlich ausgeprägt sind. Vor allem die strukturellen Ursachen werden in der Literatur zu Umweltgerechtigkeit als ungerecht angesprochen.

Im Rahmen des Projekts erarbeiten die Studierenden einen Atlas gesundheitlicher Belastungen für Gießen. Anhand selbst gewählter thematischer Schwerpunkte entwickeln die Studierenden ein eigenes Forschungsprojekt, das sie gemeinsam in Gruppen empirisch bearbeiten. Jede Gruppe erarbeitet als Ergebnis einen vierseitigen Beitrag für den „Gesundheitsatlas Gießen“, in dem die Projektergebnisse allgemeinverständlich dargestellt werden (=Studienleistung).

Im fachtheoretischen Teil erfolgt eine thematische Einführung in die Geographische Gesundheitsforschung mit einem Schwerpunkt auf Gesundheitsgerechtigkeit. Die Vermitttlungsform ist dabei eine Mischung aus Vorlesung und gemeinsamer Textlektüre.

Im fachmethodischen Teil entwickeln die Studierenden Ideen für ein eigenes Forschungsprojekt. Hierfür erhalten Sie Inputs zum Ablauf des Forschungsprozesses, forschungsethischen Fragen und zu möglichen Methoden. Die Studierenden bereiten kurze inhaltliche Referate (=Studienleistung) zu möglichen Forschungsthemen vor. Darauf aufbauend entwickeln die Studierenden ihren Plan für ihr Projekt. Dieser fachmethodische Anteil wird konzentriert am Anfang des Semesters durchgeführt.

Im fachpraktischen Teil erheben die Studierenden eigene Daten zu einem selbstgewählten Projekt und werten diese aus. Für die eigene Datenerhebung und -auswertung sind Die Prüfungsleistung ist dann ein Projektbericht, der in Form und Sprache einem wissenschaftlichen Fachartikel entspricht (=individuelle Leistung).

In der ersten Sitzung werden die Anforderungen an die Studien- und die Prüfungsleistung detailliert dargelegt und es erfolgt eine Vergabe der Themen für die Kurzreferate.

Neben den 6 SWS im Kontaktzeit ist für die empirische Bearbeitung des eigenen Forschungsprojekts ein Arbeitsaufwand von ca. 8 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit einzuplanen.

Projekt 04: Vegetation im Wandel

Bildnachweis: NASA Landsat Image Gallery
Bildnachweis: NASA Landsat Image Gallery
Dozenten: Dr. Jörn Profe, Prof. Dr. Lea Schneider, Lisa Trimborn 

Dieses interdisziplinäre Projekt bietet eine umfassende Einführung in die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Vegetation, kombiniert mit Methoden der Fernerkundung zur GIS-gestützten Satellitenbildanalyse. Im Theorieteil setzen die Studierenden sich mit Ökosystemen in verschiedenen Klimazonen auseinander. Sie betrachten die Auswirkungen von erhöhten CO2-Konzentrationen, Erwärmung und veränderten Niederschlagsregimen auf die Produktivität und räumliche Ausdehnung von (Wald-)Ökosystemen. Als natürliche Ressource spielt auch die Nutzung durch den Menschen eine wichtige Rolle für verschiedene ökosystemare Stoffkreisläufe (z.B. Wasser, Kohlenstoff und Nährstoffe).

Methodisch erweitern die Studierenden ihre GIS-Kenntnisse, indem Veränderungen in der Landbedeckung anhand von multitemporalen Satellitendaten nachvollzogen werden. Dazu werden, neben den physikalischen Grundlagen zur Messung und Verarbeitung von elektromagnetischer Strahlung, Satellitensysteme und Verarbeitungsalgorithmen vorgestellt, die eine semi-automatische Satellitenbildauswertung erlauben.

In der Theorie arbeiten wir mit einer Kombination aus Vorlesung, Journal-Club und studentischen Beiträgen. Die Fachmethodik umfasst die praktische Anwendung ausgewählter Inhalte der Fachtheorie an Beispieldatensätzen. Zudem wird ein Überblick über Datenportale als Bezugsquelle für Satelliten-, Luftbilder sowie digitale Geländemodelle gegeben.

In der Fachpraxis werden anhand selbstgewählter Fragestellungen eigene Projekte in Gruppen bearbeitet. Am Ende steht ein Projektbericht in Form eines wissenschaftlichen Fachzeitschriftenartikels.

In diesem Projekt werden grundlegende Kenntnisse der Rasterdatenverarbeitung vorausgesetzt. Für den interessierten Studierenden sollte dies keine Hürde darstellen.

Das Projekt kann je nach Interesse entweder mit ArcGIS Pro oder mit QGIS durchgeführt werden (wird zu Beginn der Veranstaltung festgelegt). 

Projekt 05: Wetteranalyse und Wetterprognose

Stock photo of bayern, wetter, sonne; Foto: Colourbox.de / #260835
Foto: Colourbox.de / #260835


Dozenten: Prof. Jürg Luterbacher Ph.D., Dr. Heike Hübener 

Die Veranstaltung bietet einen Einstieg in die Wetteranalyse und Wetterprognose. Das Projekt richtet sich an Studierende, die sich für die Vorgänge in der Atmosphäre interessieren, das Wettergeschehen selbst analysieren und eigene Prognosen mit verschiedenen Wetterkarten und anderen Hilfsmitteln erstellen wollen. Der fachtheoretische Teil vermittelt die Grundlagen der Atmosphärenphysik und Meteorologie und zeigt den Hintergrund zum fachmethodischen und -praktischen Teil auf. Dieser Teil soll auch das Prozessverständnis und das Einsetzen konzeptioneller Modelle fördern, die im fachmethodischen und praktischen Teil weiter vertieft werden. Ein praktischer Einblick gibt der halbtaegige Besuch beim deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach im Januar 2027.

Lernziele des Projektes:

  • Wetterphänomene unterschiedlicher Skalenbereiche erkennen
  • Synoptische Mustererkennung trainieren
  • Konzeptionelle Modelle anwenden
  • Gesamtschau zum vergangenen und aktuellen Wetter erarbeiten
  • Output numerischer Modelle interpretieren und Wetterprognosen für die kommenden Tage erstellen
  • Wetter in der Praxis (Exkursionen zur Wetterstation Gießen/Wettenberg und zur Hauptzentrale des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach)

Die Leistungskontrolle setzt sich zusammen aus:

  • Klausur aus der Fachtheorie
  • Gruppenpräsentation (Analyse-Prognose-Meteospezial inkl. Diskussion)
  • Schriftliche Ausarbeitung in Form einer Hausarbeit
  • Hausaufgaben zur Frontenanalyse und Interpretation meteorologischer Variablen
  • Kurzanalysen und -prognosen 

Projekt 06: Fortgeschrittene Methoden in GIS

Punktwolkendarstellung Köln; Bild: J. Profe, Hintergrundkarte: Openstreetmap, LAS-Daten: Opendata NRW
Bild: J. Profe, Hintergrundkarte: Openstreetmap, LAS-Daten: Opendata NRW
Dozent: Dr. Jörn Profe 

Die Fähigkeit Geographische Informationssysteme (GIS) in wechselnden räumlichen Fragestellungen anwenden zu können, bildet eine der auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragten Kompetenzen des Geographiestudiums. Im Fortgeschrittenen GIS-Projekt werden die Inhalte des Grundlagenmoduls Geoinformatik vertieft und erweitert. Die genutzte Software ist ArcGIS Pro, insbesondere die Erweiterungen 3D-Analyst, Spatial Analyst sowie der Model Builder zum Automatisieren widerkehrender Analyseroutinen.

Der methodische Schwerpunkt des Projekts liegt in der Rasterverarbeitung und Rasteranalyse. Folgende Themen werden behandelt:

  • Einführung in die ArcGIS-Erweiterungen 3D-Analyst und Spatial Analyst.
  • Einführung in die Map Algebra als Voraussetzung für das eigenständige Durchführen einer Multikriterienanalyse zur Entscheidungsunterstützung (Decision Support System)
  • Arbeiten mit dem Model Builder, Automatisierung von Analysen (ggf. mit ArcPy)
  • Entwicklung von Werkzeugen
  • Übersicht wichtiger Geodatenportale als Bezugsquelle kostenfreier Geodaten
  • Beispielanalysen umfassen u.a. die Arbeit mit digitalen Höhenmodellen zur hydrologischen Modellierung, der Berechnung des Solarpotentials oder der Sichtbarkeit
  • Einführung in die 3D-Visulalisierung am Beispiel von 3D-Stadtmodellen bzw. der Erstellung eines Blockbilds und einer Animation

Leistungsnachweis:
Durchführen einer eigenständigen Multikriterienanalyse zu einer festgelegten oder frei gewählten Fragestellung unter Anwendung ausgewählter Lehrveranstaltungsinhalte.
Prüfungsvorleistungen werden zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.

Das Projekt wird entsprechend des Konzepts des Inverted Classroom angeboten. D.h. Sie erarbeiten sich in einer der Präsenzveranstaltung vorgeschalteten Selbstlernphase die für die Präsenzveranstaltung wichtigen Inhalte. In der Präsenzzeit wenden Sie die erarbeiteten Inhalte auf neue Fragestellungen an, sodass ein tieferes Verständnis und damit ein langfristiger Lernerfolg im Sinne des Erlernens von Fertigkeiten erreicht wird.

 

Studiengänge │ Studieninhalt │ Studienverlauf │ Studieren in Gießen │ Bewerbung │ BSc-Info-Video