Document Actions

Fotografie und Literatur

August 5th, 2010

Anne Hillenbach: Fotografie und Literatur

Was passiert mit einem schriftlich fixierten literarischen Text, wenn dieser durch Fotografien ergänzt wird? Und was geschieht mit einer Fotografie, die ihr mediales Spektrum durch die Integration eines literarischen Textes erweitert?
Um diese beiden Kernfragen wird die Sitzung „Literatur und Fotografie“ kreisen. Vor dem Hintergrund meines Dissertationsprojektes möchte ich verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, wie Literatur und Fotografie miteinander kombiniert werden können und welche zusätzlichen Bedeutungsdimensionen sich durch diese Medienkombination ergeben können.
Bekannte Fotoromane werden ebenso zur Sprache kommen wie moderne Autorencomics und zeitgenössische Fotokunst. Es wird auf grundsätzliche ontologische Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Medien eingegangen, die in den besprochenen Kunstwerken direkt oder indirekt thematisiert werden. Hier spielen vor allem mediale Selbstreflexionen vor dem Hintergrund bekannter Literatur- und Fototheorien eine entscheidende Rolle. Vor dem Hintergrund des Themas der Vorlesung ergeben sich hier vor allem Fragen zum Status der Schrift. In vielen Werken weist diese über ihre Zeichenfunktion hinaus: sie wird selbst zum ästhetischen Objekt und zum visuellen Bedeutungsträger.

Anne Hillenbach studierte von 2002 bis 2007 Komparatistik, Kunstgeschichte und Islamwissenschaft in Gießen. Während ihres Studiums war sie als studentische Hilfskraft am Sonderforschungsbereich 434 „Erinnerungskulturen“ tätig. Seit Oktober 2007 ist Anne Hillenbach Doktorandin am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) und seit Juni 2008 Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes.
In ihrer Dissertationsschrift widmet sie sich dem Thema: „Literatur und Fotografie. Mediale Selbstreflexion und kulturelle Sinnstiftung.“