Ergebnispräsentation
Rechte Einfallstore in den sozio-ökonomischen Verhältnissen. Zur Bedeutung extrem rechter Zugriffe auf Sozial-, Familien- und Arbeitsmarktpolitiken
Online-Ergebnispräsentation des Gießener Teilprojekts im GERDEA-Verbund
Mittwoch, 1. Juli 2026, 16:00-18:00 Uhr
Hier können Sie sich zur Veranstaltung anmelden.
Prominent in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus waren zuletzt Debatten über einen vermeintlichen Rechtsruck der Jugend. Darin wird die Problematik mitunter auf identitätspolitische Fragen reduziert: Wer vertritt rechte Positionen – mehr Männer als Frauen, mehr Junge als Alte? Aus einer feministisch-materialistischen Perspektive stellt sich demgegenüber die Frage nach den sozioökonomischen Bedingungen, unter denen extrem rechte Deutungs- und Sinnstiftungsangebote entstehen und Resonanz erzeugen. Insbesondere die gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse – ihre Widersprüche und Ungleichzeitigkeiten – müssen dabei in die Analyse einbezogen werden.
Analytischer Ausgangspunkt des Forschungsverbunds GERDEA ist die widersprüchliche Transformation der Geschlechterverhältnisse, die gekennzeichnet ist durch eine Gleichzeitigkeit der Pluralisierung und Liberalisierung geschlechtlicher Lebensweisen und der Persistenz geschlechtsspezifischer Ungleichheiten. In diese Konstellation hinein operieren rechte Akteure mit Sinnstiftungsangeboten. Im Gießener Teilprojekt führten wir Gruppengespräche mit jungen Erwachsenen in der Berufsausbildung und rekonstruierten deren Orientierungen hinsichtlich der Gestaltbarkeit des eigenen Lebens. Wir haben herausgearbeitet, welche Anschlussmöglichkeiten für – oder Resilienzen gegen – rechte Sinnstiftungsangebote darin sichtbar werden. Zu einer Präsentation unserer Ergebnisse laden wir Sie herzlich ein.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Gießener Teilprojekts im GERDEA-Verbund mit dem Center for Diversity, Media, and Law (DiML) an der Universität Gießen, der Sektion Transnationale und intersektionale Herrschaftskritik im Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) und dem Wissensnetzwerk Rechtsextremismusforschung (Wi-REX).
Wann? Mittwoch, 1. Juli 2026, 16:00-18:00 Uhr
Wo? Online (Der Link wird Ihnen wenige Tage vor der Veranstaltung zugesendet, wenn Sie sich für die Veranstaltung angemeldet haben - Anmeldelink siehe oben.)
Das Gießener Projekt ist ein Teilprojekt des BMFTR-geförderten Verbundes Wechselwirkungen zwischen den gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen und der zeitgenössischen extremen Rechten – Dynamiken, Effekte, Ambivalenzen (GERDEA), das seit 2023 an vier Standorten (neben der JLU Gießen die University of Applied Sciences Frankfurt, die Philipps-Universität Marburg und Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V.) die Wirkkraft extrem rechter und regressiv-neoliberaler geschlechtsbezogener Deutungsangebote vor dem Hintergrund einer von Widersprüchen durchzogenen Transformation der Geschlechterordnung im 21. Jahrhundert untersucht. Weitere Informationen hier: www.projekt-gerdea.de