Medizinische Gesellschaft Gießen e. V. Vortragsreihe WiSe 2026/2027
Prof. Dr. Daniel Habermehl: Weniger Metastasen, große Chancen? Einblicke in die moderne lokale Krebstherapie
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- Medizinische Gesellschaft Gießen e. V. Vortragsreihe WiSe 2026/2027
- 2027-01-20T18:00:00+01:00
- 2027-01-20T19:00:00+01:00
- Prof. Dr. Daniel Habermehl: Weniger Metastasen, große Chancen? Einblicke in die moderne lokale Krebstherapie
20.01.2027 von 18:00 bis 19:00 (Europe/Berlin / UTC100)
Hörsaal H1, Medizinisches Lehrzentrum, Klinikstraße 29, 35392 Gießen
Wenn eine Krebserkrankung Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet, verändert sich für Betroffene häufig die Perspektive auf ihre Erkrankung. Allerdings finden sich bei manchen Menschen nur wenige solcher Tumorabsiedlungen. Diese Situation wird als „Oligo-Metastasierung“ bezeichnet.
Sie eröffnet die Frage, ob eine gezielte Behandlung der einzelnen Krebsherde den weiteren Krankheitsverlauf günstig beeinflussen kann.
Prof. Daniel Habermehl (Direktor der Klinik für Strahlentherapie, UKGM, JLU, Gießen) stellt in seinem Vortrag „Weniger Metastasen, große
Chancen? Einblicke in die moderne lokale Krebstherapie“ verschiedene Möglichkeiten vor, einzelne Metastasen gezielt zu behandeln, und erläutert aktuelle Studien dazu. Neben der operativen Entfernung werden interventionelle Verfahren angeführt, bei denen Tumorherde durch Hitze oder
Kälte zerstört werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die sog. stereotaktische Hochpräzisionsbestrahlung: Sie bündelt die Strahlung sehr genau
auf den Tumor und kann häufig in einer einzigen oder in nur wenigen Therapiesitzungen durchgeführt werden. Bei geeigneter Lage der
Metastasen und sorgfältiger Planung sind schwere Nebenwirkungen dabei sehr selten. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem von
der Krebsart, dem bisherigen Verlauf, der Lage der Metastasen und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten ab. Ebenso wichtig sind
ihre persönlichen Wünsche und Prioritäten. Anhand wissenschaftlicher Studien wird aufgezeigt, für welche Situationen ein Nutzen belegt ist und
wo noch Unsicherheit besteht. Wann lässt sich Lebenszeit gewinnen? Wann kann eine Behandlung Medikamente vorübergehend ersparen? Und
wann überwiegen ihre Belastungen? Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die verschiedenen Verfahren so einsetzen lassen, dass sie den Betroffenen einen spürbaren Nutzen bringen.