Schonflächen im Grünland sollen die Biodiversität fördern
In Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben forscht die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) an Methoden zum Schutz der Artenvielfalt
Nr. 153 • 10. November 2021
Der Frage, wie man auch im Wirtschaftsgrünland die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere fördern kann, gehen Forscherinnen und Forscher aus dem Ökolandbau und der Tierökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) nach. In dem EU-Forschungsprojekt „Schonstreifen im Grünland“ arbeiten sie mit sechs landwirtschaftlichen Betrieben in Mittelhessen zusammen, um auf fünf Prozent eines Grünlandschlages Schonstreifen anzulegen, die ein Jahr nicht genutzt werden. Die Lage der Schonstreifen wechselt dabei über die drei Jahre Projektlaufzeit, was die Blüten- und Samenbildung, vor allem auch der Blühkräuter, über die gesamte Fläche ermöglicht und damit den Vorrat an Samen im Boden nachhaltig erhöht. Zugleich werden Refugien für Insekten und andere Tiere für die Wiederbesiedlung nach der Bewirtschaftung geschaffen.
Die gemeinsame Betrachtung von Flora und Fauna, auch in aufwändigeren Experimenten auf den Versuchseinrichtungen der JLU, erfasst dabei die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Pflanzengesellschaft und Insektenspektrum. So werden etwa über Bodenfallen der Insektenbestand in den Schonstreifen untersucht und Blütenbesucher erfasst.
Über die Beteiligung des Referats Agrarförderung im Hessischen Umweltministerium als Projektpartner sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Biodiversitätseffekten der Schonstreifen helfen, Sonderleistungen im Naturschutz (Förderung der Landwirtschaft über Agrarumweltmaßnahmen) für das Wirtschaftsgrünland zu optimieren. Das Projekt wird im Rahmen der europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-AGRI) gefördert.
- Kontakt
Dr. Peter Ströde
Professur für Ökologischen Landbau mit dem Schwerpunkt nachhaltige Bodennutzung
Karl-Glöckner-Straße 21c, 35394 Giessen
Telefon: 0641 99-37742
Institut für Tierökologie und Spezielle Zoologie
Professur für Tierökologie
Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Gießen
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