Inhaltspezifische Aktionen

„Kunst gegen den Tod – Bilder aus Theresienstadt“

Ausstellung in der Universitätsbibliothek Gießen zur Kraft der Kreativität und des inneren Widerstands – Vernissage am 14. Oktober 2026

Nr. 149 • 7. Oktober 2026

Die Wanderausstellung „Kunst gegen den Tod. Bilder aus Theresienstadt“ ist ab 15. Oktober 2026 zu Gast in der Gießener Universitätsbibliothek (UB). Sie versammelt eindrucksvolle künstlerische Zeugnisse, die zwischen 1941 und 1945 im Ghetto Theresienstadt (Terezín) entstanden sind, und macht damit eine der bewegendsten Formen des Widerstands gegen Unterdrückung und Entmenschlichung sichtbar: die Kunst als Akt des Überlebens und als Instrument der Erinnerung. 

Trotz Hunger, Krankheit und drohender Deportation schufen in Theresienstadt inhaftierte Künstlerinnen und Künstler beeindruckende Werke von großer Ausdruckskraft: Gemälde, Zeichnungen und Skizzen, die menschliche Würde, Hoffnung und Individualität bewahren. Ihre Werke wurden zu einem stillen Protest gegen die systematische Entmenschlichung und zugleich zu einem Dokument des Lebens im Angesicht des Todes.

Die Ausstellung kombiniert Arbeiten aus internationalen Archiven und Privatsammlungen mit biografischen Porträts, historischen Dokumenten aus der Gedenkstätte Theresienstadt. Eine pädagogische Begleitausstellung bietet zudem insbesondere jungen Besucherinnen und Besuchern einen Zugang zu den komplexen Themen Erinnerungskultur und Menschlichkeit.
„Diese Bilder sind Zeugnisse von Mut und Menschlichkeit. Sie zeigen, dass selbst im dunkelsten Moment die schöpferische Kraft des Menschen weiterlebt“, erklärt der Kurator Imrich Donath, Honorarkonsul der Slowakischen Republik für Hessen, der zusammen mit der Gedenkstätte Terezín der Initiator und Organisator des Ausstellungsprojekts ist. Er betont die heutige Relevanz: „In Theresienstadt wurde Kunst zum Akt des Widerstands. Jeder muss heute dazu beitragen, die Demokratie zu erhalten, es ist die Verantwortung der zweiten und dritten Generation, die Erinnerung muss weitergegeben werden.“

Zur feierlichen Eröffnung am Mittwoch, 14. Oktober 2026, 17:30 Uhr in der UB (Otto-Behaghel-Straße 8, 35394 Gießen) sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Zur Begrüßung werden Oberbürgermeister der Stadt Gießen Frank-Tilo Becher, Prof. Sascha Feuchert, Imrich Donath sowie Lawrence de Donger-Amiss-Amiss als Botschafter der European Jewish Association sprechen. 

Hintergrund

Das Ghetto Theresienstadt, ein ehemaliger Militärstützpunkt in der heutigen Tschechischen Republik, wurde 1941 von den Nationalsozialisten als Sammellager für Jüdinnen und Juden verwendet. Während die äußeren Bedingungen hart und oft unerträglich waren, entwickelte sich innerhalb des Ghettos ein bemerkenswertes kulturelles Leben, das sich in verschiedenen Formen der Kunst ausdrückte. Diese künstlerischen Bestrebungen waren nicht nur ein Akt des Widerstands, sondern auch ein Ausdruck von Hoffnung, Identität und Menschlichkeit in einem undurchdringlichen Abgrund. Mehr als 155.000 Menschen durchliefen das Lager. Etwa 35.000 von ihnen starben dort, 88.000 wurden in Vernichtungslager deportiert.

Termine

Ausstellung „Kunst gegen den Tod. Bilder aus Theresienstadt“, 15.10.2026-06.01.2027
Vernissage am 14.10.2026, 17:30 Uhr 
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der UB zu sehen: Montag bis Sonntag von 8.30 bis 23 Uhr (außer an Feiertagen).
Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek Gießen, Otto-Behaghel-Straße 8, 35394 Gießen

Weitere Informationen

www.uni-giessen.de/ub 

Kontakt

Imrich Donath, Honorarkonsul der Slowakischen Republik für Hessen                                           
Mobil: 0163/2975 600
E-Mail: donath

Anja Golebiowski, Universitätsbibliothek 
Otto-Behaghel-Straße 8, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-14063
E-Mail: Anja.Golebiowski

 

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • pressestelle@uni-giessen.de

Schlagwörter
Startseite