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Caspar Wolfs "Esther". Stummfilm und Live-Präsentation

Im Rahmen des DFG-Projekts "Theatrale Aushandlungen interreligiösen oder interkonfessionellen Zusammenlebens" präsentiert die Theatergruppe des Instituts für Germanistik ein Drama, das nur fragmentarisch überliefert ist: Caspar Wolfs "Esther" (Basel, 1601). Abhilfe schafft hier die traditionelle Stummfilmtechnik.

  • Caspar Wolfs "Esther". Stummfilm und Live-Präsentation
  • 2026-08-20T18:00:00+02:00
  • 2026-08-20T19:30:00+02:00
  • Im Rahmen des DFG-Projekts "Theatrale Aushandlungen interreligiösen oder interkonfessionellen Zusammenlebens" präsentiert die Theatergruppe des Instituts für Germanistik ein Drama, das nur fragmentarisch überliefert ist: Caspar Wolfs "Esther" (Basel, 1601). Abhilfe schafft hier die traditionelle Stummfilmtechnik.
Wann

20.08.2026 von 18:00 bis 19:30 (Europe/Berlin / UTC200)

Wo

Margarete-Bieber-Saal

Name des Kontakts

Telefon des Kontakts

99-29080

Teilnehmer

Prof. Dr. Cora Dietl, Karina Fischer, Philipp Holicka, Anna Jordan, Julian Kräling, Swantje Luhn, Luca Marie Merkle, Timo Miosga, Jonas Pausch, Jonas Schaum, Samira Sippel, Kim Zips, Sophie Znajda

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Wie führt man ein Drama auf, von dem nur Bruchstücke erhalten sind? Diese Frage hat sich die Theatergruppe des Instituts für Germanistik gestellt und hat mit viel Witz ein neues Konzept entwickelt: eine Kombination aus Performance und Stummfilm.

Caspar Wolfs Schuldrama "Esther" aus dem Jahr 1601 ist in der UB Basel handschriftlich überliefert - allerdings fehlen alle 5 Akte. Erhalten sind nur die Argumenta der einzelnen Akte. Diese aber sind viel kreativer als normale Akt-Argumenta, die einfach nur für Leser gedachte Prosazusammenfassungen oder auch von einem Herold gesprochene Verszusammenfassungen der einzelnen Akts wären. Bei Wolf unterhalten sich vielmehr Apoll und die Musen, Wilhelm Tell und die Eidgenossen, ein Wilder Mann und die Heiligen Drei Könige - und weitere ausgefallene Figurengruppen über das Geschehen der Esther-Handlung und seine Relevanz für ein damaliges schweizerisches Publikum. All das ist nicht nur witzig, sondern zeigt vorbildlich die Aktualisierung historischer Stoffe, die sich perfekt auf unsere Gegenwart übertragen lässt. So etwas schreit nach einer Aufführung.

Die Andeutungen auf die fehlende Handlung passen zu dem "Klassiker" der Esther-Dramen des 16. Jahrhunderts, zu Thomas Naogeorgs lateinischer Tragödie "Hamanus", die bis 1601 schon in mehreren deutschen Übersetzungen vorlag. Bevor man nun bei einer Rekonstruktion eine falsche Sprache wählt, greift man doch lieber zu einem Trick: der Pantomime oder im medialen Zeitalter eher zum Stummfilm, freilich ganz klassisch in schwarz-weiß. Das Drehbuch dazu hat Karina Fischer geschrieben.

Freuen Sie sich auf ein mediales Experiment. Der Eintritt ist frei.

Wir danken der DFG und dem Hessischen Landestheater Marburg für die Unterstützung dieses Projekts.