Abschied nach 26 Jahren im Amt der Frauenbeauftragten
Festkolloquium im Gästehaus der Justus-Liebig-Universität Gießen aus Anlass des Dienstendes der langjährigen JLU-Frauenbeauftragten Marion Oberschelp
Nr. 11 • 16. Januar 2015
Marion Oberschelp hat sich in ihrer Amtszeit in unterschiedlichen Bezügen für ein ganzheitliches Verständnis von
„Ganze Arbeit zwischen Beruf und Familie hat Marion Oberschelp auch selbst geleistet und im Interesse einer institutionalisierten Frauenförderung an der Universität Gießen Widerstände unterschiedlichster Art überwunden und viel erreicht“, ergänzte die Leiterin des Kompetenzzentrums „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ und Organisatorin des Festkolloquiums, Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe vom Institut für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung der JLU. Dafür wolle man Marion Oberschelp danken, nicht zuletzt mit der Übergabe der Publikation „Caring, Cooking, Cleaning – Gleichstellungs- und beschäftigungspolitische Perspektiven haushaltsnaher Dienstleistungen“. Es handelt sich dabei um die Beiträge einer zweisemestrigen Ringvorlesung unter Federführung von Prof. Meier-Gräwe, die als Kooperationsprojekt mit Marion Oberschelp als JLU-Frauenbeauftragte durchgeführt und finanziell unterstützt wurde.
Weitere Grußworte kamen von Dr. Anja Wolde, Sprecherin der Landeskonferenz der hessischen Hochschulfrauenbeauftragten, und Prof. Dr. Birgit Lorenz, Fachbereich 11 – Medizin. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Reinhilde Stöppler, Studiendekanin am Fachbereich 03 – Sozial- und Kulturwissenschaften der JLU.
Marion Oberschelp, geboren 1949 in Wetzlar, hatte zunächst Ausbildungen zur Fotografin und Buchhändlerin absolviert, ehe sie 1974 ihre Tätigkeit an der Universität aufnahm, zunächst als Bibliotheksangestellte in der Pathologie. Wichtig war ihr als Mutter eines heute längst erwachsenen Sohnes und inzwischen engagierte Großmutter immer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Als der damalige JLU-Präsident Prof. Dr. Heinz Bauer am 15. Februar 1989 Marion Oberschelp und ihre Kollegin Gerda Weigel-Greilich der Öffentlichkeit als Frauenreferentinnen vorstellte, markierte dies den Anfang der Gleichstellungspolitik an der JLU. Frauenförderung an einer Universität war etwas völlig Neues, so dass beide Pionierarbeit leisteten: Arbeitsstrukturen, Inhalte und Ziele neuer Maßnahmen mussten mit Unterstützung des Präsidenten und den damaligen Hochschulgremien erst definiert und strukturell verankert werden.
Erst im Dezember 1993 wurde mit der Verabschiedung des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes Frauenförderung an Hochschulen gesetzlich geregelt. Frauenförderpläne, Quoten und Zielvereinbarungen sollten dazu beitragen, das Ungleichgewicht von Männern und Frauen vor allem in den höheren wissenschaftlichen Positionen zu beseitigen. Erst jetzt entstand das Berufsbild der Frauenbeauftragten mit ihren Rechten und Pflichten vor allem auf dem Gebiet der Personalmaßnahmen, wie es heute selbstverständlich ist. 2007 übernahm Marion Oberschelp das Amt der JLU-Frauenbeauftragten in alleiniger Verantwortung. Von Anfang an lagen ihr neben der Erhöhung des Frauenanteils in Wissenschafts- und Führungspositionen vor allem drei Bereiche der Gleichstellungsarbeit am Herzen: die Verbesserung der Situation der Mitarbeiterinnen im administrativ-technischen Bereich, die Förderung der Frauen- und Geschlechterforschung sowie eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit.
Auch die überregionale Anerkennung war Marion Oberschelp für ihre Arbeit gewiss: In den frühen 1990er Jahren war sie Sprecherin der Hessischen Landeskonferenz der Hochschulfrauenbeauftragten.
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Marion Oberschelp
Frauenbeauftragte der Justus-Liebig-Universität Gießen
Goethestraße 58, 35390 Gießen
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