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Andenken

Die Justus-Liebig-Universität Gießen mit ihren Fachbereichen und Zentren

wird den Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident

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Prof. Dr. jur. Otto Rudolf Kissel †

 

* 8. Januar 1929

† 1. November 2022

Prof. Dr. Otto Rudolf Kissel, Foto: Evangelische Kirche Hessen-Nassau
Prof. Dr. Otto Rudolf Kissel, Foto: Evangelische Kirche Hessen-Nassau
Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Rechtswissenschaft trauern um
Prof. Dr. jur. Otto Rudolf Kissel, der am 1. November 2022 im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, den beiden juristischen Staatsexamen und der Promotion begann Otto Rudolf Kissel seine berufliche Laufbahn 1956 als Richter am Arbeitsgericht Frankfurt. Von dort wechselte er ins Hessische Ministerium der Justiz und leitete in den Jahren 1963 und 1964 die Vertretung des Landes Hessen beim Bund. Danach übernahm er die Leitung der Abteilung für Privatrecht, öffentliches Recht, Gerichtsorganisation und Gesetzgebungsangelegenheiten im Hessischen Ministerium der Justiz. 1970 wurde er Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main. Im Januar 1981 wurde er zum dritten Präsidenten des Bundesarbeitsgerichts ernannt. Dort übernahm er bis zum seinem Eintritt in den Ruhestand im Januar 1994 den Vorsitz im ersten Senat, der vor allem für das Betriebsverfassungsrecht und das Arbeitskampfrecht zuständig ist. Im Jahr 1982 wurde er zum Honorarprofessor an der Justus-Liebig-Universität Gießen ernannt. Von 1969 bis 1996 war er Präses der Kirchensynode der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Daneben engagierte er sich in zahlreichen Ehrenämtern, unter anderem als Mitglied des Verwaltungsrats des Hessischen Rundfunks und als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Den Fachbereich Rechtswissenschaft hat Otto Rudolf Kissel als ein herausragender Vertreter der arbeitsrechtlichen Praxis in der Lehre und in der Forschung bereichert. Mit Begeisterung und Zuverlässigkeit hat er bis zu seiner Abschiedsvorlesung im Jahr 1997 als Honorarprofessor 30 Semester lang Lehrveranstaltungen vor allem zum arbeitsgerichtlichen Verfahren, zum Gerichtsverfassungsrecht und zum kollektiven Arbeitsrecht gehalten. Dadurch hat er maßgeblich zum Stellenwert des Arbeitsrechts in der Juristenausbildung am Fachbereich beigetragen. Aus seinem umfangreichen wissenschaftlichen Werk sind insbesondere der von ihm begründete und über sechs Auflagen gepflegte Standardkommentar zum „Gerichtsverfassungsgesetz“, sein umfangreiches Handbuch zum „Arbeitskampfrecht“ sowie der Bildband mit Reflexionen über „Die Justitia“ herauszuheben. Den Kollegen des Arbeitsrechts am Fachbereich blieb Otto Rudolf Kissel noch lange über die Beendigung seiner Lehrtätigkeit hinaus persönlich verbunden.
Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Rechtswissenschaft werden Professor Dr. Otto Rudolf Kissel stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

 

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Prof. Dr. Franz-Joseph Meißner †

 

* 16. April 1946

† 29. August 2022

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur trauern um Prof. Dr. Franz-Joseph Meißner, der am 29. August 2022 im Alter von 76 Jahren verstorben ist.

Franz-Joseph Meißner studierte Romanische Philologie, Geschichte, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Köln, Paris, Pavia und Düsseldorf. Im Jahr 1978 wurde er promoviert. 1988 habilitierte er sich an der Universität zu Köln. Er war zunächst u.a. als Gymnasiallehrer und Oberstudienrat tätig. Im Jahr 1995 wurde er an der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Universitätsprofessor ernannt und hatte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2011 die Professur für Didaktik der Romanischen Sprachen und Literaturen inne. In den Jahren 1998 bis 2000 stand er dem Fachbereich zunächst als Prodekan und später als Dekan vor. Darüber hinaus engagierte sich Prof. Dr. Meißner als geschäftsführender Direktor und Leiter des Referats Fremdsprachen im Zentrum für interdisziplinäre Lehraufgaben. Prof. Dr. Meißner trat mit wegweisenden Arbeiten zur didaktischen Lexikographie, zur Didaktik des gesprochenen Französisch und zur Sprachenpolitik hervor. Insbesondere widmete er sich der romanistischen Mehrsprachigkeitsdidaktik, deren konzeptuelle und empirische Entwicklung sowie Verbreitung ihm in besonderer Weise zu verdanken sind. Seine Forschungsarbeit und Mitwirkung in verschiedenen internationalen Projekten fand nationale und internationale Anerkennung und hat zur Profilbildung des Instituts für Romanistik und zur Sichtbarkeit der gesamten Universität beigetragen. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur werden Prof. Dr. Meißner stets ein ehrendes Andenken bewahren. 

 

 

 

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Prof. Dr. agr. Jochen Alkämper †

* 28. Mai 1927

† 17. Oktober 2022

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement trauern um Prof. Dr. Jochen Alkämper der am 17. Oktober 2022 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Jochen Alkämper nahm nach einer Landwirtschaftslehre das Studium der Landwirtschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen auf. 1953 schloss er dieses mit dem Diplom ab und arbeitete anschließend als akademischer Mitarbeiter am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Gießen, wo er im Jahr 1957 promoviert wurde. Nach der Promotion übernahm er 1958 die Leitung des universitären Ver-suchsfeldes Groß-Gerau und wurde 1962 wissenschaftlicher Assistent. Ab 1966 war er an der Ethio-German Agricultural Research Station Bako/Shoa in Äthiopien tätig, die er später auch leitete. 1970 kehrte er an das Wissenschaftliche Zentrum Tropeninstitut der Universität Gießen zurück, wo er 1972 zum Professor ernannt wurde und sich im Jahr 1976 habilitierte. Er lehrte und forschte hier bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1992.
Während seiner langjährigen Tätigkeit an der Universität Gießen legte Prof. Dr. Jochen Alkämper seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkt insbesondere auf das Gebiet der Organischen Düngung, unter anderem im Zusammenhang mit der Verwendung von Primärwaldabfällen in den Tropen sowie der mechanischen und chemischen Unkrautbekämpfung in Wechselwirkung zur Düngung. Seine Forschungsergebnisse haben vielfach Einzug in die Praxis der Landwirtschaft gefunden. Prof. Dr. Jochen Alkämper beteiligte sich an zahlreichen Projekten und trug durch seine Arbeit sehr zum Ansehen des Wissenschaftlichen Zentrums Tro-peninstitut sowie der gesamten Universität bei. Sein großes Engagement zeigte sich vor allem durch seine regelmäßigen internationalen Forschungsaufenthalte. Prof. Dr. Jochen Alkämper war ein überaus geachteter Hochschullehrer und Wissenschaftler. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanage-ment werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

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Prof. Dr. Horst Brinkmann †

* 13. Mai 1924

† 13. Oktober 2022

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur trauern um Prof. Dr. Horst Brinkmann der am 13. Oktober 2022 im Alter von 98 Jahren verstorben ist.

Horst Brinkmann studierte Slavische und Englische Philologie an der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. An der Justus-Liebig-Universität führte er ab 1960 als Assistent am Seminar für Englische Philologie sein Studium der Anglistik, Slavistik und Osteuropäischen Geschichte weiter und wirkte beim Wiederaufbau des Englischen Seminars mit. Im Jahr 1963 wurde er promoviert. Zwei Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Akademischen Rat und 1969 die Beförderung zum Akademischen Oberrat am Seminar für Englische Philologie in Gießen. 1972 wurde er zum Universitätsprofessor ernannt und hatte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1989 die Professur für Neuere Englische und Amerikanische Literatur inne. Während seiner Tätigkeit stand er dem damaligen Fachbereich Anglistik für ein Jahr als Dekan vor. Prof. Dr. Brinkmann war ein äußerst beliebter Hochschullehrer, dem es mit seiner zugewandten, freundlichen und motivierenden Art stets gelang, bei den Studierenden Interesse und Begeisterung für seine Themen zu wecken. Er blieb vielen von ihnen in sehr guter Erinnerung. Auch nach seinem Ruhestand blieb er dem Institut für Anglistik eng verbunden. Prof. Dr. Brinkmann war ein einzigartiger Wissenschaftler und Kollege. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur werden Prof. Dr. Horst Brinkmann stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

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Prof. Dr. rer. nat. Roland Friedrich †

* 06. März 1942

† 12. September 2022

Die Justus-Liebig-Universität Gießen, ihr Fachbereich Medizin und das Universitätsklinikum Gießen und Marburg trauern um Prof. Dr. rer. nat. Roland Friedrich, der am 12. September 2022 im Alter von 80 Jahren verstorben ist.

Nach seinem Studium der Biologie in Bonn, Freiburg und Tübingen, das er im Jahr 1969 abschloss, war Herr Prof. Friedrich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Freiburg, San Francisco und Berlin tätig. Im Jahr 1973 wurde er promoviert zum Dr. rer. nat. und habilitierte sich 1985 im Fach “Molekulare Genetik und Virologie“ an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Im Jahr 1986 wurde Herr Prof. Friedrich auf die C3 Professur für Virologie am Fachbereich Medizin der JLU in Gießen berufen und zum Leiter des Funktionsbereichs Molekulare Onkologie im Medizinischen Zentrum für Medizinische Mikrobiologie und Virologie bestellt. Der Verstorbene engagierte sich neben seinen vielfältigen Aufgaben als Wissenschaftler und Hochschullehrer auch in Selbstverwaltungsaufgaben. So war Herr Prof. Friedrich für mehrere Jahre Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Medizinische Mikrobiologie und Virologie und übte diese Aufgabe bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im März 2007 aus.


 

 

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Prof. Dr. phil. Siegfried Filippi †

* 02. Dezember 1929

† 25. August 2022

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie trauern um Prof. Dr. phil. Siegfried Filippi, der am 25. August 2022 im Alter von 92 Jahren verstorben ist.
Siegfried Filippi studierte ab 1953 Mathematik, Physik, Philosophie und Psychologie in Innsbruck. Im Anschluss an seine Promotion im Jahre 1958 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Geometrie und Praktische Mathematik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. 1964 habilitierte er sich und wurde zum Dozenten ernannt. Im selben Jahr ging er in die USA und war dort für die NASA in Huntsville/Alabama und die Georgia Tech in Atlanta tätig. 1968 wurde er zunächst zum außerplanmäßigen Professor und kurz darauf zum wissenschaftlichen Abteilungsvorsteher und Professor an der RWTH Aachen ernannt. Ein Jahr später folgte er dem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen und hatte dort bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998 die Professur für Numerische und Instrumentelle Mathematik inne. Er war Mitdirektor des Mathematischen Instituts, Direktor des Rechenzentrums und stand dem damaligen Fachbereich Mathematik dreimal als Dekan vor.

Prof. Dr. Siegfried Filippi zeigte einen hohen Einsatz in Forschung und Lehre. Er leistete u.a. wichtige Beiträge auf dem Gebiet der numerischen Methoden zur Berechnung von Raketenbahnen. Große wissenschaftliche Verdienste hat Prof. Dr. Filippi zudem bei der numerischen Integration von Differentialgleichungen aufzuweisen. Eine mathematische Methode zur Approximation eines Integrals hat den Namen „Filippi-Verfahren“ erhalten. Prof. Dr. Filippi begleitete zahlreiche Studierende bis zum Diplom oder Staatsexamen sowie zur Promotion und Habilitation. Es war ihm ein besonderes Anliegen, seinen über 300 Diplomandinnen und Diplomanden bereits während des Studiums durch regelmäßige Exkursionen und Industriekontakte mögliche Karrierewege aufzuzeigen.



 

 

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Prof. Dr. Eduard Alter †

* 21. Juli 1944

† 22. Juni 2022

Foto: Manuel Heinrich

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Justus-Liebig Gesellschaft Gießen trauern um Prof. Dr. Eduard Alter, den ersten Vorsitzenden der Justus-Liebig-Gesellschaft, der am 22. Juni 2022 im Alter von 77 Jahren verstorben ist.

Eduard Alter wurde am 21. Juli 1944 in Karlsbad (heutiges Tschechien) geboren. Im Sommer 1946 war er unter den über zwei Millionen Sudetendeutschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Seine Familie kam zunächst in ein Flüchtlingslager in Lich und wurde dann bei Bauern in Harbach untergebracht. Hier besuchte er auch von 1951 bis 1955 die Grundschule. Sein Abitur absolvierte er 1965 am Aufbaugymnasium in Friedberg. Eduard Alter war Diplom-Chemiker und hat nach seinem Chemiestudium am Institut für anorganische und analytische Chemie der JLU bei Prof. Dr. Rudolf Hoppe promoviert. Auf diese Zeit war er besonders stolz und hat auf sie in vielen persönlichen Gesprächen gerne zurückgeblickt. Eduard Alter zog es dann in die Praxis, wo er von 1973 bis 1980 in der Produktionsabteilung der Erdölchemie GmbH, einer Tochtergesellschaft der Bayer AG in Köln/Worringen, tätig war. Als Betriebsleiter der Ethylenoxidanlagen war er verantwortlich für die Inbetriebnahme der damals größten Anlage der Welt. Seine Unternehmenserfahrungen brachte er von 1980 bis 2014 an der Technischen Hochschule Mittelhessen ein, wo er die Fächer Organische Chemie, Instrumentelle Analytik sowie Kunststoffchemie und -technik am Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik bis zu seiner Pensionierung lehrte.

Im Mai 2013 löste er Prof. Dr. Wolfgang Laqua als Vorsitzenden der Justus-Liebig-Gesellschaft ab, der das Amt zuvor 14 Jahre innegehabt hatte. Eduard Alter setzte sich unermüdlich für alle Belange des Liebig-Museums ein. Insbesondere der Erhalt des Laboratoriums als weltweit bekannte einmalige historische Stätte der Chemie war ihm ein großes Anliegen. Seine Vision, das Labor als Welterbe-Stätte anzuerkennen, hat viele Menschen inspiriert. Die positive Darstellung der Chemie in der Öffentlichkeit und insbesondere die vielfältigen Angebote für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Fachkollegen und Privatpersonen lagen ihm immer sehr am Herzen. Sein Wunsch war es immer, dass möglichst viele Gießener diesen besonderen Ort besuchen, den die ehemalige Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei ihrem Besuch im August 2021 als „ein ganz wirkliches Schatzkästchen oder Kleinod von historischer Bedeutung“ würdigte“. Die coronabedingte Absage der 100-Jahr-Feier des Liebig-Museums und seine Schließung für die Öffentlichkeit setzten ihm ganz besonders zu, und er kommentierte seinen Gemütszustand sehr treffend mit „Als wäre plötzlich der Stecker gezogen worden“. Nichtsdestotrotz schob er weitere Aktivitäten, insbesondere im Bereich der Digitalisierung, maßgeblich an.

Mit Hilfe von eingeworbenen Spenden und Fördergeldern des Landes Hessen wird das Liebig-Museums und die Bedeutung von Justus von Liebig für die moderne Chemie inzwischen auf einer zeitgemäßen Homepage auch online dargestellt. Die zukünftige Aufnahme der Liebig-Briefe und weiterer digitalisierter Archivalien in weltweit zugänglichen Datenbanken wird auch die Wissenschaftswelt begeistern. Die internationale Bedeutung und Einmaligkeit des Liebig-Museums wurde 2021 durch die Verleihung des „Historical Landmarks Award 2020 – European Level der European Chemical Society” gewürdigt. Die ersten Vorbereitungen für die Feierlichkeiten wurden noch von Eduard Alter koordiniert. Viele aus Gießen und der Umgebung kannten Eduard Alter persönlich, nicht zuletzt von Treffen auf dem von ihm besonders geschätzten Gießener Wochenmarkt. Auch hier pflegte er en passant seine vielfältigen Kontakte zum Wohle der Liebig-Gesellschaft.

 

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Prof. Dr. theol. Adolf Anton Hampel †

* 7. September 1933

† 12. Juni 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Dr. theol. Adolf Anton Hampel, der am 12. Juni 2022 im Alter von 88 Jahren verstorben ist.

Adolf Anton Hampel studierte ab 1953 Katholische Theologie an der Philosophisch-theologischen Hochschule Königstein und der Päpstlichen Universität Gregoriana Rom. Im Jahr 1962 wurde er promoviert. Noch im gleichen Jahr kehrte er an die Philosophisch-theologische Hochschule Königstein zurück. Dort wirkte er als Assistent und Dozent. 1969 nahm er den Ruf der Justus-Liebig-Universität Gießen auf die Professur für katholische Kirchengeschichte und Moraltheologie an. Zeitweise engagierte er sich auch als Dekan an seinem Fachbereich. Prof. Dr. Hampel bettete sozialethische und politikwissenschaftliche Fragestellungen in ihre geschichtlichen und kirchenpolitischen Kontexte ein. Das Verhältnis von Kirche und Staat reflektierte er mit einem spezifischen Blick auf Ost- und Südosteuropa, der sich nicht zuletzt in einer Reihe einschlägiger Publikationen widerspiegelt. Auch nach seinem Ruhestandseintritt im Jahr 1995 blieb ihm die politische Einheit Europas in Ost und West ein Anliegen. Im Jahr 1977 war er an der Gründung der Deutschen Korczak-Gesellschaft e. V. beteiligt. Wegen seiner profunden Kenntnisse der Länder des ehemaligen Ostblocks wurde er bei kirchlichen und politischen Entscheidungsträgern gleichermaßen geschätzt. Als Vertreter der Ökumene, der die Reformbedürftigkeit der eigenen Kirche nie aus den Augen verlor, genoss er hohes Ansehen als kritischer Berater. Seit 1974 sanierte er mit Gleichgesinnten das vom Haus Braunfels über-nommene Schloss Hungen. Die Stadt Hungen verlieh Prof. Dr. Hampel im Juli 2021 das Ehrenbürgerrecht, um sein unermüdliches Engagement für soziale Belange zu würdigen.

 

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Prof. Dr. rer. nat. Udo Haack †

 

* 13. Januar 1940

† 9. März 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um
Prof. Dr. rer. nat. Udo Haack, der am 9. März 2022 im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Udo Haack studierte ab 1959 Geologie in München und Innsbruck und wechselte 1960 an die Universität Göttingen, um dort sein Studium in Mineralogie fortzusetzen. Das Studium schloss er 1965 mit dem Diplom ab. Im Jahr 1968 wurde er ebenfalls an der Universität Göttingen promoviert. Es folgte ein Aufenthalt am Laboratory for Space Physics an der Washington University in St. Louis, USA, als Visiting Assistant Professor. Ab 1970 war er als Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Göttingen tätig, wo er sich 1975 habilitierte. 1978 wurde er zunächst zum außerplanmäßigen Professor und zwei Jahre später zum Professor ernannt. Nach seiner langjährigen Tätigkeit an der Universität Göttingen folgte er 1987 dem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen. Dort hatte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2005 die Professur für Isotopengeochemie/Geochemie-Petrologie inne und engagierte sich als Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geowissenschaften und Lithosphärenforschung. Während seiner wissenschaftlichen Karriere wurde Prof. Dr. Haack u.a. die Ehre zuteil an der Washington University an den ersten Mondproben zu forschen. Er trug dazu bei, Erkenntnisse über die Elementverteilung der kosmischen Strahlung und über die Erosions- und Umwälzraten an der Mondoberfläche zu gewinnen. Darüber hinaus unternahm er Forschungen am Damara-Orogen in Namibia, Afrika und führte Forschungsarbeiten über Blei-Isotope am Laboratoire de Géochimie Isotopique der Universität Montpellier in Frankreich durch. Prof. Dr. Haack beteiligte sich außerdem an den vorbereitenden Untersuchungen zu einem kontinentalen Tiefbohrprogramm. Er erweiterte stets seine wissenschaftlichen Felder und befasste sich beispielsweise mit der Datierung von Gesteinen sowie mit Themen der Archäometrie und Umweltforschung.



 

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Prof. Dr. phil. Bernhard Jendorff †

 

* 23. September 1940

† 27. Februar 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften trauern um
Prof. Dr. phil. Bernhard Jendorff, der am 27. Februar 2022 im Alter von 81 Jahren verstorben ist.

Bernhard Jendorff studierte Katholische Theologie, Latein und Philosophie an den Universitäten Mainz und Frankfurt am Main. 1966 legte er die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien ab. Nach seiner zweiten Staatsprüfung 1968 wurde er im Jahr 1969 promoviert. Noch im gleichen Jahr nahm er seine Tätigkeit als Studienrat im Hochschuldienst an der Justus-Liebig-Universität Gießen auf. 1972 erfolgte die Berufung auf die Professur für Religionspädagogik. Im Laufe seiner Dienstzeit nahm Prof. Dr. Jendorff zwei Amtszeiten als Dekan des früheren Fachbereichs Religionswissenschaften wahr. In den Jahren 1972 bis 1977 war er außerdem an die damalige Gesamthochschule Kassel, die spätere Universität Kassel, teilabgeordnet, wo er maßgeblich am Aufbau der Lehramtsstudiengänge „Religion“ mitwirkte. Im Jahr 2002 trat Prof. Dr. Jendorff in den Ruhestand. Innerhalb der Religionspädagogik setzte sich Prof. Dr. Jendorff entschieden für die Etablierung und Weiterentwicklung der Korrelationsdidaktik ein. Seine Publikationstätigkeit galt vor allem der Einbindung theologischer und philosophischer Kernthemen in den religionspädagogischen Diskurs. Prof. Dr. Jendorff erachtete nicht nur die Kirchengeschichte als relevant für den Religionsunterricht, sondern auch die biblischen Grundlagen oder kirchliche Kontroversen. Seine Studierenden schätzten ihn stets als anspruchsvollen und präzisen Lehrer.

 

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Prof. Dr. med. Wolfgang Meyhöfer †

* 13. September 1922

† 27. Januar 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen, ihr Fachbereich Medizin und das Universitätsklinikum Gießen und Marburg trauern um Prof. Dr. med. Wolfgang Meyhöfer, der am 27. Januar 2022 im Alter von 99 Jahren verstarb.

Nach dem Studium der Medizin in Tübingen und Marburg, welches er im Jahr 1949 abschloss, wurde Wolfgang Meyhöfer im Jahr 1950 promoviert. Anschließend war er als Medizinalassistent und Arzt im Diakonissen-Krankenhaus in Bad Ems tätig. Danach trat er die Ausbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Hautklinik der Universität Gießen an, die er im Jahr 1957 erfolgreich abschloss. Am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen habilitierte sich Dr. Meyhöfer im Jahr 1962 für das Fach „Haut- und Geschlechtskrankheiten“. Nachdem Herr Prof. Dr. Meyhöfer 1968 zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt worden war, erfolgte im Jahr 1981 seine Berufung auf die Professur für Venerologie und Andrologie bei der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 1969 bis 1987 war er Leiter der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten des Universitätsklinikums Gießen und stand dem medizinischen Zentrum für Dermatologie, Andrologie und Venerologie von 1973 bis 1977 als Geschäftsführender Direktor vor. In dieser Zeit seines intensiven Wirkens als Mediziner und Forscher in Gießen hat Prof. Dr. Meyhöfer den Bereich der Andrologie zu einem auch international anerkannten Schwerpunkt ausgebaut. Er engagierte sich zudem stets in der universitären Selbstverwaltung. Mit Ablauf des Monats September 1987 trat Prof. Dr. Meyhöfer in den Ruhestand, übte aber noch bis zum 31. März 1989 die kommissarische Leitung der Abteilung Klinische und Experimentelle Dermatologie aus.

 

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Prof. Dr. rer. nat. Ute Wasmund-Bodenstedt †

* 2. Februar 1935

† 25. Januar 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft trauern um
Prof. Dr. rer. nat. Ute Wasmund-Bodenstedt, die am 25. Januar 2022 im Alter von 86 Jahren verstorben ist.

Ute Wasmund-Bodenstedt studierte von 1954 bis 1959 u.a. Biologie, Chemie und Sportwissenschaft in Köln, Innsbruck und Kiel. Ihr Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln schloss sie 1958 als Diplom-Sportlehrerin ab, 1959 folge das Staatsexamen in Biologie für das Lehramt an Mittelschulen. Schulpraktische Lehrerfahrung sammelte sie an Schulen in Hamburg, Pinneberg und Kiel, bevor sie von 1961 bis 1966 als abgeordnete Lehrkraft im Fach Sport an der Pädagogischen Hochschule Kiel arbeitete. Im Jahr 1967 wurde sie an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Kiel promoviert. Daraufhin war sie zunächst als wissenschaftliche Assistentin tätig und wurde 1972 zur Professorin an der Universität Gießen ernannt. Bis zu ihrer Versetzung in den Ruhestand im Jahr 1992 hatte sie dort die Profes-sur für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Trainingswissenschaft inne. Prof. Dr. Ute Wasmund-Bodenstedt gehörte zu einer Generation von Hochschullehrerinnen und -lehrern, die die Sportwissenschaft an den deutschen Universitäten mit etabliert haben. In ihrem wissenschaftlichen Wirken beschäftigte sie sich, lange bevor das Konzept der „Bewegten Schule“ in der Pädagogik po-pulär wurde, mit der Bedeutung von Bewegungsangeboten für Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus engagierte sie sich in ihrer Funktion als deutsche Ländervertreterin in der International Association of Physical Education and Sport for Girls and Women, deren Vorstand sie von 1985 bis 1993 angehörte, früh und intensiv für Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellungsrechte.

 

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Prof. Gisela Distler-Brendel †

* 11. Januar 1919

† 11. Januar 2022

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Gisela Distler-Brendel, die am 11. Januar 2022 im Alter von 103 Jahren verstorben ist.

Gisela Distler-Brendel begann 1937 ihr Studium der Musik in Hamburg. Im Jahr 1939 legte sie ihr Privatmusiklehrerexamen ab. Ihre Ausbildung und Berufstätigkeit war durch den Nationalsozialismus stark behindert; erst nach 1945 trat sie als Pianistin, Cembalistin und Musikpädagogin auf. Ab 1955 studierte sie Psychologie an den Universitäten Hamburg und Frankfurt. Von 1960 bis 1961 folgte ein Studium am Pädagogischen Institut Jugenheim, wo sie ihre Erste Prüfung für das Lehramt an Volks- und Realschulen ablegte. Im Jahr 1961 erhielt sie eine Stelle als Assistentin für das Fach Musik an der Hochschule für Erziehung in Gießen. Hier wurde sie zunächst zur Studienrätin und anschließend zur Oberstudienrätin im Hochschuldienst ernannt. Im Jahr 1972 erfolgte die Ernennung zur Professorin an der JLU, wo sie bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1984 die Professur für Musikpädagogik innehatte. Prof. Gisela Distler-Brendel hat besonders in der Gründungsphase des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik wesentliche Impulse gegeben. Ihr lag daran, die angehenden Musiklehrerinnen und -lehrer zu befähigen, ein breites musikalisches Spektrum den Schülerinnen und Schülern durch eigene Musikpraxis vorzustellen. Ihre Begeisterung für Musik und Musizieren gab sie an ihre Studierenden weiter. Nach ihrem Ruhestandseintritt spielte Prof. Gisela Distler-Brendel im Gießener Barockensemble, das von ihr mitgegründet wurde. Sie beteiligte sich intensiv am kulturellen Leben der Stadt. Ein besonderes Anliegen war ihr die Förderung komponierender Frauen.

 

 

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Prof. Fritz Richard Stibane †

* 15. Dezember 1927

† 5. Januar 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Fritz Richard Stibane, der am 15. Dezember 2021 im Alter von 94 Jahren verstorben ist.

Fritz Richard Stibane studierte ab 1951 Geologie an der Universität Frankfurt am Main und der Freien Universität Berlin und erlangte 1957 sein Diplom in Geologie. Noch im gleichen Jahr trat er seine Laufbahn als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Gießen an, wo er 1958 promoviert wurde. Seit 1962 war Dr. Stibane als Kustos am Geologisch-Paläontologischen Institut der JLU tätig. Im Jahr 1966 habilitierte er sich im Fach „Geologie und Paläontologie“. Die Beförderung zum Oberkustos folgte 1967. Schließlich wurde er 1970 zum Professor ernannt. Prof. Stibane war bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1992 am Fachbereich Geowissenschaften und Geographie tätig und nahm dort auch eine Amtszeit als Dekan wahr. Prof. Stibane unternahm im Laufe seiner Amtszeit diverse Forschungsreisen nach Kolumbien und befasste sich intensiv mit der Geologie der nördlichen Anden. Sein geologisches Interesse für Südamerika zeigte sich bereits in seiner Habilitationsschrift zur Geologie von Kolumbien. Eines seiner Forschungsprojekte beschäftigte sich mit dem Paläozoikum der Zentral- und Ostkordilleren, doch auch hiesige Projekte begeisterten ihn. So trug er zur Veröffentlichung des „Geologischen Führers von Gießen und Umgebung“ bei und befasste sich mit der Autochthonie beziehungsweise Allochthonie der Grauwacken des östlichen Rheinischen Schiefergebirges. Prof. Stibane war ein hervorragender Wissenschaftler und ein geschätzter akademischer Lehrer und Kollege.


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Prof. Hermann Becht †

* 8. Juli 1932

3. Dezember 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin trauern um Prof. Dr. med. vet. Hermann Becht, der am 3. Dezember 2021 im Alter von 89 Jahren verstorben ist.

Hermann Becht studierte von 1951 bis 1952 Naturwissenschaften am North Dakota State College in den USA und begann 1953 sein Studium der Veterinärmedizin an der Universität Gießen und der École nationale vétérinaire d'Alfort in Frankreich, das er 1957 mit dem Staatsexamen abschloss. Im Jahr 1959 wurde er an beiden Universitäten promoviert. Nachdem er zunächst am Veterinär-Pathologischen Institut der Universität Gießen tätig war, arbeitete er von 1960 bis 1965 als Wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent am Veterinär-Bakteriologischen Institut der Universität Zürich und kehrte anschließend nach Gießen zurück. Im Jahr 1970 habilitierte er sich hier und wurde zum Dozenten ernannt. Bereits ein Jahr später erfolgte die Ernennung zum Professor an der JLU, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 1994 die Professur für Immunbiologie und Immunchemie innehatte. Prof. Becht war maßgeblich am Aufbau und der Entwicklung des Instituts für Virologie beteiligt. In seinem wissenschaftlichen Wirken beschäftigte er sich insbesondere mit der Struktur und Replikation verschiedener Viren, darunter Birna- und Bornaviren. Darüber hinaus befasste er sich mit der Antigenstruktur und den immunogenen Eigenschaften der viralen Strukturelemente und deren Verwendung bei der Impfstoffherstellung. Sein Interesse galt den Pathogenitätsmechanismen von Mikroorganismen und Viren. Prof. Becht verstand es, die Bereiche der Virologie und Immunologie erfolgreich zu verbinden. Sowohl bei seinen Kolleginnen und Kollegen als auch bei den Studierenden war er ein geschätzter und geachteter Hochschullehrer, dessen Kompetenz sehr gefragt war.


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Prof. Manfred Winnewisser †

* 5. Februar 1934

† 22. November 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Manfred Winnewisser, der am 22. November 2021 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Manfred Winnewisser studierte ab 1953 Chemie an der Technischen Hochschule Karlsruhe und wurde dort 1960 promoviert. Bis 1961 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Hochschule Karlsruhe und setzte seine wissenschaftliche Tätigkeit in den USA an der Duke University in Durham fort. Im Jahr 1965 kehrte er nach Deutschland an das Institut für Physikalische Chemie der Universität Kiel zurück. Auf Einladung der National Science Foundation war er von 1970 bis 1971 als Visiting Associate Professor am Department of Physics an der Mississippi State University in den USA tätig. Dem Ruf an die JLU folgte er 1973 und hatte dort bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1999 die Professur für Physikalische Chemie inne. Danach war er an der Ohio State University noch viele Jahre lang als außerordentlicher Professor tätig. Prof. Winnewisser baute in Gießen eine international führende Arbeitsgruppe in der hochauflösenden Molekülspektroskopie auf, die sich der Erforschung der Dynamik kleiner Moleküle widmete. Die Mikrowellenspektroskopie in der Gasphase bildete für ihn einen zentralen Forschungsschwerpunkt. In diesem Bereich gehörten er und seine Ehefrau Dr. Brenda Winnewisser zu den weltweit führenden Expertinnen und Experten. Prof. Winnewisser war ein Pionier in der Kombination von experimentellen und quantenchemischen Untersuchungen und einer der ersten intensiven Nutzer der FTIR-Spektroskopie. Viele seiner herausragenden Forschungsergebnisse halfen, das Verständnis für die molekulare Zusammensetzung interstellarer Materie zu verbessern. Prof. Winnewisser war ein hervorragender und international renommierter Wissenschaftler sowie ein geschätzter Hochschullehrer und Kollege.


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Prof. Rolf Meyer †

* 17. November 1935

† 14. November 2021

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Rolf Meyer, der am 14. November 2021 im Alter von 85 Jahren verstorben ist.

Rolf Meyer verbrachte seine Kindheit und Schulzeit in Duisburg-Ruhrort, nach dem Abitur dort studierte er in Köln und München. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt im südlichen Afrika wurde er 1965 an der Universität München promoviert. Im Jahr 1971 wurde er zum Professor an der JLU ernannt. Seine Lehrtätigkeit übte er bis zu seiner Pensionierung 1998 am damaligen Fachbereich Geowissenschaften mit sowohl natur- wie sozialwissenschaftlicher Thematik aus. Prof. Dr. Rolf Meyer beschäftigte sich zu Beginn seiner Karriere mit dem Bereich der physischen Geographie. Im weiteren Verlauf widmete er sich anthropogeographischen Themen mit Fokus auf den ländlichen Raum und dessen Bevölkerung. Neben seinem Engagement in Forschung und Lehre war er verbandspolitisch engagiert und ab 1975 Vorsitzender des Verbandes Deutscher Hochschulgeographen. Seine fachliche Kompetenz führte ihn schließlich auch in die Kreis- und Landespolitik. Das Land Hessen würdigte sein gesellschaftlich-politisches Wirken im Jahr 2016 mit dem Ehrenbrief des Landes.


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Prof. Ulrich Karthaus †

* 19. September 1935

† 16. September 2021

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur trauern um Prof. Dr. phil. Ulrich Karthaus, der am 16. September im Alter von 85 Jahren verstorben ist.

 

Ulrich Karthaus studierte ab 1956 Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Geschichte an den Universitäten Köln und Freiburg und wurde 1964 an der Universität Köln promoviert. Im Jahr 1965 wurde er zum Wissenschaftlichen Assistenten an der JLU ernannt. Von 1972 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2000 hatte er die Professur für Didaktik der deutschen Literatur und Literaturgeschichte inne. Während seiner langjährigen Tätigkeit an der JLU stand er dem Fachbereich zweimal als Dekan vor und war mehrmals Geschäftsführender Direktor des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur. Von 1977 bis 1987 war er als Partnerschaftsbeauftragter der Universität Gießen für die Beziehungen zur Université de Limoges tätig und nahm dort in den Jahren 1981 und 1987 Gastprofessuren wahr. Prof. Karthaus beschäftigte sich insbesondere mit dem Werk Thomas Manns. Zudem widmete er sich in zahlreichen Büchern und bis heute hochgeschätzten Einführungen der deutschen Literaturgeschichte vom Sturm und Drang bis zur Moderne. Im Jahr 1988 wurde ihm in Frankreich der Orden der Palmes Académiques verliehen. Darüber hinaus wurde er 2004 für sein herausragendes langjähriges Engagement für die deutschfranzösische Völkerverständigung und die Festigung des Zusammengehörigkeitsgefühls der Bürgerinnen und Bürger im ehemals geteilten Deutschland mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Prof. Karthaus verkörperte einen hochgeschätzten Gelehrten und sehr beliebten Hochschullehrer alter Schule. Sein Stilbewusstsein und Humor werden bei seinen Kolleginnen und Kollegen und allen, die bei ihm studiert haben, unvergessen bleiben. 

 

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Prof. Klaus Knoblich †

* 20. Oktober 1936

† 15. September 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Klaus Siegfried Knoblich, der am 15. September im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Klaus Siegfried Knoblich begann 1956 sein Studium der Geologie an der Universität Stuttgart, das er 1961 mit dem Diplom abschloss. Im Jahr 1964 wurde er an der Universität Stuttgart zum Doktor der Naturwissenschaften promoviert. Anschließend begann er seine Laufbahn als wissenschaftlicher Assistent am Geologisch-Paläontologischen Institut der JLU. Bereits 1969 habilitierte er sich an der Naturwissenschaftlichen Fakultät und erlangte die Lehrbefähigung für das Fach Geologie. Seine Ernennung zum Professor folgte 1971. Prof. Knoblich wirkte zwei Amtszeiten lang als Dekan und nahm zudem die Position des Geschäftsführenden Direktors des Instituts für Geologie und Mineralogie beziehungsweise des Instituts für Angewandte Geowissenschaften wahr, bevor er 2002 seinen Ruhestand antrat. Prof. Knoblich hatte die Professur für Angewandte Geologie mit dem Schwerpunkt Hydro-, Ingenieur- und Umweltgeologie inne. Seine Forschung befasste sich mit der Geschichte der Wasserversorgung, der Grundwasserneubildung und der Wasserbilanz in Mittelgebirgen. Weitere Forschungsschwerpunkte waren das bodenmechanische Verhalten feinkörniger Lockergesteine, Gesteinsverwitterung und Massenbewegungen unter tropischen Bedingungen sowie Wärmetransport im Untergrund. Sein Engagement als geologischer Gutachter im Ausland, beispielsweise in Mexiko, Saudi-Arabien oder dem Irak, prägte seine Karriere ebenso wie seine Hingabe zur Lehre, die er auch als Gastdozent in Costa Rica sowie Nigeria eindrucksvoll nachwies. Prof. Knoblich war ein hervorragender Wissenschaftler und ein sehr geschätzter Kollege.

 

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Prof. Klaus Hannemann †

* 31. Januar 1959

† 21. September 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie trauern um Prof. Dr.-Ing. Klaus Hannemann, der am 21. September im Alter von 62 Jahren verstorben ist.

Klaus Hannemann studierte von 1978 bis 1984 Maschinenbau an der Universität Karlsruhe. Im Anschluss an sein Studium war er als Nachwuchswissenschaftler am heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) in Göttingen tätig. Während dieser Zeit verbrachte er Forschungsaufenthalte am DLR in Berlin und an der Yale University in den USA. Ab 1987 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theoretische Strömungsmechanik am DLR und wurde im gleichen Jahr an der Universität Karlsruhe promoviert. Nachdem Klaus Hannemann 1988 im Rahmen eines Forschungsstipendiums an der University of Queensland in Australien gewesen war, setzte er seine wissenschaftliche Tätigkeit am DLR in Göttingen fort. Von 1996 bis 1997 arbeitete er im Rahmen eines erneuten Forschungsaufenthalts an der University of Queensland in Australien. Ab 2002 war er Leiter der Abteilung Raumfahrzeuge am DLR in Göttingen und folgte im Jahr 2013 dem Ruf auf die Professur für Raumfahrzeuge an die JLU, die in Kooperation mit dem DLR in Göttingen besetzt wurde. Mit der Wahrnehmung der Professur war gleichzeitig die Tätigkeit als Abteilungsleiter am DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Göttingen verbunden. Prof. Hannemann befasste sich in der Forschung mit Strömungsphysik im Kontext von Raketentriebwerken, Hyperschall-Raumfahrzeugen und des Wiedereintritts von Raumfahrzeugen in die Erdatmosphäre. In der Lehre war er neben den Bachelor- und Masterstudiengängen Physik insbesondere in den Studiengang Physik und Technologie für Raumfahrtanwendungen aktiv eingebunden. In seinen anspruchsvollen Vorlesungen gelang es ihm stets, die Studierenden für aktuelle Raumfahrtthemen zu begeistern und einen engen Praxisbezug zu vermitteln. Prof. Hannemann war ein sehr angenehmer und zuverlässiger Kollege, der wesentlich zur Neuorientierung und zum Erfolg der Raumfahrtphysik in Gießen beigetragen hat.