Aufbau eines Deutsch-Ukrainischen Alumni-Netzwerks
Die JLU kooperiert in der Alumni-Arbeit mit zwei ukrainischen Partneruniversitäten
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt die ukrainischen Hochschulen vor immense Herausforderungen: Der Krieg zielt bekanntlich auch auf die Zerstörung ukrainischer Bildungseinrichtungen ab, um die wissenschaftliche Arbeitsfähigkeit der Ukraine lahmzulegen. Unterstützung für die ukrainischen Universitäten erfolgt durch eine eng verzahnte Wissenschaftskooperation zwischen Deutschland und der Ukraine. Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) kann ihre Unterstützung dank der Förderung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) deutlich ausbauen.
Die JLU war erfolgreich in der DAAD-Ausschreibung „Deutsch-Ukrainisches Hochschulnetzwerk (DUHN)“. Für das Netzwerk „Die Ukraine in Europa“ erhält sie für vier Jahre insgesamt knapp 800.000 Euro. Das Hochschulnetzwerk „Die Ukraine in Europa“ wird vom Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) koordiniert, das als interdisziplinäres Forschungs- und Lehrzentrum über langjährige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Ukraine verfügt. Eine weitere Säule ist die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Chemie der JLU, das ebenfalls seit Langem wissenschaftliche Kontakte zu ukrainischen Partneruniversitäten pflegt. In enger Abstimmung mit den beiden Partnerinstitutionen in Kyiv – Nationale Universität Kyiv-Mohyla-Akademie (NaUKMA) und Nationale Universität Igor Sikorsky Polytechnisches Institut (KPI) – will das neue DAAD-Projekt den ukrainischen Hochschulsektor nachhaltig unterstützen.
Ein zentrales Ziel des Netzwerks ist die Entwicklung eines neuen gemeinsamen englischsprachigen kulturwissenschaftlichen Master-Studiengangs. In der Chemie werden gemeinsame Lehrmodule konzipiert und umgesetzt, einschließlich Vor-Ort-Labor- und Studienaufenthalte. Ein weiteres Element sind Stipendien für Studierende und Promovierende, die für Netzwerkmaßnahmen und Vor-Ort-Aufenthalte vergeben werden können.
Nicht Bestandteil des DUHN-Projektes, aber mindestens genauso bedeutsam, ist das in Deutschland einzigartige Angebot der JLU und der NaKUMA, hier lebenden jungen Ukrainerinnen und Ukrainern ein reguläres Studium in ihrer Muttersprache zu ermöglichen. Für die Seminare in Präsenz unterrichten Lehrende der NaUKMA als Gastdozentinnen und -dozenten an der JLU, die die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellt. Außerdem nimmt die Universität Gießen die Studierenden der NaUKMA für die Dauer ihres Studiums als Austauschstudierende auf und bietet ihnen somit die Möglichkeit, Lehrangebote der JLU-Fachbereiche 03 – Sozial- und Kulturwissenschaften sowie 08 – Biologie und Chemie wahrzunehmen.
Flankiert werden die Aktivitäten in Forschung und Lehre durch den Aufbau eines deutsch-ukrainischen Alumni-Netzwerks durch den Alumni Service der JLU und die beteiligten Institute und Fachbereiche. Der Alumni Service der JLU sowie die beteiligten Institute und Fachbereiche sorgen dafür, dass die Vernetzung über die Projektlaufzeit hinaus weitergeführt wird und die Partnerschaft auch in die Gesellschaft trägt. Studierende, Forschende und Lehrende können hierbei die Informationsangebote des Alumni Service nutzen und Alumni-Veranstaltungen besuchen. Spezifische Formate fördern darüber hinaus die Vernetzung von Alumni aus der Ukraine sowie Teilnehmenden an den Programmen des Netzwerks.