Beraten und Streiten
Eine Kooperationstagung zwischen der Professur für dt. Literaturgeschichte (Mittelalter/Frühe Neuzeit) und der Germanistischen Mediävistik an der Universität Klagenfurt
- https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/veranstaltungen/tagungen/beraten-streiten
- Beraten und Streiten
- 2026-09-04T14:00:00+02:00
- 2026-09-05T18:30:00+02:00
- Eine Kooperationstagung zwischen der Professur für dt. Literaturgeschichte (Mittelalter/Frühe Neuzeit) und der Germanistischen Mediävistik an der Universität Klagenfurt
04.09.2026 14:00 bis 05.09.2026 18:30 (Europe/Berlin / UTC200)
AvH-Gästehaus
Prof. Dr. Cora Dietl, Dr. Pia Selmayr, Karina R. Fischer, Anna-Dorit Lachmann, PD Dr. Angelika Kemper (Klagenfurt), Prof. Dr. Sabine Seelbach (Klagenfurt/Gießen)

Beraten und Streiten als Formen von Dissenskommunikation und Konfliktbewältigung sind überzeitlich und interkulturell verfügbare Kulturtechniken, die in verschiedenen gesellschaftlichen Teilsystemen, auch der Literatur und Kunst, praktiziert und reflektiert werden. Diese Techniken entfalten mittels der Modulation von Konkurrenzen, Spannungen und nichtlinearen Entwicklungen auch positive, nämlich vergesellschaftende Wirkungen. Bereits in der Vormoderne lassen zahlreiche Quellen, Texttypen und Kommunikationsformate erkennen, dass etwa Norm- und Rangkonflikte oder Konflikte um materielle und immaterielle Güter in beratender oder streitförmiger Weise verhandelt wurden, vielfach im Horizont einer dominanten Ordnungsvorstellung und Autoritätserwartung. Erwägenswert sind dabei neben sozialen und kommunikativen Kontexten auch die diskursiven Rahmungen, sei es im Bereich von Herrschaft und Recht, sei es im Bereich der Religion und Praktischen Ethik. Sie formen fachliterarische oder poetische Texte, prägen Wertungen und bilden somit auch entscheidende Voraussetzungen für die Entstehung und Handhabung von Konflikten.