Frieden und Gerechtigkeit im digitalen Zeitalter gestalten
Konferenz und Herbsttagung der europäischen Hochschulallianz EUPeace in Pilsen (Tschechien) – JLU mit hochrangiger Delegation vertreten
Nr. 143 • 30. September 2025
Wie können in einer zunehmend von künstlicher Intelligenz (KI) geprägten Welt Gerechtigkeit, Frieden und Inklusion gesichert werden? Dieser Frage widmete sich die diesjährige Konferenz der europäischen Hochschulallianz EUPeace nun in Pilsen (Tschechien). An der Westböhmischen Universität (UWB) in Pilsen – wie die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) eine Mitgliedsuniversität von EUPeace – diskutierten Forschende, Lehrende, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft die Schnittstellen von KI und globalen Herausforderungen wie soziale Gerechtigkeit, Migration, Menschenrechte, Klimawandel und inklusive Gesundheit. Zeitgleich fand an der UWB vom 22. bis 25. September 2025 die EUPeace-Herbsttagung statt, bei der die zentralen Führungsgremien der Allianz tagten. Die JLU war mit einer hochrangigen Delegation in Pilsen vertreten, darunter Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz, Vizepräsident Prof. Dr. Alexander Goesmann sowie die Leiterin des Akademischen Auslandsamts Julia Volz.
EUPeace-Konferenz
Die Konferenz „Advancing Justice, Peace, and Inclusiveness in Times of AI“ bot eine interdisziplinäre Plattform zum Austausch und zur Entwicklung gemeinsamer Perspektiven. Bei der Auftaktveranstaltung gaben Keynote-Vorträge von Lukáš Benzl, Präsident des CAAI (Tschechischer Verein Künstlicher Intelligenz) und Miloslav Konopík, Informatik-Forscher an der UWB, einen Einblick in die Entwicklung der KI an der UWB sowie die Anwendung von KI-Tools in Tschechien. In der anschließenden Plenumsdiskussion wurden aktuelle Perspektiven zu Chancen und Herausforderungen der KI in Bildung, Gesellschaft und Politik beleuchtet. So wurde etwa diskutiert, wie KI das Lernen und Lehren an Universitäten verändert und welche sprachlichen Bilder unser Verständnis von künstlicher Intelligenz prägen. Auch Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe standen im Mittelpunkt: Wie lässt sich KI so gestalten, dass sie für möglichst viele Menschen zugänglich und nutzbar wird?
Am zweiten Konferenztag rückten die EUPeace Research Hubs ins Zentrum. In parallelen Panels beleuchteten Forschende aktuelle Fragen zu Sicherheit und Konflikttransformation, Klimagerechtigkeit, Migration und Menschenrechten sowie inklusiver Gesundheit – stets mit Blick darauf, welche Rolle KI in diesen Feldern spielt. Die Beiträge reichten von theoretischen Grundlagen bis hin zu praxisnahen Fallstudien und machten deutlich, wie Forschung Impulse für eine gerechtere, friedlichere und inklusivere Gesellschaft geben kann.
Der dritte Tag öffnete sich mit den Creative Spaces neuen Formaten des Dialogs. In interaktiven Workshops trafen Wissenschaft auf Kunst, Praxis und Zivilgesellschaft – etwa bei einer Ausstellung zur Erinnerungskultur nach dem Bosnienkrieg, bei Diskussionen zur Vermittlung von Klimagerechtigkeit oder bei der Entwicklung digitaler Werkzeuge für Frauengesundheit. Diese Räume griffen das Rahmenthema der Konferenz auf und zeigten, wie kreative und transdisziplinäre Ansätze helfen können, die Chancen und Herausforderungen von KI im Zusammenspiel mit Frieden, Gerechtigkeit und Inklusion erfahrbar zu machen.
EUPeace-Herbsttagung
Zeitgleich mit der EUPeace-Konferenz tagten in Pilsen die zentralen Führungsgremien der Allianz, darunter das Governing Board und das Education Board. Das Governing Board, bestehend aus den Leitungen der neun beteiligten Universitäten, zog unter anderem Bilanz der ersten Hälfte der EU-Förderlaufzeit und bewilligte die Projekte der vierten Ausschreibung des EUPeace-Funds.
„Wir blicken nun auf zwei Jahre EUPeace zurück, in denen wir vieles gemeinsam auf den Weg gebracht haben“, so JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz. „Diese Tagung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig unser Projekt in diesen Zeiten ist. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit in der Allianz, in die auch zunehmend unsere Studierenden eingebunden sind.“
Mit dem neuen EUPeace-Studienangebot European Track befassten sich die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten für Studium und Lehre im EUPeace Education Board.
Studierende der neun EUPeace-Partneruniversitäten können das interdisziplinäre Zertifikat ab dem nun beginnenden Wintersemester 2025/2026 sowohl in virtuellen als auch in Präsenzveranstaltungen erwerben.
Weitere Informationen
www.eupeace.eu/


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