„Do not fraternize!“ – Geschichten über die Beziehungen von deutschen Frauen und amerikanischen Soldaten
Erster Film von Studierenden der Fachjournalistik Geschichte im Offenen Kanal Gießen am 10. Juni 2015
Nr. 98 • 8. Juni 2015
Als amerikanische Soldaten nach verlustreichen Kämpfen 1945 Deutschland besetzten, missachteten viele das sogenannte Fraternisierungsverbot ihrer Armee und gingen erotische Beziehungen mit deutschen Frauen ein. Studierende der Fachjournalistik Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) haben über das schlechte Ansehen solcher Liebesverhältnisse in der Nachkriegszeit und seine langen Nachwirkungen in Gießen einen Film gedreht. Er heißt „’Do not fraternize!’ – Geschichten über die Beziehungen von deutschen Frauen und amerikanischen Soldaten“. Der Film ist etwa 15 Minuten lang und läuft am Mittwoch, 10. Juni 2015, um 18 Uhr und um 22 Uhr im Offenen Kanal Gießen. Wiederholungen werden am 13. und 14. Juni 2015 jeweils um 15 Uhr gezeigt.
Die Liebschaften zwischen amerikanischen Soldaten und deutschen Frauen waren auch von der deutschen Mehrheitsbevölkerung nicht gern gesehen. „Amiliebchen“ nannte man die Frauen und erklärte damit ausnahmslos alle zu (Gelegenheits-)prostituierten, die mit amerikanischen Soldaten – womöglich gar einem schwarzen GI – flirteten, tanzten, schliefen und längerfristige Liebesbeziehungen eingingen. „Für eine Zigarette sind sie zu allem bereit“, hieß es damals oft. Viele empörten sich über etwas, das sie als „nationale Schande“ ansahen: Der deutsche Soldat habe mehr als fünf Jahre gekämpft bis zur Kapitulation, die deutsche Frau gerade mal fünf Minuten!
„Do not fraternize!“ ist der erste eigene Film von Studierenden der Fachjournalistik Geschichte an der JLU. Der zweite Film über ein historisches Thema ist derzeit in Arbeit. Im Mittelpunkt dieses Films wird Justus Liebig stehen. Die Produktion eigener Fernsehfilme und Podcasts wird ermöglicht durch eine Zusammenarbeit mit der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) und dem Medienprojektzentrum Offener Kanal Gießen (MOK) und durch Praktikerinnen und Praktiker aus Film- und Fernseharbeit, die in der Lehre an der Universität mitwirken.
Das Studienfach Fachjournalistik Geschichte ist bundesweit einmalig. Die Studierenden lernen, wie historische Themen einem nicht-wissenschaftlichen Publikum über die Massenmedien vermittelt werden, was für ein Bild von Geschichte dabei entsteht und wie man es selbst (besser) machen könnte.
- Sendetermine
Mittwoch, 10. Juni 2015, 18 und 22 Uhr
Samstag, 13. Juni 2015, 15 Uhr
Sonntag, 14. Juni 2015, 15 Uhr
Offener Kanal Gießen
- Weitere Informationen
http://www.lpr-hessen.de/files/Empfang_OKGie%C3%9Fen_Mittelhessen.pdf (Empfangsmöglichkeiten des Offenen Kanals Gießen in Mittelhessen)
- Kontakt
Prof. Dr. Ulrike Weckel
Historisches Institut, Fachjournalistik Geschichte
Otto-Behaghel-Straße 10 C,35394 Gießen
Telefon: 0641 99 - 28300
Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041