DAAD-Preis für JLU-Doktorandin Anastasiia Marsheva
Auszeichnung beim Akademischen Festakt überreicht
Nr. 194 • 28. November 2025
Die aus Russland stammende Doktorandin Anastasiia Marsheva ist beim Akademischen Festakt der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) mit dem DAAD-Preis für internationale Studierende ausgezeichnet worden. Die Präsidialkommission folgte damit der Empfehlung von Prof. Dr. Andreas Langenohl vom Institut für Soziologie. „Ich kenne kaum eine Person, die ehrenamtliche Aufgaben in der Universität und in der Gesellschaft so ernst nimmt wie Frau Marsheva“, begründete Prof. Langenohl seinen Vorschlag. Der DAAD-Preis für hervorragende Leistungen internationaler Studierender an den deutschen Hochschulen ist mit 1.000 Euro dotiert. Er soll dazu beitragen, den zahlreichen internationalen Studierenden in Deutschland ein Gesicht zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden.
Anastasiia Marsheva ist 26 Jahre alt und lebt seit Oktober 2020 in Deutschland. Nach ihrem Masterstudium der Ost-West-Studien an der Universität Regensburg gelang es ihr, mit ihrem kulturwissenschaftlichen Promotionsprojekt ein Mitgliedschafts- und Stipendienangebot des International Graduate Centre für the Study of Culture (GCSC) der JLU zu erhalten. Unter dem Titel „Ost, Post-Ost und danach: Ethnienübergreifende Identitätskonstrukte in Deutschland und in Tschechien“ untersucht die Preisträgerin kollektive Identitäten unter Menschen mit familiärer Migrationsbiografie aus Osteuropa. Ihre Dissertation wird von Prof. Dr. Dirk Uffelmann vom Institut für Slavistik betreut.
Beeindruckend sei nicht nur Ananstasiia Marshevas sehr hohes Theorie- und Methodenniveau, betonte Prof. Langenohl, „sondern auch die Konsequenz, mit der sie sich das Feld erschloss – unter anderem durch das Erlernen von Tschechischkenntnissen, um Interviews in der Tschechischen Republik durchführen zu können.“
Sie erhielt unter anderem Stipendien des DAAD, der Claussen-Simon-Stiftung, des Schroubek-Fonds Östliches Europa und der Deutschlandstiftung Integration. Anastasiia Marsheva leitete mehrere Seminare zur Ost-West-Migration und postmigrantischen Gesellschaften an der JLU und an der Philipps-Universität Marburg. Sie engagiert sich in der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) und hat im Jahr 2024 die Tagung junger Osteuropaexpert*innen der DGO an der JLU mitorganisiert.
Im Rahmen ihres vielfältigen ehrenamtlichen Engagements gründete sie unter anderem den Verein „Faden: Zusammen weben wir die Zukunft für Akademikerinnen mit Migrationshintergrund e.V.“, der sich der Unterstützung von Studentinnen mit Migrationsgeschichte beim Berufseinstieg in Deutschland widmet.
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