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Tick-tack: der rätselhafte Zeitbegriff in der Physik

26. Auflage der beliebten JLU-Veranstaltungsreihe „Physik im Blick“ für Schülerinnen und Schüler – Auftakt am 24. Januar 2026

Nr. 1 • 5. Januar 2026 

Alles eine Frage der Zeit: Die Zeit ist eine wichtige Größe für das Verständnis unserer Welt. Mit „Zeit“ beschäftigt sich die 26. Auflage der beliebten Veranstaltungsreihe „Physik im Blick“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Das Organisationsteam unter der Federführung von Prof. Dr. Peter J. Klar vom I. Physikalischen Institut hat vier Vorträge zusammengestellt, die von Experimenten begleitet werden. Eingeladen sind alle Interessierten, insbesondere aber Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 13 sowie ihre Lehrkräfte. Die Reihe beginnt am Samstag, 24. Januar 2026.

Schon mit seinem Auftaktvortrag „Tick-Tack und Co. Von der klassischen zur relativistischen Zeit“ will Prof. Klar viel von der Faszination für die Welt der Physik an das vorwiegend junge Publikum weitergeben. Der Experimentalphysiker erinnert daran, dass in der klassischen Physik nach Newton die Zeit eine absolute und unveränderliche Größe ist. Sie tickt für jeden Menschen und an jedem Ort des Universums gleichmäßig, unabhängig von Bewegung oder Gravitation. Klassische Zeit ist somit ein kosmischer Taktgeber, der Ereignisse in eine klare Abfolge von Ursache und Wirkung bringt. Dies entspricht unserem intuitiven Verständnis von Zeit als einem Fluss, der von Vergangenheit Richtung Zukunft strömt. Albert Einsteins Relativitätstheorie widerlegt den klassischen absoluten Zeitbegriff vollständig. In der Quantenmechanik wird das Rätsel der Zeit noch komplexer. Aufgrund der Energie-Zeit-Unschärfe gibt es hier keine klare zeitliche Abfolge von mikroskopischen Vorgängen. Wie kann es sein, dass in einer quantitativen Wissenschaft der Zeitbegriff so facettenreich ist? Diese zentrale und viele weitere Fragen werden diesmal im Blickpunkt der Reihe stehen.

Auf Basis der klassischen Zeitvorstellung wurden über die Jahrhunderte immer genauere Uhren entwickelt, um Ereignisse weltweit synchronisieren zu können. Dieses Streben führte zu immer verfeinerten Zeitmessmethoden von der Sanduhr bis zur Atomuhr. Genaues Messen der Zeit erlaubt es, in unserem Universum auf verschiedensten Zeitskalen ablaufende Prozesse mit physikalischen Methoden zu untersuchen. Die relevanten Zeitskalen reichen von der Wechselwirkung zwischen Kernteilchen auf einer Skala von 10-23 Sekunden bis zum Alter des Universums von etwa 1018 Sekunden. „Wir können heute ultraschnelle Prozesse vermessen, das Alter von Artefakten wie Dinosaurierknochen bestimmen oder bis zum Ursprung des Universums zurückblicken“, erklären die Physiker. 

Einen Platz in den Vorträgen wird auch ein weiteres Rätsel haben, das die Physik beschäftigt: der sogenannte Zeitpfeil. Während die grundlegenden physikalischen Gesetze der Mechanik symmetrisch sind und theoretisch in beide Zeitrichtungen ablaufen könnten, lässt sich makroskopisch eine klare Zeitrichtung beobachten. Die Ursache dafür liegt im Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, der besagt, dass die Entropie – das Maß für die Unordnung in einem abgeschlossenen System – niemals abnehmen kann. Das Universum strebt von einem geordneten Anfangszustand zu einem Zustand maximaler Unordnung, was den unumkehrbaren Fluss der Zeit zu erklären scheint.

Die Vorträge finden an vier aufeinanderfolgenden Samstagen Anfang 2026 auf dem Campus Seltersberg statt. Im Anschluss an die Vorträge ist bei Getränken und Kuchen Zeit für Diskussionen und die Schülerinnen und Schüler können an einem Quiz teilnehmen, in dem es attraktive Preise zu gewinnen gibt. Außerdem gibt es einen Preis für die besten zwei Schulen.

 
Termine
Physik und Zeit: 24. Januar bis 14. Februar 2026, jeweils samstags von 10 bis 12 Uhr
Ort: Wilhelm-Hanle-Hörsaal der Physikalischen Institute, Heinrich-Buff-Ring 14, 35392 Gießen

24. Januar 2026    
Prof. Dr. Peter J. Klar, I. Physikalisches Institut:
Tick-Tack und Co. Von der klassischen zur relativistischen Zeit
    
31. Januar 2026
Prof. Dr. Sören Lange, II. Physikalisches Institut:
Vergangenheit und Zukunft in der Welt der subatomaren Teilchen
    
7. Februar 2026
Prof. Dr. Christian Fischer, Institut für Theoretische Physik:
Eine Reise zu den Anfängen des Universums
         
14. Februar 2026
Prof. Dr. Sangam Chatterjee, I. Physikalisches Institut:
Blitzschnell hinschauen: Wie wir ultraschnelle Vorgänge sichtbar machen

Weitere Informationen
www.uni-giessen.de/pib

 

Kontakt
Prof. Dr. Peter Klar, I. Physikalisches Institut
Heinrich-Buff-Ring 16, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-33100
E-Mail: Peter.J.Klar

 

 

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