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Jo Mihaly – Tänzerin, Politikerin, Schriftstellerin

Ausstellung über eine der vielseitigsten Persönlichkeiten der Weimarer Republik, des deutschen Exils und der frühen Nachkriegszeit – Eröffnung am 26. November 2015 in der Universitätsbibliothek

Nr. 215 • 23. November 2015

Die Universitätsbibliothek Gießen (UB) zeigt vom 26. November 2015 bis zum 17. Januar 2016 eine Ausstellung über Jo Mihaly (1902-1989), eine der vielseitigsten Persönlichkeiten der Weimarer Republik, des deutschen Exils und der frühen Nachkriegszeit. Die von der Friedrich-Ebert-Stiftung  geförderte Ausstellung wird am Donnerstag, 26. November 2015, um 18 Uhr im Ausstellungsraum der UB eröffnet (Otto-Behaghel-Straße 8, 35394 Gießen). Nach der Begrüßung durch Dr. Peter Reuter, Leitender Bibliotheksdirektor der UB, führt Thomas B. Schumann in die Ausstellung ein. Schumann ist Exilliteratur-Verleger, Autor, Buch- und Kunstsammler, P.E.N.-Mitglied und Mihaly-Nachlassverwalter.

Jo Mihaly wurde 1902 als Elfriede Alice Kuhr im westpreußischen Schneidemühl geboren. In den 1920er Jahren kreierte sie eine ganz eigene Form sozialkritischer „epischer Tänze“. Da sie sich früh gegen den Nationalsozialismus engagiert hatte, musste sie schon 1933 mit ihrem Mann, dem jüdischen Schauspieler und Regisseur Leonard Steckel, emigrieren.

In der Schweiz wurde Jo Mihaly eine der aktivsten Personen des Exils: Sie machte Agitprop-Theater, trat mit Ernst Busch auf, inszenierte Kabarett für Kinder. Als Leiterin der „Kulturgemeinschaft der Emigranten“ in Zürich verschaffte sie emigrierten jungen Künstlerinnen und Künstlern erste Auftrittsmöglichkeiten. Mit Hans Mayer redigierte sie die Exil-Zeitschrift „Über die Grenzen“. 1942 erschien ihr Roman „Hüter des Bruders“ über einen politischen Flüchtling und 1945 ihr Gedichtband „Wir verstummen nicht“.

Nach dem Krieg wirkte Jo Mihaly als Mitglied im Stadtparlament von Frankfurt/Main und Gründerin der „Freien deutschen Kulturgemeinschaft“ beim politischen und kulturellen Wiederaufbau mit. 1949 zog sie ins Tessin und widmete sich fortan ausschließlich ihrem literarischen Schaffen. 1982 erregte sie Aufsehen mit ihrem Tagebuch aus dem Ersten Weltkrieg „…da gibt’s ein Wiedersehn!“ Posthum erschien 2002 ihr Roman „Auch wenn es Nacht ist“, ein versöhnlicher Text über Flucht und Vertreibung aus dem deutschen Osten.

Diese erste Ausstellung über Jo Mihaly wurde von Thomas B. Schumann in Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf, und dem Westpreußischen Landesmuseum, Münster erarbeitet. Anhand von Büchern, Bildern, Fotos, Dokumenten, Briefen und Manuskripten dokumentiert sie erstmals Leben und Werk dieser bedeutenden Künstlerin.

  • Termin

Ausstellung  „Jo Mihaly – Tänzerin, Politikerin, Schriftstellerin“: 26. November 2015 bis 17. Januar 2016

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der UB zu sehen: Montag bis Sonntag von 7.30 bis 23 Uhr (außer an Feiertagen).

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 26. November 2015 , 18 Uhr
Begrüßung: Dr. Peter Reuter, Leitender Bibliotheksdirektor der UB
Einführung in die Ausstellung: Thomas B. Schumann, Mihaly-Nachlassverwalter

Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek Gießen, Otto-Behaghel-Straße 8, 35394 Gießen

  • Weitere Informationen

www.uni-giessen.de/ub

  • Kontakt


Universitätsbibliothek Gießen
Otto-Behaghel-Straße 8, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-14063

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041