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Kürzlich verstorben:

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Prof. Dr. rer. nat. Wolfhart Seidel †

* 30. Mai 1929

† 14. März 2026

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Wolfhart Seidel.

Wolfhart Seidel studierte Chemie an der Universität Hamburg und wurde 1959 promoviert. Im Jahr 1966 habilitierte er sich, woraufhin ihm die venia legendi für das Fach Physikalische Chemie verliehen wurde. An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde Prof. Dr. Seidel im Dezember 1970 zum Professor für Physikalische Chemie ernannt und war hier bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1997 tätig. Im Wintersemester 1982/1983 übernahm er die Verantwortung als Dekan.

Während seiner Zeit an der Justus-Liebig-Universität Gießen hat sich Prof. Dr. Seidel intensiv mit Molekularstrahlen und kinetischen Untersuchungen in Molekularstrahlen beschäftigt. Mit dieser Technik konnte er früh einzelne Moleküle in definierten Quantenzuständen erzeugen und untersuchen. Dies ist heute eine etablierte Methode der physikalischen Chemie zur Erforschung von Stoßprozessen, Reaktionsdynamik und molekularen Eigenschaften geworden. Prof. Dr. Seidel erforschte zudem Viskositätseffekte in nichtwässrigen Elektrolytlösungen, was heute eine große Rolle in der Elektrochemie spielt.

Prof. Dr. Seidel war ein hervorragender Wissenschaftler, ein geschätzter Hochschullehrer und Kollege. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

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Prof. Dr. phil. Wilfried Lippitz †

* 2. März 1945

† 26. Januar 2026

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Dr. phil. Wilfried Lippitz.

Wilfried Lippitz studierte ab 1966 Lehramt mit den Fächern Deutsch, Mathematik und Musik an der Pädagogischen Hochschule Osnabrück und war anschließend im Schuldienst tätig. Im Jahr 1972 nahm er sein Promotionsstudium an der Pädagogischen Hochschule Bielefeld auf und wechselte 1974 an die Universität Osnabrück. Im darauffolgenden Jahr nahm er eine Stelle als Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Gesamthochschule Siegen an und wurde 1976 an der Universität Osnabrück promoviert. Nachdem er sich 1980 an der Universität Gesamthochschule Siegen habilitierte, wurde er zwei Jahre später zum Professor auf Zeit ernannt. Ab 1987 war er als Wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Tübingen tätig. Kurz darauf wurde ihm die Bezeichnung außerplanmäßiger Professor verliehen. Seine Bestellung zum Honorarprofessor an der Universität Tübingen erfolgte 1991. Im Jahr 1994 wurde er zum Universitätsprofessor an der Universität Osnabrück ernannt. Von 1995 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2008 hatte er die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Systematische/Vergleichende Erziehungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen inne.
Prof. Dr. Wilfried Lippitz war über viele Jahre eine prägende Persönlichkeit der Erziehungswissenschaft an der Universität Gießen. Von 1997 bis 1999 war er zunächst Praedekan und anschließend Dekan des damaligen Fachbereichs Erziehungswissenschaften. Er hat wesentlich zur Entwicklung des Instituts für Erziehungswissenschaft beigetragen, indem er sich für die Einrichtung einer Praktikumsbetreuung der erziehungswissenschaftlichen Studiengänge engagierte, die die Studierenden beim Theorie-Praxis-Transfer unterstützt und ein effektives, bis heute genutztes Netzwerk an Praktikumsinstitutionen geschaffen hat. Bezüglich seiner wissenschaftlichen Arbeit gilt Prof. Dr. Wilfried Lippitz als einer der wichtigsten Vertreter der phänomenologischen Erziehungswissenschaft im deutschsprachigen Raum und hat zentrale pädagogische Grundbegriffe wie Bildung, Erziehung, Fremdheit, Leiblichkeit und Sozialität aus einer lebensweltlich-phänomenologischen Perspektive neu theoretisch erschlossen. Zudem verband er philosophische Phänomenologie mit erziehungswissenschaftlicher Theorie, prägte die Kindheits- und Biographieforschung und baute internationale Netzwerke sowie Publikationsreihen zur phänomenologischen Pädagogik maßgeblich mit auf.

Prof. Dr. Wilfried Lippitz war ein engagierter und den Studierenden sowie Mitarbeitenden zugewandter Hochschullehrer. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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Prof. Dr. rer. nat. Hans Eckhardt Hummel †

* 30. April 1939

† 21. Januar 2026

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement trauern um Prof. Dr. rer. nat. Hans Eckhardt Hummel.

Hans Eckhardt Hummel studierte Chemie und Biochemie an den Universitäten Stuttgart, München und Marburg. Im Jahr 1968 wurde er an der Philipps-Universität Marburg im Bereich der physiologischen Chemie und Insektenbiochemie promoviert. Bereits früh führte ihn seine wissenschaftliche Laufbahn in die internationale Forschung, u. a. an die University of California, die State University of New York sowie an die University of Illinois. Im Jahr 1987 folgte Dr. Hummel dem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen auf die Professur für Biologischen und Biotechnischen Pflanzenschutz, die er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2004 innehatte. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb er der Universität wissenschaftlich eng verbunden und engagierte sich weiterhin in der Forschung.

Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Hans Eckhardt Hummel lagen insbesondere in der chemischen Ökologie von Insekten, der Erforschung von Pheromonen und Kairomonen sowie der Nutzung natürlicher Wirkstoffe für eine nachhaltige Schädlingskontrolle. Maßgebliche Beiträge leistete er u. a. zur Entwicklung ökologisch fundierter Insektenmanagementstrategien. Seine wissenschaftlichen Arbeiten fanden internationale Anerkennung in hochrangigen Fachzeitschriften sowie einem grundlegenden Fachbuch zur Pheromonforschung. 

Prof. Hans Eckhardt Hummel war ein hochgeschätzter Hochschullehrer und Wissenschaftler. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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Prof. Dr. phil. Dieter Vaitl †

* 27. März 1940

† 10. Januar 2026

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft trauern um Prof. Dr. phil. Dieter Vaitl.

Dieter Vaitl studierte von 1959 bis 1963 Philosophie und Katholische Theologie in Freising und Rom. Anschließend absolvierte er ein Studium der Psychologie an der Universität Freiburg, wo er ab 1967 als Verwalter einer Wissenschaftlichen Assistentenstelle arbeitete. Im Jahr 1969 wechselte er an die Universität Münster und promovierte sich dort. Nach einer kurzen Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent wurde er zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt. Im Jahr 1976 folgte er schließlich einem Ruf auf die Professur für Klinische und Physiologische Psychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 innehatte. Er engagierte sich in der universitären Selbstverwaltung und übernahm u.a. das Amt des Prodekans und des Dekans.
Prof. Dr. Vaitl beeindruckte mit seiner wissenschaftlichen Neugier und seinen vielfältigen Forschungsinteressen. Insbesondere interessierte er sich für psychophysiologische Grundlagen menschlichen Erlebens und Verhaltens und die neurowissenschaftliche Erforschung von veränderten Bewusstseinszuständen, Meditation, Hypnose und Trance. Geleitet von diesen Forschungsinteressen fungierte er von 1982 bis 1988 als Gründungspräsident der Deutschen Gesellschaft für Psychophysiologie und ihre Anwendung (DGPA) sowie von 1994 bis 1996 als Präsident der Federation of the European Psychophysiological Societies (FEPS).  Im Jahr 1988 gründete er das Institut für Psychobiologie und Verhaltensmedizin. Von 2001 bis 2020 leitete er das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg und war bis zu seinem Tod Vorstandsvorsitzender des Trägervereins. Dank der engen Kooperation mit dem IGPP gelang Prof. Dr. Vaitl im Jahr 2000 die Einwerbung des ersten funktionellen Magnetresonanztomographen am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft sowie die Gründung des Bender Institute of Neuroimaging (BION), des-sen Leitung er bis 2011 innehatte.
Neben seinen neurowissenschaftlichen Forschungsaktivitäten hat Prof. Dr. Vaitl besonderen Wert auf eine fundierte Qualifikation von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gelegt. Er etablierte bereits 1993 gemeinsam mit Dr. Renate Frank den ersten universitären Weiterbildungsstudiengang für Verhaltenstherapie und eine Verhaltenstherapeutische Ambulanz. Mit Charisma, Neugier und Offenheit für selbst ungewöhnliche Ideen vermochte Prof. Dr. Vaitl sowohl den wissenschaftlichen Nachwuchs als auch seine Studierenden immer wieder zu begeistern.
Prof. Dr. Vaitl hat mit der Einrichtung des BION und der Verhaltenstherapeutischen Ambulanz am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft maßgeblich dazu beigetragen, hervorragende Strukturen für neurowissenschaftliche Forschung, für die psychotherapeutische Qualifizierung und damit letztlich auch die Versorgung von Menschen mit psychischen Störungen zu schaffen.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft werden Prof. Dr. Dieter Vaitl stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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Prof. Dr. rer. nat. Reinhard Schnetter †

* 9. Mai 1936

† 13. Dezember 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Reinhard Schnetter, der am 13. Dezember 2025 im Alter von 89 Jahren verstorben ist.

Reinhard Schnetter studierte ab 1956 Botanik, Zoologie, Chemie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Nachdem er im Jahr 1963 promoviert wurde, war er als Wissenschaftlicher Assistent am Botanischen Institut der Universität Gießen tätig. Im Jahr 1969 habilitierte er sich und wurde 1970 zum Oberassistenten ernannt. Im darauffolgenden Jahr erfolgte seine Ernennung zum Professor an der Universität Gießen. Zudem arbeitete er mehrere Jahre in Kolumbien, u.a. als Gastprofessor an der Universidad Nacional de Colombia in Bogotá. Im Jahr 2001 trat er in den Ruhestand. 
Neben seinen Forschungen zum Auftreten von Pollen in der Luft in Abhängigkeit von Jahreszeit, Witterung, Höhenlage und Vegetation in Mittelhessen, war Prof. Dr. Schnetter international als Phykologe, insbesondere der marinen Algen in Kolumbien, anerkannt. Ein besonderer Schwerpunkt lag bei den marinen amöboiden Algen. Prof. Dr. Schnetter legte seine umfassenden Kenntnisse in seinen Büchern über die Algen der Pazifikküste und Karibikküste Kolumbiens sowie, gemeinsam mit Kollegen, in seinem zweibändigen Werk über die Einführung in die Meeresbiologie nieder. Seine internationale Anerkennung spiegelt sich auch in seinen Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Akademien wider: Er war Korrespondierendes Mitglied der Academia Colombiana de Ciencias Exactas, Físicas y Naturales in Bogotá (Kolumbien) sowie Mitglied des Instituto de Estudios Canarios in La Laguna (Spanien).

Prof. Dr. Reinhard Schnetter war ein hervorragender Wissenschaftler und ein geschätzter akademischer Lehrer und Kollege. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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Prof. Dr. rer. nat. Werner Vogel †

* 2. November 1938

† 3. Dezember 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik trauern um Prof. Dr. rer. nat. Werner Vogel, der am 3. Dezember 2025 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Nach dem Studium der Biologie, Chemie, Philosophie und Pädagogik mit dem zusätzlichen Fach der Humanbiologie in Würzburg und Kiel, absolvierte Werner Vogel zunächst seine Zeit als Studienreferendar für das Lehramt an höheren Schulen. 1965 wurde er an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Kiel promoviert, bevor er in das dortige Physiologische Institut eintrat. 1974 habilitierte er sich an der Universität Kiel, wo er auch als Wissenschaftlicher Assistent tätig war. Herr Dr. Vogel wurde im Jahr 1978 als Professor an das Physiologische Institut des Fachbereichs Humanmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen berufen. Im Jahr 2000 wurde Prof. Dr. Vogel in den Ruhestand versetzt.

Prof. Dr. Vogel hinterlässt ein reiches wissenschaftliches Erbe im Bereich der zellulären Elektrophysiologie und machte sich vor allem mit seinen Arbeiten über die Wirkung von Neuropharmaka und Neurotoxinen einen Namen. Sein Einsatz als engagierter und hochverdienter Hochschullehrer fand nicht nur in Fachkreisen eine breite Anerkennung. So war er neben seinen Aufgaben in Forschung und Lehre auch in der Selbstverwaltung aktiv, u.a. als Mitglied des Fachbereichsrates oder Leiter des Allgemeinen Hochschulsports. 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Medizin werden Herrn Prof. Dr. Vogel stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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Prof. Dr. agr. Edmund Renner †

* 15. Januar 1932

† 27. November 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement trauern um Prof. Dr. agr. Edmund Renner, der am 27. November 2025 im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Edmund Renner studierte ab dem Jahr 1953 an der Technischen Hochschule München in Weihenstephan Agrarwissenschaften. Nach dem Abschluss des Studiums im Jahr 1956 absolvierte er eine Ausbildung zum Landwirtschaftsreferendar, die er 1958 mit dem Staatsexamen abschloss. Im Jahr 1960 wurde er an der Technischen Hochschule München in Weihenstephan promoviert und war dort anschließend als wissenschaftlicher Angestellter, wissenschaftlicher Assistent sowie als Konservator am Milchwirtschaftlichen Institut tätig, wo er sich im Jahr 1967 habilitierte. 1968 folgte er dem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen auf die Professur für Milchwissenschaft am Institut für Tierzucht und Haustiergenetik, die er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1994 innehatte. Er engagierte sich in der universitären Selbstverwaltung und übernahm u.a. das Amt des Dekans.
Die große Ausstrahlung der Lehre und Forschung von Prof. Dr. Edmund Renner zeigt sich in der Vielzahl langjähriger bedeutender Aufgaben und Mitgliedschaften. Er war u. a. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Milchwissenschaft und Vorsitzender einer Expertengruppe des Internationalen Milchwirtschaftsverbandes. Durch seine Forschungsergebnisse erwarb er sich einen hohen nationalen und internationalen Bekanntheitsgrad und erhielt den „Marshall-Rhône-Poulenc International Dairy Science Award“ der Amerikanischen Gesellschaft für Milchwissenschaft. Zahlreiche Publikationen zeugen von seiner außerordentlich aktiven Tätigkeit als Hochschullehrer.

Prof. Dr. Edmund Renner war ein hochgeschätzter Hochschullehrer und Wissenschaftler.
Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

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Prof. Dr. Josephus Kleb †

* 21. Februar 1949

† 19. September 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik trauern um Prof. Dr. Josephus Kleb, der am 19. September 2025 im Alter von 76 Jahren verstorben ist.

Josephus Klep studierte ab 1967 Mathematik an der Universität in Nijmegen und schloss das Studium 1975 mit dem Diplom ab. In der Zeit von 1973 bis 1981 war er Hochschullehrer für Didaktik der Mathematik an der Pädagogischen Hochschule in Nijmegen. Ab 1981 war er mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen am Niederländischen Institut für Curriculumentwicklung (SLO) tätig. Unter anderem gründete er dort eine Zeitschrift für Mathematik in der Schule für 4-12-Jährige und leitete diverse Projekte z. B. zur Curriculumtheorie. Darüber hinaus studierte er von 1984 bis 1985 Theologie und Philosophie an der Universität in Utrecht sowie von 2001 bis 2002 Religionswissenschaften an der Universität in Nijmegen. Im Jahr 1998 wurde er an der Universität in Delft promoviert. Ab 2007 übernahm er zunächst die Vertretung der Professur für Didaktik der Mathematik mit dem Schwerpunkt Primarstufe an der Universität Gießen und wurde zwei Jahre später als Professor eingestellt. Er leitete das Institut für Didaktik der Mathematik als Geschäftsführender Direktor und engagierte sich bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst im Jahr 2012 als Mitglied des Fachbereichsrates. 

Prof. Dr. Josephus Klep begegnete seinen Mitmenschen stets mit Herzlichkeit und Offenheit. Durch seine empathische und zugewandte Art entwickelten sich aus alltäglichen Gesprächen häufig vertiefte fachliche Diskussionen, die nachhaltig in Erinnerung blieben. Sein breiter Wissens- und Erfahrungshorizont ermöglichten es ihm, fachliche Themen aus unterschiedlichen Perspektiven zu reflektieren und Kolleginnen und Kollegen wie Studierende zu neuen Sichtweisen anzuregen. In seiner Lehre zeichnete er sich durch unkonventionelle und innovative Methoden aus, mit denen er neue Zugänge eröffnete und so einen authentischen, inspirierenden Austausch mit den Studierenden schuf.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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Prof. Dr. med. Konrad Schwemmle †

* 25. Dezember 1934

† 14. August 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Medizin und das Universitätsklinikum Gießen und Marburg trauern um Prof. Dr. med. Konrad Schwemmle, der am 14. August 2025 im Alter von 90 Jahren verstorben ist.

Nach dem Studium der Humanmedizin in Erlangen, Freiburg und Wien, welches Konrad Schwemmle 1959 abschloss, absolvierte er seine Zeit als Medizinalassistent zunächst am Pharmakologischen Institut der Universität Erlangen, wo er 1960 promoviert wurde. Anschließend war er an der Medizinischen Klinik und Frauenklinik der Universität Erlangen sowie der Chirurgischen Klinik der Städtischen Krankenanstalten Bayreuth tätig und erhielt 1966 die chirurgische Facharztanerkennung.

1967 kehrte Dr. Schwemmle als Wissenschaftlicher Assistent an die Chirurgische Klinik der Universität Erlangen zurück, habilitierte sich dort 1971 für das Fach Chirurgie und erwarb 1972 die Teilgebietsbezeichnung „Kinderchirurgie“. Nach weiteren Jahren in Erlangen, zuletzt als erster Oberarzt und Vertreter des Klinikdirektors, folgte er 1976 als damals jüngster Ordinarius seines Fachs dem Ruf auf die Professur für Allgemeinchirurgie mit den Schwerpunkten für Abdominal- und Thoraxchirurgie der Justus-Liebig-Universität Gießen, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 innehatte.

Prof. Dr. Schwemmle, der ein reiches wissenschaftliches Erbe hinterlässt und dessen Einsatz als engagierter und hochverdienter Mediziner nicht nur in Fachkreisen eine breite Anerkennung gefunden hat, war neben seinen vielfältigen Aufgaben in Forschung, Lehre und Krankenversorgung auch in der Selbstverwaltung aktiv. So war er über viele Jahre u.a. Mitglied des Fachbereichsrates und der Ethikkommission des Fachbereichs Medizin und deren Prodekan, geschäftsführender Direktor des Zentrums für Chirurgie, Präsident der Mittelrheinischen Chirurgenvereinigung, Präsident der Deutschen Sektion des International College of Surgeons und Vorstandsmitglied der Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen, mit deren Ehrenplakette er 2002 ausgezeichnet wurde.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen, ihr Fachbereich Medizin und das Universitätsklinikum Gießen und Marburg werden Herrn Prof. Dr. Schwemmle stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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Dr. Ulrike Weik †

* 20. Juli 1971

† 21. April 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Mitglieder des Instituts für Medizinische Psychologie trauern um Dr. Ulrike Weik, die am 21. April 2025 im Alter von 53 Jahren verstorben ist.

Nach erster Ausbildung und Berufstätigkeit begann sie 1997 ein Studium der Psychologie, das sie 2004 mit hervorragendem Ergebnis abschloss. Im Jahr 2004 trat sie dann als Wissenschaftliche Mitarbeiterin eine Stelle im Institut für Medizinische Psychologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in der AG von Renate Deinzer an, die sie dort bis 2007 innehatte. Sie wechselte dann mit Frau Deinzer im Jahr 2007 nach Gießen und übernahm hier im Institut für Medizinische Psychologie die Laborleitung und später auch Leitungsaufgaben als stellvertretende Institutsleitung. 2010 schloss sie ihre Promotion, ebenfalls hervorragend, ab und wurde im selben Jahr zur Akademischen Rätin ernannt. Frau Dr. Weik hat sich im Institut den Forschungsbereichen Stresswirkungsforschung und Dentalpsychologie gewidmet und dort ihre Spuren hinterlassen. Wie sehr ihr die studentische Lehre am Herzen lag, offenbarte sich in ihren exzellenten Lehrevaluationen. Mit ebensolcher Hingabe unterstützte sie die Betreuung zahlreicher Dissertationen. Sie war für Kolleginnen und Kollegen wie auch für Studierende eine wichtige Ansprechpartnerin und wertvolle Stütze. Ihr Engagement in verschiedenen Gremien der Universität brachte ihr auch dort große Achtung ein.

Wir verlieren mit Frau Weik eine ausgesprochen kenntnisreiche und versierte Wissenschaftlerin, eine hervorragende Dozentin, und engagierte Kollegin und Freundin. Ihr Tod hinterlässt eine große Lücke im Institut.

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Monja Geretschläger †

* 20. April 1994

† 3. März 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Mitglieder des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften trauern um Monja Geretschläger, die am 3. März 2025 im Alter von 30 Jahren verstorben ist.

Wir verlieren mit ihr eine kompetente, zuverlässige und engagierte Kollegin und Mitarbeiterin. Nach ihrer Ausbildung an unserer Universität vom 01.10.2010 bis 25.06.2013 übernahm sie am 26.06.2013 die Leitung des Sekretariats der Professur für Fachjournalistik Geschichte und der Professur für Geschichtsdidaktik. Sie hat die vielfältigen Aufgaben mit Bravour gemeistert und immer wieder an vielen Problemlösungen mitgewirkt. Es fällt uns schwer, uns von ihr zu verabschieden. Wir werden sie sehr vermissen. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Freundinnen und Freunden.

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Prof. Dr. rer. nat. Hermann Wollnik †

* 23. Dezember 1935

† 14. Februar 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie trauern um Herrn Prof. Dr. rer. nat. Hermann Wollnik, der am 14. Februar 2025 im Alter von 89 Jahren verstorben ist. 

Hermann Wollnik studierte ab 1954 Physik an der Technischen Hochschule in München sowie der University of Oklahoma (USA). Nachdem er im Jahr 1964 an der Technischen Hochschule in München promoviert wurde, arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent am II. Physikalischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen. Anschließend war er als Oberassistent tätig und habilitierte sich 1967 an der Universität Gießen. Zwei Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Wissenschaftlichen Rat und Professor. Nach seiner langjährigen Tätigkeit als Professor für Experimentalphysik trat er im Jahr 2001 in den Ruhestand.
 
Prof. Dr. Hermann Wollnik war ein hochgeachteter akademischer Lehrer und international anerkannter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Massenspektroskopie und Ionenoptik. Seine intensive Zusammenarbeit mit vielen Forschungseinrichtungen in Deutschland, Europa und weltweit führte mehrfach zu längerfristigen Forschungsaufenthalten an international führenden Forschungslaboren insbesondere in den USA und Japan.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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Prof. Dr. Konstantinos Simitis †

* 23. Juni 1936

† 5. Januar 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Rechtswissenschaft trauern um Herrn Prof. Dr. Konstantinos Simitis (1936–2025), ehem. Ministerpräsident der Republik Griechenland, der am 5. Januar 2025 im Alter von 88 Jahren verstorben ist. 

Konstantinos (Kostas) Simitis wurde 1971 als Ordentlicher Professor für Handels- und Bürgerliches Recht an die Justus-Liebig-Universität Gießen berufen. Zuvor hatte er zwischen 1954 und 1959 u.a. Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg studiert und wurde dort mit seiner Arbeit über „Gute Sitten und ordre publique“ promoviert. Bis 1975 war Prof. Simitis an unserem Fachbereich tätig, ehe sein Wechsel an die Panteion University of Social and Political Sciences erfolgte.

Neben seiner wissenschaftlichen Karriere war Simitis stets auch politisch engagiert. So nahm er etwa am Widerstand gegen die griechische Militärdiktatur teil und entging der bevorstehenden Verhaftung nur durch die Flucht ins deutsche Exil (1969–1974). Anschließend war er Gründungsmitglied sowie Abgeordneter der PASOK (Panhellenische Sozialistische Bewegung) für den Wahlbezirk Piräus und bekleidete in den folgenden Jahren verschiedene Ministerämter.

Nachdem der schwerkranke griechische Premier Andreas Popandreou (1919–1996) zurückgetreten war, wurde Konstantinos Simitis zur großen Überraschung am 22. Januar 1996 zum neuen Ministerpräsidenten sowie zum Vorsitzenden der Regierungspartei PASOK ernannt. Den Höhepunkt seiner politischen Laufbahn erlebte er 2002 mit dem Beitritt Griechenlands zur gemeinsamen europäischen Währungsunion. Sein drittes Kabinett bestand bis zum 10. März 2004, nachdem Simitis am 8. Februar 2004 als Ministerpräsident zurückgetreten war.

Unser herzliches Beileid gilt seinen Angehörigen. 

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Jürgen Opper †

* 13. Februar 1963

† 1. Januar 2025

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und das Hochschulrechenzentrum trauern um ihren Mitarbeiter Jürgen Opper, der am 1. Januar 2025 im Alter von 61 Jahren verstorben ist. 

Herr Opper war seit dem 19. September 2007 als Fachinformatiker am Hochschulrechenzentrum der Justus-Liebig-Universität beschäftigt.

Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hat uns tief getroffen. Die Justus-Liebig-Universität verliert mit dem Verstorbenen einen sehr kompetenten, zuverlässigen, hilfsbereiten, loyalen und überaus beliebten Mitarbeiter. Alle Kolleginnen und Kollegen, die mit ihm zusammengearbeitet haben, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie.

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Prof. Dr. med. vet. Michael Gerhard Bülte †

* 5. November 1950

† 6. November 2024

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin trauern um Prof. Dr. med. vet. Michael Gerhard Bülte, der am 6. November 2024 im Alter von 74 Jahren verstorben ist.

Michael Bülte studierte von 1974 bis 1980 Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin. Im Anschluss war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fleischhygiene und -technologie der Freien Universität Berlin tätig, wo er im Jahr 1983 promoviert wurde. In den darauffolgenden Jahren war Herr Dr. Bülte als Hochschulassistent, Akademischer Rat und schließlich als Akademischer Oberrat an der Freien Universität Berlin tätig. Im Jahr 1992 habilitierte er sich für die Fachgebiete Lebensmittelhygiene und Fleischhygiene. Darüber hinaus qualifizierte sich Prof. Dr. Bülte als Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene, Mikrobiologie, Milchhygiene und Fleisch- und Schlachthofkunde. Im Jahr 1995 wurde er zum Universitätsprofessor für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde am Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen berufen. Von 1995 bis 2019 leitete Herr Prof. Dr. Bülte das Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde als geschäftsführender Direktor und war dort bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2019 tätig. Zudem engagierte er sich auch in verschiedenen Gremien der akademischen Selbstverwaltung.
In seinem wissenschaftlichen Wirken befasste sich Herr Prof. Dr. Bülte mit den Forschungsschwerpunkten der molekular-basierten Forschung auf den Gebieten der enterohämorrhagischen E. coli, des Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis, des BSE-Risikomaterials sowie der Tierartendifferenzierung. Aufgrund des fundierten wissenschaftlichen Wirkens erfolgte die Mitwirkung in verschiedenen Sachverständigenausschüs-sen und -kommissionen, u.a. am Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin. Das Deutsche Institut für Normung zeichnete seine Verdienste bei der Mitarbeit in mehreren DIN-Arbeitsausschüssen im Jahre 2010 mit der Beuth-Denkmünze aus. In den Jahren 2014 bis 2018 war Prof. Dr. Bülte Delegierter bei der Landestierärztekammer Hessen.

Prof. Dr. Michael Bülte war ein geschätzter und geachteter Hochschullehrer. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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Prof. Dr. med. Horst Gerhard Zahner †

* 19. Mai 1941

† 16. Oktober 2024

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin trauern um Prof. Dr. med. Horst Gerhard Zahner, der am 16. Oktober 2024 im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Horst Gerhard Zahner studierte von 1961 bis 1966 Veterinärmedizin in Gießen und Wien. Nachdem er 1968 promoviert wurde, arbeitete als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Parasitologie der Justus-Liebig-Universität Gießen und wurde zum Akademischen Rat und Akademischen Oberrat ernannt. Im Jahr 1985 habilitierte er sich für die Fächer „Parasitologie und parasitäre Krankheiten“. Vier Jahre später folgte er einem Ruf auf die Professur für Parasitologie und hatte diese bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2006 inne. In der Selbstverwaltung der Universität stand er dem Fachbereich Veterinärmedizin in den Jahren 1994/1995 als Dekan vor und hatte mehrfach das Amt des geschäftsführenden Direktors inne.

In seinem wissenschaftlichen Wirken befasste sich Prof. Dr. Horst Gerhard Zahner mit den Forschungsschwerpunkten Molekularbiologie und Immunologie von Filarien/Filarieninfektionen, Zellbiologie und Molekularbiologie von Kokzidien, Angeborene Immunreaktionen gegen Kokzidien, Experimentelle Chemotherapie bei Filarieninfektionen und Pathologie/Histopathologie parasitärer Infektionen. 
Aufgrund seines fundierten wissenschaftlichen Wirkens war Prof. Dr. Horst Gerhard Zahner von 1989 bis 2002 Mitglied der Sonderforschungsbereiche „Molekulare Grundlagen Zellbiologischer Schaltvorgänge“ sowie „Invasionsmechanismen und Replikationsstrategien von Krankheitserregern“. Darüber hinaus war er von 1989 bis 2006 Mitglied des Graduiertenkollegs „Molekulare Veterinärmedizin“.

Prof. Dr. Horst Gerhard Zahner war ein geschätzter und geachteter Hochschullehrer. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

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Prof. Dr. phil. Karl-Heinz Flehinghaus †

* 10. August 1925

† 1. September 2024

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Dr. phil. Karl-Heinz Flehinghaus, der am 1. September 2024 im Alter von 99 Jahren verstorben ist.

Karl-Heinz Flehinghaus studierte ab 1947 an der Pädagogischen Akademie in Wuppertal. Nach der Ersten und Zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Volksschulen arbeitete er mehrere Jahre an Volks- und Hilfsschulen in Wuppertal. Von 1958 bis 1960 studierte er am Heilpädagogischen Institut in Köln und schloss das Studium mit der Staatsprüfung für das Lehramt an Hilfsschulen ab. Bis 1962 war er Lehrer an der Rheinischen Landesgehörlosenschule in Wuppertal und nahm anschließend in Hamburg erneut sein Studium auf, das er 1964 mit der Staatsprüfung für das Lehramt an Gehörlosen-, Schwerhörigen- und Sprachkrankenschulen abschloss. In den darauffolgenden Jahren war er als Lehrer an der Rheinischen Landesgehörlosenschule in Essen tätig. Nachdem er im Jahr 1970 an der Ruhr-Universität Bochum promoviert wurde, war er u.a. als Akademischer Oberrat an der Pädagogischen Hochschule Ruhr tätig. Dort habilitierte er sich 1972 und wurde kurz darauf zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt. Im Jahr 1977 erfolgte seine Ernennung zum Universitätsprofessor an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 hatte er die Professur für Erziehungswissenschaft unter Berücksichtigung der Heil- und Sonderpädagogik inne.
 
Prof. Dr. Karl-Heinz Flehinghaus hat sich der Sichtbarkeit seines Faches und dem Aufbau der Fachlichkeit der jungen Disziplinen gewidmet. Neben der Forschung und Theoriebildung galt sein Augenmerk immer der Praxis und damit den Menschen. Sein überaus großes Verdienst macht sich bis heute darin bemerkbar, dass er zum einen die Bedeutung und Fachlichkeit einzelner sonderpädagogischer Förderschwerpunkte unterstrich, sich andererseits als Brückenbauer zwischen den Förderschwerpunkten verstand und insbesondere für die Förderschwerpunkte Geistigbehindertenpädagogik und die Sprachheilpädagogik übergreifende Unterrichtskonzepte entwickelte. 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften werden Prof. Dr. Flehinghaus als eine Persönlichkeit mit Weitblick, mit der Fähigkeit zur Vernetzung sowie mit einer den Menschen zugewandten Weltsicht in Erinnerung behalten und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

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Prof. Dr. phil. Siegfried Quandt †

* 11. Juli 1936

† 18. August 2024

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Dr. phil. Siegfried Quandt, der am 18. August 2024 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Siegfried Quandt studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik an den Universitäten Bonn, Hamburg und Bochum. Zunächst war er als Realschullehrer tätig, bevor er 1970 promovierte. 1973 habilitierte er sich für das Fach „Sozialgeschichte und Didaktik der Geschichte“ und wurde im gleichen Jahr zum Professor an der Pädagogischen Hochschule Freiburg berufen, wo er zuvor bereits als Dozent tätig war. 1977 erfolgte seine Ernennung zum Professor an der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2004 die Professur für Didaktik der Geschichte innehatte.

Neben seiner erfolgreichen Tätigkeit in Forschung und Lehre, die insbesondere die Bereiche Sozial- und Kommunikationsgeschichte, Geschichtsdidaktik und Fachjournalistik umfasste, übte Prof. Dr. Quandt auch Aufgaben in der akademischen Selbstverwaltung aus, bspw. als Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbandes oder als Gutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Auch in der praktischen Medienarbeit war Prof. Dr. Quandt vertreten, wie etwa als wissenschaftlicher Berater bei öffentlich-rechtlichen Sendungsformaten. Zudem engagierte er sich wirkungsvoll im Bereich des Journalismus und setzte sich u.a. für neue Wege in der Journalistenausbildung ein. Im Jahr 2006 wurde er dafür mit dem Verdienstkreuz Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften werden Herrn Prof. Dr. Quandt stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

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Prof. Dr. rer. nat. Manfred Ueck †

* 17. Juni 1936

† 28. Mai 2024

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Medizin trauern um Prof. Dr. rer. nat. Manfred Ueck, der am 28. Mai 2024 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Manfred Ueck studierte Biologie, Anatomie, Chemie und Physik an den Universitäten Wien und Kiel und wurde 1967 im Fach „Zoologie“ promoviert. Ab dem Jahr 1967 war er als Dozent am Anatomischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. Im Jahr 1973 habilitierte er sich für das Fach „Mikroskopische Anatomie und Humanbiologie“. Im Jahre 1976 erfolgte die Erweiterung auf das Gesamtfach „Anatomie“. Der Habilitation gingen Studienaufenthalte in Norwegen, Holland und Schweden voraus. 1974 erfolgte die Berufung zum Universitätsprofessor der Justus-Liebig-Universität Gießen. 2001 wurde Herr Prof. Dr. Ueck in den Ruhestand versetzt.

Neben seiner erfolgreichen Tätigkeit in Forschung und Lehre übte Herr Prof. Dr. Ueck über einen langen Zeitraum auch Aufgaben in der universitären Selbstverwaltung aus. Seine wissenschaftlichen Studienaufenthalte in Japan und Australien als Gastprofessor waren sehr ehrenvoll, wobei ihm von der Stadt Osaka der „goldene Schlüssel“ der Stadt überreicht wurde. Besonders hervorzuheben ist sein Einsatz bei der Errichtung des Praktikums für „Biologie für Mediziner“ sowie seine Beteiligung an der Etablierung des Unterrichts in der Humanbiologie.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Medizin werden Herrn Prof. Dr. Ueck stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

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Prof. Dr. phil. Raimund Borgmeier †

* 7. April 1940

† 6. Juni 2024

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur trauern um Prof. Dr. phil. Raimund Borgmeier, der am 6. Juni 2024 im Alter von 84 Jahren verstorben ist.

Raimund Borgmeier studierte ab 1960 Englisch und Latein an den Universitäten in Münster und Exeter (England). Nach dem Ersten Staatsexamen im Jahr 1965 war er zunächst als Verwalter einer wissenschaftlichen Assistentenstelle tätig und wurde anschließend zum Wissenschaftlichen Assistenten an der neu gegründeten Ruhr-Universität Bochum ernannt. Im Jahr 1967 wurde er dort promoviert. Nach einem Auslandsaufenthalt als Gastlektor im schottischen St. Andrews habilitierte er sich 1974 ebenfalls an der Ruhr-Universität Bochum, an der er kurz darauf eine Lehrstuhlvertretung wahrnahm. Im Jahr 1975 erhielt er den Ruf an die Justus-Liebig-Universität. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 war er Inhaber der Professur für Neuere Englische und Amerikanische Literatur an der Universität Gießen. Er stand dem ehemaligen Fachbereich Anglistik viermal als Dekan vor. Durch wiederholte Gastprofessuren in Milwaukee und Madison (USA) bereitete Prof. Dr. Borgmeier die 1998 unterzeichnete Landeshochschulpartnerschaft mit Wisconsin vor und gestaltete sie aktiv aus. Darüber hinaus war er in verschiedenen Prüfungsausschüssen tätig und war von 2005 bis 2008 Vorsitzender der Gemeinsamen Kommission Geisteswissenschaften. 
 
Prof. Dr. Raimund Borgmeier hat in entscheidender Weise den ehemaligen Fachbereich Anglistik sowie später das Institut für Anglistik geprägt. Als ausgewiesener Shakespeare-Experte war er 1982 bis 1994 Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft West. Sein wissenschaftliches Spektrum reichte aber weit über die Frühe Neuzeit hinaus. Hoch beachtet sind seine Schriften zur englischen Romantik, zum Kriminalroman und zur amerikanischen Science-Fiction-Dichtung. Als Dozent und Kollege war er sehr beliebt und spielte für die Außenwirkung der Universität Gießen eine wichtige Rolle. So richtete er u.a. 1997 den Anglistentag in Gießen aus. An der Universität Gießen und bei Kulturveranstaltungen der Stadt Gießen war er auch nach seiner Emeritierung überaus präsent. Er war immer hochinteressiert und hielt stets konstruktive Fragen und ein aufmunterndes Lächeln für alle bereit.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur verlieren mit Herrn Prof. Dr. Borgmeier einen herausragenden Wissenschaftler sowie geschätzten Kollegen und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.