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Georg Büchner-Professur

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Prof. Dr. h.c. Heiner Goebbels

Inhaber der Georg Büchner-Professur an der Justus-Liebig-Universität Gießen

 

Prof. Dr. h.c. Heiner Goebbels

Zentrum für Medien und Interaktivität

Ludwigstraße 34

35390 Gießen

 

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©Wonge Bergmann/Ruhrtriennale

Professor Dr. h.c. Heiner Goebbels wurde im Sommersemester 2018 als erster Amtsinhaber auf die Georg Büchner-Professur berufen. Von 1999 bis 2018 war er Professor für Künstlerische Praxis am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, das er als Geschäftsführender Direktor von 2003 bis 2011 geleitet hat; von 2006 bis 2018 stand er als Präsident der Hessischen Theaterakademie vor. Zu seinen künstlerischen Arbeitsschwerpunkten zählen Klang- und Videoinstallationen, Kompositionen für Ensembles und Orchester sowie eigene Musiktheaterarbeiten. Von 2012 bis 2014 war er künstlerischer Leiter der 'Ruhrtriennale - International Festival of the Arts'. Seine langjährige Arbeit am Institut der Justus-Liebig-Universität, viele Veröffentlichungen und zahllose internationale Vorträge dokumentieren sein Engagement für die Verbesserungen der Ausbildungsbedingungen in den zeitgenössischen darstellenden Künsten.

 

 

 

Aktuell

Aktuell

Aktuelles

„An Instant Contemporary Classic“: London Philharmonic Orchestra kündigt „A House of Call“ an

Im Southbank Center London kündigt das London Philharmonic Orchestra die britische Erstaufführung des Orchesterzyklus' für den 25. März 2023 an.

„Composer Heiner Goebbels calls it ‚an imaginary notebook‘, and the title A House of Call comes from Finnegans Wake. But words are only a jumping-off point in this evening-long adventure for orchestra and audience alike: they’re a source of stimulation, of provocation, of distant memories and new beginnings, drawn from literature, conversation and cultures ranging from central Asia to South America, as well as Goebbels’s own journeys, personal encounters and explorations in the archives. Sounds incredible? Wait till you hear it, as the LPO presents a premiere without precedent: the first UK hearing for an instant contemporary classic.



Heiner Goebbels als Keynote Speaker auf internationaler Konferenz in Lissabon

Die Forschungsgruppe Performance and Cognition der ICNOVA/NOVA Universität Lissabon hat Prof. Heiner Goebbels im Rahmen einer internationalen Konferenz vom 10. bis 14. Oktober 2022 zum Thema Presence, Abscence and Invisibility als Keynote Speaker nach Lissabon eingeladen.

 

„A House of Call. Material Counter“: Englischsprachige Ausgabe der „Materialausgabe“ zum Orchesterzyklus

Nach der Veröffentlichung der „Materialausgabe“ zum Orchesterzyklus „A House of Call“ von Heiner Goebbels im August 2021 erschien nun die englischsprachige Ausgabe zu diesem Zyklus als „A House of Call. Material Counter“ am 4. Juli 2022 beim Berliner Verlag neofelis.

Zahlreiche internationale Aufführungen in der Spielzeit 2022/23

In der kommenden Spielzeit werden weitere Aufführungen des Orchesterzyklus „A House of Call“ und der Musiktheaterwerke „Schwarz auf Weiß“ und „Liberté d’action“ von Prof. Heiner Goebbels zu sehen und zu hören sein. Das Festival Musica in Strasbourg zeigt am 23. und 24. September 2022 das Musiktheaterstück „Schwarz auf Weiß“ (Uraufführung 1996).

Heiner Goebbels schrieb dem Ensemble Modern sein Musiktheaterstück ‚Schwarz auf Weiß‘ gewissermaßen auf den Leib. Das Kollektiv des Ensembles selbst steht im Zentrum. Die Musiker*innen agieren darstellend, musizierend, sprechend, spielend und erobern so den Bühnenraum. Tennisbälle fliegen auf eine große Trommel, zarte Kotoklänge verzaubern die Szenerie, ein Wasserkessel pfeift zu einer komplexen Flötenmelodie. Die Musiker*innen spielen nicht nur ihr eigenes Instrument, sondern formieren sich zum Beispiel auch einmal zu einem Bläserensemble, das Assoziationen an eine italienische Banda weckt. Die Szenen und Ereignisse gehen ununterbrochen ineinander über und die Lichträume, die Jean Kalman zusammen mit dem Bühnenbild dazu erschaffen hat, ergeben eine eigene Dramaturgie. Dazu tritt die mehrmals wiederkehrende Stimme Heiner Müllers vom Band, der die Parabel ‚Schatten‘ von Edgar Allan Poe liest. Denn ‚Schwarz auf Weiß‘ ist auch eine Reflexion über das Schreiben und den abwesenden Autor als Bild für ein kollektives Gedächtnis. Für Goebbels stellt sein Stück außerdem „eine Art Abschied von Heiner Müller“ dar – allerdings voller Humor, Leichtigkeit und Charme.

Das italienische Kunstfestival ROMA EUROPA zeigt am 25. September 2022 im Sala Petrassi des Auditorium Parco della Musica „Ennio Morricone“ die neueste Musiktheaterarbeit „Liberté d’action“.

Das renommierte Festival d'Automne zeigt „Liberté d'action“ wenige Tage später am 28. September 2022 in Paris im Théâtre du Châtelet.

« Liberté d’action » : belle occasion de célébrer trente ans de collaboration entre Heiner Goebbels et le Festival d’Automne. Depuis 1992, avec La Jalousie, treize œuvres – spectacles ou concerts – l’ont jalonnée. Grand lecteur, Heiner Goebbels a puisé aux sources d’auteurs comme Alain Robbe-Grillet, Heiner Müller, Elias Canetti, Samuel Beckett, Gertrude Stein… Il en appelle cette fois à Henri Michaux, à son humour corrosif : « Je ne saurais dire ce qui me fascine le plus dans son œuvre, les poèmes, les tableaux ou les dessins. Pour quiconque est disposé à suivre Henri Michaux, c’est un plaisir lumineux ! ». Un dispositif scénique épuré : deux pianos, l’un à cour l’autre à jardin, avec une table en fond de scène où sont disposés des outils sonores et électroniques, tel est l’espace réservé à l’acteur virtuose David Bennent pour nous transmettre en français et en allemand, le texte de Michaux. Les deux pianistes de l’Ensemble Modern, interprètes de longue date des œuvres de Heiner Goebbels, servent une partition écrite sur mesure pour eux.

„A House of Call“ in Amsterdam, Frankfurt, Wien, Porto und London

Den Begriff ‚Avantgarde‘ mag er nicht. Gleichwohl sucht Heiner Goebbels ausgetretene Pfade gern zu umschiffen, aus dem Motiv der Unzufriedenheit mit dem, was ist. Neuland in dieser Hinsicht – und damit geradezu prädestiniert für das Fratopia-Festival – ist auch A House of Call. 2021 erst in Berlin durch das Ensemble Modern Orchestra uraufgeführt, komponierte Goebbels ein Lebenstagebuch quer durch die Genres, eine Megasinfonie, einen Rausch. Das Ensemble Modern Orchestra bringt diese Utopie in Klängen jetzt in die Alte Oper und erneuert damit einmal mehr die Bande zwischen dem Konzerthaus und dem Komponisten, der seit einem halben Jahrhundert in Frankfurt seine Wahlheimat gefunden hat.

Beim Festival Wien Modern wird „A House of Call“ am 19. November 2022 in der Originalbesetzung mit dem Ensemble Modern Orchestra unter der Leitung von Vimbayi Kaziboni im Wiener Volkstheater gespielt.

In erstmaliger Zusammenarbeit mit dem Volkstheater präsentiert Wien Modern A House of Call, Heiner Goebbels’ reifstes und vollständigstes Meisterwerk (SZ)‘. In vielen der Arbeiten von Heiner Goebbels spielt die Anziehung abwesender, akusmatischer Stimmen eine wichtige Rolle; ob 1981 auf seiner ersten Single BERLIN QDAMM 12.4.81 (1981), in der CHACONNE / KANTORLOOPS aus SURROGATE CITIES (1994), in der Performance STIFTERS DINGE (2007), der Klanginstallation GENKO-AN (2008ff.) oder in seinen Hörstücken. In A HOUSE OF CALL. werden die Stimmen zum ersten Mal zu Protagonisten eines ganzen Konzertes.

SWR und HR: Eine lange Nacht mit Heiner Goebbels

Die beiden Rundfunkstationen SWR2 und HR2 senden am 17. August 2022 ab Mitternacht „WORKS – SANS FRONTIÈRE“: eine lange Nacht zum 70. Geburtstag von Prof. Heiner Goebbels. Dabei wird ein zweistündiges „Juke Box Archive“ gefolgt von seinem Orchesterstück „Walden“ (nach Henry Thoreau) und den beiden Hörstücken „Die Wiederholung (nach Motiven von Kierkegaard, Robbe-Grillet und Prince) und „Hashirigaki“ (nach Texten von Gertrude Stein, mit Musik der Beach Boys) gesendet. Zum Abschluss folgt ein Werkstattgespräch zusammen mit dem Chefdramaturgen des SWR Manfred Hess über aktuelle Projekte.

„Voices Calling“ – Portraitfilm über Heiner Goebbels

Der italienische Filmemacher Giulio Boato hat nach zahlreichen Interviews mit und Probebesuchen bei Heiner Goebbels für den französischen Sender TV7 ein einstündiges Filmportrait gedreht, das am 21. Mai 2022 gezeigt wurde.

Heiner Goebbels in Neue Zeitschrift für Musik

Komponist und Theaterwissenschaftler Rasmus Nordholt-Frieling hat unter dem Titel „Ein musikalisches Gefüge der Modulation“ eine ausführliche Analyse zu dem Musiktheaterstück „Liberté d’action“ (2021) von Prof. Heiner Goebbels veröffentlicht:

Zunächst wirkt der Aufbau einfach: An den vorderen Bühnenrändern links und rechts sind zwei Pianist:innen des Ensemble Modern auf Rollpodesten an geöffneten Klavieren platziert. In der Mitte hinten steht ein Tisch mit einigem technischen Gerät, der den Ausgangspunkt des Schauspielers David Bennent darstellt. Doch je weiter der Abend voranschreitet, desto mehr entfaltet sich ausgehend von diesen Komponenten ein Gefüge, das sich zunehmend verzweigt...“ – Neue Zeitschrift für Musik, 11. April 2022

Heiner Goebbels im Studio des Bayrischen Rundfunks

Im BR-Tonstudio bei der Arbeit an 'A House of Call'. Foto: Heiner Goebbels

 

In den letzten Monaten arbeitete Prof. Heiner Goebbels in den Tonstudios des Bayrischen Rundfunks an der Abmischung und Schnittfassung der Aufnahmen des Orchesterzyklus „A House of Call“. Mit einer Veröffentlichung auf CD ist noch im Herbst 2022 zu rechnen.

„Liberté d’action“ in Rom und Paris

Zu der Musiktheaterarbeit von Prof. Heiner Goebbels „Liberté d’action“ nach Texten des belgischen Autors und Malers Henri Michaux Liberté entstand ein sechs minütiger Videoclip, der kurzen Einblick gibt in die Interaktion zwischen zwei Pianist*innen und dem Schauspieler David Bennent.

Für kommenden Herbst 2022 sind Aufführungen in Rom und Paris geplant.

Heiner Goebbels mit Eröffnungsvortrag und Konzert in der Alten Oper zum Herbstfestival Fratopia

Das Konzerthaus Alte Oper in Frankfurt gab das Programm für das diesjährige Herbstfestival Fratopia bekannt. Prof. Heiner Goebbels erläuterte bei einer Veranstaltung am 1. April 2022 seinen neuen Orchesterzyklus „A House Of Call“, mit dem das Herbstfestival am 14. September 2022 beginnt. Am selben Tag wird Heiner Goebbels zuvor dort im Clara Schumann Foyer einen Eröffnungsvortrag halten. Nach einem Zitat von Arnold Schönberg, „... mit den Mitteln der Bühne musizieren“, formuliert er Gedanken zu Wahrnehmung und Offenheit anhand von Beispielen aus seinen performativen musikalischen Arbeiten.

„A House of Call“ in Amsterdam und in Frankfurt

Das HOLLANDFESTIVAL hat für den 18. Juni 2022 im legendären Concertgebouw Amsterdam eine Aufführung des Orchesterzyklus‘ „A House of Call“ mit dem Ensemble Modern Orchestra unter der Leitung vom Vimbayi Kaziboni angekündigt. Eine englische Übersetzung der dazu beim Verlag neofelis erschienenen „A House of Call. Materialausgabe“ ist in Vorbereitung.

Nach der gefeierten Uraufführung in der Berliner Philharmonie Anfang September 2021 und weiteren Konzerten in der Kölner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg, in Düsseldorf und München, veröffentlichte das Ensemble Modern nun einen neuen Trailer.

„Bühnenräume sprengen“ – Gesprächsrunde mit Heiner Goebbels im Künstlerhaus Mousonturm am 24. April 2022

Szenenfoto aus 'Newtons Casino' von Heiner Goebbels und Michael Simon. Foto: Michael Simon

 

Wie sieht das Theater der Zukunft aus? Braucht es neue Räume? Wie entstehen neue Raumkonzepte für Theateraufführungen? Wie beeinflussen die Theaterstruktur und Architektur die künstlerische Arbeit im zeitgenössischen Theater? Diese Fragen sind der Ausgangspunkt für eine Gesprächsrunde am 24. April 2022 mit dem Komponisten und Regisseur Prof. Heiner Goebbels, der Bühnenbildnerin Heike Schuppelius, dem Bühnenbildner und Regisseur Michael Simon und dem ehemaligen Intendanten des Theater am Turm, Tom Stromberg. Alle vier stellen Beispiele ihrer Arbeit vor und berichten über ihre unterschiedlichen Erfahrungen in der Frankfurter Theaterlandschaft, zu der die Städtischen Bühnen mit ihren derzeitigen Neubauplänen genauso gehören wie das ehemalige Theater am Turm, das Bockenheimer Depot, das Frankfurt LAB und der Mousonturm.

Unterstützt vom Verlag Theater der Zeit („Ästhetik der Abwesenheit“ von Heiner Goebbels und „Fertig gibt’s nicht“ von Michael Simon).

Heiner Goebbels' Interview in Tageszeitung junge Welt und bei SWR2: „Von der Seite hineinschauen, wie in ein Labor“

In der Wochenendbeilage „faulheit & arbeit“ veröffentlichte die Tageszeitung junge Welt am 5. März 2022 auf zwei Seiten ein weiteres Interview unter dem Titel „Von der Seite hineinschauen, wie in ein Labor“, das Stefan Siegert mit Prof. Heiner Goebbels über die Überwindung von Standards in der Musik, die Körperlichkeit von Busch und Eisler u.v.a.m. geführt hat.

Unter dem Titel „Blätterrascheln – Gedankenspiele zu Musik und Garten” sind weitere Ausschnitte davon am Mittwoch, den 13. April 2022 um 20:05 Uhr bei SWR2 zu hören.

„Gegenwärtig lebe ich allein“: Heiner Goebbels' Hörstück im Deutschlandfunk

Ein Jahr nach der Uraufführung des Hörstücks nahm der Deutschlandfunk diese Koproduktion mit dem SWR am 18. Februar 2022 wieder ins Programm. Nachzuhören ist dieses hier in der ARD Audiothek.

„PROTI Gesamtkunstwerk“: Heiner Goebbels' Anthologie in tschechischer Übersetzung

„Gegen des Gesamtkunstwerk“ Ausgabe von Texten in tschechischer Sprache. Foto: Lukas Jiricka

Texte zu Musik und Theater aus den beiden Anthologien „Komposition als Inszenierung“ und „Ästhetik der Abwesenheit“ von Prof. Heiner Goebbels sind bereits auch in englischer, russischer und polnischer Sprache erschienen. Eine Ausgabe in litauischer Sprache steht kurz bevor, eine Ausgabe in französischer Sprache ist in Vorbereitung. Im Februar 2022 wurde nun in Prag der über 300 Seiten starke Band „PROTI Gesamtkunstwerk“ in tschechischer Übersetzung veröffentlicht. Herausgegeben von Lukas Jiricka, übersetzt von Jan Petříček und Tereza Semotamová.

Heiner Goebbels mit „The Mayfield“ im Pariser Studio La Muse en Circuit

Pariser Tonstudio La Muse en Circuit. Foto: Heiner Goebbels

Im Januar 2022 waren „The Mayfield“ – Camille Emaille (Drums, Percussion), Cecile Lartigeau (Ondes Martenot), Nicolas Perrin (Electronics, Guitar), Gianni Gebbia (Saxophon), Willi Bopp (Sounddesign) und Prof. Heiner Goebbels (am präparierten Flügel) – zu einer Residenz im legendären Pariser Studio für Elektroakustik La Muse en Circuit zu Gast. Die Konzentration lag dabei auf ihrer Praxis kollaborativer Improvisationen. Die Instrumentation dieser Formation besteht auf einer Koexistenz zwischen akustischen und elektronischen Quellen, die Musik resultiert in Soundscapes zwischen „controlled noise“ und „musique concrête instrumentale“.

Heiner Goebbels im SWR und Teodor Currentzis‘ Midnight Lounge

Heiner Goebbels zu Gast in der Midnight Lounge im SWR. Foto: SWR2 / Paul Gärtner

Jeweils nach seinen Konzerten mit dem SWR Symphonieorchester gestaltet der gefeierte Dirigent Teodor Currentzis eine eigene Radioshow von Mitternacht bis 2 Uhr früh. Am 21. Januar 2022 waren der Komponist und Regisseur Prof. Heiner Goebbels sowie die schwedische Komponistin Malin Bång in Currentzis‘ Midnight Lounge zu Gast.

„Ich mache, was übrig bleibt“: Heiner Goebbels im VAN Musikmagazin

Während eines Werkstattbesuchs bei Prof. Heiner Goebbels führte der Musikjournalist und Autor Stefan Siegert (Schwerpunkt klassische Musik) ein ausführliches Gespräch mit Heiner Goebbels. Das Online-Musikmagazin VAN veröffentlichte davon am 22. Dezember 2021 ein Interview über die Absage an die Zentralität auf der Bühne und wie man ein Eisler-Lehrstück schreiben kann, das offen für Interpretationen bleibt.

Heiner Goebbels in Luxemburg: Interview mit Olivier Ortolani

Im Rahmen der Aufführungen des Musiktheaterstückes „Liberté d'action“ am Théâtre National du Luxembourg Mitte November 2021, führte der Theaterwissenschaftler Olivier Ortolani mit Prof. Heiner Goebbels ein längeres Interview, das unter dem Titel „Die Nicht-Intention zum Prinzip machen“ in kulturissimo. mensuel culturel et socio-politique, einer Beilage des Luxemburger Tageblatts, am 11. Dezember 2021 veröffentlicht wurde.

Heiner Goebbels in Oktorberausgabe 2021 „Alternatives Théâtrales“

In dem französischsprachigen theaterwissenschaftlichen Periodikum zur Gegenwart der darstellenden Künste „Alternatives Théâtrales“ (Ausgabe 144-45, Oktober 2021) veröffentlichte Theo Arnulf unter dem Titel „Nature-Matériau dans John Cage Europeras I & II and Everything That Happened And Would Happen“ einen Beitrag zu diesen beiden großen Inszenierungen von Prof. Heiner Goebbels. Im Abstand von sechs Jahren arbeitete er auf unterschiedliche Weise mit denselben Bühnenbildern, Prospekten und szenischen Materialien. Der Text von Theo Arnulf ist eine Reflektion über (De-)Repräsentation und Fragmentierung der Naturdarstellungen, über Aspekte von Recycling und Nachhaltigkeit, und über eine Horizontalität zwischen Dingen, Ereignissen und den beteiligten Menschen.

SWR-Radiosendung „Midnight Lounge“ mit Heiner Goebbels und Teodor Currentzis

Seit Teodor Currentzis, der griechisch-russische Gründer und künstlerische Leiter von musicAeterna, sein Amt als Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters antrat, erfand er auch eine eigene Radiosendung im SWR: die Midnight Lounge. Unterschiedliche Gäste haben sich seitdem zwischen 0 und 2 Uhr auf Gespräche und überraschende Musik aller Genres eingelassen. Am 22. Januar 2022 wird Heiner Goebbels zu Gast sein.

Residenz im Pariser Tonstudio „La Muse en Circuit: Centre national de création musicale“

Im Januar 2022 wird Heiner Goebbels zusammen mit Gianni Gebbia und den drei jungen französischen Musiker*innen Cecile Lartigeau (Ondes Martenot), Camille Emaille (Percussion), Nicolas Perrin (Elektronics, Guitar) eine Residenz im Pariser Tonstudio „La Muse en Circuit: Centre national de création musicale“ wahrnehmen. Das legendäre Studio für elektroakustische und radiophone Musik wurde 1982 von dem französischen Komponisten Luc Ferrari gegründet und wird seitdem vom französischen Ministerium für Kultur und Kommunikation unterstützt. Es fördert Komponist*innen, Künstler*innen und Musikensemble mit besonderem Augenmerk auf die Entwicklung neuer Ästhetiken zwischen elektroakustischer und akusmatischer Musik, Klangkunst, Radiokunst und digitaler Künste – sowohl von etablierten Künstlern wie auch jungen Kreativen.

„Liberté d'action“-Aufführungen in Luxembourg und Antwerpen

 

Veranstaltungsposter. Foto: Heiner Goebbels
Das neue Musiktheaterstück von Heiner Goebbels „Liberté d'action“ nach Texten von Henri Michaux – uraufgeführt in diesem Frühjahr bei den Kunstfestspielen Hannover und anschließend zur Eröffnung der Wiener Festwochen im Museumsquartier präsentiert – kam vom 11. bis 13. November 2021 ins Theatre National du Luxembourg (TNL) zurück, welches diese Arbeit auch produziert hatte. Zur Kontextualisierung dieser Arbeit veranstaltete das TNL im Foyer am 9. November 2021 „L'espace du dedans“: eine Konferenz über Henri Michaux, eine Lesung seiner Texte sowie eine Ausstellung zu Leben und Arbeiten von Michaux.

Die nächste Aufführung von „Liberté d'action“ wird Ende Januar 2022 im International Arts Centre De Singel in Antwerpen zu sehen sein.

 

 

CD-Aufnahmen mit dem Bayrischen Rundfunk

Im Anschluss an die Münchner Aufführung von „A House of Call“ fanden zusammen mit dem Bayrischen Rundfunk Tonaufnahmen mit dem Ensemble Modern Orchestra statt; Heiner Goebbels arbeitet zurzeit mit den Toningenieuren des BR an einem Schnittplan und der Abmischung für eine möglicherweise bereits im nächsten Jahr 2022 erscheinende CD.

Rezension zu „A House of Call. Materialausgabe“

 

Die als begleitendes Programmbuch zu den Konzerten zeitgleich erschienene „A House of Call. Materialausgabe von Heiner Goebbels wurde in der Oktoberausgabe 2021 von Theater der Zeit von Dorte Lena Eilers als eine „Spur der Stimmen“ rezensiert: „Das Orchesterstück verarbeitet einige solcher in kolonialen Kontexten entstandenen Aufzeichnungen – transformiert und kommentiert sie. Der Materialband liefert den kritischen Background dazu und wird so zum reichhaltigen Quelltest einer vieldimensionalen Komposition.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiteres Presse-Echo zu „A House of Call“: „Der Geist der Avantgarde – Parteilich und offen“

Nach der Aufführung in Hamburg erschien in der Tageszeitung Junge Welt eine doppelseitige Besprechung und Würdigung von Stefan Siegert: „Seine Musik ist ohne Frage so ‚eigen‘ wie kaum eine. Goebbels’ Avantgardismus wirft ständig neue Fragen auf, deren Antworten in wieder neuen Fragen bestehen. Jede Note, jedes Wort, jeder Farbton wird umgedreht, es bleibt kein Stein auf dem anderen, erst aus vermeintlichen Trümmern entsteht wirklich Neues. [...] er hat die Stimmen seines imaginären Notizbuchs in der Musik von ‚A House of Call‘ im selben Hegelschen Mehrfachsinn ‚aufgehoben‘, wie es Eisler mit Brecht gelang. Und nicht nur die Stimmen, auch, was sie sagen [...] ist ein Hinweis auf die universelle Perspektive dieses Künstlers.“

'A House of Call'-Aufführung im Prinzregententheater München. Foto: Martin Hangen / ECM
Weitere ausführliche Rezensionen erschienen in Neue Musik Zeitung (Albrecht Dümling), der MusikKritik (Karl Ludwig), und im Münchner Merkur, wo Anna Schürmer die Münchner Erstaufführung als „Ein neuer Klassiker“ feierte.

Für den Bayrischen Rundfunk schrieb Markus Mayer auf BR.de unter dem Titel „Mehr Räterepublik als Orchester“: „Da kommt man also ins Prinzregentheater zur Generalprobe von House of Call und trifft auf ein Orchester, dessen Aufstellung mehr an eine Versammlung von Musikerinnen und Musikern während der Räterepublik erinnert denn an die üblichen Sitzordnungen symphonischer Orchester. Der Anblick des Ensemble Modern verleiht der Bühne jedenfalls prompt die Ausstrahlung eines Labors.“

Adam Olschewski resümierte im Jazzpodium: „Wer Call sagt, meint Response. Der Apparat reagiert auf das gesprochene Wort unmittelbar, reagiert kleingruppig und weitschweifig, zustimmend und bockend, lasch, semi- oder ganz harsch, immer aber spannungsreich und zum Kommenden, dem Ungewissen hin ködernd. Man kämpft und umarmt zugleich. In der ohrenöffnenden, bodenlosen Mixtur steckt locker anberaumte Schlüssigkeit. Die Zuordnungslosigkeit und also ein anarchistischer Gestus haben darin einen prominenten Platz. Ein sinnreiches, vor sich hin berstendes Ereignis.“

„A House of Call“-Konzerte in Hamburg und München

Der Ende August in der Berliner Philharmonie erfolgreich uraufgeführte Orchesterzyklus „A House of Call“ von Heiner Goebbels mit dem Ensemble Modern Orchestra, war nach Konzerten in Köln und Düsseldorf auch in Hamburg und München zu hören. Die – nach der pandemiegerechten Maßgabe eines Schachbrettmusters – ausverkaufte Elbphilharmonie feierte diesen ungewöhnlichen Orchesterabend ebenso wie das Publikum im Prinzregententheater München. Im nächsten Jahr 2022 sind Aufführungen in Amsterdam, Frankfurt und Wien vorgesehen.

 

Heiner Goebbels bei einer Probe im Prinzregententheater München. Foto: Martin Hangen/ECM

 

Heiner Goebbels Mitglied im Kuratorium der Binding-Kulturstiftung

Die Binding-Kulturstiftung, die jährlich den renommierten Binding-Kulturpreis für herausragende kulturelle Leistungen in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet verleiht, berief Heiner Goebbels in das Kuratorium. Goebbels war der Preis bereits 2008 zugesprochen worden. Die Vorstellung des neuen Kuratoriums fand am 30. Oktober in der Paulskirche statt, anlässlich der Verleihung der Kulturpreise 2020 an die Junge Deutsche Philharmonie und 2021 an ID_Frankfurt (Independent Dance and Performance). ID_Frankfurt ist eine gemeinnützige Assoziation freischaffender Künstler*innen, Theoretiker*innen und Vermittler*innen in Choreografie und Performance zur Verbesserung der Arbeitssituation und zur Selbstorganisation. Die Aktivitäten von ID_Frankfurt werden von den Mitgliedern in kollaborativer und solidarischer Arbeitsweise entwickelt und getragen. Alumni der Angewandten Theaterwissenschaften der JLU Gießen waren bereits bei der Gründung beteiligt.

Heiner Goebbels' Kompositionen in Klaipèda, Vilnius und Hradec Krávolé

Für Konzerte auf dem Festival Music of Changes in Klaipèda und dem Gaida Festival in Vilnius nahm das Litauische Nationale Symphonieorchester mehrere Kompositionen von Heiner Goebbels ins Programm. Auch das legendäre tschechische Festival Jazz Goes to Town suchte im 27. Jahr seines Bestehens nach neuen Konstellationen und lud Goebbels am 16. Oktober 2021 zu einem Konzert nach Hradec Krávolé ein, das zum ersten Mal eine Zusammenarbeit des dortigen Philharmonischen Orchesters mit improvisierenden Jazz-Musiker*innen möglich machte. Mit Frank Gratkowski (Bassklarinette), Susana Santos Silva (Trompete) und der schwedischen Sängerin Sofia Jernberg öffnete Heiner Goebbels mehrere seiner Orchesterwerke für musikalisch freie Überschreibungen des komponierten Materials.

 

Sofia Jernberg mit dem Dirigenten Marko Ivanovic und der Filharmonie Hradec Králové. Foto: Lukas Vesely

 

Konzert für ISOE mit Heiner Goebbels im Haus am Dom

 

Heiner Goebbels (Piano) und Gianni Gebbia im Haus am Dom. Foto: ISOE

In einer Festveranstaltung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) am 1. Oktober 2021 wurde Dr. Thomas Jahn als Mitbegründer, langjähriger Leiter und wissenschaftlicher Geschäftsführer des ISOE verabschiedet. Neben Grußworten von Dr. Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, und Prof. Dr. Stephan Lessenich, Direktor des Instituts für Sozialforschung, Frankfurt, konzertierte Heiner Goebbels am Flügel mit dem sizilianischen Saxophonisten Gianni Gebbia mit Improvisationen über Kompositionen von Hanns Eisler im Frankfurter Haus am Dom.

 

 

Konferenz über Prof. Heiner Goebbels in Madrid: „Inaugural Edition of Expanded Theatricalities Chair“ im Museo Reina Sofia

 

 

Museo Reina Sofia. Foto: Heiner Goebbels

Kuratiert vom Museum für zeitgenössische Kunst Reina Sofia (Madrid) und der Forschungsgruppe ARTEA, fand Anfang Oktober eine Konferenz in Madrid statt, die die künstlerischen Arbeiten und Ausbildungskonzepte von Prof. Heiner Goebbels in den Blick nahm. Die Konferenz beinhaltete ein Screening seiner installativen Performance Stifters Dinge, den Austausch mit wichtigen spanischen Künstler*innen, einen Vortrag von Heiner Goebbels, sowie Begegnungen mit Studierenden des Masterstudiengangs ARTEAdessen wissenschaftlich-künstlerischer Anspruch eng verbunden ist mit den Prinzipien des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft der JLU Gießen.

Großes Presse-Echo nach der Berliner Uraufführung von „A House of Call“ für einen „Liederabend ohne physisch anwesende Solosänger“

Nach der vom Publikum begeistert aufgenommenen Uraufführung erschienen zu „A House of Call“ mit dem Ensemble Modern Orchestra unter der Leitung von Vimbayi Kaziboni zahlreiche Kritiken in der Tagespresse.

 

„A House of Call“-Aufführung in der Philharmonie Köln. Foto: Heiner Goebbels
„Denken, träumen – und immer weiter komponieren: Das Ensemble Modern Orchestra unter Vimbayi Kaziboni eröffnet das Musikfest Berlin mit dem wundervollen Antikomponisten Heiner Goebbels. [...] Goebbels reifstes und vollständigstes Meisterwerk.“

Reinhard Brembek, Süddeutsche Zeitung, 1. September 2021

 

„Das Licht erlischt. Und in der Nacht öffnet sich der eigentliche Raum dieser Komposition, zeitlich auf knapp zwei Stunden begrenzt, in seinen Bezügen aber ins Unendliche ausfasernd. [...] Dokumente aus seinem akustischen Notizbuch, die keine Summe ergeben, in der Addition aber jenes offene Netz von Bedeutungen bilden, in dem sich jeder mit der Kontingenz der eigenen Erfahrungen einzurichten hat.“

Gregor Dotzauer, tagesspiegel, 1. September 2021

 

„‚A House of Call‘ is a magnificent new work, worth catching on any of its coming ports of call and surely destined to enter the repertoire.“

Shirley Abthorp, Financial Times, 1. September 2021 

 

„Bei der Uraufführung von ‚A House of Call. My Imaginary Notebook‘ landete er gestern Abend in der Berliner Philharmonie einen umjubelten Wurf. [...] Goebbels viersätziges Opus ist monumental und intim, persönlich und reflexiv, emotional und referenziell. Aber Goebbels nimmt von sich und uns Hörern das bleierne Gewicht von verordnender Gedankenschwere. [...] Der Konzertsaal ist in Goebbels’ Werk ein Forum, wo sich unberührbare Stimmkonserven über das Publikum ergießen und in diesem Glücksgefühle, Fragen, Sehnsüchte auslösen. [...] Dieser Liederabend ohne physisch anwesende Solosänger beinhaltet eine fast anachronistische Spannkraft. Goebbels zwingt koloristisch-spielerische Versatzstücke unter einem großen Bogen.“

Roland Dippel, Neue Musikzeitung, 1. September 2021

 

„Aber was Goebbels daraus in seiner Orchestermusik macht, zeigt seine Meisterschaft ebenso wie seine Sensibilität gegenüber nicht-europäischen Klangkulturen.“

Berthold Seliger, Neues Deutschland, 2. September 2021

 

„Etwa Hundert Minuten Spielzeit ohne Pause. Das hat Dimensionen einer Symphonie von Gustav Mahler. Mit dem hat Goebbels nicht nur die Lust an der Vermischung von Stilen gemeinsam, sondern auch den Sinn für Dramaturgie. [...] Das neue Stück [...] zeigt hier eine politische Seite, die zum Phänomen Stimme gehört, wie Goebbels in seinem enzyklopädischen Ansatz behandelt. Eine Materialsammlung, soeben erschienen im neofelis Verlag, hält erhellende Informationen zu den Aufnahmen bereit und dazu, was der Komponist damit verbindet.“

Clemens Haustein, FAZ, 6. September 2021

 

„A House of Call“-Aufführung in der Tonhalle Düsseldorf. Foto: Heiner Goebbels

„Alles beginnt mit etwas wie einer allgemeinen Unruhe. Dann, nach einer Art Blitzschlag, hat sich das Licht konzentriert. Das Ensemble Modern Orchestra sitzt wie um 90° gedreht auf der Bühne der Philharmonie Köln. [...] Und die Komposition? Viersätzig, mit einem Interludium. Die Satztitel: ‚Stein Schere Papier‘ (wo das thematische Feld des Sisyphos-Mythos als zugespitzte Metapher der eigenen künstlerischen Produktion und der Autor Heiner Müller zentrale Rollen spielen), ‚Grain de la voix‘ (wo gesprochene, gesungene, aufgezeichnete, überlieferte Sprache im Zentrum stehen), ‚Wax and Violence‘ (wo es in einem sehr weiten Sinne um Kolonialismus, Gewalt und historische Schuld geht), ‚When Words Gone‘ (wo Mitteilungsbereiche jenseits von Sprache betrachtet und besungen werden).“

Hans Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau, 8. September 2021

 

Die Rundfunk-Rezensionen, direkt am Abend nach dem Konzert bzw. am Morgen danach, fielen begeistert aus. Uwe Friedrich spricht in „Fazit“, DLF Kultur, von „ganz beeindruckenden, riesigen Assoziationsräumen, die da aufgemacht werden; [...] dass der Titel auf James Joyce verweist, den stream of consciousness: dass man nicht alles verstehen kann, auch gar nicht verstehen soll, sondern sich hineinbegibt in eine quasi Trance, aber immer bei Bewusstsein, denn Heiner Goebbels ist auch ein extrem formbewusster Komponist.“ Kai Luehrs-Kaiser feiert Heiner Goebbels in der Frühkritik des RBB als „großen Unorthodoxen, der sich weder um Atonalitätsvorgaben noch um Dogmen schert, immer noch der Erfrischendste von Allen.“

Zahlreiche Interviews und ein Porträt über Heiner Goebbels

 

Vimbayi Kaziboni bei der Uraufführung zu „A House of Call“. Foto: Astrid Ackermann / Berliner Festspiele

Ein ausführliches Gespräch über „A House of Call“ zwischen Heiner Goebbels und Winrich Hopp, dem künstlerischen Leiter des Berliner Musikfestes und der Reihe musica viva / Bayrischer Rundfunk München, erschien in der Neuen Musikzeitung, in der Beilage des Berliner tagesspiegel, und im Ensemble Modern Magazin. Auch im Feuilleton der FAZ bereitete Winrich Hopp im Gespräch mit dem Musikredakteur Jan Brachmann auf dieses Konzert vor. Im Vorlauf zu dieser Uraufführung gab Prof. Heiner Goebbels zahlreiche Rundfunk-Interviews mit BR Klassik, WDR, RBB, DLF, NDR.

Am 2. September 2021 veröffentlichte DIE ZEIT im Feuilleton ein Porträt des Komponisten von Sinem Kılıç mit dem Titel „Die Stimmen sind das Kostbarste was wir haben“. Ein Interview in Bildern wird demnächst auf der Webseite von br-musica viva mit Fotos von Astrid Ackermann erscheinen. Rainer Nonnenmann veröffentlichte am 6. September 2021 ein Interview mit Heiner Goebbels für den Kölner Stadtanzeiger unter dem Titel „Der Raum zwischen Text und Gesang“.

Heiner Goebbels: „A House of Call. Materialausgabe“: Ein Buch zum Konzert oder ein Konzert zum Buch?

 

Der Komponist und Theatermacher Heiner Goebbels hat in den letzten Jahren auf seinen Reisen, bei zufälligen Begegnungen, Projekten und Recherchen immer wieder Aufnahmen von Stimmen gesammelt. Eigene, eigentümliche Stimmen, die ihn berührt, verstört, begeistert, befremdet haben. Es handelt sich um Stimmen aus ganz unterschiedlichen Kontexten, Klangräumen, musikalischen Traditionen und Sprachen, um volkstümliches Material, Rituale, Literatur, aufgenommen im Verlauf der letzten etwa hundert Jahre. Aus dieser phonographischen Sammlung in einem imaginären Notizbuch ist nun zweierlei geworden:

„A House of Call“ als abendfüllendes Konzert für das Ensemble Modern Orchestra, in dem diese Stimmen oft zum ersten Mal auf einer Konzertbühne zu hören sind und den Ton angeben: Rufe, Aufrufe, Anrufungen, Beschwörungen, Gebete, Sprechakte, Gedichte, Lieder. Das Orchester präsentiert, unterstützt, begleitet sie, antwortet oder widerspricht ihnen – wie in einem säkularen „Responsorium“.

„A House of Call. Materialausgabe“ als Buch, das anhand zahlreicher Dokumente, Texte, Bilder und Quellen versucht, dem auf die Spur zu kommen, was die Stimmen auszeichnet. Etwa die Hälfte dieser Stimmen wurde mit historischen Phonographen auf Wachsmatrizen aufgenommen und ihre Entstehung ist oft ambivalent. Vielerlei Gründe mögen zu den Aufnahmen geführt haben: musikethnologische bzw. musik- und sprachwissenschaftliche Forschungen, soziologische oder anthropologische Interessen.

Die Musik von Heiner Goebbels ist eine direkte Antwort auf die Komplexität und Rauheit der Stimmen, ihre Ausstrahlung und die Geschichte dieser Aufnahmen. Das Buch diskutiert die heterogenen Kontexte ihrer Entstehung und geht z. B. der Frage nach, ob die Stimmen bei Konzerten oder unter fragwürdigen, beispielsweise kolonialen Bedingungen aufgenommen worden sind und was ihre Eigentümlichkeit ausmacht.


Heiner GoebbelsA House of Call. Materialausgabe. Berlin: neofelis. 140 S. mit zahlreichen Abbildungen, Print: 9,00 Euro

ISBN: 978-3-95808-312-7

„A House of Call“ – Uraufführung des neuen Orchesterzyklus von Heiner Goebbels Ende August in der Berliner Philharmonie

 

Heiner Goebbels mit dem Dirigenten Vimbayi Kaziboni bei der Generalprobe. Foto: Astrid Ackermann / Berliner Festspiele

Die bereits für 2020 geplante Uraufführung eines neuen abendfüllenden Orchesterwerks von Heiner Goebbels musste auf den 30. August 2021 verschoben werden und eröffnete damit das diesjährige Musikfest der Berliner Festspiele in der Berliner Philharmonie.

Zeitgleich zur Uraufführung erschien beim Berliner Verlag neofelis der Band „A House of Call. Materialausgabe“. Im Rahmen seiner Georg Büchner-Professur hat Prof. Heiner Goebbels seine Recherchen zu den in der Komposition vorkommenden Stimmen vorangetrieben und in Zusammenarbeit mit der Theaterwissenschaftlerin Dr. Astrid Schenka und mit Unterstützung der JLU als erweitertes Programmbuch zu der kompositorischen Arbeit veröffentlicht.  Eine englische Übersetzung ist in Vorbereitung.

Neben zahlreichen Gästen aus der Kunst- und Kulturszene kamen zur Uraufführung auch Norbert Lammert, ehemaliger Präsident des Deutschen Bundestags, und Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

 

Monika Grütters zwischen Prof. Heiner Goebbels und Christian Fausch, künstlerischer Geschäftsführer des Ensemble Modern; ganz links: Winrich Hopp, künstlerischer Leiter des Musikfestes Berlin und der Konzertreihe musica viva. Foto: Astrid Ackermann / Berliner Festspiele

 

Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía / Madrid

Im Rahmen des Forschungsprogramms The Expanded Theatricalities Chair lädt das nationale Museum für zeitgenössische Kunst Reina Sofia Prof. Heiner Goebbels nach Madrid ein. Für den 8. und 9. Oktober 2021 sind Vortrag, öffentliche Diskussion, Begegnungen mit Studierenden und den Mitgliedern der Forschungsgruppe geplant.

Erste Orchesterproben zur Orchesterkomposition A HOUSE OF CALL

In dem 100 Jahre alten Industriebau Fredenhagen in Offenbach/Main, fanden Mitte Mai bereits erste Orchesterproben mit dem Ensemble Modern Orchestra für den Orchesterzyklus A HOUSE OF CALL von Heiner Goebbels statt. Nach einer Verschiebung von 2020 wird das Auftragswerk nun im kommenden Herbst in mehreren deutschen Konzerthäusern uraufgeführt:
30.8. Philharmonie Berlin - Berliner Festspiele/Musikfest Berlin
6.9. Kölner Philharmonie
7.9. Düsseldorf Tonhalle - Beuys 2021
21.9. Elbphilharmonie Hamburg
28. und 29.9. München, Prinzregententheater - musica viva / Bayerischer Rundfunk
Die Komposition ist ein Kompositionsauftrag von Ensemble Modern, Berliner Festspiele/Musikfest Berlin, Kölner Philharmonie, beuys2021, Elbphilharmonie Hamburg, musica viva/Bayerischer Rundfunk, Wien Modern und Casa da Música. Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen von BTHVN 2020, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Rechtzeitig zu dieser Herbsttournee veröffentlicht Prof. Heiner Goebbels im August beim Berliner Verlag neofelis seine umfangreichen Recherchen zu den historischen phonographischen Aufnahmen, die in dieser Komposition zu hören sind. Titel: A House of Call - Materialausgabe                                                 

Probe mit dem Ensemble Modern Orchestra in Fredenhagen/Offenbach (Foto HG)

                                 


Großes Presse-Echo zur Eröffnungspremiere der Wiener Festwochen mit Liberté d'action

Als fulminanten ersten Bühnenabend feierte Florian Baranyi den Abend im ORF und verortete sie im Maschinenraum Nachkriegseuropas:
David Bennent in Liberté d'action (Foto Helge Krückeberg/Kunstfestspiele)
„Der deutsche Theatermacher Heiner Goebbels und der Schweizer Schauspieler David Bennent haben den Festwochen am Donnerstag einen fulminanten ersten Bühnenabend im Wiener MuseumsQuartier beschert. Neben präparierten Klavieren und einem Bühnenbild, das an einen Maschinenraum der Nachkriegszeit gemahnte, stachen an diesem Abend die Texte des französischen Autors und Malers Henri Michaux hervor.“ [...] Bennents Figur führt zwischen Oszilloskop, Mikrofonen und Tonbandgerät eine spielerische Selbsterkundung vor, an deren Ende man stets – angelegt oder nicht – die Begleitumstände der CoV-Pandemie erkennt. Da sinniert einer über die Sinnlosigkeit des Reisens, beobachtet dabei die Amplituden seiner eigenen Stimme und redet sich ein, dass er die Welt da draußen nicht brauche. Oder er vermittelt seine Alpträume, wenn der die Nacht als „kubischen Raum“ beschreibt.

In der österreichischen Tageszeitung Der Standard“ schrieb Ljubisa Tosic am 4. Juni 2021 über „Heiner Goebbels’ szenische Dreiecksbeziehung
„Seine sprachmusikalische Dreiecksbeziehung Liberté d’action hat der deutsche Komponist und Regisseur Heiner Goebbels nicht explizit in Hinblick auf Corona und Lockdown konzipiert. Der Zusammenprall der Premiere bei den Wiener Festwochen mit der noch nicht wirklich aus dem Bewusstsein verschwundenen kollektiven Erfahrung (von Rückzug und Isolation) hebt sein szenisches Konzert allerdings auch in den Rang einer aktuellen Reflexion über die Konfrontation des Individuums mit sich selbst.“ [...] „Seine Aktionen sind die einer Robinson-Existenz, welche nur mit ihrem Schatten zu sprechen scheint. Bennent ist die enigmatische Figur im Selbstgespräch, welche die Einrichtung ihres Aktionsraums permanent umgruppiert. Freiheit des Handelns nimmt hier denn auch nur die Form einer zwanghaften Selbstbeschäftigung an.“
Die Salzburger Nachrichten titelten am 5. Juni 2021 Heiner Goebbels lässt bei den Festwochen die Sprache tanzen
„Erst durch die somit gesteigerte Intensität und das Zusammenspiel von Text, Musik und Licht entsteht eine Art Ballett, in deren Mitte sich Bennent vollends entfalten kann. Der Schauspieler weiß in dieser fast gänzlich handlungsbefreiten Welt durchaus Schwerpunkte zu setzen, die auf den nächsten Handgriff, auf den nächsten Schritt gespannt warten lassen – selbst wenn die eigentliche Aktion dann wieder verpufft und die Worte schon längst beim nächsten assoziativen Thema gelandet sind.“
Ein perfektes Gesamtkunstwerk nannte Peter Jarolin die neue Arbeit im Kurier.
„Wie eine kostbare Perlenkette reihen sich die einzelnen Juwele aneinander. Präzise und faszinierend. Nein, verstehen muss und soll man das Ganze nicht. Jedem Besucher steht es bei Goebbels frei, sich seinen eigenen Reim zu machen, sich seine eigene Geschichte zu erschaffen. Die Sprachschätze aber, sie bleiben. Sohst jedoch werden die Grenzen prerfekt überwunden. Wort und Ton, Bild und Bühne, Licht und Dukelheit, Darstellung und Publkumsrezeption verschmelzen zu einer Einheit, zu einem Gesamtkunstwerk, das mehr Fragen stellt, als Antworten gibt.
Ist das nicht auch eine Aufgabe der Kunst? Ja, wenn sie so aussieht, definitiv!“
Walter Weidinger in Die Presse: „Hier wird nicht argumentiert, hier werden in musikalischer Manier Stimmungen gemalt. Goebbels beherrscht das Timing im Großen wie im Kleinen, er weiß genau, wann er nach der Einleitung vom ersten Allegro in ein Adagio ohne Stimmsolisten übergehen muss, wie er diesen dann zurück ins ruhige Geschehen holt, wie die Beiträge der Klaviere und des Sprechers in Klang und Stimmung zu wechseln haben, um die Spannung aufrecht zu erhalten.“
Die nächsten Aufführungen von Liberté d'action sind für den kommenden Herbst geplant:
Am 5. September 2021 Berliner Festspiele/Musikfest Berlin im Haus des Rundfunks (großer Sendesaal) an der Masurenallee und Mitte November mit drei Vorstellungen im Théâtre National du Luxembourg.

David Bennent in „Liberté d’action“. Foto: Nurith Wagner Strauss/Der Standard




Heiner Goebbels eröffnet die Wiener Festwochen und Kunstfestspiele Herrenhausen

Liberté d'action Open Air in den Herrenhäuser Gärten. Foto: Helge Krückeberg/Kunstfestspiele
Zwei wichtige europäische Festivals für zeitgenössische Musik, Kunst und Performing Arts - die Kunstfestspiele Herrenhausen und die Wiener Festwochen - eröffneten in diesem Frühjahr ihr Programm mit der neuen Musiktheaterproduktion Liberté d'action von Heiner Goebbels. Die Uraufführung in Hannover musste wegen der Corona Auflagen Ende Mai noch outdoor stattfinden und wurde erfolgreich auf einer kurzfristig dafür errichteten Open Air Bühne präsentiert. Die Aufführungen in Wien fanden Anfang Juni im Museumsquartier statt. 




In der „Hannoverschen Allgemeinen“ schrieb Stefan Arndt am 29. Mai 2021 unter der Überschrift „In der Dazwischenzeit“ zur Uraufführung:
„[...]Faszinierend ist der Umgang des Schauspielers mit der Sprache: Bennent artikuliert die deutschen und französischen Wörter mit kristalliner Klarheit und bewahrt sich im Sprechen doch stets einen Abstand zum Gesagten: Bei ihm schwingt oft ein Staunen mit über das, was er selbst hervorgebracht hat. Der Text bekommt so etwas Leuchtendes, eine Bedeutung, die über den Wortsinn hinausreicht. [...] Goebbels hat eine Klangwelt erschaffen, die vollständig eigenen Gesetzen gehorcht. Es ist, als entfalte sie sich weniger in der Zeit alsvielmehr im Raum.: Die Klänge wirken fast dreidimensional [...] Der ganze Abend ist schwer zu erfassen, nicht weil die Dinge so komplex, sondern im besten Sinne eigenartig sind. Oberflächliche Schönheit gibt es selten, doch fühlt man bald, daß die Konfrontation mit der fremden Eigenart inspirierend sein kann. Liberté d'action [...] spricht nicht vom Offensichtlichen, sondern von dem Dazwischen.“

In einem KunstFestSpiele Talk sprach Friederike Westerhaus dazu mit Heiner Goebbels.

Verlängerung der Georg Büchner-Professur und Veröffentlichung der Antrittsvorlesung

Die zwischenzeitlich vergriffene Anthologie „Ästhetik der Abwesenheit“ von Prof. Heiner Goebbels liegt nun in einer erweiterten Neuauflage beim Verlag „Theater der Zeit“ wieder vor. Neben mehreren neuen Texten, Vorträgen und Gesprächen enthält der Band auch eine bearbeitete Fassung der Antrittsvorlesung zur Georg Büchner-Professur, die Heiner Goebbels im April 2018 im Biologischen Hörsaal gehalten hatte. Außerordentlich erfreut ist er über die Verlängerung der Seniorprofessur, die ihm die Möglichkeit gibt, seine künstlerischen Forschungsprojekte  fortzuführen, die während der Pandemie durch die Verschiebung von Uraufführungen und Konzerten ausgesetzt werden mussten.

 

Heiner Goebbels. Foto: GEMA / Kevin Riedl


 

Beitrag von Heiner Goebbels zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys

Für die Publikation beuys 2021. 100 jahre joseph beuys, die sich programmatisch den Aktivitäten zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys widmet und im Mai 2021 im Steidl Verlag erscheinen wird, verfasste Heiner Goebbels einen Beitrag, der Verbindungslinien seiner Komposition „A House of Call“ zu Werkaspekten des wichtigen deutschen Künstlers Joseph Beuys ausleuchtet. „A House of Call“ wird im Rahmen von beuys 2021 am 7. September 2021 in der Düsseldorfer Tonhalle zu hören sein.

Laudatio für Susann Maria Hempel

Für den Berliner Kunstpreis, der traditionsgemäß vom regierenden Bürgermeister der Stadt verliehen wird, verfasste Heiner Goebbels als Mitglied der Jury die Laudatio für die experimentelle Medienkünstlerin Susann Maria HempelDie Preisverleihung konnte nur online stattfinden.

Komposition von Heiner Goebbels von France Musique ausgewählt

Eine Komposition von Heiner Goebbels, die neben Werken von Philipp Glass und Éliane Radigue auf der CD des bretonischen Bagpipe-Virtuosen Erwan Keravec erschienen ist, wurde von „France Musique“ für ihre Sendung „Carrefour de la création collaboratif en soutien à la musique contemporaine“ ausgewählt.

Schweizer Tageszeitung kürte Heiner Goebbels' Musiktheaterproduktion

Die Schweizer Tageszeitung Le Temps“ kürte „Eraritjaritjaka - Museum der Sätze“, eine preisgekrönte Musiktheaterproduktion von Heiner Goebbels mit Texten von Elias Canetti, zu den „20 shows of the 21st century.

Arbeit im Neuen Theaterlabor der JLU

Seit dem Ende seiner Lehrtätigkeit am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft hat Prof. Heiner Goebbels im Wintersemester 20/21 zum ersten Mal wieder ein szenisches Projekt für die Studierenden der ATW angeboten. Mit dem Titel „Der Raum hat mich angehustet“ fanden zur Vorbereitung in einem vom ZMI bereitgestellten Besprechungsraum seit November 2020 mehrere Online-Sitzungen statt, bevor die Versuche zum Medienwechsel in der ersten März-Hälfte 2021 im Neuen Theaterlabor in kleinen Gruppen künstlerisch praktisch fortgesetzt wurde. Auf die gebotene Distanz und generelle Maskenpflicht wurde geachtet und die Gruppengrößen entsprachen den Vorgaben zum Umgang mit dem Coronavirus an der JLU. Prof. Goebbels konnte damit auch zum ersten Mal im neu gebauten Theaterlabor unterrichten und war nicht nur von den neuen technischen Möglichkeiten dieser hervorragend ausgestatteten Probebühne beeindruckt, sondern auch von den vielfältigen künstlerischen Ergebnissen der Studierenden. Insgesamt entstanden im Rahmen dieses szenischen Projektes mehr als zehn Installationen, Performances, 3D-Animationen, Videos und Filme. Für die meisten Teilnehmer*innen der ATW war das seit 12 Monaten die erste Möglichkeit eines szenischen Projektes in Präsenz, die für die gemeinsamen künstlerischen Projekte und kritischen Diskurse darüber unverzichtbar ist.

Neues Bühnenstück: Premiere schon im Mai 2021

Probe mit David Bennent. Foto: Sóley Sigurjónsdóttir

Das von dieser Rundfunkarbeit inspirierte szenische Konzert Liberté d'action wird von Heiner Goebbels zur Zeit am „Théâtre National du Luxembourg“ mit dem Schauspieler David Bennent und den beiden Pianisten des Ensemble Modern vorbereitet. Heiner Goebbels ist dabei nicht nur für die Stückfassung, Komposition und Regie verantwortlich, sondern auch für Licht und Bühne.

Während der ersten Proben erschien dazu am 26. Februar 2021 in der führenden Luxemburger Tageszeitung „Luxemburger Wort unter dem Titel „Stimme, Klänge, Bilder, Räume ein ganzseitiges Interview mit Heiner Goebbels.
Das Stück wird zur Eröffnung der Kunstfestspiele Herrenhausen Mitte Mai 2021 zur Uraufführung kommen und Anfang Juni 2021 bei den Wiener Festwochen gastieren. Beide Festivals sind ebenso Koproduzenten dieser Arbeit.

Großes Presse-Echo zur Ursendung des Hörstücks „Gegenwärtig lebe ich allein“

Die Ursendungen des neuen Radio-Hörstücks von Heiner Goebbels' Gegenwärtig lebe ich allein bei den beiden koproduzierenden Sendern SWR2 und DLF Kultur wurden Anfang Januar 2021 in mehreren deutschen Tageszeitungen von einem großen und ausführlichen Presse-Echo begleitet – mit Rezensionen in der FAZ, der FR, der Süddeutschen Zeitung, der Tageszeitung und den epd-Medien.
Hier einige Auszüge:
Heiner Goebbels hat sein Publikum stets geehrt, indem er ihm ästhetisch nicht entgegenkam. Somit ist auch dieses Hörstück in neun Bildern eine überaus komplexe Komposition [...] das Werk schlicht Hörstück zu nennen, gehört zu jenen Untertreibungen von Goebbels, die aus skeptischer Selbstüberprüfung resultieren.
Wolfgang Sandner, FAZ 7.1.21

Natürlich ist diese immense akustische Beweglichkeit Resultat der genau durchdachten Tonmischung, mit der Goebbels sein Spiel aus Worten und Musik, Geräuschen und Gedanken in den endlosen Radioraum schickt.
Gaby Hartel, die Tageszeitung 7.1.21

Zwischen Klavier und Stimme gibt es ein Gleichgewicht und kein illustratives, sondern ein interaktives Verhältnis.
Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau, 7.1.21

Eine Kompositionsarbeit in doppeltem Sinn ist das, weil Goebbels dafür die Musik erdacht und eingespielt hat, und weil er sich die fremden Texte angeeignet und in eine neue Ordnung, einen neuen Zusammenhang gebracht hat. [...] Als Hörer wird man neugierig auf diese Michaux'sche Nacht, will sich gemeinsam mit dem Ich-Erzähler in ihr herumtreiben, einen Blick von ihr erhaschen – auf der Suche nach Wundern und Wahrheiten, die sich den Realitäten des Tages entziehen. Will sich in Gefahr begeben.
Stefan Fischer, Süddeutsche Zeitung, 7.1.21

Anders als Goebbels’ bisherige Arbeiten basiert „Gegenwärtig lebe ich allein ...“ auf radikal reduziertem Material: „Ein Autor, eine Stimme, ein Klavier“. [...] Mit bewusster und einleuchtender Konsequenz pflegt der Komponist hingegen nun [...] eine für ihn neue Reduktionskunst.
Eva-Maria Lenz, epd-Medien 15.1.21

Zwei ausführliche Interviews mit Heiner Goebbels über seinen Arbeitsprozess waren den Ursendungen vorausgegangen.
In der FAZ mit Eva-Maria Magel am 2. Januar 2021 finden Sie hier
Auf SWR online mit Manfred Hess, dem Hörspiel-Chefdramaturgen des SWR, finden Sie hier.

Von der ARD wurde das Hörstück inzwischen für den europäischen Wettbewerb Prix Italia nominiert, die älteste und bedeutendste internationale Auszeichnung für Radio, Fernsehen und Internet. Heiner Goebbels hatte diese Auszeichnung bereits drei Mal erhalten, in den Jahren 1985, 1992 und 1996.

Heiner Goebbels mit dem GEMA Musikautorenpreis 2021 ausgezeichnet

Heiner Goebbels. Foto: GEMA/Kevin Riedl

Die Jury des 12. Musikautorenpreises der GEMA hat in diesem Jahr Heiner Goebbels den Preis in der Kategorie Musiktheater verliehen. Die Jury begründete die Entscheidung wie folgt: Sein melodisches und rhythmisches Gespür bilden ein starkes Fundament, auf dem gleichermaßen Emotionalität, Haltung und Menschlichkeit zum Ausdruck kommen. Er hat dabei die Wahrnehmung des Publikums beständig herausgefordert.

 

Heiner Goebbels im Gespräch bei der Preisverleihung.

Liberté d'Action - ein neues Bühnenstück von Heiner Goebbels - Uraufführung im Mai 2021

Der Schauspieler David Bennent bei einer Probe zu Liberté d'Action im Théâtre National du Luxembourg, Foto: Soley Sigurjonsdottir

Ausgehend von dieser Hörspielarbeit erarbeitet Heiner Goebbels auch ein szenischen Konzert, dessen Uraufführung für kommenden Mai geplant ist. In einem Interview mit dem SWR Hörspiel Redakteur Manfred Hess begründet er diesen Medienwechsel so: "Vielleicht kann ich versuchen den Prozess sichtbar zu machen, auf welche Weise in den Klavieren die Klänge produziert werden, wie Stimmen und Instrumente ineinander verzahnt sind und miteinander interagieren; und dass auch auf der Bühne Alternativen zu einer Verkörperung und Identifizierung möglich sind. Das heißt eben nicht, die Texte von Henri Michaux zu illustrieren, sondern sie den Zuschauenden auch visuell zu öffnen für eigene innere Bilder. Dieser Plan entsteht gerade im Théâtre National in Luxembourg, und das Ensemble Modern wird mit von der Partie sein."

Zahlreiche Aufführungen und Gastspiele von Heiner Goebbels wegen Covid-19-Pandemie abgesagt

Wie alles in diesen Wochen mussten auch zahreiche Aufführungen und Gastspiele von Prof. Heiner Goebbels im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie abgesagt werden: Konzerte beim MaerzMusik-Festival für Zeitfragen (Berliner Festspiele) beim AngelicA Festival Internazionale di Musica in Bologna, Theateraufführungen von Everything That Happened and Would Happen bei den Wiener Festwochen. Für Mai war die Wiederaufnahme seines Musiktheaterstücks Schwarz auf Weiß mit dem Ensemble Modern im Bockenheimer Depot, Frankfurt, geplant, in deren Zentrum mit der Stimme Heiner Müllers eine Parabel von Edgar Allen Poe zu hören ist: Das Jahr war ein Jahr des Schreckens gewesen und der Empfindungen, die noch stärker sind als die Schrecken, für die es auf Erden keinen Namen gibt. Denn viele Zeichen und Wunder waren geschehen, und fern und nah, über Meer und Land, hatten sich die schwarzen Schwingen der Pest ausgespannt.“ Auch dafür muss davon ausgegangen werden, dass die bereits ausverkauften Vorstellungen nicht stattfinden können, auch wenn offizielle Absagen noch nicht ausgesprochen sind. Über mögliche Ausweichtermine im Winter oder im nächsten Jahr wird im nächsten Newsletter informiert.

„Schwarz auf Weiß“. Foto: Christian Schafferer


Auch die für Mitte April geplanten Vorstellungen des Stückes Макс Блэк или 62 способа подпереть голову рукой (zu Deutsch Max Black oder 62 Arten den Kopf mit der Hand zu stützen) am Electrotheater in Moskau mussten ausfallen; stattdessen hat das Theater vom 13. bis 17. April 2020 eine 6-teilige Reihe von Videostreamings von und mit Heiner Goebbels ins Programm genommeneinen Vortrag am Electrotheater; ein Gespräch Zur Kritik der Repräsentation und Narrativität im Theater, zusammen mit dem Intendanten Boris Yukhananov, die Präsentation der russischen Ausgabe des Buches von Heiner Goebbels "Ästhetik der Abwesenheit,  ein Komponistengespräch über “Action as Music” zwischen Heiner Goebbels und den russischen Kollegen Alexander Manotskov und Vladimir Gorlinsky, eine Publikumsdiskussion zu Max Black, or 62 Ways of Supporting the Head with a Hand- sowie einen kompletten Videomitschnitt des Musiktheaterstückes nach Texten von Lichtenberg, Valery, Wittgenstein und Max Black.

Der Schauspieler Alexander Panteleev in „Max Black“. Foto: Olympia Orlova

 

 

(07.05.2020, Komla Digoh)


Vita

Vita

Vita

Professor Dr. h.c. Heiner Goebbels ist Komponist und Theatermacher und lebt seit 1972 in Frankfurt/Main, wo er an der Johann Wolfgang Goethe Universität ein Diplomstudium in Soziologie und an der Hochschule für Musik und darstellene Kunst mit Staatsexamen ein Musikstudium abgeschlossen hat. Von 1999 bis 2018 war er Professor für Künstlerische Praxis am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, das er als Geschäftsführender Direktor von 2003 bis 2011 geleitet hat, von 2006 bis 2018 stand er als Präsident der Hessischen Theaterakademie vor. Sein künstlerisches Oeuvre umfasst Szenische Konzerte, Hörstücke, Kompositionen für Ensemble und großes Orchester. Aber auch Klang- und Video-installationen, z.B. bei der Documenta 1987 und 1997, am Centre Pompidou, Paris 2000, in London 2012, Lyon 2014, Dresden 2016, Moskau 2017 und viele andere. Seit Beginn der 90er Jahre bilden Musiktheaterwerke den Schwerpunkt seiner Arbeit. Zahlreiche CD Produktionen sind bei ecm-records erschienen, seine Anthologie "Ästhetik der Abwesenheit" wurde in mehrere Sprachen übersetzt und er wurde mit zahlreichen internationalen Hörspiel-, Theater- und Musikpreisen ausgezeichnet: Prix Italia, Europäischer Theaterpreis, International Ibsen Award u.v.a.. 2003 war  er Composer in Residence beim Lucerne Festival, 2010 Artist in Residence an der Cornell University Ithaca. Er ist Mitglied mehrerer Akademien, Honorable Fellow des Dartington College of Arts und der Central School of Speech and Drama, London; Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin (2007/08) und von 2012-2014 war er Intendant der Ruhrtriennale – International Festival of the Arts.

Publikationen

Publikationen

Monographien

- POLIFONIA & CONTRAPONTO Heiner Goebbels Conferênces de Lisboa Lisboa, Portugal (2019)

- Aesthetics of Absence, London, Routledge, 2015

- Эстетика отсутствия / ТЕКСТЫ О МУЗЫКЕ И ТЕАТРЕ

- Texts on Music and Theatr, Moscow 2015

- Przeciw Gesamtkunstwerk, Anthology, Krakow, 2015

- Aesthetik der Abwesenheit, Berlin, Theater der Zeit, 2012

- Komposition als Inszenierung, Berlin, 2002

Aufsätze

- On Aesthetic Experience As Anachronic Experience in: Paolo de Assis and Michael Schwab (ed.): Futures of the Contemporary - Contemporaneity, Untimeliness and Artistic Research, Leuven University Press, S. 85-95 2019

- "Dass es eine Sprache gibt, worin sich die Dinge weder zeigen noch verbergen" in: Julia Kiesler und Claudia Petermann (Hg.) Praktiken des Sprechens im zeitgenössischen Theater, Berlin, S. 41 - 53 2019

- ¿ Investigación o técnica? Nueve tesis sobre el futuro de una educación para las artes escénicas in: post(s, Vol. 5 Núm. 1 (2019); Universidad San Francisco de Quito, Ecuador https://doi.org/10.18272/post(s).v5i1

- In der Nähe der Fehler liegen die Wirkungen (Bertolt Brecht). In: Wolfgang Gratzer / Christoph Lepschy (Hg.): Proben-Prozesse. Über das Entstehen von Musik und Theater, Freiburg/Berlin/Wien 2019, S.71-84.

- Диалог о театре. 'Dialog über das Theater' zwischen Ludmila Bakshi und Heiner Goebbels, erschienen in: Proscenium, No. 3-4, Moskau 2018, S. 98-107.

- Estetica dell'assenza – come tutto ebbe inizio. Übersetzt von Giulia Tonucci, in: TEATRI DEL SUONO a cura di Enrico Pitozzi, Culture Teatrali, Studi interventi a scritture sullo spettacolo, 27, Annale 2018, S. 10-18.

- Des voix singulières – À propos du travail sur "I went to the house but did not enter". Aus dem Deutschen übersetzt von Aleksi Barrière und Isabelle Kranabetter, in: Alternatives théâtrales: Théâtre Musique – Variations contemporaine #136, November 2018.

- Theater als Erfahrung - Die Editorials 2012 / 2013 / 2014 in Guido Hiß u.a.: DAS THEATER DER RUHRTRIENNALE - Die ersten sechzehn Jahre, Oberhausen 2018 S.266 - 274.

- Notes sur un théâtre, „ou les choses ne se montrent ni ne se cachent“ sur Maurice Blanchot in: Maurice Blanchot Colloque de Genève „La Littérature encore une fois“ Edition Furor, Genève 2017, p.25-40.

- The Sound of Things in: sonic thinking. a media philosophical approach, New York, 2017.

- Estética da ausência questionando pressupostos básicos nas artes performativas Questao de Critica Tradução de Rodrigo Carrijo. Colaboração de Rob Parker. Revista Questão de Crítica, Vol. VIII, n° 66, dezembro de 2015. ISSN: 1983-0300 http://www.questaodecritica.com.br/2015/12/estetica-da-ausencia/.

- When I want an actor to cry, I give him an onion Methods for Acting.... in: Elisabeth Leinslie, Anette Therese Pettersen (ed.) THE OTHER EYE, Norway, 2015, P.87-99.

- Auf dem Weg zu einem Drama der Wahrnehmung Zur Übersetzung nichtdramatischer Literatur in die Elemente der Bühne in: Pia Janko und Teresa Kovacs „Postdramatik“ Reflexion und Revision, Wien 2015, S.331-341.

- Badacz czy rzemieślnik? (research or craft) Dziewięć tez na temat kształcenia przyszłych artystów sztuk performatywnych teatr-pismo http://www.teatr-pismo.pl/przestrzenie-teatru/613/badacz_czy_rzemieslnik_dziewiec_tez_na_temat_ksztalcenia_przyszlych_artystow_sztuk_performatywnych/

- Zeitgenössische Kunst als Institutionskritik Positionen. Texte zur aktuellen Musik, 2013.

- Un laboratoire pour le théâtre de l'avenir Sur l'institut d'études théâtrales appliquées de l'université Justus Liebig de Giessen Théâtre National La Colline, Paris, 2012.

- Eine riesige Holzpistole (DE) in: Annemarie Matzke, Christel Weiler, Isa Wortelkamp (Hg.): Das Buch von der Angewandten Theaterwissenschaft, Berlin 2012, S.53-68.

- „A Museum for Our Perception“ A Conversation by Aleksandra Jovicevic with Heiner Goebbels in: I Modi della regia nel nuovo millenio / Bioblioteca teatrale,BT 91-92 (luglio-dicembre 2009),Roma, p.107-122.

- Quello che non vediamo ci attrae - Quattro tesi su Call Cutta der Rimini Protokoll in: I modi della Regia vel nuovo millenio / Biblioteca teatrale (BT 91-92), Roma, P.291-301.

- Time is crucial In: Practices of Experimentation - Research and Teaching in the Arts Today,Zürich, University of the Arts,p.186-195.

- Time is crucial In: Praktiken des Experimentierens - Forschung und Lehre in den Künsten heute,Zürich, Universität der Künste,S.190-199.

- „It's all part of one concern“ A 'Keynote' to Composition as Staging in: Matthias Rebstock, Composed Theatre - Aethetics, Practices, Processes, Bristol/Chicago, 2012, S.111-120.

- Forschung oder Handwerk Neun Thesen zur Zukunft der Ausbildung für die darstellende Künste Theater der Zeit in: Mackert, Goebbels, Mundel: Heart of the City, Recherchen zum Stadttheater der Zukunft, Berlin 2011, S. 70-74.

- Peculiar Voices translated by Susanne Winnacker The Drama Review (US) volume 55, Nr. 1, Spring 2011, p.46 - 51.

- Ein irritierendes Vergnügen in: Marion Tiedtke und Philipp Schulte (Hg.): Die Kunst der Bühne - Positionen des zeitgenössischen Theaters, Berlin 2011,S. 67-75.

- Aesthetics of Absence (EN) Questioning Basic Assumptions in Performing Arts In: Sara Arrhenius and Magnus Florin (Eds.): Scene Shifts, Stockholm, 2011, p. 76-87. Also in Swedish in the same publication: Frånvarons Estitik: ett ifrågasättande av scenkonstens grundförutsättingar. In: Sara Arrhenius and Magnus Florin (Eds.): Scenväxlingar, Stockholm 2011, p. 77-87.

- Wenn ich möchte, daß ein Schauspieler weint, geb' ich ihm eine Zwiebel (DE) in: Stegemann, Bernd - Lektionen 3 Schauspielen - Theorie, Berlin 2010, S. 227-234 und in: Wirkungsmaschine Schauspieler, Alexander Verlag Berlin. 2011, S.64-71

- „Aesthetics of Absence: Questioning Basic Assumptions in Performing Arts“ Cornell Lectures on Contemporary Aesthetics http://www.arts.cornell.edu/igcs/aesthetics.htm 9 March 2010.

- Real time in Oberplan Zur Arbeit an „Stifters Dinge“ in: Dirck Linck, Michael Lüthy, Brigitte Obermayr, Martin Vöhler (Hg.): Realismus in den Künsten der Gegenwart, Zürich 2010, S. 74-82. in: Gerald Siegmund, Petra Bolte-Picker (Hg.) Subjekt: Theater, S. 273 - 284.

- Das Hören und Sehen organsisieren Hg. Nicole Gronemeyer, Bernd Stegemann (Hrsg.): Lektionen Regie 2, Berlin 2009, S.58-66.

- HEINER MÜLLER VERSPRECHEN in: Nikolaus Müller-Schöll, Heiner Goebbels (Hrsgb): HEINER MÜLLER SPRECHEN, Berlin 2009, S. 282-287 1 January 2009.

- Mindestens schwer verzweifelt Ein Essay über den Umgang mit der Stimme im zeitgenössischen Musiktheater in: Theater der Zeit, 1/2009, Berlin, S.24-27 in: Österreichische MUSIKZEITschrift, 5/2009, Wien, S. 14-19 in: Der Blaue Klang, Hofheim 2010, S.91-98 in: The Drama Review, NY, USA T 209 („Peculiar Voices“) in: Martina Groß / Patrick Primavesi (Hrsgb): Lücken sehen, Heidelberg 2010, S. 285-291.

- Theater als Museum oder Labor Eine Rede anlässlich des Symposiums „Neue Theaterrealitäten“ beim Körber Studio Junge Regie 2008 in Hamburg Theater der Zeit, 6/2008 Berlin, S. 18-21.

- „Eigensinn zeigen“ edition Körber Stiftung, Hamburg 2008, S.65-68.

- „What we don't see attracts us“ in: Experts of the Everyday. The Theatre of Rimini Protokoll, Hrsgb. Miriam Dreysse und Florian Malzacher, Berlin 2007, S.118-127.

- „Was wir nicht sehen zieht uns an“ Vier Thesen zu Call Cutta. in: Experten des Alltags. Das Theater von Rimini Protokoll, Hrsgb. Miriam Dreysse und Florian Malzacher, Berlin 2007, S.118-127.

- Statement zu "Theater und Ästhetische Bildung“ Dramaturgie, Zeitschrift der Dramaturgischen Gesellschaft S.10/11.1/2007.

- „Von der Unabhängigkeit der Mittel“ Heiner Goebbels über den V-Effekt, das Musiktheater and the game behind the game in: Brecht frißt Brecht - Neues episches Theater im 21. Jahrhundert, Hrsgb. Frank-M. Raddatz, Berlin 2007, S.123-135.

- Ein synergetisches Ausprobieren Heiner Goebbels über kollektive Kreativität, Inspiration und Inszenierungsprozesse, befragt von Wolfgang Schneider in: „Kollektive Kreativität“ - Jahrbuch für Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis 2006, Hrsg. Stephan Porombka, Wolfgang Schneider, Volker Wortmann, Tübingen 2006.

- „Der Raum als Einladung - der Zuschauer als Ort der Kunst“ Vortrag beim Symposium „Topos Raum“ in der Akademie der Künste, Berlin, November 2004 in: TOPOS RAUM - die Aktualität des Raumes in den Künsten der Gegenwart, Berlin / Nürnberg 2006, S.255-272.

- „Manches merkt man sich bloß, weil es mit nichts zusammenhängt“ Fragen beim Bau von Eraritjaritjaka Möglichkeitsträume - Zur Performativität von sensorischer Wahrnehmung, Hrsgb.Christina Lechtermann, Kirsten Wagner, Horst Wenzel Berlin 2007, S.141-152.

- „Ich wollte doch nur eine Erzählung machen (DE) Jean Luc Godard als Komponist“ in: Aufbrüche. Theaterarbeit zwischen Text und Situation. Berlin, 2004.

- Tonspur Radioraum (DE) Opening lecture for the „Hoerspieltage“ at the Academy of Arts in Berlin Die Wochenzeitung (CH) Radio-Kultur und Hör-Kunst. Würzburg, Königshausen & Neumann, 2001, S.309-311. Deutsche Akademie der Darstellenden Künste [Hrsg.]: Seismographie des Hörspiels, München, 2017, S. 67-70 11 December 1997.

- Das Sample als Zeichen Lecture for: '3. Internationale Tagung fuer Improvisation', Luzern 1996 MusikTexte 1997.

- L'échantillon comme signe Lecture for: '3. Internationale Tagung fuer Improvisation', Luzern 1996. French translation of „Das Sample als Zeichen“ in: 'De la différence des arts', Ircam, Paris 1997 1997.

- Text as Landscape With the qualities of libretto, even if unsung. English translation of „Text als Landschaft“ Performance Research (US) in: Performance Research 2 (Routledge 1997).

- Le texte comme paysage French translation of „Text als Landschaft“ Performance Research (US) in: 'De la différence des arts', Ircam, Paris 1997.

- Text als Landschaft (Libretto-Qualitaet, auch wenn nicht gesungen wird) Neue Zeitschrift für Musik Kulturradio - Erinnerungen und Erwartungen (editors: Gert Haedecke, Pahl-Rugenstein, 1996) March/April 1996.

- Gegen das Verschwinden des Menschen Zum Tode des Schriftstellers Heiner Mueller Die Wochenzeitung (CH) 5 January 1996.

- Prince and the Revolution Die Wochenzeitung (Zuerich, No. 7, February 1989, p.17/18) Argument (No. 175, May 1989) Kopfbahnhof (Leipzig), May 1989 Die lachenden Aussenseiter (Zuerich 1993) Revolution und Avantgarde in der Musik (Seminarbeitraege zu den Kasseler Musiktagen 1988, Kassel 1989).

- Expeditionen in die Textlandschaft in: Heiner Mueller Arbeitsbuch (Edition Hentrich, Berlin 1988)

- Der Kampf gegen die Phantasie- und Geschmacklosigkeit als primäre politische Aufgabe (DE) in: „but I like it“. Jugendkultur und Popmusik; Hrsg. Peter Kemper, Thomas Langhoff und Ulrich Sonnenschein Reclam, Stuttgart 1998 in: ROCK SESSION (Band 7) Reinbek bei Hamburg 1983.

Karl Georg Büchner

Karl Georg Büchner

Georg Büchner (1813-1837): Dramatiker, Autor von Gedichten und Prosa, Mediziner, Naturwissenschaftler, Revolutionär

Nur knapp ein Jahr lebte Büchner, zwanzigjährig, in Gießen, doch dieses Jahr sollte zu der Phase in seinem Leben werden, in der er seine politischen Überzeugungen am pointiertesten formulierte und in der er diese Überzeugungen am konsequentesten in politisches Handeln umsetzte. Gießen war in jener Zeit ein Zentrum der oberhessischen Oppositionsbewegung und Büchner schloss sich nach wenigen Monaten den konspirativen Kreisen im Kampf gegen Unfreiheit und Staatswillkür an. Seine politischen Ziele sind kompromisslos: Er will die Republik als Staatsform freier und gleichberechtigter Individuen und eine radikale Veränderung der sozialen Verhältnisse. Mit seiner Gründung der geheimen „Gesellschaft der Menschenrechte“ und seinem Entwurf des Hessischen Landboten ging er in die Geschichte des Vormärz und der Demokratiebewegung Hessens ein. Nach diesem bewegten Jahr, nun schon wieder in Darmstadt und auf der Flucht vor dem Arm der Staatsgewalt, schrieb er sein erstes Drama „Danton’s Tod“. (Quelle: https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/veranstaltungen/rueckblicke/buechner/intro/intro2)

Obwohl Georg Büchner bereits mit 23 Jahren starb und nur ein schmales Werk hinterlassen konnte, gilt er als einer der bedeutendsten Autoren des Vormärz und als Begründer der modernen europäischen Literatur. Seine Dramen Dantons Tod, Leonce und Lena und Woyzeck werden bis heute als bahnbrechend angesehen.

Prof. Heiner Goebbels beschrieb 2018 in seiner Antrittsvorlesung zur Georg Büchner-Professur, wie für seine künstlerische Entwicklung vom Theatermusiker zum Komponisten und Regisseur von Musiktheater vor allem die frühe Arbeit an zwei dieser Büchner-Dramen eine wegweisende Rolle spielten: Woyzeck - zusammen mit den Regisseuren Manfred Karge und Matthias Langhoff am Bochumer Schauspielhaus, 1980 - und Dantons Tod zusammen mit der Regisseurin Ruth Berghaus am Hamburger Thalia Theater, 1990.

Inspiriert von den intermedialen Strategien Büchners im Literarischen, Auditiven, Visuellen und Theatralen, versteht sich die Georg Büchner-Professur als künstlerischer Forschungsauftrag zu Fragen des Medienwechsels, an den Prof. Heiner Goebbels mit seinen multimedialen Installationen und Performances, mit szenischen Konzerten, genreübergreifenden Hörstücken, Orchester- und Ensemble-Kompositionen, mit internationalen Vorträgen und Veröffentlichungen, und mit Lehrangeboten zu Büchners Woyzeck (SoSe 2019) und Zeitgenössischem Musiktheater (SoSe 2020) arbeitet.

Georg Büchner studierte im Wintersemester 1833/34 und Sommersemester 1834 Medizin an der Universität Gießen.