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Überwältigende Unterstützung für Multikulti im Nationalteam

Umfrage vor der Fußball-EM: Hautfarbe der Spieler ist kein Thema – Forschungsprojekt des Gießener Sportwissenschaftlers Prof. Michael Mutz erhält zusätzliche Aktualität

Nr. 86 • 31. Mai 2016

sport
Ausschlusskriterien für die Berufung in eine deutsche Nationalmannschaft: Ergebnisse aus dem Bevölkerungssurvey „Sportliche Großereignisse und die kollektive Identifikation der Bürgerinnen und Bürger“. Fallzahl: 1556. Erhebungszeitraum: 9.-27. Mai 2016.
In Zeiten umstrittener und teilweise rassistischer Äußerungen im Zusammenhang mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zeigt eine aktuelle Studie aus der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), dass die Hautfarbe der Spieler für die Mehrheit der Deutschen keine Rolle spielt. Die Untersuchung erfolgte im Rahmen des Forschungsprojekts „Sportliche Großereignisse und die kollektive Identifikation der Bürgerinnen und Bürger“ (gefördert vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft) unter Federführung von Prof. Dr. Michael Mutz, Institut für Sportwissenschaft der (JLU).

Prof. Mutz legt die aktuellen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage vor und zieht das ebenso eindeutige wie erfreuliche Fazit: „Die Deutschen messen der Hautfarbe der DFB-Spieler überhaupt keine Bedeutung bei.“

In einer deutschlandweiten und repräsentativen Umfrage in der erwachsenen Bevölkerung, die in Zusammenarbeit mit dem Berliner Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Mai 2016 durchgeführt wurde, ging es unter anderem um die Frage, ob Sportler mit einer bestimmten Eigenschaft Deutschland in einer Nationalmannschaft vertreten können oder ob sie eher nicht in eine deutsche Nationalmannschaft berufen werden sollten. Die Ergebnisse zeigen, wie Prof. Mutz erläutert, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten die Ansicht vertritt, dunkelhäutige Sportler können Deutschland gut repräsentieren. Nur für eine sehr kleine Minderheit von sechs Prozent wäre die Hautfarbe ein Ausschlusskriterium. Für kein anderes der abgefragten Merkmale ist das Meinungsbild eindeutiger.

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: „Die Vielfalt an ethnischen und kulturellen Hintergründen im DFB-Team wird in der Bevölkerung begrüßt und nicht abgelehnt“, sagt Prof. Mutz. Zugleich zeigten die Ergebnisse aber auch, dass es für die meisten Deutschen nicht völlig beliebig ist, welche Spieler die Nation bei einem wichtigen Turnier vertreten. Das geringste Verständnis würden die Befragten einem Sportler entgegenbringen, der „extreme politische Ansichten“ vertritt. In diesem Fall sprechen sich mehr als drei Viertel (76 Prozent gegen die Nominierung für ein Nationalteam aus. Ebenfalls skeptisch wären die Deutschen, wenn sich ein Sportler „noch stärker mit einem anderen Land verbunden fühlt“ oder „schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist“. In beiden Fällen wäre eine Mehrheit der Ansicht, dass diese Sportler Deutschland nicht gut repräsentieren könnten. Darüber hinaus erwarten rund vier von zehn der Befragten (38 Prozent) von den Nationalspielern, dass sie Deutsch sprechen können. Geburtsort, Abstammung und Hautfarbe haben die geringste Bedeutung.

Alles in allem ist die Akzeptanz der deutschen Fußballnationalmannschaft in der Bevölkerung sehr hoch, resümiert der Gießener Sportwissenschaftler. Zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) identifizieren sich laut seiner Umfrage „sehr“ oder „etwas“ mit dem DFB-Team. Von den Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland leben, kann sich jeder Zweite mit der Fußballnationalmannschaft identifizieren (53 Prozent). Gerade die Vielfalt an ethnisch-kulturellen Hintergründen, die die Spieler der DFB-Elf mitbringen, sei ein wichtiger Faktor dafür, dass sich Migrantinnen und Migranten ebenfalls repräsentiert fühlen, so der Sportwissenschaftler.    

Prof. Dr. Michael Mutz hat seit April 2016 die Professur für Sozialwissenschaften des Sports an der JLU inne. Er leitet an der JLU das Forschungsprojekt „Sportliche Großereignisse und die kollektive Identifikation der Bürgerinnen und Bürger“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bildungs- und Sozialisationsleistungen des Sports, Diversität und Interkulturalität im Sport sowie Rezeption von sportlichem Erfolg in der Öffentlichkeit.  

  • Weitere Informationen

www.uni-giessen.de/fbz/fb06/sport/arbe/sozspo/mitarb/mutz

  • Kontakt


Institut für Sportwissenschaft
Arbeitsbereich Sozialwissenschaften des Sports
Kugelberg 62, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-25203

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität in Gießen, Telefon: 0641 99-12041

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