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Solothurner Dreikönigsspiel

Theatergruppe des Instituts für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen lädt zu mehreren Aufführungen ein – Premiere am 3. Dezember 2022 in Grünberg

Dreikönigsspiel der Theatergruppe des Instituts für Germanistik der JLU: Prologsprecher (Karina Fischer) und Narr (Michael Eberle) Fotos: Karina Fischer / Theatergruppe Germanistik
Dreikönigsspiel der Theatergruppe des Instituts für Germanistik der JLU: Prologsprecher (Karina Fischer) und Narr (Michael Eberle), Fotos: Karina Fischer / Theatergruppe Germanistik

König Herodes (Swantje Luhn) Fotos: Karina Fischer / Theatergruppe Germanistik
König Herodes (Swantje Luhn), Fotos: Karina Fischer / Theatergruppe Germanistik

Nr. 161 • 21. November 2022

 

 

Eine Weihnachtsgeschichte ohne Maria und Josef? Geht das denn überhaupt? In diesem Jahr bringt die Theatergruppe des Instituts für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) unter der Leitung von Prof. Dr. Cora Dietl wieder ein zur Adventszeit passendes Stück auf die Bühne. Hanns Wagners „Solothurner Dreikönigsspiel“ führt sein Publikum in die Zeit der Geburtsstunde Jesu zurück, erzählt dort jedoch nicht die zu erwartende Weihnachtsgeschichte. Viel mehr eröffnet das Bühnenwerk einen Einblick hinter die Kulissen des klassischen Stoffs und zeigt, was sonst nie gezeigt wird.

Denn was passiert eigentlich, nachdem die heiligen drei Könige am Königshof in Jerusalem eintreffen? Wie reagiert man dort, wo man nichts von der Geburt des Heilands weiß? Beginnend im Orient bei den heiligen drei Königen, die sich nach der Entdeckung des Sterns von Bethlehem sofort auf den Weg ins Heilige Land machen, bis hin zu den Ereignissen am Königshof in Jerusalem, beantwortet das Spiel genau diese Fragen. König Herodes, durch seine in der Bibel beschriebenen Gräueltaten nur allzu berüchtigt, ist von der Geburt des Heilands nicht im Mindesten begeistert und übernimmt die Hauptrolle im Stück. Schon bald beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem alle Beteiligten versuchen, durch Täuschung und List ihre ganz eigenen Ziele zu verwirklichen, die verschiedener nicht sein könnten. 

Wie in seinen späteren Stücken schafft es der Autor Hanns Wagner – der dem Gießener und Grünberger Theaterpublikum von der Aufführung der Theatergruppe im vergangenen Sommer bereits vertraut sein dürfte – auch in dem 1561 entstandenen Werk, ganz eigene Zwischentöne in die Handlung einfließen zu lassen. So verweist er auf den aktuellen Glaubenskonflikt seiner Zeit, der zwischen den Katholiken und Protestanten ausgetragen wurde, ohne dabei zu verheimlichen, auf welcher Seite er sich selbst sieht. Damit entsteht nicht nur ein mehrdimensionales Werk, das auch ohne Maria und Josef zurechtkommt, sondern auch ein Subtext, der zum Nachdenken anregt und uns im 21. Jahrhundert ebenso den ein oder anderen Denkanstoß geben kann. 

Das Theaterprojekt wird gefördert durch das Museum im Spital Grünberg, den Freundeskreis Museum Grünberg, das Hessische Landestheater Marburg, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), das Literarische Zentrum Gießen (LZG) und die Universitäten Bamberg und Gießen.

  • Mitwirkende
    Cora Dietl (Arphaxat, Othoniel), Michael Eberle (Lalus = Narr, Bennaias), Melissa Heerz (Achisemech), Karina Fischer (Prolog, Epilog), Swantje Luhn (Herodes), Hannah Lutsch (Pharnabatz, Zacharias), Theresa Matthes (Jonabath), Timo Miosga (Balthasar),    Simon Thomas Taraz Schmidt (Caspar, Pontifex), Tim-Christopher Sinkel (Melchior, Adonizebeck), Anna Zuth (Elimas, Rabinus)
  • Termine
    Aufführungen:
    03.12.2022 um 16 Uhr in Grünberg, Hospitalkirche (Hintergasse 22)
    12.12.2022 um 18 Uhr in Gießen, Pankratiuskapelle (Georg-Schlosser-Straße 5) 

Der Eintritt ist frei. 

Eine weitere Aufführung findet am 14. Januar 2023 an der Universität Bamberg im Rahmen des gemeinsamen mediävistischen Nachwuchsforums der Universitäten Bamberg, Gießen, Chemnitz und Karlsruhe statt.

Prof. Dr. Cora Dietl
Institut für Germanistik der JLU Gießen
Otto-Behaghel-Str. 10B
35394 Gießen
Telefon: 0641 99-29080

 

 

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