Inhaltspezifische Aktionen

Hessischer Hochschulpakt

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Hochschulpakt 2026-2031, den Auswirkungen auf die JLU und Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Einleitung

Erster Zwischenstand: Maßnahmen zeigen Wirkung

12. Februar 2026

Ein halbes Jahr nach der Unterzeichnung des Hochschulpakts 2026-2031 wird deutlich, dass die Maßnahmen der JLU funktionieren: Die Universität liegt bei der Umsetzung im Zeitplan. Es ist absehbar, dass sie die erforderliche jährliche Einsparung von 25 Millionen Euro leisten kann, wenn die aktuellen Sofortmaßnahmen – insbesondere das Stellenmoratorium – noch bis Ende des Jahres 2026 weiterlaufen.
 
In der Zentrale und in den Fachbereichen fielen im vergangenen halben Jahr insgesamt über 100 Vollzeitäquivalente weg. Diese Einsparungen ergaben sich aus auslaufenden Projekten, freiwerdenden Dauerstellen bzw. der Reduktion von befristeten Stellen in den Fachbereichen. Die Zukunftskonzepte, die parallel in den Fachbereichen und in der Verwaltung anhand der vom Präsidium gesetzten Leitplanken erarbeitet werden, sind die Voraussetzung dafür, dass die JLU die Sofortmaßnahmen schrittweise ablösen kann.
 
Das Präsidium geht davon aus, bis Ende des Jahres eine Vereinbarung mit den Leitungen der Fachbereiche, der Zentren sowie der Präsidialverwaltung für die mittelfristig angestrebte Personalkostenreduzierung um zehn Prozent zu erreichen. Die Schätzungen stehen allerdings unter dem Vorbehalt der kommenden Tarifabschlüsse. Personalkosten machen rund 80 Prozent der Ausgaben der JLU aus, sodass Tariferhöhungen einen erheblichen Einfluss auf den Haushalt haben.  

 
Das Fächerangebot der JLU, deren Stärke unter anderem in Vielfalt und Interdisziplinarität liegt, wird – abgesehen von Einzelfällen – voraussichtlich erhalten bleiben: Das Präsidium geht davon aus, dass weitgehend im bestehenden Portfolio gekürzt werden kann. Dabei dürfte es zwar zu Anpassungen von Studienangeboten sowie zu Umstrukturierungen in Verwaltung, Services und Infrastruktur kommen;  eine wichtige Botschaft gerade für die Studierenden lautet aber: Die JLU wird – dazu ist sie im Übrigen gesetzlich verpflichtet – die Studierbarkeit ihrer Studiengänge auch weiterhin gewährleisten. Das gilt für alle eingeschriebenen Studierenden, und das Präsidium ermutigt die Studierenden ausdrücklich dazu, sich bei aufkommenden Gerüchten über die unten stehenden FAQ zu informieren oder sich mit Rückfragen direkt an praesidentin zu wenden.
 
Zu den Professuren als wesentlichem Teil der Zukunftskonzepte laufen derzeit an der JLU intensive Beratungen. Mittel- bis langfristig werden Professuren abgebaut, und es dürfte entsprechend der Leitplanken zu veränderten Berufungen, Kooperationen und Umstrukturierungen kommen. Es handelt sich dabei aber um einen längeren Prozess bis in die 2030-er Jahre.
 
Die knapper werdenden  Mittel werden auch Folgen für die Infrastruktur haben, über die die JLU mehrere Millionen Euro einsparen will: So wird es absehbar zu Verschiebungen, Reduzierungen oder dem Verzicht auf Bau- und Sanierungsmaßnahmen kommen, und die JLU wird ihre Flächen reduzieren.  

Viele Effekte der Einsparungen werden nicht sofort sichtbar, aber dürften an ganz verschiedenen Stellen in den nächsten Jahren spürbar werden: Prozesse, Standards und Unterstützungsangebote verändern sich, wenn weniger personelle Ressourcen zur Verfügung stehen – auch mit Blick auf den Wissenschaftsstandort. Denn natürlich haben die Maßnahmen auch Auswirkungen auf die Region: Wenn die JLU mehrere hundert Menschen weniger beschäftigen wird, bedeutet das auch einen Verlust für Gießen und das Umland. 

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Hochschulpakt 2026-2031 und seinen Auswirkungen auf die JLU

FAQ

Die Universität steht vor einem jährlichen Defizit von ca. 25 Millionen Euro, das sich aus Änderungen der Budgetierung des Landes im neuen hessischen Hochschulpakt 2026-2031 ergibt. Um die finanzielle Stabilität und die Strategie- und Handlungsfähigkeit zu sichern , sind kurzfristige Einsparungen und nachhaltige Strukturanpassungen notwendig. Diese beinhalten unter anderem einen Abbau von ca. 10 Prozent des Personals, da insbesondere Tarifsteigerungen und steigende Sachkosten während der Laufzeit des Hessischen Hochschulpakts 2026-2031 nicht bzw. nicht mehr vollständig vom Land kompensiert werden.

Implikationen aus dem Hochschulpakt 2026-2031 im Detail:

  1. Dauerhafte Eckwerteabsenkung des Hochschulbudgets für alle Hochschulen ab 2026 um 30 Millionen Euro
  2. Tarifsteigerungen werden nicht ausgeglichen: Kein Ausgleich der Nachwirkung der Tarifsteigerung 2025 im Jahr 2026 und keine Kompensation der Kosten der Tarifsteigerung im Jahr 2026. Ab 2028 werden die Tarifsteigerungen  aus dem Vorjahr (teilweise) ausgeglichen.
  3. Ca. 25 Prozent des Gesamtbudgets auf Landesebene wird künftig über Leistungsindikatoren verteilt (Drittmitteleinnahmen, abgeschlossene Promotionen, Absolventinnen und Absolventen, Berufungen von Frauen, Promotionen von Frauen in MINT-Fächern, Abschlüsse von internationalen Studierenden). Die vorgenannten Leistungsparameter gewinnen, ebenso wie die Anzahl der Studierenden,  zunehmend an Bedeutung, weil damit zu rechnen ist, dass sie als Grundlage für den ab 2032 geltenden Hochschulpakt herangezogen werden.

Finanzielle Ausgangslage der JLU mit deutlich reduzierten finanziellen Handlungsspielräumen:

  1. Hohe Tarifsteigerungen im Jahr 2025 und Nachwirkungen dieser Steigerung im Jahr 2026
  2. Starker Rücklagenabbau an der JLU erfolgt
  3. Weiterhin hoher Sanierungsbedarf der Infrastruktur

Um die Handlungs- und Strategiefähigkeit der JLU kurz- und langfristig zu sichern, sind ein strategischer Personalabbau und die Reduzierung von Infrastrukturkosten notwendig.

04.11.2025

Weitere Informationen finden JLU-Angehörige unter nachfolgendem Link:


Detailliertere Antworten zu den Budgets der Fachbereiche finden JLU-Beschäftige unter nachfolgendem Link:

FAQ zu den Budgets der Fachbereiche (JLU-intern)

Weitere Infos zum Hochschulpakt

PM

Interview mit Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz

Justus-Liebig-Universität mit »Mittelkürzungen in noch nie da gewesenem Umfang« konfrontiert.

Gravierende finanzielle Einschnitte für die JLU

JLU unterzeichnet hessischen Hochschulpakt: Planungssicherheit unter schwierigen Bedingungen.

Gemeinsame Erklärung der hessischen Hochschulen

Hochschulpräsidien unterzeichnen neuen Hochschulpakt – mit Vorbehalt.

"Innovationsbremse statt Zukunftsbooster"

Gemeinsame Stellungnahme der Senate aller hessischen Hochschulen zum Hessischen Hochschulpakt