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ATW-Produktion „Mia San Mia“ auf der Shortlist des Körber Studios Junge Regie

Performance als eine der erfolgreichsten Produktionen des Festivals ausgezeichnet

Nr. 103 • 30. Juni 2025 

Eine schwarze Frau im Dirndl trägt eine Maß Bier und redet gestikulierend. Im Hintergrund sitzen Menschen an Biertischen mit Bayerischen Tischdecken.
„Mia San Mia“: Das Publikum sitzt auf Bierbänken um die Performer*in und eine große Leinwand herum. Foto: Theo Schmuck

Die Performance „Mia San Mia“ von Tamira Kalmbach, Studierende der Angewandten Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), ist für die Shortlist des Körber Studios Junge Regie 2025 ausgewählt worden – und zählt damit zu den drei besten Inszenierungen des diesjährigen Festivals. Das Körber Studio Junge Regie gilt als bedeutendste Plattform für Regiestudierende im deutschsprachigen Raum; am Wettbewerb im Hamburger Thalia Theater nahmen in diesem Jahr insgesamt zwölf Theaterhochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil.

„Mia San Mia“, von Kalmbach gemeinsam mit einem FLINTA-Team entwickelt und präsentiert, entwirft eine bierzelt-ähnliche Szenerie: Das Publikum sitzt auf Bierbänken um die Performer*in und eine große Leinwand herum – und wird eingeladen zur „bayerischsten Performance überhaupt“. Zentrale Elemente der Oktoberfest-Tradition in München wie gemeinsames Anstoßen, Trinkrituale und Musik verbinden sich mit privaten Videos, öffentlichen Darstellungen und erzählten Anekdoten zu einer sehr persönlichen Narration des Oktoberfests aus Schwarz-deutscher Perspektive.

Kalmbach verwebt eigene Erinnerungen, Erlebnisse und familiäre Dokumente mit historischen Fakten und musikalischen Traditionen des Oktoberfests. In einem (Trink-)Spiel mit dem Publikum entsteht ein höchst ambivalenter Raum, der den strukturellen Rassismus und den Sexismus unserer Gesellschaft am aufgeladenen Beispiel des Oktoberfests eindringlich zeigt, ohne zugleich den Wunsch nach Zugehörigkeit, die Kraft und den Sog von Gemeinschaft und ihrer (fraglichen) Traditionen zu verleugnen. „Mia San Mia“ ist eine persönliche, berührende und trotzdem oder gerade deshalb das Publikum in höchst ungemütlicher Gemeinschaft (zurück)lassende Performance, die sich sehr ehrlich Fragen nach Zugehörigkeit, Identität, Bildern, Spaß und Traditionen stellt.

Eine Frau hockt vornübergebäugt vor einer großen schwarzen Wanne und hält sich den Kopf. Neben ihr ein Bierkrug und offene Bierflaschen. Der Hintergrund ist schwarz.
Die Produktion ist für die Shortlist des Körber Studios Junge Regie 2025 ausgewählt worden. Foto: Theo Schmuck

Nach der Premiere am 3. Oktober 2024 während des Oktoberfests in den Münchner Kammerspielen wurde „Mia San Mia“ auch beim Körber Studio Junge Regie 2025 mit großer Resonanz gezeigt und als eine der erfolgreichsten Produktionen des Festivals ausgezeichnet. 
 
Produktion „Mia San Mia“
Konzept: Tamira Kalmbach
Künstlerische Mitarbeit: Johanna Lehnert, Isabel Sophia Junker, Lotte Luzie, Féline Rathke Performance: Tamira Kalmbach, Johanna Lehnert, Isabel Sophia Junker, Lotte Luzie Dramaturgie: Féline Rathke
Sound und Video: Isabel Sophia Junker
Licht: Lotte Luzie
Bühne und Ausstattung: Tamira Kalmbach, Johanna Lehnert

 

Weitere Informationen
Studieninteressierte, die sich für ein Studium der Angewandten Theaterwissenschaft interessieren, können sich hier informieren:
www.uni-giessen.de/de/studium/studienangebot/bachelor/atw (Bachelor)
www.uni-giessen.de/de/studium/studienangebot/master/atw (Master)

Kontakt
Dr. Livia Andrea Piazza
Institut für Angewandte Theaterwissenschaft
Telefon: 0641 99-31222
E-Mail: livia.a.piazza

 

 

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