Unermüdlicher Einsatz für die deutsch-polnische Verständigung und Zusammenarbeit
Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Joanna Jabƚkowska, Lodz, durch den Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur der Justus-Liebig-Universität Gießen
Nr. 178 • 13. November 2025
Sie lebt die deutsch-polnische Verständigung, gilt als „Motor“ des studentischen und wissen¬schaftlichen Austauschs beider Länder und hat zahlreiche binationale Forschungsprojekte und Studiengänge angeregt: Für ihre vielfachen Verdienste um die deutsch-polnische Zusam¬menarbeit und um die Germanistik im Ausland verleiht der Fachbereich 05 – Sprache, Literatur, Kultur der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) der renommierten polnischen Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Joanna Jabƚkowska die Ehrendoktorwürde. Die Dekanin des Fachbereichs 05, Prof. Dr. Cora Dietl, selbst Germanistin, wird ihrer engagierten Kollegin von der JLU-Partneruniversität Lodz am 28. November 2025 im feierlichen Rahmen die Urkunde überreichen.
Die Verleihung der Ehrendoktorwürde
an Prof. Dr. Joanna Jabƚkowska, Lodz, findet statt
am Freitag, 28. November 2025, um 18 Uhr
im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34, 35390 Gießen
Interessierte Gäste sind herzlich eingeladen.
In ihrem Festvortrag mit dem Titel „Un-Ort, traumatischer Ort, Gedenkort. Eva Menasses 'Dunkelblum' (2021)“ wird Prof. Jabƚkowska mehrere ihrer Forschungsschwerpunkte verbinden und ihre inhaltliche Verbindung zu Gießen augenfällig machen: Gemeinsame Projekte gelten der Erinnerungskultur, der Holocaust- und Lagerliteratur, der DDR-Literatur und der literarischen Beschäftigung mit Migration.
JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz gratuliert Prof. Jabƚkowska herzlich zur wohlverdienten Ehrendoktorwürde: „Jahrzehntelanger wissenschaftlicher Austausch, zahlreiche gemeinsame Projekte, unzählige Impulse – all das zeichnet die 1978 besiegelte Partnerschaft der Universitäten Gießen und Lodz aus. Ohne das leidenschaftliche und herausragende Engagement von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wie Prof. Jabƚkowska wäre diese gelebte Völkerverständigung gar nicht möglich. Ich freue mich, dass wir die renommierte polnische Germanistin und Trägerin der JLU-Liebig-Medaille nun noch einmal in ganz besonderer Weise ehren können.“
Prof. Dr. Joanna Jabƚkowska war bis 2024 Professorin für germanistische Literaturwissenschaft sowie ehemals Dekanin der Philologischen Fakultät und Prorektorin der Universität Lodz. „Prof. Jabƚkowska hat sich so sehr um die JLU und insbesondere ihren Fachbereich 05 verdient gemacht wie kaum andere externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, lobt Dekanin Prof. Dietl: „Sie ist in Deutschland eine der anerkanntesten und mehrfach ausgezeichneten polnischen Germanistinnen, umso mehr freue ich mich darauf, sie nun auch in diesem Rahmen ehren zu können.“
Prof. Jabƚkowska ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und des Abzeichens „Für die Verdienste an der Stadt Lodz“ sowie der Liebig-Medaille der JLU Gießen. Sie ist seit 2010 Mitglied des Beirats der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung. Ihre literaturwissenschaftlichen Arbeiten weisen einen Schwerpunkt im Bereich der narrativen Gegenwartsliteratur auf. Sie behandelt brennende soziale und politische Themen wie Identitäts- und Nationalitätskonzepte, Erinnerung und Vergessen, Engagement und Ohnmacht in Textsorten wie der Exilliteratur, Getto- und Holocaustliteratur, Trümmerliteratur, Wendeliteratur, Migrationsliteratur – thematisch immer am Puls der Zeit.
Methodisch arbeitet die Germanistin stark komparatistisch und bedient sich verschiedener kulturwissenschaftlicher Ansätze, ohne die philologische Genauigkeit aus dem Auge zu verlieren. „Sie hat einen sehr scharfen Blick dafür, welche der zeitgenössischen Autorinnen und Autoren an sozialem Gewicht gewinnen werden, kann die Bedeutung von Literatur in der Gesellschaft genauestens aufzeigen und hat Generationen von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für Literatur und Literaturwissenschaft begeistern können.“
Nach dem Germanistikstudium in Lodz verbrachte Joanna Jabƚkowska 1984 ihren ersten Forschungsaufenthalt in Gießen. Ihre Dissertation reichte sie noch im gleichen Jahr in Breslau ein. Die Arbeit ist der Idee der Toleranz in den Werken von Max Frisch gewidmet. Die in Gießen geknüpften Kontakte ließ sie nie abreißen. So wurde sie schnell zu einer der tragenden Säulen der Universitätspartnerschaft zwischen Gießen und Lodz, die bereits seit 1978 besteht. In ihrer Habilitationsphase und darüber hinaus schulterte Prof. Jabƚkowska von 1985 bis 1996 zentrale Aufgaben in der Germanistischen Institutspartnerschaft (GIP) zwischen Gießen und Lodz. Gemeinsam mit Prof. Dr. Erwin Leibfried und Prof. Dr. Sascha Feuchert legte sie die Fundamente für die Arbeitsstelle Holocaustliteratur (AHL) der JLU und regte seitdem immer wieder neue Kooperationsprojekte an.
Weitere Informationen
https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/veranstaltungen/vortraege/fb05ehrenpromotion2025
Kontakt
Prof. Dr. Cora Dietl
Dekanin des Fachbereichs 05 – Sprache, Literatur, Kultur der JLU Gießen
E-Mail: dekanat05
Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • pressestelle