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Das Monströse und das Theater – Inszenierungen monströser Körper und Ordnungen

Internationale theaterwissenschaftliche Tagung mit Beiträgen aus Wissenschaft und Kunst – 11. bis 13. April 2024 in der Alten Universitätsbibliothek in Gießen

Nr. 52 • 9. April 2024

Im Rahmen der Tagung „Das Monströse und das Theater – Inszenierungen monströser Körper und Ordnungen“ werden die Teilnehmenden aus Kunst und Wissenschaft dazu eingeladen, sich mit dem Phänomen des Monströsen in Geschichte und Gegenwart zu beschäftigen. Dabei wird es deutsche und englische Beiträge sowohl zu monströsen Ordnungen als auch zur Inszenierung monströser Körper geben. Die Tagung des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) findet vom 11. bis 13. April 2024 in der Alten Universitätsbibliothek statt.

Der Begriff des Monströsen birgt einen doppelten Zeigecharakter: Monströses zeigt sich und zeigt zugleich die Ordnung auf, die es stört. Ob als Wesen der Fantasie und Fiktion, als reale Gestalt oder als Denkfigur – das Monströse bevölkert seit der Antike den menschlichen Denk- und Handlungsraum in Europa. Es übernimmt durch die Zeitalter hindurch eine zentrale Rolle bei der Aushandlung von Ordnungen, Gesetzen und Normen. Gerade in unserer durch Krisen und Ausnahmezustände geprägten Gegenwart gilt es einen genauen Blick auf das sogenannte „Monströse“ zu werfen – auf das, wofür es noch keinen Namen gibt, was jedoch gewohnte Grenzen übertritt und diese damit in Frage stellt.

Ob die grotesk-monströsen Tänze der sich selbst als Hexe bezeichnenden Valeska Gert, die monströsen Collagen und Gendernormen sprengenden Selbstinszenierungen Claude Cahuns, die Tier-Mensch-Montagen einer Frida Kahlo oder die tausend blutigen Tode der berühmten Paula Maxa im Théâtre du Grand Guignol in Paris – die historischen Avantgarden sind durchzogen von Inszenierungen monströser Körper und Ordnungen. Heute wiederum touren die monströs anmutenden Theater- und Tanzstücke von Eisa Jocson, Rébecca Chaillon, Susanne Kennedy und Florentina Holzinger mit ihrem exzessiven Einsatz von Körperlichkeit durch ganz Europa und begeistern und verstören das Publikum – teilweise mittels ähnlicher Strategien, wie ihre Kolleginnen und Kollegen aus den historischen Avantgarden sie nutzten, teilweise mittels ganz neuer. 
 
Während der Tagung, die von der Hessischen Theaterakademie gefördert wird, gibt es Beiträge von den folgenden Mitwirkenden: Prof. Michael Chemers (Leiter The Center for Monster Studies an der UC Santa Cruz (USA)) , Prof. Dr. Susanne Foellmer (Coventry Univsersity (UK)), Dr. Birgit Stammberger (Universität Lübeck), Meriam Bousselmi (Universität Hildesheim), Dr. des. Eva Doehne (Goethe Universität Frankfurt a.M.), Prof. Dr. Xavier Le Roy, Prof. Dr. Jens Roselt (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Gerald Siegmund, Marie Simons (freie Wissenschaftlerin, Künstlerin und Autorin), Dr. Martina Ruhsam, Prof. Analola Santana (Dartmouth College (USA)), Dr. Ekaterina Trachsel, Dr. Livia Piazza

 

  • Termin

Donnerstag, 11.04.2024, 14 bis 18.30 Uhr,
Freitag, 12.04.2024, 10 bis 19 Uhr,
Samstag, 13.04.2024, 9.30 bis 13.45 Uhr,
Georg-Büchner-Saal in der Alten Universitätsbibliothek, Bismarckstraße 37, 35390 Gießen

  • Weitere Informationen

https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/atw/wissenschaft/forschungsproj/monstertagung 

  • Kontakt

Dr. Ekaterina Trachsel, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft
Gutenbergstraße 6, 35390 Gießen
Telefon: 0641 99-31223
E-Mail: ekaterina.trachsel

 

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Forschung