Alte, Lüsterne, Teufel
Eine Produktion der Theatergruppe des Instituts für Germanistik. Gezeigt werden zwei Fastnachtspiele von Hans Sachs aus dem 16. Jahrhundert, die sehr ironisch nach der Handlungsmacht von älteren Menschen und von Dämonen fragen.
- https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/veranstaltungen/sonstige/sachs2026
- Alte, Lüsterne, Teufel
- 2026-07-02T19:00:00+02:00
- 2026-07-02T20:30:00+02:00
- Eine Produktion der Theatergruppe des Instituts für Germanistik. Gezeigt werden zwei Fastnachtspiele von Hans Sachs aus dem 16. Jahrhundert, die sehr ironisch nach der Handlungsmacht von älteren Menschen und von Dämonen fragen.
02.07.2026 von 19:00 bis 20:30 (Europe/Berlin / UTC200)
Wettenberg-Wißmar, Kulturkirche St. Raphael
Adigüzel, Zeynep; Akbari, Farah; Dietl, Cora; Littwin, Orphis; Merkle, Luca Maie; Sippel, Samira Celine;Zips, Kim
„Ich kann den läppisch betörten Alten/ fast gar nicht mehr im Haus behalten.“ Political Incorrectness gehört zum Prinzip der Fastnacht. Mit einem Augenzwinkern außerhalb der „fünften Jahreszeit“, in der man die Mächtigen kritisieren, eine verkehrte Ordnung imaginieren und Tabus brechen darf, bringt die Theatergruppe des Instituts für Germanistik zwei Fastnachtspiele von Hans Sachs auf die Bühne: Der Teufel mit dem alten Weib (1545) und Der Alt Buler mit der Zauberey (1554). Die beiden Stücke stellen die Macht und die gefühlte Freiheit von sittlichen Regeln aus, die dem Alter mit zunehmender Erfahrung von menschlichem Zusammenleben zukommen. Der Nürnberger Handwerkerdichter Hans Sachs (1494–1976) verweist dabei nicht ohne Selbstkritik auf die grundsätzliche Naivität und falsche Selbsteinschätzung der Menschen, die mit dem Alter nicht besser wird. Seine beiden Fastnachtspiele, die heute noch immer aktuell sind, fragen danach, ob man Fake News glauben sollte, nur weil sie von einer alten Person, die überall ihre Augen und Ohren zu haben scheint, verbreitet werden. Sie fragen auch danach, ob sich ein alter Mensch über Moral und Anstandsregeln ebenso wie über den Schönheitskult hinwegsetzen kann, nur weil er weiß, dass alle anderen auch schon einmal dagegen verstoßen haben? In den beiden Spielen stellt sich auch die Frage, welche Rolle dem Teufel beim Bruch von Moral zukommt: Ist er Initiator, mischt er mit oder ist er eher hilflos gegenüber der Unmoral der Menschen?
Die Veranstaltung wird gefördert durch das Museum im Spital Grünberg, den Freundeskreis Museum Grünberg, das Kulturamt der Stadt Gießen, das Literarische Zentrum Gießen, das Hessische Landestheater Marburg und die St. Raphael Kulturkirche Wettenberg-Wißmar. Sie ist das Ergebnis einer Lehrveranstaltung im Fach Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Eintritt: frei