Wissen schafft Wirklichkeit: Die Universität als Motor des WandelsRingvorlesung der Präsidentin im Wintersemester 2025/2026: Wissen schafft Wirklichkeit: Die Universität als Motor des Wandelshttps://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/veranstaltungen/p-veranstaltungen/ringvorlesunghttps://www.uni-giessen.de/@@site-logo/logo.png
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Wissen schafft Wirklichkeit: Die Universität als Motor des Wandels
Ringvorlesung der Präsidentin im Wintersemester 2025/2026: Wissen schafft Wirklichkeit: Die Universität als Motor des Wandels
Ringvorlesung der Präsidentin im Wintersemester 2025/2026
Universitäten sind nicht nur ein Ort des Lehrens und Lernens, sondern lebendige Organismen des Wandels. Sie wirken als Bollwerke der Aufklärung und als Orte der kritischen Reflexion. In einer Welt, die nach Antworten sucht, zeigt diese Ringvorlesung auf, wie Universitäten durch ihre Forschung und Lehre neue Wirklichkeiten schaffen und so die Grundlagen für eine bessere Zukunft legen. Wir beleuchten die entscheidende Rolle der Universität bei der Stärkung der demokratischen Werte und der Förderung einer offenen und faktenbasierten Gesellschaft – frei von ideologischen Verkürzungen und mit dem klaren Bekenntnis zur Kraft des Wissens.
Die Aufzeichnungen vergangener Termine finden Sie unten in derTerminübersicht .
Aufzeichnungen
Sie finden die Vorträge als Livestream zum Veranstaltungstermin auf dieser Seite und dauerhaft auf dem YouTube-Kanal der JLU in der Playlist „Veranstaltungen“:
Die Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen nimmt die Herausforderung an, die Krisen der Gegenwart nicht nur zu meistern, sondern sie als Chance zu begreifen. Im Eröffnungsvortrag der Ringvorlesung wird anhand von drei unterschiedlichen Szenarien diskutiert, wie die JLU ihre Zukunft proaktiv gestalten könnte. Es handelt sich keinesfalls um feste Pläne, sondern um Denkräume, die kreatives Potenzial freisetzen und Welten eröffnen, um eigene Kräfte zu bündeln, Synergien mit Partnerinnen und Partnern zu schaffen und gemeinsam mutig neue Wege zu beschreiten. Der Vortrag lädt dazu ein, die JLU als einen lebendigen Organismus zu verstehen, in dem ihre Mitglieder über die Zukunft nachdenken und sie aktiv mitgestalten.
Aufzeichnung
Montag, 10. November 2025
„Who drives change? Evolution of the interplay between the universities and the state“
Englischer Vortrag mit deutschem Untertitel
Prof. Dr. Christine Musselin - Emerita CNRS Research Professor, Sciences Po, Centre de Sociologie des Organisations, CNRS, Paris
In most European countries, public funding constitutes the main source of budget for universities. On the one hand, public expectations regarding the destination of these funds have become more defined, and on the other, accountability for the use of these resources has increased. Recent geopolitical developments appear to be further exacerbating this trend. What room for manoeuvre do universities have left in the face of public demands? What role can and should they play in defining public priorities? How can they serve the public good without being under the command of the state? How far can they promote changes? This contribution will draw on the cases of France and Germany to trace the evolution of relations between the state and universities. By focusing on the transformation of public expectations on universities and on how the latter have responded to them or influenced them, I will highlight the multiplication of the roles expected of universities and the implications for the “idea of university”.
Aufzeichnung
Montag, 24. November 2025
„Does familiarity breed contempt? The rise of universal access and falling public esteem for universities across Europe and North America“
Englischer Vortrag mit deutschem Untertitel
Alex Usher - President of Higher Education Strategy Associates, Toronto
Across many countries, access to higher education has expanded dramatically over recent decades, raising expectations about the role universities play in shaping individual opportunities and societal progress. At the same time, a paradox has emerged: while more people than ever pursue a university degree, public confidence in universities appears to be declining. Drawing on international comparisons, Alex Usher explores the underlying dynamics of this development. He examines how shifting societal expectations, political pressures, and the consequences of mass higher education have created new tensions in the relationship between universities and the public. The lecture discusses how universities can respond to these challenges, strengthen their credibility, and reaffirm their role as institutions of knowledge, innovation, and social cohesion.
Aufzeichnung
Montag, 15. Dezember 2025
„Lernen sichtbar machen – ein Impuls für universitäre Lehre“
Prof. Dr. Wolfgang Beywl - Seniorprofessor im Bereich Bildungsevaluation an der PH FHNW und wissenschaftlicher Leiter Univation – Institut für Evaluation, Köln
Den Namen John Hattie kennt im Bildungskosmos (fast) jeder. Der neuseeländische Bildungswissenschaftler hat auf Basis von inzwischen über 100.000 Studien das Wissen zu nun über 400 Einflussfaktoren auf fachliches Lernen aufbereitet, mit Schwerpunkt bei Schulen aber auch für die tertiäre Bildung. Wir wissen aus dieser Meta-Synthese: Lernfortschritte und -erfolg werden stark geprägt durch das, was die Lernenden mitbringen: mit ihrem familiären Hintergrund, ihrer physischen und psychischen Gesundheit, aus vorangegangenen Bildungsstufen. John Hattie konzentriert sich in Kenntnis dieser vorgelagerten Bedingungen auf das, was durch Lehrende kurz- und mittelfristig bewegt werden kann. Mit dem Visible-Learning-Modell stellt er durch Forschungsbefunde gestützte erfolgversprechende Ansatzpunkte in den Mittelpunkt. Ein Schlüssel ist das Sichtbarmachen von Lernen – bildlich gesprochen: Lehrende schauen «durch die Augen der Lernenden» auf Lehr- und Lernangebote. Lehrende gestalten ihr weiteres Vorgehen auf Basis so gewonnener Belege zu Lernen und Lernfortschritten. Ein weiterer Befund ist der hohe Stellenwert des Lernklimas, was durch eine weitere Meta-Synthese auch für die hochschulische Bildung gestützt wird. Die mit «Lernen sichtbar machen» verbundene Geisteshaltung, das «evaluative Denken», wird mit dem Luuise-Verfahren praktisch umgesetzt: «Lehrpersonen unterrichten und untersuchen integriert, sichtbar und effektiv». Im Referat wird das Verfahren in Grundzügen vorgestellt und mit je einem Beispiel aus der Schule und Universität veranschaulicht.
Aufzeichnung
Montag, 12. Januar 2026
„Hochschulautonomie und Politik – ein Spannungsfeld“
Prof. Dr. Helge Braun - Präsident der Universität zu Lübeck, Bundesminister a.D.
Die Freiheit von Forschung und Lehre sind grundgesetzlich geschützt. Für Universitäten ist dieser Freiraum der kritischen Reflexion und die Selbstbestimmtheit bei der Festlegung von Forschungsthemen und wissenschaftlichen Fragestellungen unerlässlich. Gleichzeitig sind die Universitäten in vielerlei Hinsicht von politischen Entscheidungen abhängig. Das betrifft sowohl regulatorische Rahmenbedingungen als auch die Hochschulfinanzierung. Wie frei sind unsere Universitäten wirklich? Wie sieht eine Politik aus, die Hochschulen unterstützt? Wo verlaufen die roten Linien, bei deren Überschreitung politischer Einfluss die universitäre Freiheit beeinträchtigt? Eine Analyse in politisch aufgewühlten Zeiten von jemandem, der beide Seiten kennt.
Aufzeichnung
Montag, 19. Januar 2026
„Schöpferisches Team am Vulkan. Überlegungen zum zeitgemäßen Geschäftsmodell der Universität“
Prof. Dr. Michael Hüther - Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e. V.
Position und Rolle der Universität sind derzeit so fundamental umstritten wie es selten zuvor der Fall war, obgleich ihre Krise in sporadischen Abständen immer wieder ausgerufen wurde. Doch heute steht die akademische Freiheit weltweit unter Druck. Es herrscht Aufruhr in der Alma Mater, und zwar nicht nur angesichts zunehmender Deutungsprobleme akademischer Eigengesetzlichkeit. Dabei resultiert die eine große Herausforderung für die Universität gerade daraus, unter den Bedingungen von Wissensüberdruss und Veränderungsabwehr die Freiheit zu leben und zu verteidigen, ohne folgenlos oder beliebig zu sein. Die andere große Herausforderung besteht in der notwendigen Klärung des universitären Selbstverständnisses und der Fragen, welchen Fächerkanon und welchen methodischen Ort die Universität ausweisen soll. Um das künftige Geschäftsmodell der Universität zu erörtern, ist ein Blick auf die großen Umbrüche unserer Lebenswelt geboten, letztlich als Deutung dessen, was die heutige Gesellschaft ausmacht und welchen Beitrag die Universität dazu leisten kann.
Aufzeichnung
Montag, 2. Februar 2026
Town Hall Meeting: „Gießen als Wissensstadt: Wo sich Stadt und Universität gemeinsam auf den Weg machen“
mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Zivilgesellschaft sowie aus dem Bereich der öffentlichen Sicherheit
Den Abschluss der Ringvorlesung bildet ein Townhall Meeting, moderiert von Dr. Jan-Martin Wiarda, der die Hochschulwelt so gut kennt wie kaum ein anderer Journalist. Das öffentliche Forum bringt Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Zivilgesellschaft und öffentlicher Sicherheit mit der Universitätsgemeinschaft zusammen. Im Mittelpunkt steht der Austausch über gegenseitige Erwartungen, Wünsche, Perspektiven und Chancen für die Region. Gerade in Mittelhessen, einer Region, in der Universitäten und Hochschulen in besonderer Weise prägend wirken, kommt diesem Dialog eine zentrale Bedeutung zu. Das Townhall Meeting bietet Raum für offene Diskussionen darüber, wie Stadt, Region und Universität gemeinsam Zukunft gestalten.
Teilnehmen werden Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher, Dr. Lars Witteck (Vorstandsmitglied VB Mittelhessen sowie Präsident der Von Behring-Röntgen-Stiftung), Henning Tauche (Doktorand am International Graduate Centre for the Study of Culture), Polizeipräsident Torsten Krückemeier, Simone Sterr (Intendantin Stadttheater Gießen), Lena Rethorn (Anwohnerin und Unternehmerin).