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Prof. Dr. phil. Wilfried Lippitz †

* 2. März 1945

† 26. Januar 2026

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Dr. phil. Wilfried Lippitz.

Wilfried Lippitz studierte ab 1966 Lehramt mit den Fächern Deutsch, Mathematik und Musik an der Pädagogischen Hochschule Osnabrück und war anschließend im Schuldienst tätig. Im Jahr 1972 nahm er sein Promotionsstudium an der Pädagogischen Hochschule Bielefeld auf und wechselte 1974 an die Universität Osnabrück. Im darauffolgenden Jahr nahm er eine Stelle als Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Gesamthochschule Siegen an und wurde 1976 an der Universität Osnabrück promoviert. Nachdem er sich 1980 an der Universität Gesamthochschule Siegen habilitierte, wurde er zwei Jahre später zum Professor auf Zeit ernannt. Ab 1987 war er als Wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Tübingen tätig. Kurz darauf wurde ihm die Bezeichnung außerplanmäßiger Professor verliehen. Seine Bestellung zum Honorarprofessor an der Universität Tübingen erfolgte 1991. Im Jahr 1994 wurde er zum Universitätsprofessor an der Universität Osnabrück ernannt. Von 1995 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2008 hatte er die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Systematische/Vergleichende Erziehungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen inne.
Prof. Dr. Wilfried Lippitz war über viele Jahre eine prägende Persönlichkeit der Erziehungswissenschaft an der Universität Gießen. Von 1997 bis 1999 war er zunächst Praedekan und anschließend Dekan des damaligen Fachbereichs Erziehungswissenschaften. Er hat wesentlich zur Entwicklung des Instituts für Erziehungswissenschaft beigetragen, indem er sich für die Einrichtung einer Praktikumsbetreuung der erziehungswissenschaftlichen Studiengänge engagierte, die die Studierenden beim Theorie-Praxis-Transfer unterstützt und ein effektives, bis heute genutztes Netzwerk an Praktikumsinstitutionen geschaffen hat. Bezüglich seiner wissenschaftlichen Arbeit gilt Prof. Dr. Wilfried Lippitz als einer der wichtigsten Vertreter der phänomenologischen Erziehungswissenschaft im deutschsprachigen Raum und hat zentrale pädagogische Grundbegriffe wie Bildung, Erziehung, Fremdheit, Leiblichkeit und Sozialität aus einer lebensweltlich-phänomenologischen Perspektive neu theoretisch erschlossen. Zudem verband er philosophische Phänomenologie mit erziehungswissenschaftlicher Theorie, prägte die Kindheits- und Biographieforschung und baute internationale Netzwerke sowie Publikationsreihen zur phänomenologischen Pädagogik maßgeblich mit auf.

Prof. Dr. Wilfried Lippitz war ein engagierter und den Studierenden sowie Mitarbeitenden zugewandter Hochschullehrer. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.