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Handlungsfeld Betrieb

Foto: JLU BfN / Hanna Meisel

Der Betrieb und damit auch das Campusleben und Verwaltungshandeln an der JLU werden so weit wie möglich nachhaltig gestaltet. Die effiziente Nutzung von Energie und weiteren Ressourcen ist hierbei ebenso relevant wie eine nachhaltige (Grün-)Flächenentwicklung und die Generierung von guten Voraussetzungen für ein nachhaltiges institutionelles und individuelles Mobilitätsverhalten.
In der untenstehenden Tabelle finden Sie die Ziele, die für das Handlungsfeld Betrieb in der Nachhaltigkeitsstrategie JLU 2030 festgesetzt wurden, sowie die dazugehörigen Indikatoren der Zielerreichung mit dem Stand der Umsetzung zum 31.12.2024 abgebildet.

Im Handlungsfeld Betrieb ist die Entwicklung für die Mehrzahl der Ziele planmäßig. Die Vielzahl der Einzelziele verdeutlicht den hohen Anspruch und die Komplexität der Anforderungen. In einigen Bereichen zeigen sich daher auch zeitliche Verzögerungen, die oft auf externe Abhängigkeiten, geänderte rechtliche oder strukturelle Rahmenbedingungen zurückzuführen sind.

Indikator Status Ausführung
Der Anteil von Ökostrom am Gesamtstrombezug der JLU wird bis 2030 auf einem konstant hohen Niveau (über 95 %) gehalten. 🟡 Der Anteil von Ökostrom am Gesamtstrombezug der JLU lag 2023 und 2024 über 95 %.

 

Bis 2025 liegt ein Konzeptpapier zur Verringerung der CO2-Emissionen beim Energiebezug vom Hauptlieferanten SWG vor 🟠 Die SWG sind seit 2023 durch das Hessische Klimagesetz (HKlimaG) verpflichtet, einen Transformationsplan für die Treibhausgasneutralität der Fernwärmeversorgung bis 2045 zu erstellen. Die SWG beabsichtigen, bis 2035 zu 75 % nicht-fossile Wärme zu liefern. Das zuständige Dezernat E steht mit den SWG regelmäßig im Austausch (z. B. hinsichtlich des Ausbaus von Photovoltaikanlagen). Die Erstellung eines eigenen Konzeptpapiers wird jedoch nicht mehr verfolgt, da die darin anvisierten Aspekte durch geänderte rechtliche Rahmenbedingungen bereits in den Planungen der SWG verankert sind.
Die JLU hat bis 2025 die Grundlage für ein Energiemonitoringsystem geschaffen. Es wurden alle erforderlichen Schritte zur Datenbereitstellung in dem Energiemanagementsystem (Ausbau der Datenübertragungswege, Aufschaltung von Zählern auf die Gebäudeleittechnik, Sicherstellung der Datenübertragung) durchgeführt bzw. veranlasst. 🟡

Die Bestandsaufnahme der Zählerinfrastruktur und Untersuchung der Grundlast von ausgewählten Gebäuden ist erfolgt. Der Ausbau der Zählerinfrastruktur wird kontinuierlich weitergeführt. Einfluss auf die Geschwindigkeit des Ausbaus der Zählerinfrastruktur haben neben erschwerten Rahmenbedingungen JLU-interne Personalengpässe sowie starke Verzögerungen bei der Implementierung der Zähler in das Erfassungssystem durch den zuständigen externen Dienstleister. Des Weiteren erfolgen Gespräche mit dem Software-Hersteller des CAFM-Systems zur Optimierung der bestehenden Module, um eine effektive Datenübertagung sowie effiziente Steuerung zu ermöglichen.

Ergänzend werden Pilotprojekte mit digitalen, fernsteuerbaren Thermostaten an mehreren Standorten – insbesondere in Seminar- und Besprechungsräumen - durchgeführt. 
Die JLU verfügt ab 2028 über ein Konzept für die Etablierung eines Anreiz- und Steuerungssystems im Energiesektor und wendet dieses an. 🟡 Als erstes Anreizinstrument wird regelmäßig über den Wärme- und Strombedarf der JLU sowie die erzielten Einsparungen auf der Webseite von Dezernat E berichtet: https://www.uni-giessen.de/de/org/admin/dez/e/3/em-1/energiemonitoring
Die JLU hat bis 2026 technische Standards entwickelt mit Vorgaben für Baumaßnahmen, um den Ausbau von MSR, GLT und GA zu etablieren und damit die Steuerung eines energieeffizienten Gebäudebetriebes sicherzustellen. Technische Standards liegen vor und werden regelmäßig nach Bedarf weiterentwickelt oder angepasst (z. B. aufgrund neuer rechtlicher Anforderungen).
Die JLU hat bis 2025 folgende Objekte energetisch (teil-)saniert: Licher Straße 68 (Dach & Fassade), Heinrich-Buff-Ring 38 (Ostflügel), Heinrich-Buff-Ring 58 (Dach & Fassade), Kugelberg 62 (Übungsgebäude) und Karl-Glöckner-Straße 21 Haus A (Audimax und Institutsgebäude). 🟠

Die energetische (Teil-)Sanierung der Licher Straße 68, des Heinrich-Buff-Rings 38, des Aulwegs 129 sowie der Karl-Glöckner-Straße 21 Haus A befinden sich in der Umsetzung.

Am Kugelberg 62 beginnt die Sanierungsmaßnahme für das Übungsgebäude COME / ZSL, für das Institutsgebäude COME / ZSL befindet sich die Maßnahme in Planung.

Das Projekt Heinrich-Buff-Ring 58 wird in der bisher geplanten Form nicht weiterverfolgt. Derzeit finden Abstimmungen bezüglich alternativer Nutzungskonzepte statt.

 

Die JLU hat bis 2025 die Lüftungsanlagen der Universitätsbibliothek (Otto-Behaghel-Straße 8), die Kühlung der Serverräume 1 und 2 im HRZ, der Abluftschaltschrank S30 im Aulweg 129, die Regelung der Umluftanlagen im HRZ und die Innenbeleuchtung der Klimakammern im Biotechnikum ertüchtigt. In den Bestandsgebäuden Licher Straße 62-74 und Ludwigstraße 21 ist ein hydraulischer Abgleich und die Erneuerung der Thermostate erfolgt. 🟡

Ertüchtigt wurden die Lüftungsanlagen der Universitätsbibliothek, die Kühlung von Serverräumen (1+2) im HRZ sowie der Abluftschaltschrank S30 im Aulweg 129. Zudem wurde die Innenbeleuchtung von ca. 20 Klimakammern im Biotechnikum auf LED umgestellt.

Die Befeuchtung in den Lüftungsanlagen im HRZ konnte entfallen, so dass die neue Regelung entfällt.

Installation einer Freikühlung bei einer Außentemperatur von <10°C in den Gebäuden Schubertstraße 81 sowie HBR 14-20.

Die in der Nachhaltigkeitsstrategie vorgesehenen hydraulischen Abgleiche sind erfolgt. Zusätzlich wurden auch in der Frankfurter Straße 87 und 89 ein hydraulischer Abgleich durchgeführt sowie die Fernwärmezufuhr in der Frankfurter Straße 105 ertüchtigt.

Weitere Maßnahmen:

  • Ludwigstraße 21 und 34: Austausch der Standard-Thermostate durch programmierbare Thermostate
  • IFZ Ertüchtigung Adiabatik in Umsetzung (1. Bauabschnitt)
  • IFZ Optimierung der Labortemperaturregelung
Die JLU hat bis 2030 durch den Ausbau von PV-Anlagen mind. 1.000 kW Leistungszuwachs erreicht (Ausgangsjahr 2019: 205 kW). 🟡

Acht PV-Anlagen aus dem PV/TGA-Förderprogramm des HMWK wurden bewilligt (Q4/2023).

Bis Ende 2024 konnten 54 kW Peak Leistung neu installiert werden (Gebäude Aulweg 132 und Otto-Behaghel-Straße 12), was die Gesamtleistung auf 285 kW Peak erhöht. Der selbst produzierte Strom liegt bei 238 kW für das Jahr 2023 und bei 221 kW in 2024.
Die JLU verfügt ab 2025 über ein Konzept zur nachhaltigen Entwicklung der JLU-Grünflächen mit flächenspezifischen Handlungsempfehlungen, die sukzessive angewendet werden. 🟡

Im Rahmen des IuS-Projekts GreenJLU (Federführung: Fachbereich 09) erfolgte die Kartierung aller JLU-Flächen. Die Kartierungsergebnisse wurden in ArcGIS-Storymaps visualisiert:

https://storymaps.arcgis.com/stories/d43d29525b774be6b208d9002b870d4a

https://storymaps.arcgis.com/stories/17f2b3cdd4ec4f50b71baff305656286

Um eine möglichst breite Erfassung der vorkommenden Flora und Fauna zu ermöglichen, wurde ein Citizen Science Projekt auf der Plattform iNaturalist gestartet, bei der Fotos von Arten zur Bestimmung hochgeladen und von Nutzenden bestimmt werden können. So wurden bis Ende 2024 bei über 2.000 Beobachtungen 853 Arten bestimmt. Für die Auswahl geeigneter Managementmaßnahmen wurde ein Katalog erstellt, der potenzielle Maßnahmen für verschiedene Grünflächentypen aufzeigt. Drüber hinaus wurden in einer Onlinebefragung mit 464 Teilnehmenden Faktoren, die die öffentliche Wahrnehmung einer Transformation zu einem biodiversitätsfreundlicheren und nachhaltigeren Grünflächenmanagement beeinflussen, untersucht.

Damit ist eine gute Datengrundlage geschaffen, um Flächen für eine Aufwertung zu priorisieren und für alle Grünflächen der JLU Handlungsempfehlungen vorzuhalten, die im Einzelfall abzustimmen sind.
Die JLU hat bis 2025 rund 700 Außenleuchten (zwei Drittel des Bestandes) durch LED-Außenleuchten mit warmweißem Licht (3.000 K) ausgetauscht. Die Außenbeleuchtung der JLU wurde weitgehend auf LED-Technologie umgestellt – davon die Mehrheit mit warmweißem Licht (3.000 K). Ein Teil der verbleibenden Leuchten nutzt LEDs mit 4.000 K bzw. 6.300 K, die entweder bereits zuvor installiert waren oder an Standorten mit besonderen Beleuchtungsanforderungen eingesetzt werden. Die Anzahl von rund 700 Außenleuchten mit warmweißem Licht wird aufgrund dessen nicht ganz erreicht.
Die JLU hat bis 2030 mind. 2.000 m² ihrer Fassaden/Dächer neu begrünt (Ausgangsjahr 2019: 15.800 m²). 🟡 2023 und 2024 kamen keine Dachbegrünungen hinzu, dies ist vor allem damit zu begründen, dass keine Neubauprojekte, bei denen Dachbegrünungen realisiert werden, im Betrachtungszeitraum in Betrieb genommen wurden.
Die JLU verfügt ab 2023 über ein Konzept zum mobilen Arbeiten und zu Desksharing-Modellen und wendet dieses sukzessive für Büroflächen an.

Eine Dienstvereinbarung zum Mobilen Arbeiten zwischen dem Präsidenten und dem Personalrat liegt vor und ist in Kraft. Ein erstes Desksharing-Konzept wurde entwickelt und dem Präsidium 2023 vorgelegt. Zudem wurde ein Pilotprojekt durchgeführt, eine Fortschreibung des Desk-Sharing-Konzepts ist erforderlich (Anwendbarkeit in der Praxis mit Blick auf Bestandsflächen).

Das Konzept zur Büroflächenoptimierung wurde in größeren Projektplanungen für Büroflächen planerisch erprobt (Bezug Rathenaustraße 10 im März 2024; Konzeptplanungen für die Sanierung HBR 58). 
Die JLU verfügt ab 2025 über ein Konzept zum nachhaltigen und einrichtungsübergreifenden Flächenmanagement, welches sich auf Büro-, Labor- sowie Lehrräume erstreckt, und wendet dieses sukzessive an. 🟠

In einrichtungsübergreifenden Abstimmungen wurde festgestellt, dass ein Konzept zum nachhaltigen und einrichtungsübergreifenden Flächenmanagement weitergehende Prozesse und wohl auch personelle Ressourcen in den Fachbereichen erfordert. Insbesondere bei den Laborflächen ist es vielversprechend, lokale Prozesse zu integrieren. Mit der geplanten Einführung des LEAF-Programms (Laboratory Efficiency Assessment Framework) soll etwa zum Beispiel ein dezentrales Pilotprojekt starten, das eine effiziente Raumnutzung beinhaltet. Ein Konzept für Büro- und Seminarflächen soll bis 2027 bestehen, birgt jedoch noch prozessuale Herausforderungen.

Die JLU verfügt ab 2025 über Werkzeuge für die Planungsfrühphasen der baulichen Entwicklungsplanung, die Nachhaltigkeits-aspekte strukturiert adressieren und handhabbar in Prozesse integrieren, und wendet dieses konsequent an. 🟡 Das Projekt „Konzepte zur nachhaltigen Bauentwicklungsplanung“ konnte aufgrund der Energiekrise nicht wie vorgesehen begonnen werden und soll wurde angesichts neuer Rahmenbedingungen und Anforderungen (Gesetzgebungen, Verordnungen und Erlasse) neu ausgerichtet, um den jüngsten Herausforderungen und Rahmenbedingungen in den Bereichen Energieeffizienz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit gerecht zu werden.
Der Handlungsleitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen ist ab 2023 online verfügbar und wird bei der Organisation und Durchführung von JLU-Veranstaltungen berücksichtigt.

Seitens der Gemeinsamen Kommission für Nachhaltigkeit wurde ein Leitfaden für ein nachhaltiges Veranstaltungsmanagement an der JLU entwickelt, der 2024 seitens des Präsidiums beschlossen wurde. Dieser behandelt die Themenfelder Konzeption und Kommunikation sowie Veranstaltungsort, Ausstattung und Verpflegung. Er ist abrufbar unter: www.uni-giessen.de/nh-veranstaltungsmanagement.

Zentral bereitgestellter Kaffee wurde auf biologischen Fairtrade-Kaffee und biologische Milch umgestellt.
Die JLU erprobt bis 2030 die Einführung eines Umweltmanagement­systems nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). 🟡

Die JLU strebt an, bis Ende Juni 2026 ein Energiemanagementsystem einzuführen. Erste Maßnahmen in diese Richtung wurden bereits umgesetzt:

  • Teilnahmen an Workshops der hessischen Energiemanager sowie am bundesweiten Forum Energie
  • Stetige Verbesserung der Zählerinfrastruktur
  • Eine Energiemonitoring-Software wird implementiert
  • Personalmaßnahmen wurden getroffen
  • Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen zum EnEfG
  • Angebotseinholung zur Prozessbegleitung zur Einführung eines Energiemanagement-Systems
Die Beschaffungsordnung der JLU greift ab 2024 das Thema Nachhaltigkeit dezidiert auf. 🟠 Recyclingpapier ist seit 2022 als neuer Standard in der Beschaffungsordnung der JLU definiert. Ein Leitfaden zur nachhaltigeren Beschaffung ist in Erarbeitung und soll 2025 veröffentlicht werden. Ein Passus zu Nachhaltigkeit soll 2025 in der Beschaffungsordnung aufgenommen werden inkl. eines Verweises auf den Leitfaden der JLU für eine nachhaltigere Beschaffungspraxis. 
Der Anteil von Recyclingpapier an der JLU erhöht sich bis 2025 von 28 % (2019) auf 50 % und bis 2030 auf mind. 80 %. 🟡

Der Anteil an Recyclingpapier lag 2023 bei 64 % und 2024 bei 53 % (basierend auf JustOS-Bestellungen, zentral verwalteten Kopierern und Hausdruckerei im HRZ). Die zwischen 2023 und 2024 gesunkene Quote ist auf die gesunkene Quote bei JustOS-Papierbestellungen zurückzuführen (45 % auf 34 %).

In Kooperation mit dem HRZ wurde die standardmäßige Nutzung von Recyclingpapier an zentralen Druckern initiiert.

In der Hausdruckerei ist der Recyclinganteil von 50 % auf 65 % gestiegen. 
Der Papierverbrauch der JLU sinkt bis 2030 um mind. 10 % ausgehend vom Ausgangsjahr 2019 (15,22 Mio. Blatt). 🟡 Der absolute Papierverbrauch liegt von 2020-2024 deutlich unter dem Wert des Jahres 2019 (basierend auf JustOS-Bestellungen, zentral verwalteten Kopierern und Hausdruckerei im HRZ). Im Jahr 2023 lag der Papierverbrauch bei rund 11,21 Mio. Blatt und 2024 bei rund. 11,75 Mio. Blatt. 
Ab 2024 werden bei erforderlichen Neuan­schaffungen von Armaturen und Spülelemen­ten grundsätzlich wassersparende Produkte zur Verbrauchsminimierung ausgewählt.  Bei erforderlichen Neuanschaffungen werden von Dezernat E immer Produkte mit der höchsten Effizienzklasse ausgewählt.
Das Produktportfolio des Uni-Shops der JLU ist ab 2024 nach transparenten Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet. 🟠 Ein möglicher Katalog an Nachhaltigkeitskriterien für ausgewählte Produktklassen wurde erarbeitet. In Bezug auf Bekleidung erfolgte die Neubestellung nach Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Das Zeitziel für die Neuausrichtung des Produktportfolios wird auf 2026 verschoben.
Die JLU verfügt ab 2030 über ein Konzept zum Thema Green IT und setzt dieses um. 🟡 Eine Sensibilisierung von Nutzerinnen und Nutzern für Nachhaltigkeitsaspekte erfolgte im Rahmen des digitalen Frühjahrsputzes. Bei Ausschreibungen von Rahmenverträgen für IT-Produkte werden Anforderungen an Umweltaspekte und Energieverbrauch einbezogen: Die Anbieter/Partner sind verpflichtet, die entsprechenden Gütesiegel wie TCO Certified, EPEAT, die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen und den Blauen Engel vorzuweisen. Eine nachhaltigkeitsorientierte Beschaffung von IT-Geräten soll im Leitfaden für eine nachhaltigere Beschaffungspraxis an der JLU Berücksichtigung finden.
Die mobilitätsbedingten CO2-Emissionen der JLU (basierend auf Flugreisen, Pkw-Fahrten, Fuhrpark) verringern sich bis 2030 um mind. 30 % (Ausgangsjahr 2019 = 2.730 t CO2-Äquivalente).  🟠

Nach deutlichem Rückgang der Emissionszahlen in den Jahren 2020 bis 2022 im Vergleich zu 2019, insbesondere aufgrund der Corona-Pandemie, stiegen die Emissionen im Bereich der Flugreisen 2023 deutlich an, insofern die defra-Werte aus 2019 zu Grunde gelegt werden. Dieser Anstieg setzte sich 2024 fort. Im Vergleich zu 2019 liegen die Werte für die mobilitätsbedingten CO2-Emissionen in 2024 bei Verwendung der defra-Werte aus 2019 niedriger; bei Verwendung der defra-Werte aus 2024 hingegen höher.

Durch die Einführung von Push- und Pull-Maßnahmen sollen die mobilitätsbedingten CO2-Emissionen reduziert werden, ohne die wissenschaftliche oder operative Qualität der Institution relevant einzuschränken. Vor diesem Hintergrund wurde die Richtlinie für umweltfreundlichere Dienstreisen Ende 2023 umgesetzt (www.uni-giessen.de/de/mug/3/3_00) und eine neue Rubrik zum Thema nachhaltige Dienstreisen auf der Webseite des BfN eingerichtet www.uni-giessen.de/nachhaltig-reisen. Ungeachtet dessen könnte die erfreuliche Entwicklung in Bezug auf Drittmittelerfolge und internationale Verbundprojekte zu einer verstärkten Reiseaktivität der JLU-Mitglieder führen.
Ein Gesamtkonzept für ein nachhaltiges und effizientes Mobilitätsmanagement liegt 2026 vor, welches alle wesentlichen Dimensionen der Mobilität adressiert. 🟠

Es wurden eine Arbeitsgruppe gegründet und Rahmenbedingungen für die Erstellung eines Fuhrparkkonzepts und einer CarPolicy erarbeitet. Darauf aufbauend wurde die digitale Distributionssoftware im Fuhrparkbereich geplant.

Das Dienstfahrradkonzept wurde weiter ausgearbeitet. Erste Pedelec-Boxen wurden bereits bei den Campusbereichen Seltersberg Medizin und -Naturwissenschaften platziert. Ein Pilotprojekt für die Parkraumbewirtschaftung am Campusbereich Veterinärmedizin ist derzeit in Ausarbeitung.

Darüber hinaus wurde 2024 eine Richtlinie für umweltfreundlichere Dienstreisen verabschiedet (siehe unten; Indikator zur Mobilitätsrichtlinie der JLU).

Die Mobilitätsrichtlinie der JLU sowie ein Anreiz- und Steuerungssystem zur Reduktion der mobilitätsbedingten CO2-Emissionen sind bis 2024 erstellt und werden angewendet. Eine Richtlinie für umweltfreundlichere Dienstreisen wurde im Dezember 2023 verabschiedet und ist seit April 2024 in Kraft (www.uni-giessen.de/de/mug/3/3_00). Die zentralen Elemente der Richtlinie umfassen Regelungen für die Wahl des Verkehrsmittels für Dienstreisen sowie die Einführung von Pauschalabgaben auf CO2-Emissionen durch nicht vermeidbare Flugreisen. Die Pauschalabgaben werden in einen JLU-eigenen Klimafonds fließen. Eine Webseite zum Thema nachhaltige Dienstreisen wurde erstellt (www.uni-giessen.de/nachhaltig-reisen).
Ab 2025 ist in allen Campusbereichen der JLU eine bedarfsgerechte Anzahl von Sharing-Dienstpedelecs unterschiedlicher Typen vorhanden. 🟡

Aktuell verfügt die JLU über insgesamt 77 Dienstpedelecs unterschiedlicher Typen (darunter u. a. Cargo-Pedelecs). Davon sind 15 Pedelecs für ein Sharing-System, verteilt auf die Campusbereiche, vorgesehen. Diese sollen nach der Aufstellung von Fahrradboxen über ein offizielles Ausleihsystem ausgeliehen werden können.

In allen Campusbereichen sind 2027 ausreichend hochwertige Fahrradabstellanlagen verfügbar, die nutzungsabhängig mit Modulen einer Mobilitätsstation ausgestattet sind. 🟡

Die Anzahl an Fahrradabstellanlagen wurde 2023 und 2024 weiter erhöht (2024: 4.458 Stellplätze, davon ca. 563 überdacht). Vereinzelte Stellen sind mit einer Reparaturstation versehen (2024: 3). Aufgrund von Vandalismus bzw. Baumaßnahmen wurden jedoch zwei Reparaturstationen wieder entfernt. Fahrradboxen wurden 2023 beschafft und 2024 etwa am Biomedizinischen Forschungszentrum Seltersberg und am Interdisziplinäres Forschungszentrum iFZ installiert. Weitere Standorte folgen (z. B. Campus Recht und Wirtschaft).

Im Jahr 2023 wurden zudem zwei Chargercubes installiert, die Abstellanlage und Laden von Pedelecs, mit erneuerbarem Strom mittels dachbetriebener PV-Anlage, kombinieren. Die JLU war der erste hessische Standort sowie deutschlandweit der erste universitäre Standort mit einer solchen Infrastruktur. Außerdem wurden Potentialanalysen zu weiteren Abstellanlagen durchgeführt. 
Der Anteil von Kraftfahrzeugen der EG-Fahrzeugklassen N und M des zentralen Fuhrparks der JLU, die mit einem Elektro-antrieb (inkl. Plug-in-Hybride) ausgestattet sind, steigt von 9 % (2019) auf 63 % (2025). Der Anteil an Elektrofahrzeugen im zentralen Fuhrpark der Universitätsverwaltung liegt 2024 bei 67 %. Zudem wurde 2024 ein Wasserstofffahrzeug angeschafft.
Eine bedarfsgerechte Parkraumbewirt­schaftung der relevanten JLU-Parkräume ist bis 2030 eingeführt. 🟡 Im Bereich der Parkraumbewirtschaftung wurden erste konzeptionelle Ideen diskutiert. Bisher verzeichnet die JLU eine gleichbleibende Anzahl an bewirtschafteten Parkplätzen (390). Ein Pilotprojekt für die Parkraumbewirtschaftung am Campusbereich Veterinärmedizin ist derzeit in Ausarbeitung und soll zeitnah implementiert werden.
In allen Liegenschaftsbereichen der JLU ist bis 2030 eine bedarfsgerechte und effiziente Menge an Ladeinfrastruktur für Elektro­mobilität vorhanden. 🟡 Im Jahr 2024 sind 20 E-Ladepunkte auf verschiedenen Campusbereichen vorhanden. Die Errichtung von 61 weiteren Ladepunkten wurde beim LIBH angemeldet. Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es jedoch einen deutlichen Zeitverzug zwischen Beantragung beim LIBH und baulicher Umsetzung. Weitere Möglichkeiten für die Implementierung werden geprüft.
Die JLU-spezifische digitale Mobilitäts­plattform nach dem Prinzip von Mobility-as-a-Service ist 2028 in Betrieb. Das Projekt einer JLU-spezifischen digitalen Mobilitätsplattform wird nicht mehr verfolgt, da in diesem Bereich auf Seiten externer Dienstleister eine hohe technisch-innovative Dynamik herrscht und daher ein individuelles Verfahren nicht zielführend erscheint. Einzelne digitale Lösungen im Mobilitätsbereich werden aber weiterhin umgesetzt.

Legende

✅ Ziel erreicht oder wird sicher erreicht

🟡 Umsetzungsstand planmäßig

🟠 Umsetzung gefährdet oder zeitlich verzögert

❌ Umsetzung nicht möglich