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„Für das gesetzestreue Judentum“. Die israelitische Religionsgesellschaft und ihre Synagoge in der Steinstraße im Kontext des jüdischen Gemeindelebens in Gießen

Vortrag von Henriette Stuchtey beim Oberhessischen Geschichtsverein (OHG)

Wann

04.02.2026 von 19:00 bis 20:30 (Europe/Berlin / UTC100)

Wo

Netanyasaal, Altes Schloss, Brandplatz, Gießen

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Der nächste Vortrag des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen findet statt am Mittwoch, den 4. Februar 2026, wie üblich um 19 Uhr im Netanya-Saal, im Alten Schloss am Brandplatz. Das Thema lautet: „Für das gesetzestreue Judentum“. Die israelitische Religionsgesellschaft und ihre Synagoge in der Steinstraße im Kontext des jüdischen Gemeindelebens in Gießen. Referentin Henriette Stuchtey ist Mitarbeiterin der der Unteren Denkmalschutzbehörde Gießen und forscht seit 2023 zu den jüdischen Gemeinden Gießens und ihren Synagogen im 19./20. Jahrhundert.
Die Synagoge der 1886 gegründeten neo-orthodoxen „Israelitischen Religionsgesellschaft“ in der Steinstraße war im Stadtgebiet Gießens weit weniger prominent als die Synagoge der liberalen Gemeinde an der Südanlage. Sie bestand kaum vier Jahrzehnte und ihr Grundstück wurde bereits 1952 überbaut. Henriette Stuchtey berichtet über ihre Forschungen zur Geschichte dieser Synagoge und der orthodoxen jüdischen Gemeinde. Sie zeichnet die Entstehung der sogenannten „Austrittsgemeinde“ nach und stellt die 1899 erbaute Synagoge und ihre auf den orthodoxen Ritus ausgerichtete Architektur vor. 1897 berief der hessische Großherzog den jungen, aus Posen stammenden Rabbiner Dr. Leo Hirschfeld zum zweiten Provinzialrabbiner in Oberhessen, der die kleine orthodoxe Gemeinde bis zu seinem Tod 1933 begleitete. Der Vortrag gibt Einblicke in das Gemeindeleben. Er beleuchtet die zunehmende Bedrohung der Mitglieder und die Zerstörung der Synagoge am 10. November 1938 und Auslöschung der Gemeinde. Ebenso werden die Nachkriegsgeschichte und Aspekte der Erinnerungskultur thematisiert.

Die Referentin: Henriette Stuchtey studierte, nach einer Tischlerlehre, Kunstgeschichte, Geschichte und Europäische Ethnologie in Freiburg und Bonn. Im Anschluss war sie als Kunsthistorikerin und Restauratorin im Kunsthandel und in Museen tätig, in Deutschland und langjährig in London, u.a. am Victoria & Albert Museum. Zudem ist sie freiberufliche Autorin insbesondere für Nachschlagewerke und seit 1991 Mitarbeiterin des Allgemeinen Künstlerlexikon mit einem Schwerpunkt auf angewandter Kunst und Architektur. Seit 2018 arbeitet sie bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Universitätsstadt Gießen. Sie forscht daneben seit 2023 zu den jüdischen Gemeinden Gießens und ihren Synagogen im 19. und 20. Jahrhundert.

Der nächste Vortrag findet statt am 4. März 2026. Prof. Dr. Sigrid Ruby, Universität Gießen, referiert zum Thema „Gelehrten-Gedenken in der Universitätsstadt Gießen. Medien, Orte und Probleme der Erinnerung“.