Darstellbar? Workshop und öffentlicher Vortrag zu Opferbildern
Gastvortrag von Prof. Dr. Charlotte Klonk zur medialen Vermittlung des Terrors
Nr. 65 • 30. April 2018
Den allermeisten Menschen rückt der Terror glücklicherweise nur medial – also mittelbar – zu Leibe. Die allgemeine Vorstellung von Terror (im Sinne von mutwilliger Gewalt gegen Staat und Gesellschaft) ist von der Berichterstattung in der Presse abhängig und geprägt. Bilder spielen hierbei eine maßgebliche Rolle: Sie zeigen das Ausmaß der Verwüstung und das Leid der Betroffenen, die kalte Entschiedenheit der Terroristen und die Wehrhaftigkeit des Staates. Dass die Bilder vom Terror nicht nur einer immer ähnlichen Dramaturgie folgen und etablierte ikonographische Traditionen fortschreiben, sondern auch als strategische Waffen in einem Kampf um Deutungshoheit eingesetzt werden, hat die Berliner Kunsthistorikerin Prof. Dr. Charlotte Klonk in ihrem 2017 erschienenen Buch „Terror“ eindrucksvoll herausgearbeitet.
Am Donnerstag, 3. Mai 2018, kommt sie nach Gießen, um über die bildliche Darstellbarkeit von Terroropfern zu sprechen. Klonks Abendvortrag über „Opfer- statt Täterbilder“ (18 Uhr im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34) steht im Kontext eines zweitägigen Workshops des Zentrums für Medien und Interaktivität der JLU, der sich dem Problem der Darstellbarkeit widmet und dafür Fachvertreterinnen und -vertreter unterschiedlicher Disziplinen zusammenbringt.
Gebote von Schicklichkeit und Scham, Akte von Zensur und Bilderstreit, Behauptungen von Machbarkeit und visueller Evidenz treten in Konkurrenz und überkreuzen sich, wo es um das im Bild Darstellbare, seine Möglichkeiten und Grenzen geht. Was darf, kann, muss oder soll wie und von wem zu sehen gegeben werden? Welche Rechte am eigenen Bild stehen den Opfern von Terror- und Gewaltakten zu? Gibt es gar – zumal in Zeiten „alternativer Fakten“ – ein Recht, sie zu sehen? Diese Fragen sollen in dem Gastvortrag diskutiert werden.
- Termin
ZMI-Workshop „Darstellbarkeit“, 3./4. Mai 2018, Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstr. 34, 35390 Gießen
Öffentlicher Gastvortrag von Prof. Dr. Charlotte Klonk (HU Berlin): „Opfer- statt Täterbilder. Aber wie und welche?“ am Donnerstag, 3. Mai, 18 Uhr, Ort: Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstr. 34, 35390 Gießen
- Weitere Informationen
https://www.uni-giessen.de/zmi
https://www.uni-giessen.de/fbz/zmi/blogs/ProgrammWorkshopDarstellbarkeit.pdf
- Kontakt
Prof. Dr. Sigrid Ruby, Institut für Kunstgeschichte
Otto-Behaghel-Straße 10 G,35394 Gießen
Telefon: 0641 99-28280 / Sekretariat -281
Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041