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Drittmittel DFG

DFG-Projekt: Das Sozialkapital religiöser Wahrnehmungsmuster - am Beispiel der ästhetisch gewendeten Inklusionstheologie von Papst Franziskus

1. Team

Prof. Dr. Ansgar Kreutzer (Projektleiter)

Dipl.-Theol. Mtra. Lucia Werbick (Projektmitarbeiterin)

Noah te Laak (Hilfskraft)

2. Projektbeschreibung


Das Forschungsprojekt widmet sich – unter einer im Schnittfeld von Systematischer Theologie und Sozialethik angesiedelten Perspektive – den Formen von Armut, sozialer Marginalität und Exklusion, die sich auch und gerade in den sogenannten wohlhabenden Gesellschaften finden lassen, oft in subtiler und versteckter Form. Das Projekt wird dabei von der Annahme getragen, dass religiöse Traditionen – hier fokussiert auf Traditionen des katholischen Christentums am Beispiel seines obersten Repräsentanten, Papst Franziskus, und dessen Sozialverkündigung – in ihren religiösen Sinnbeständen eine besondere Sensibilität für sozialen Ausschluss aufweisen (können).Mit dieser Fragestellung ist das Projekt in der wissenschaftlich wie gesellschaftlich hochaktuellen Debatte um den Zusammenhang von Religion und Zivilgesellschaft zu verorten. Mit dem insbesondere vom US-amerikanischen Sozialwissenschaftler R. Putnam geprägten Konzept des Sozialkapitals, mit dem die Qualität sozialer Kohäsion zu bemessen gesucht wird, werden religiöse Sinnbestände als Wahrnehmungsmuster für (verdeckten) sozialen Ausschluss in ihrer Bedeutung für soziale Integration interpretiert. Unter dieser Perspektive wird die (implizite)Theologie von Papst Franziskus, wie sie sich insbesondere in seiner Sozialverkündigung zeigt, aus ihrem (befreiungstheologischen) Entstehungszusammenhang heraus rekonstruiert, systematisch-theologisch analysiert und mit der Kritik der Repräsentation, wie sie die Postcolonial Studies vortragen, konfrontiert. Ergänzt wird diese Grundausrichtung des Projekts um Reflexionen zu einer adäquaten Ekklesiologie im Kontext der Zivilgesellschaft und um die interreligiöse Erweiterung der Fragestellung nach für sozialen Ausschluss sensiblen Deutungsmustern, die sich in weiteren religiösen Traditionen (z.B. evangelisch-christlichen, jüdischen, islamischen oder buddhistischen) finden.

https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/510647404

 

3. Publikationen im Kontext des Projekts (werden laufend ergänzt)

4. Tagung/Workshop:  ‚‚Auf den Schrei der Armen hören“ (Papst Franziskus)
   
- Religiöse Sensibilisierung für sozialen Ausschluss,  vom 13. März. bis 15. März.2025

Die Tagung steht im Kontext des DFG-Forschungsprojekts „Das Sozialkapital religiöser Wahrnehmungsmuster – am Beispiel der ästhetisch gewendeten Inklusionstheologie von Papst Franziskus“. Hierin wird auf Formen von Armut, sozialer Marginalität und Exklusion fokussiert, die sich auch und gerade in den sogenannten wohlhabenden Gesellschaften finden – oft in subtiler und versteckter Form – und den sozialen Zusammenhalt prekär erscheinen lassen. Das Projekt wird insgesamt von der Annahme getragen, dass religiöse Traditionen in ihren Deutungsmustern besondere Sensibilitäten für sozialen Ausschluss aufweisen (können). Dabei treten die vom Inklusionsgedanken geprägte Theologie und Sozialverkündigung von Papst Franziskus in den Blick. Sie erheben den Anspruch, aus den christlichen Glaubensbeständen heraus eine Sensibilisierung für soziale Marginalisierung zu entwickeln und von hier aus theologische Gesellschaftskritiken zu formulieren.

Im Rahmen der Tagung soll diese These untersucht und die Perspektive interdisziplinär, interreligiös sowie international geweitet und komparativ ausgebaut werden. Welche Sensibilisierungen und Wahrnehmungen für soziale Ausschlussprozesse finden sich in religiösen Traditionen? Und welche Bedeutung kommt solchen theologischen Deutungsmustern für die Frage des sozialen Zusammenhalts zu?

Flyer