Kunst zwischen Material, Identität und Gesellschaft
Rundgang Kunst: Werkschau der Studierenden am Institut für Kunstpädagogik der JLU vom 12. bis 16. November 2025 – Verleihung von drei Kunstpreisen
Nr. 173 • 10. November 2025
Das Institut für Kunstpädagogik (IfK) der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) öffnet erneut seine Türen: Vom 12. bis 16. November 2025 lädt der Rundgang Kunst 2025 Besucherinnen und Besucher dazu ein, aktuelle Arbeiten aus Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie, Film, Skulptur, Installation und Performance zu entdecken. Die Vernissage findet am Mittwoch, 12. November 2025, um 18 Uhr im IfK (Philosophikum II, Haus H) statt. Bis zum 16. November 2025 kann die Werkschau täglich besucht werden. Sie ist am Mittwoch von 18 bis 21 Uhr zu sehen, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Der Rundgang Kunst ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Gießen. Er zeigt, wie vielfältig, mutig und forschend junge Kunst heute ist. Die diesjährige Werkschau vereint über 100 künstlerische Positionen aus Bachelor-, Master- und Lehramtsstudiengängen – von raumgreifenden Installationen über experimentelle Videoarbeiten bis hin zu performativen Formaten. Die Studierenden experimentieren mit Materialien wie Holz, Porzellan, Ton, Textil oder Metall ebenso selbstverständlich wie mit Film, Sound und Buchobjekten.
Viele der Arbeiten setzen sich mit Fragen nach Identität, Erinnerung und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander. Eine skulpturale Arbeit widmet sich Themen wie Zugehörigkeit und politisch motivierter Flucht: Symbolhafte Objekte – darunter ein Reisekoffer, Hähnchenkeulen und Münzgeld – wurden aus Porzellan gegossen. Sie stellen sich dem Vergessen entgegen, indem sie Leerstellen der Vergangenheit schließen und Erinnerung in fragile, zugleich beständige Form bringen.
Andere Werke richten den Blick auf Material und Transformation: In einer Serie verformt eine Künstlerin gebrauchte Kunststoffobjekte wie Gießkannen oder Monobloc-Stühle durch Hitze zu organischen, blasenartigen Formen – ein ästhetischer Kommentar zur Ambivalenz von Kunststoff als Inbegriff von Wegwerfgesellschaft und schöpferischem Potenzial.
Auch ökologische Themen prägen den Rundgang: Eine Arbeit dokumentiert in Malereien das Spannungsfeld zwischen Natur und Industrie am Beispiel einer Baugerätefirma, wo Materialien wie Motoröl, Erde, Asche und Rost zu Pigmenten werden – eine eindrucksvolle Reflexion über die Verwischung der Grenzen zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit. Eine performative Aktion hinterfragt urbane Routinen unter anderem durch das „Spazierenführen“ eines Auspuffs durch die Stadt als Symbol für unsere Abhängigkeit vom Auto.
In anderen Projekten geht es um das Private, Intime und Verletzliche: Eine Künstlerin verwandelt ihre Zwangsstörung in eine eindrückliche fotografische Selbststudie, eine andere widmet ihre Malereien dem Sterben ihrer Großmutter – stille, berührende Werke, die sich mit Vergänglichkeit, Nähe und der Darstellung von Emotionen auseinandersetzen.
Neben den introspektiven Arbeiten finden sich auch gesellschaftskritische Positionen: etwa eine textile Arbeit zu übergriffigen Erfahrungen im öffentlichen Raum, in der verbale Grenzüberschreitungen bestickt und damit sichtbar gemacht werden, oder eine raumgreifende Installation, in der eine Aktivistin den gescheiterten Verkehrsversuch in Gießen künstlerisch aufarbeitet. Beide Werke zeigen, wie Studierende aktuelle gesellschaftliche Debatten aufgreifen, persönliche Erfahrungen reflektieren und in künstlerische Formen übersetzen.
Im Rahmen der Ausstellung werden am 12. November 2025 um 18 Uhr drei Kunstpreise in Höhe von jeweils 300 Euro vergeben. Das Institut für Kunstpädagogik dankt der SV SparkassenVersicherung herzlich für die finanzielle Unterstützung dieser Auszeichnungen.
Termin
Rundgang Kunst: 12. bis 16. November 2025
Vernissage: 12. November 2025, 18 Uhr
Eröffnung und einführende Worte von Prof. Martin Schepers im IfK (Phil II, Haus H, Innenhof) mit anschließender Preisverleihung.
Ausstellungsorte:
Institut für Kunstpädagogik, Philosophikum II, Haus H, Karl-Glöckner-Straße 21, Gießen
Alte Universitätsbibliothek, Bismarckstraße 37 (rechtes Nebengebäude, 1. Stock), Gießen
Öffnungszeiten:
Mittwoch 18-21 Uhr (IfK), 19-21 Uhr (Alte UB)
Donnerstag 10-18 Uhr
Freitag 10-18 Uhr
Samstag 10-16 Uhr
Kontakt
Ina Weise
Gastprofessorin für Kunstpraxis | Kunst im öffentlichen Raum
Institut für Kunstpädagogik
Telefon: 0641 99-25042
E-Mail: ina.weise
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