Internationalisierung an Hochschulen gemeinsam gestalten
QuIS-Tagung in Gießen: Austausch von 14 hessischen Hochschulen
95 • 24. Juni 2026
Wie kann Internationalisierung an Hochschulen künftig inklusiver, nachhaltiger und wirksamer gestaltet werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der QuIS-Tagung (Qualität und Innovation in Studium und Lehre in Hessen) „Internationalisierung in Studium und Lehre“ in der Gießener Kongresshalle. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter von 14 hessischen Hochschulen kamen zusammen, um sich auszutauschen.
Internationale Vernetzung ist ein wesentlicher Bestandteil moderner Hochschulbildung. Austauschprogramme, internationale Studiengänge und virtuelle Kooperationen fördern interkulturelle Kompetenzen und erweitern fachliche Perspektiven. Gleichzeitig verändern sich Mobilitätsformen durch digitale Angebote und globale Krisen. Auch im Hessischen Hochschulpakt (2026-2031) ist die Internationalisierung der Hochschulen eine zentrale Säule.
Zum Auftakt der Tagung begrüßte Prof. Dr. Stephanie Hanrath, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), die Teilnehmenden im Namen der THM und der QuIS-Servicestelle. „Die große Resonanz, über 100 Personen haben sich angemeldet, zeigt nicht nur, dass das Thema wichtig ist, sondern auch, dass uns der Austausch im QuIS-Netzwerk sehr wichtig ist.“
Prof. Dr. Alexander Goesmann, Vizepräsident für Studium und Lehre der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), unterstrich in seinem Grußwort die wachsende Bedeutung der Internationalisierung. Sie sei kein „Add-On“, sondern betreffe den Kern von Studium und Lehre. Angesichts globaler Mobilität, digitaler Vernetzung und des steigenden Bedarfs an Fachkräften mit interkulturellen Kompetenzen, seien Hochschulen aufgefordert, „Formate, Inhalte und Methoden zu überprüfen und proaktiv weiterzuentwickeln.“
Das Programm verband strategische Perspektiven und Praxisbeispiele aus den 14 Hochschulen und bot Raum für Perspektiven aus Hochschulleitungen, von Studierenden, aus der Lehre, den Fachbereichen und der Verwaltung, insbesondere aus den Bereichen Studium und Lehre sowie den International Offices.
In ihrer Keynote blickte die emeritierte Professorin Elspeth Jones (Leeds Beckett University, UK), die virtuell zugeschaltet war, auf die Internationalisierung der Hochschulbildung bis 2036. Aktuelle Daten präsentierte anschließend Urs Bremer vom HSI-Monitor (Hochschulinternationalität). Nach dem Gestalten einer interaktiven „Action Wall“ standen am Nachmittag Praxisimpulse zu verschiedenen Phasen des Student-Life-Cycle auf dem Programm. Über studienvorbereitende Programme (Julia-Sophie Rothmann, Hochschule Fulda), einem hochschulübergreifenden Lehrprojekt zur interkulturellen Kompetenzentwicklung (Prof. Dr. Benjamin Löhr, THM) bis hin zur Fachkräftesicherung (Jens Blank, International Career Service Rhein-Main und Dr. Christa Larsen, IWAK Goethe-Uni). In Workshops diskutierten die Teilnehmenden Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und innovative Ansätze der Internationalisierung.
„Die QuIS-Tagung zeigt, mit welchen innovativen Konzepten die hessischen Hochschulen Internationalisierung in Studium und Lehre voranbringen. Internationale Erfahrungen und Perspektiven bereichern Studium und Lehre und sind zugleich von hoher Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Unsere Hochschulen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Talente aus aller Welt zu gewinnen und internationale Fachkräfte für Hessen zu begeistern“, betont der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels.
QuIS
QuIS ist das gemeinsame Netzwerk von 14 hessischen Hochschulen, darunter alle Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Ziel ist es, Studium und Lehre aktiv weiterzuentwickeln und zukunftsfähige Lösungen für die Anforderungen einer sich wandelnden Bildungslandschaft zu gestalten. Gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) entstehen Impulse für moderne Studienbedingungen und eine hochwertige Hochschullehre.
Weitere Informationen:
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