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„Die Russen schreiben! Die Krise der Wissenschaftssprache im Kalten Krieg“

International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Universität Gießen lädt am 21. Januar zum öffentlichen Vortrag von Prof. Michael D. Gordin, Princeton, ins Liebig-Museum ein

Nr. 8 • 15. Januar 2016

Das International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) stellt am Donnerstag, 21. Januar 2016, die Rolle der Sprache in der wissenschaftlichen Kommunikation in den Mittelpunkt einer Veranstaltung im Gießener Liebig-Museum. Als Gast konnte Prof. Dr. Michael D. Gordin, Professor für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der Universität Princeton, gewonnen werden.

Der frühe Kalte Krieg stellt einen wichtigen Übergangsmoment in der Geschichte der Wissenschaftssprache dar. Der Historiker Gordin wird mit seinem englischsprachigen Vortrag „Die Russen schreiben! Die Krise der Wissenschaftssprache im Kalten Krieg“ („The Russians are Writing! The Cold War Crisis of Scientific Language“) Einblicke in diese wichtige historische Epoche geben und die Folgen für die Wissenschaftskommunikation aufzeigen. Dabei wird er sich vor allem auf die Konkurrenz zwischen verschiedenen Wissenschaftssprachen beziehen.  

Über Jahrhunderte lang dominierten Englisch, Französisch und Deutsch, was sich jedoch infolge der geopolitischen Entwicklungen nach den beiden Weltkriegen stark änderte. Russisch, eine bis dahin eher marginalisierte Sprache, wurde zur zweitwichtigsten Wissenschaftssprache. Ihr Anteil an den globalen Veröffentlichungen entsprach ungefähr  dem von Deutsch und Französisch zusammen. Somit waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler außerhalb des Kommunistischen Blocks gezwungen, sich intensiv mit der rasant wachsenden wissenschaftlichen Infrastruktur der Sowjetunion auseinanderzusetzen. Diese verschiedenen Entwicklungen bilden Prof. Gordin zufolge die Basis für die heutige Dominanz der englischen Sprache in der wissenschaftlichen Kommunikation.

Die Organisation der Veranstaltung liegt bei den Research Areas 1, 5 und 8 des GCSC sowie der Arbeitsgemeinschaft Eastern European Identities von GCSC und GGK in Zusammenarbeit mit dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung (Marburg), dem Zentrum Geschichte des Wissens an der Universität Zürich, dem Forschungszentrum für historische Geisteswissenschaften (Goethe-Institut Frankfurt am Main).

Die Veranstaltung bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, ihre eigene wissenschaftliche Praxis und die Kommunikation ihrer Forschung gegenüber einem breiteren Publikum zu reflektieren –  und zwar auch über fachliche Grenzen hinweg.

Interessierte Gäste sind außerdem eingeladen, ab ca. 17.15 Uhr (eine Stunde vor dem Vortragsbeginn) die Dauerausstellungen im Liebig-Museum zu besichtigen.

Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, im Anschluss an die Veranstaltung mit Prof. Gordin weiter zu diskutieren.


  • Termin

21. Januar 2016
Vortrag von Prof. Michael D. Gordin: 18.15 Uhr
Besichtigung der Dauerausstellungen im Liebig-Museum: ab 17.15 Uhr
Veranstaltungsort: Liebig-Museum, Liebigstraße 12, 35390 Gießen


  • Weitere Informationen

https://www.uni-giessen.de/faculties/gcsc/gcsc


  • Kontakt


International Graduate Centre for the Study of Culture



: Telefon: 0641 99-30 041

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041