Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Artikelaktionen

Europaweites Forschungsnetzwerk zu Tiergiften

JLU-Insektenforscher an European Venom Network beteiligt

Nr. 39 • 9. April 2021

Tiergifte
Zwei gelbbindige Furchenbienen. Ihre Giftkomposition wird zusammen mit anderen Arten im Rahmen eines DFG-Projektes zur Giftevolution in sozialen und solitären Bienen untersucht. Foto: Björn von Reumont

Tiergifte sind in allen größeren Tiergruppen und Lebensräumen mehr als 100 Mal unabhängig voneinander entstanden. Die zum Teil sehr komplexen Gifte bestehen insbesondere aus kurzen Peptiden und Proteinen, die über mehr oder weniger ausgeklügelte Giftapparate in andere Organismen injiziert werden. In Hunderten Millionen Jahren wurde die Wirkung der Toxine im Giftcocktail zur Verteidigung oder Beutejagd angepasst. Viele agieren neurotoxisch oder als Zellgifte. Die spezifischen Aktivitäten der Toxine bergen ein enormes Potential für die angewandte Forschung. Wie die verschiedenen Giftkompositionen und Toxine entstehen, ist noch weitgehend unklar. Nur wenige klassische Gifttiere wurden bislang eingehend von der Wissenschaft untersucht (z.B. Schlangen, Skorpione, Spinnen), während insbesondere viele wirbellose Arten noch unbekannt sind.

Ein neues europäisches Forschungsnetzwerk will diese Lücke schließen. Im COST Action European Venom Network (EUVEN CA19144) haben sich die europäischen Tiergift-Forscherinnen und -Forscher zusammengeschlossen, um Protokolle und Methoden zu entwickeln, technologische Verfahren und Tiermodelle zu etablieren und bisher unbekannte giftige Tierarten und die Wirkweise ihrer Gifte zu erforschen. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen, denn die Anwendung der neuen Erkenntnisse unter anderem für biomedizinische, diagnostische und agrochemische Zwecke ist ein wichtiges Ziel. Um die Biodiversität und Evolution von giftigen Tieren besser zu verstehen, werden nzudem Naturhistorische Museen sowie Vereine und Gesellschaften eingebunden.

Einer der Vertreter für Deutschland in der EUVEN COST Action ist Dr. Björn M. von Reumont, der am Institut für Insektenbiotechnologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) als Wissenschaftler die Gruppe Tiergifte im LOEWE-Zentrum Translationale Biodiversitätsgenomik koordiniert. Als molekularer Evolutionsbiologe forscht er seit zehn Jahren im Bereich der Tiergifte und ist insbesondere an der Entstehung und Evolution von Giftgenen interessiert. Im Rahmen des LOEWE-Zentrums und in Anbindung an den Gießener Geschäftsbereich Bioressourcen des Fraunhofer Instituts für Molekularbiologie und angewandte Ökologie untersucht er auch das Anwendungspotential von interessanten Toxinkandidaten.

COST (European Cooperation in Science and Technology) ist eine wissenschaftliche Plattform, um die Vernetzung von wissenschaftlicher und technologischer Expertise in Europa zu stärken. Ein besonderer Fokus in COST Actions (den einzelnen Forschungsprojekten) liegt auch in der Integration von Wissenschaft und Industrie.

  • Publikation

The new COST Action European Venom Network (EUVEN)—synergy and future perspectives of modern venomics“, Modica etal. 2021, GigaScience. https://doi.org/10.1093/gigascience/giab019.

  • Weitere Informationen

https://www.cost.dlr.de/ - Deutsche Koordinationsstelle für COST
https://euven-network.eu – COST Action European Venom Network

  • Kontakt

, Institut für Insektenbiotechnologie
Heinrich-Bufff Ring 26-32, 35392 Gießen

 

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041

abgelegt unter: Startseite