Spurensuche. Archivkunde für die postkoloniale Provenienzforschung
Der Kompaktkurs „Spurensuche“ richtet sich an Provenienzforscher:innen, die Herkunft und Verbleib von Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten nachgehen. Er führt in die Recherche in Archiven und in die Arbeit mit Akten zur Kolonialzeit ein. Die Teilnehmer:innen erwerben Kompetenzen zu selbstständiger Archivarbeit und einen Überblick über die deutsche Archivlandschaft sowie Einblicke in Archive im Globalen Süden. Nach zwei erfolgreichen Kursen im vergangenen Jahr findet im Mai 2025 eine dritte Auflage in Gießen statt. Die Anmeldung ist bis zum 31.3.2025 möglich unter https://www.uni-giessen.de/spurensuche/anmeldung
- https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/veranstaltungen/fortbildung/kompaktkurs-spurensuche/2025-05-15
- Spurensuche. Archivkunde für die postkoloniale Provenienzforschung
- 2025-05-15T00:00:00+02:00
- 2025-05-15T23:59:59+02:00
- Der Kompaktkurs „Spurensuche“ richtet sich an Provenienzforscher:innen, die Herkunft und Verbleib von Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten nachgehen. Er führt in die Recherche in Archiven und in die Arbeit mit Akten zur Kolonialzeit ein. Die Teilnehmer:innen erwerben Kompetenzen zu selbstständiger Archivarbeit und einen Überblick über die deutsche Archivlandschaft sowie Einblicke in Archive im Globalen Süden. Nach zwei erfolgreichen Kursen im vergangenen Jahr findet im Mai 2025 eine dritte Auflage in Gießen statt. Die Anmeldung ist bis zum 31.3.2025 möglich unter https://www.uni-giessen.de/spurensuche/anmeldung
15.05.2025 (Europe/Berlin / UTC200)
15.05.2025
16.05.2025
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Justus-Liebig-Universität, Universitätshauptgebäude, Gustav-Krüger-Saal (R105)
Kompaktkurs „Spurensuche“ – Archivkunde für die postkoloniale Provenienzforschung vom 12.5-16.5.2025 in Gießen
Die Frage nach der Rückgabe von Objekten und human remains aus kolonialen Kontexten erreicht bundesdeutsche Öffentlichkeiten wellenförmig. So heißt es im Eckpunktepapier der kulturpolitisch Verantwortlichen von 2019, dass „Rückführungen von Kulturgütern aus kolonialen Kontexten, deren Aneignung in rechtlich und/oder ethisch heute nicht mehr vertretbarer Weise erfolgte“, Teil der „historischen Verantwortung im Zusammenhang mit dem deutschen Kolonialismus“ ist, und auch die scheidende Bundesregierung berücksichtigte dieses Thema in ihrem mittlerweile aufgekündigten Koalitionsvertrag. Auch abgesehen von diesen Konjunkturen der Aufmerksamkeit stehen Museen, Sammlungen und andere Institutionen schon lange vor den Herausforderungen des Umgangs mit einschlägigem Sammlungsgut.
Provenienzforscher:innen wissen, dass zur Rückgabe von human remains und Objekten nicht nur der politische Wille, sondern auch die mühevolle Arbeit gehört, Spuren der Herkunft , der Aneignung, des Raubs sowie des Verbleibs bzw. der Überlieferung zu suchen. Archive mit ihren Beständen aus der Kolonialzeit sind dafür eine zentrale Ressource. Mit etwas Orientierung kann es hier gelingen, Verschüttetes und Verdrängtes wieder aufzudecken.
In unserem Kompaktkurs „Spurensuche“ wollen wir Zugänge zur Archivarbeit eröffnen und produktive Ansätze der Provenienzforschung aufzeigen. Der Kurs richtet sich u. a. an Mitarbeiter:innen in Museen oder Forschungsinstituten, die der Herkunft von Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten nachgehen und noch wenig Erfahrung mit der Archivarbeit haben oder ihre Kenntnisse auffrischen wollen.
Der Kompaktkurs „Spurensuche“ wird einen Überblick über die deutsche Archivlandschaft mit Schwerpunkt auf Bestände, die für koloniale Kontexte relevant sind, sowie Einblicke in Archive des Globalen Südens geben und grundlegende Kompetenzen zu selbstständiger Archivarbeit vermitteln. Er ist mit einem großen Anteil von Praxis- und Übungselementen konzipiert. Die Lehrenden geben Werkzeuge zur Lösung von Problemen bei der Recherche an die Hand. Die Teilnehmer:innen tauschen sich mit Archivar:innen aus ganz unterschiedlichen Häusern aus. Historiker:innen der Universität Gießen sowie externe Expert:innen führen in historische Methoden ein. Eine Exkursion ins Weltkulturen Museum Frankfurt regt zum Austausch mit Museumspraktiker:innen an.
Programm
Montag – 12.05.2025
14:00 Uhr: Begrüßung / Vorstellung
15:30 Uhr Objektrecherche I, Dr. Holger Stoecker, Georg-August-Universität Göttingen
Dienstag – 13.05.2025
Exkursion ins Hessische Staatsarchiv Marburg (ganztägig)
10:00 Uhr: Archive finden, Dr. Verena Limper, Hessisches Staatsarchiv, Dr. Constanze Sieger, Hessisches Staatsarchiv
14:00 Uhr: In Archiven arbeiten, Dr. Verena Limper, Hessisches Staatsarchiv, Dr. Constanze Sieger, Hessisches Staatsarchiv
Mittwoch – 14.05.2025
9:00 Uhr: Akten erkunden und lesen, Prof. Dr. Bettina Brockmeyer, Justus-Liebig-Universität Gießen, Dr. Joachim Hendel, Universitätsarchiv Gießen, Dr. Christian Pöpken, Stadtarchiv Gießen
10:30 Uhr: Archive im Globalen Süden I, Dr. Kokou Azamede , Université de Lomé (Togo)
14:00 Uhr: Akten (digital) nutzen, Sabine Herrmann, Bundesarchiv Koblenz, Dr. Esther-Maria Lemmerz, Bundesarchiv Koblenz
18:15 Uhr: Archive im Globalen Süden II (Abendvortrag), Dr. Kokou Azamede, Université de Lomé (Togo)
Donnerstag – 15.05.2025
Exkursion ins Weltkulturen Museum Frankfurt (ganztägig)
Vormittag: Provenienz erforschen I, Prof. Dr. Larissa Förster, Weltkulturen Museum Frankfurt, Josefine Neef, Weltkulturen Museum Frankfurt
Nachmittag: Provenienz erforschen II, Sarah Fründt, Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Freitag – 16.05.2025
9:00 Uhr: Komplexe Archivsituationen, Prof. Dr. Nicole Immig, Justus-Liebig-Universität Gießen
10:30 Uhr: Objektrecherche II, PD Dr. Katharina Stornig, Justus-Liebig-Universität Gießen, kollegiale Beratung
12:00 Uhr: Feedback / Abschluss