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Wildkatzen hinterlassen digitale Spuren

Erforschung der bedrohten Tiere in Hessen – 15 Wildkatzen in Projekt der AG Wildtierforschung an der Universität Gießen mit hochmodernen GPS-Sendern ausgestattet

Nr. 52 • 6. Mai 2021

wildkatze
Wildkatze mit GPS-Senderhalsband. Foto: Helmut Weller
15 Wildkatzen können aus ihren Wegen nun kein Geheimnis mehr machen: Die seltenen Tiere sind mit GPS-Senderhalsbändern ausgestattet worden, um ihre Bewegungsprofile und ihre Raumnutzung vor allem im Bereich von Straßen zu untersuchen. Damit ist die Besenderungsphase des Forschungsprojekts „Raumnutzungsverhalten der Wildkatze“ erfolgreich abgeschlossen worden. Das Ziel des Projekts der AG Wildtierforschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist es, der bedrohten Wildkatze die Rückkehr in ihre angestammten Lebensräume zu erleichtern.

Straßen stellen die Haupttodesursache für Wildkatzen dar und jedes Jahr werden auch in Hessen viele Wildkatzen überfahren. Das Untersuchungsgebiet Hörre im Lahn-Dill-Kreis, das zum Forstamt Wetzlar gehört, bietet dabei beste Voraussetzungen, um an die wichtigen Projektdaten zu gelangen. In unmittelbarer Umgebung sind verschiedene Straßenkategorien zu finden: von der Autobahn über Bundes- und Landesstraßen bis hin zu Kreisstraßen.

Bei den eingesetzten GPS-Halsbändern handelt es sich um hochmoderne Technik. Um die Sender anzubringen, haben die Wildbiologinnen und -biologen der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische an der JLU mit Unterstützung des Forstamts Wetzlar im Untersuchungsgebiet spezielle Kastenfallen aufgestellt. Diese wurden mit Baldrian beködert, worauf Wildkatzen vor allem in der Ranzzeit von November bis März ganz wild sind. Seit Februar 2020 konnten so insgesamt 15 Wildkatzen – Männchen sowie Weibchen – besendert werden.

Das Forschungsprojekt ist im November 2019 gestartet und wird vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) nach einer Verlängerung mit rund 73.000 Euro aus dem Hessischen Biodiversitätsforschungsfonds bis 2022 gefördert. Da die gewonnenen Daten eine wichtige Grundlage für die zukünftige Raum- und Verbundplanung darstellen, beteiligt sich auch das Regierungspräsidium Gießen mit Mitteln aus der Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen. Unterstützt werden die Gießener Forscherinnen und Forscher außerdem vom Landesverband Hessen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), vom Forstamt Wetzlar sowie vom Institut für Tierökologie und Naturbildung aus Laubach, das über viel Erfahrung beim Fang und der Telemetrie von Wildkatzen verfügt.

Auch Meldungen über Sichtungen von Wildkatzen oder Funde toter Wildkatzen können die aktuelle Forschung unterstützen. Wer eine Wildkatze sieht, kann dies sowohl beim BUND als auch beim HLNUG melden. Wer ein totes Tier findet – ob mit oder ohne Senderhalsband – sollte sich direkt an eine der hessischen Ansprechpersonen für Wildkatzen-Totfunde wenden; die Liste findet auf der Website des HLNUG. Dabei ist zu beachten: Wildkatzen sind streng geschützte Wildtiere und dürfen nicht ohne weiteres mitgenommen werden. Wer dies tut, macht sich strafbar.

  • Weitere Informationen

www.hlnug.de/themen/naturschutz/biodiversitaetsforschungsfonds/wildkatze
www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wildkatze
www.bund-hessen.de/wildkatze/wildkatzen-hinweise/wildkatzenmeldung/

  • Kontakt

AG Wildtierforschung der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische
Justus-Liebig-Universität Gießen
Johannes Lang

Telefon: 0641 99377-21

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041

abgelegt unter: Forschung