Die Natur menschlicher Rationalität begreifen
Abschlussveranstaltung des DFG-geförderten Schwerpunktprogramms „New Frameworks of Rationality“ am 13. Oktober 2018
Nr. 171 • 8. Oktober 2018
Wir Menschen nennen uns Homo sapiens, also vernünftiger, kluger Mensch. Betrachten wir aber das tägliche Weltgeschehen, so kommen doch Zweifel an unseren rationalen Fähigkeiten auf. In sozialen Netzwerken glauben Menschen die dubiosesten Gerüchte und teilen sie mit Freunden, ohne die Glaubwürdigkeit der Quelle zu prüfen. Eltern fahren ihre Kinder in riesigen Autos zur Schule, obwohl sie damit die Umwelt zerstören, in der eben diese Kinder leben müssen. Auch in der Politik, den Medien und vielen anderen Bereichen unseres Lebens sieht es nicht besser aus. Sind wir Menschen also doch von Grund auf irrational? Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen unseres Denkvermögens? Was können wir tun, um rationaler zu denken und zu entscheiden?
Mit diesen Fragen hat sich das Team von Prof. Dr. Markus Knauff von der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Institutionen im Schwerpunktprogramm (SPP) „New Frameworks of Rationality“ befasst, das seit dem Jahr 2011 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Seitdem haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachgebieten Psychologie, Philosophie und Informatik in insgesamt 23 Projekten sehr erfolgreich zur menschlichen Rationalität geforscht. So konnte zum Beispiel erklärt werden, warum im Rahmen von Gerichtsprozessen, die viel Resonanz in den Medien auslösen, Menschen oft zu sehr harten Urteilen kommen, die juristisch jedoch nicht zu rechtfertigen sind. Außerdem zeigen die Forschungsarbeiten, dass wir nicht unbedingt den Regeln der Logik oder Wahrscheinlichkeitstheorie folgen müssen, um im Alltag zu sinnvollen Argumenten, Überzeugungen und Entscheidungen zu kommen.
In dem Programm wurden rund zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler promoviert oder haben sich habilitiert, es gab viele international beachtete Veröffentlichungen und einige Mitglieder wurden mit renommierten wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet. Nicht zuletzt hat das SPP einige weitere Forschungsinitiativen in Gang gesetzt, die sich mit der Rationalität von Gruppen und sozialen Systemen befassen.
Die offizielle Abschlussveranstaltung des Schwerpunktprogramms mit einem Grußwort von JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee und vielen allgemeinverständlichen Vorträgen findet am 13. Oktober 2018 von 12 bis 18 Uhr im JLU-Hauptgebäude statt (Ludwigstraße 23, 35390 Gießen). Auch die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten.
- Termin
Abschlussveranstaltung des Schwerpunktprogramms „New Frameworks of Rationality“
13. Oktober 2018, 12 bis 18 Uhr
Universitätshauptgebäude, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen
- Weitere Informationen
www.SPP1516.de
www.SPP1516.de/Veranstaltungen/abschlussveranstaltung.html (Abschlussveranstaltung)
- Kontakt
Dr. Patricia Garrido-Vásquez, Koordinatorin des SPP1516
Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung
Otto-Behaghel-Straße 10F, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-26198
Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041