Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Artikelaktionen

Feuersalamander in Not

Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen kämpfen gegen tödlichen Hautpilz - Förderung aus dem Hessischen Biodiversitäts-Forschungsfonds - Bürgerinnen und Bürger aus Hessen können helfen

Nr. 229 • 3. Dezember 2018

PM22918BeprobungFeuersalamander.jpg
Hautabstrich bei einem jungen Feuersalamander. Foto: Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der JLU
PM22918Feuersalamanderbergabe.jpg
„Lurchi“ im Blick: Prof. Dr. Hans-Peter Ziemek, Prof. Dr. Thomas Schmid, Prof. Dr. Joybrato Mukherjee und Prof. Dr. Michael Lierz (v.l.) bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids. Foto: JLU-Pressestelle / Katrina Friese
PM22918Feuersalamander.jpg
Feuersalamander. Foto: Tebina/Ottfried Schreiter, Oberbiel
PM22918Feuersalamander2.jpg
Feuersalamander. Foto: Tebina/Ottfried Schreiter, Oberbiel
Das waldreiche Hessen mit seinen vielen naturnahen Bachläufen gilt als eines der Hauptverbreitungsgebiete von Feuersalamandern in Deutschland. Doch „Lurchi“ droht Gefahr: Ein tödlicher Hautpilz, der vermutlich mit importierten Amphibien aus Asien nach Westeuropa eingeschleppt wurde, hat in den vergangenen Jahren Großteile der Feuersalamander-Bestände in den Niederlanden und Belgien vernichtet. Mittlerweile breitet er sich auch in Nordrhein-Westfalen weiter aus. Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beschäftigen sich mit der Erforschung und dem Schutz der hessischen Populationen des Feuersalamanders. Mit Mitteln aus dem Hessischen Biodiversitäts-Forschungsfonds unterstützt das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) das Team aus dem Institut für Biologiedidaktik und der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische.

Einen entsprechenden Bewilligungsbescheid über 75.000 Euro hat der HLNUG-Präsident Prof. Dr. Thomas Schmid am Montag an Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), übergeben. Das Projekt läuft über drei Jahre. „Ich freue mich, dass sich an der JLU ein interdisziplinäres Team zusammengefunden hat, um den Artenschutz in Hessen voranzutreiben. Unser einzigartiges Fächerspektrum in den Lebenswissenschaften - von Biologie bis Veterinärmedizin - ist dafür prädestiniert“, sagte der JLU-Präsident.

Prof. Dr. Hans-Peter Ziemek (Institut für Biologiedidaktik) und Prof. Dr. Michael Lierz (Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der JLU) werden erforschen, ob hessische Feuersalamander von dem Pilz Batrachochytrium salamandrivorans befallen sind. Ab dem Frühjahr 2019 sollen in Hessen tot aufgefundene sowie krank wirkende Feuersalamander untersucht werden. Dazu wird den Tieren mit einem Wattetupfer ein Abstrich von der Haut abgenommen. Der Befall mit dem Pilz führt zu schweren Hautveränderungen und zu einem raschen Tod der Tiere.

„Es ist sehr erfreulich, dass wir mit diesem Forschungsprojekt die erfolgreiche Zusammenarbeit des HLNUG und des Instituts für Biologiedidaktik zum Aufbau eines hessischen Feuersalamander-Meldenetzes fortsetzen können“, sagte der Präsident des HLNUG. Seit 2015 können Bürgerinnen und Bürger Feuersalamander-Sichtungen an das HLNUG melden. Mit diesem „Citizen-Science Projekt“ wurden die auffällig gelb-schwarz gefärbten Salamander zu einer zentralen „Mitmach-Art“ im Rahmen der Hessischen Biodiversitätsstrategie. Durch die Beteiligung der Bevölkerung bei der Erhebung der Vorkommen konnte das HLNUG bereits viele Erkenntnisse gewinnen. Das Forscherteam möchte nun auf den Erkenntnissen des Meldenetzes aufbauen und neben den Probenahmen gezielte Kartierungen von Larven und erwachsenen Tiere durchführen.

Auch bei dem neuen Artenschutzprojekt setzen die Verantwortlichen auf die Mithilfe der Hessinnen und Hessen. Der öffentliche Teil des Projekts soll am 29. Januar 2019 in der Naturschutzakademie Hessen (NAH) in Wetzlar beginnen. Dort erhalten alle Interessierten Infos zum Projekt und zum Sachstand der Pilzausbreitung. In ganz Hessen sollen speziell geschulte Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich die Probenentnahme durchführen und lokal über die Infektionsgefahren für Feuersalamander und Molche informieren.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen beginnen im Frühjahr 2019. Ein Schwerpunktgebiet wird der westliche Vogelsberg sein, wo Prof. Lierz seit einiger Zeit gemeinsam mit dem Biologen Markus Dietz an Schutzprojekten für Feuersalamander im Raum Laubach arbeitet. Prof. Lierz und sein Doktorand Johannes Dusek werden die umfangreichen Laborarbeiten zur Identifikation des Hautpilzes in der Klinik für Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische der JLU durchführen.

Die Koordination des Gesamtprojekts und die begleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen liegen bei Prof. Ziemek und seinem Team. Neben den Kartierungen gehören dazu auch Befragungen und Interviews, um Informationen zur Beliebtheit und zum Kenntnisstand der Bevölkerung über Feuersalamander zu erhalten. Außerdem sollen die Erkenntnisse in Unterrichtsbeispiele eingebaut und in hessischen Schulen erprobt werden. Der Abschluss des Projektes ist für den Herbst 2020 mit einer großen Fachtagung in der Hermann-Hoffmann-Akademie der JLU geplant

  • Weitere Informationen

https://www.hlnug.de/?id=10404 - Feuersalamander-Meldenetz

  • Kontakt

, Institut für Biologiedidaktik
Telefon: 0641 99-35500

, Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische
Telefon: 0641 99-38430

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041



abgelegt unter: