Hessischer Hochschulpakt
Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Hochschulpakt 2026-2031, den Auswirkungen auf die JLU und Antworten auf häufig gestellte Fragen.
- Einleitung
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Hessischer Hochschulpakt 2026-2031 unterzeichnet: JLU vor großen Herausforderungen
Nach zähen Verhandlungen haben die hessischen Hochschulen im Sommer 2025 den Hochschulpakt 2026-2031 mit dem Land unterzeichnet. Der Vertrag regelt die Finanzierung der staatlichen Hochschulen in den kommenden sechs Jahren.Das JLU-Präsidium hat sich gemeinsam mit den anderen hessischen Hochschulpräsidien letztlich für den Pakt entschieden – vor allem, weil jährlich neu zu verhandelnde Budgets eine strategische Zukunftsplanung unmöglich gemacht hätten. Für diese Planungssicherheit zahlen die Hochschulen einen hohen Preis: Steigende Kosten, insbesondere durch Inflation und Tarifentwicklungen, treffen im neuen Hochschulpakt auf ein Budget, das real schrumpft.
Die JLU steht vor einem jährlichen Defizit von rund 25 Millionen Euro und einem voraussichtlichen Abbau von zehn Prozent ihres Personals. Es handelt sich um Kürzungen in einem bislang noch nicht dagewesenen Umfang, und mit einem "weiter wie bisher" werden die Herausforderungen nicht zu stemmen sein.
Zum Auftakt der Ringvorlesung der Präsidentin hat JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz drei mögliche Szenarien für die Zukunft der JLU vorgestellt. Die Aufzeichnung des Vortrags und der anschließenden Diskussion ist über Youtube verfügbar und bietet weitere Einblicke in die derzeitigen Planungen.
Diese Seite soll insbesondere den Beschäftigten und Studierenden der JLU ihre Fragen rund um den Hochschulpakt beantworten. Der Bereich wird kontinuierlich erweitert.
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FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Hochschulpakt 2026-2031 und seinen Auswirkungen auf die JLU
Die Universität steht vor einem jährlichen Defizit von ca. 25 Millionen Euro, das sich aus Änderungen der Budgetierung des Landes im neuen hessischen Hochschulpakt 2026-2031 ergibt. Um die finanzielle Stabilität und die Strategie- und Handlungsfähigkeit zu sichern , sind kurzfristige Einsparungen und nachhaltige Strukturanpassungen notwendig. Diese beinhalten unter anderem einen Abbau von ca. 10 Prozent des Personals, da insbesondere Tarifsteigerungen und steigende Sachkosten während der Laufzeit des Hessischen Hochschulpakts 2026-2031 nicht bzw. nicht mehr vollständig vom Land kompensiert werden.
Implikationen aus dem Hochschulpakt 2026-2031 im Detail:
- Dauerhafte Eckwerteabsenkung des Hochschulbudgets für alle Hochschulen ab 2026 um 30 Millionen Euro
- Tarifsteigerungen werden nicht ausgeglichen: Kein Ausgleich der Nachwirkung der Tarifsteigerung 2025 im Jahr 2026 und keine Kompensation der Kosten der Tarifsteigerung im Jahr 2026. Ab 2028 werden die Tarifsteigerungen aus dem Vorjahr (teilweise) ausgeglichen.
- Ca. 25 Prozent des Gesamtbudgets auf Landesebene wird künftig über Leistungsindikatoren verteilt (Drittmitteleinnahmen, abgeschlossene Promotionen, Absolventinnen und Absolventen, Berufungen von Frauen, Promotionen von Frauen in MINT-Fächern, Abschlüsse von internationalen Studierenden). Die vorgenannten Leistungsparameter gewinnen, ebenso wie die Anzahl der Studierenden, zunehmend an Bedeutung, weil damit zu rechnen ist, dass sie als Grundlage für den ab 2032 geltenden Hochschulpakt herangezogen werden.
Finanzielle Ausgangslage der JLU mit deutlich reduzierten finanziellen Handlungsspielräumen:
- Hohe Tarifsteigerungen im Jahr 2025 und Nachwirkungen dieser Steigerung im Jahr 2026
- Starker Rücklagenabbau an der JLU erfolgt
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Weiterhin hoher Sanierungsbedarf der Infrastruktur
Um die Handlungs- und Strategiefähigkeit der JLU kurz- und langfristig zu sichern, sind ein strategischer Personalabbau und die Reduzierung von Infrastrukturkosten notwendig.
04.11.2025
Um die Liquidität zu sichern, hat das Präsidium Rücklagen in die Zentrale überführt und ein allgemeines Stellenmoratorium verhängt. Diese Stellensperre bleibt bis Ende 2026 bestehen, ausgenommen gut begründete Ausnahmen.
Selbstverständlich sollen die kurzfristigen Maßnahmen so schnell wie möglich durch eine tragfähige Zukunftsplanung abgelöst werden. Dazu steht das Präsidium mit den Fachbereichen und Zentren in einem engen Austausch.
04.11.2025
Die Einsparungen betreffen alle Einrichtungen der JLU inklusive der Verwaltung. Auch wenn die Hoffnung auf schnelle Lösungen und einfache Antworten nachvollziehbar ist: Die JLU ist eine komplexe und sehr vielfältige Organisation, die eine sorgfältigen und gründlichen Umgang mit den Herausforderungen verdient hat.
Die JLU-Mitglieder können sich darauf verlassen, dass das Präsidium und die Fachbereiche sich alles sehr genau anschauen und differenzierte Entscheidungen treffen werden.
04.11.2025
Die Sparmaßnahmen sind hart, aber sie bieten auch die Chance, die JLU resilient und zukunftssicher aufzustellen.
Das Präsidium hat fünf Leitplanken entwickelt, die als Hilfestellung für künftige Entscheidungen dienen, beispielsweise bei der Berufungsplanung der Fachbereiche:
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Flexibles Fächerprofil:
Besonderer Fokus auf die gezielte Weiterentwicklung und Anpassung des breiten JLU-Fächerspektrums sowie bestehender Studienangebote und Forschungsschwerpunkte
Flexibles und vielseitiges Studium - Erfolgreiche Studienangebote: Besonderer Fokus auf nachgefragte Studienangebote und nachweisbaren Studienerfolg
- Sichtbare Spitzenforschung: Besonderer Fokus auf national und international herausragende (Drittmittel-)Forschung
- Interne Kooperation: Besonderer Fokus auf fach- und fachbereichsübergreifende Kooperationen
- Externe Kooperation: Besonderer Fokus auf zielorientierte Kooperationen mit externen Partnern
04.11.2025
Ein dauerhafter Personalabbau von rund zehn Prozent des landesmittelfinanzierten Personals ist ein politisches Ziel der Landesregierung und betrifft auch die JLU. Daher ergreift die JLU kurzfristig eine Reihe von Sparmaßnahmen, wie z.B. ein Stellenmoratorium. Langfristig soll ein strategisches Zukunftskonzept erarbeitet werden.
17.07.2025
Nein, es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
17.07.2025
Für alle Einrichtungen der JLU gilt ab sofort – zunächst bis Ende 2026 – ein vorübergehendes Stellenmoratorium . Dies bedeutet, dass im Sinne einer temporären Stellensperre alle Entscheidungen ausgesetzt werden. Zukünftige Aufgaben und Dienstleistungen und somit Planungen über Stellenstrukturen und Stellenfreigaben werden grundsätzlich neu überdacht.
Neue Stellen oder durch Austritte freiwerdende Stellen können während des Stellenmoratoriums grundsätzlich nicht freigegeben oder nachbesetzt werden.
Von diesem Stellenmoratorium sind ausgenommen :
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Vertragsverlängerungen von aktuell
befristet
besetzten Stellen zur
wissenschaftlichen Qualifizierung
.
a) im Zuge der an der JLU praktizierten Verlängerungsoptionen nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG), beispielsweise im Rahmen der sogenannten 3+2+1 bzw. 3+3 Regelungen.
b) im Rahmen der sogenannten familienpolitischen Komponente und weiterer Verlängerungsmöglichkeiten nach WissZeitVG.
c) im Rahmen des Corona-Verlängerungsjahres .
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Stellen, die im Rahmen von
Berufungs- und Bleibeverhandlungen
innerhalb der gesetzlichen Bindungsfrist von fünf Jahren zugesagt wurden.
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aus
Drittmitteln
finanzierte Stellen.
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Vertretungsstellen
für Mutterschutz- und Elternzeiten, Arbeitszeitreduzierungen aus familiären Gründen, Krankheit, Sonderurlaub etc. können im Umfang von 50 Prozent des freigewordenen Stellenanteils eingerichtet werden.
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Über weitere Ausnahmen im gut zu begründenden Einzelfall entscheiden die Personalbudgetverantwortlichen (Dekanate für die Fachbereiche, Präsidium für die zentralen Bereiche), soweit diese Ausnahmen zur Abwehr sicherheitsrelevanter, rechtlicher oder finanzieller Gefahren oder zur Aufrechterhaltung des zwingend notwendigen Dienstbetriebs (etwa zur Sicherstellung der Lehre) unabdingbar sind und anderweitige organisatorische Kompensationsmaßnahmen nicht ergriffen werden können.
21.07.2025
Das Präsidium arbeitet eng mit den Fachbereichen und Zentren zusammen, um die JLU fit für die Zukunft zu machen.
Auch alle anderen Mitglieder der Universität sind dazu aufgerufen, Ideen und Vorschläge in diesen Prozess einzubringen – gern direkt an die Präsidentin unter praesidentin .
04.11.2025
- Weitere Informationen finden JLU-Angehörige unter nachfolgendem Link:
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Detailliertere Antworten zu den Budgets der Fachbereiche finden JLU-Beschäftige unter nachfolgendem Link:
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