Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum


Artikelaktionen

LGBTIQ*-Wahlstudien

Studie 2021

Studie 2021

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2021

Welche Parteien wählen LGBTIQ* bei der Bundestagwahl am 26. September 2021? Welche politischen und gesellschaftlichen Themen beschäftigen sie und welche Themen sind wahlentscheidend?

Die LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2021 ist gestartet, um diese Fragen zu beantworten. Sie richtete sich an LGBTIQ* in Deutschland – eine Gruppe in der Gesellschaft, die in den klassischen Wahlstudien bislang unter den Tisch fällt.

Der selbstselektive Online-Fragebogen war zwischen dem 15. Juli und dem 15. August 2021 online. Erste Ergebnisse der LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2021 sind am Dienstag, den 31. August 2021 im Rahmen einer Online-Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Die parteiunabhängige Studie wird von einem Team aus Wissenschaftler:innen der Justus-Liebig-Universität Gießen in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) durchgeführt. Die Durchführung dieses unabhängigen Projektes wird ohne finanzielle Unterstützung von Dritten realisiert. Die Wahlstudie gibt damit neue Impulse für politische Debatten und auch für die Wahlforschung.

Die LGBTIQ*-Wahlstudien sind anonym und es werden keine personenbezogenen Daten erhoben oder gespeichert. Bereits seit 2015 führt das Forschungsteam derartige selbstselektive Online-Umfragen zu verschiedenen Wahlen in Deutschland und Österreich durch. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf diesen Seiten.

Projekt

Über das Projekt

LGBTIQ*-Wahlstudien (Logo)

 

 







Fragen nach der sexuellen Identität und der sexuellen Orientierung werden in gängigen Wahlstudien bisher leider nicht gestellt. Deshalb wusste man nicht, welche politischen Inhalte die LGBTIQ*-Community eigentlich beschäftigen oder welchen Parteien schwule, lesbische, bi-, trans- und intersexuelle sowie queere Menschen ihre Stimme geben.

Welche politischen Präferenzen haben schwule, lesbische, bi-, trans- und intersexuelle sowie queere Menschen?

Zur Beantwortung dieser Fragestellungen haben wir im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland (24. September 2017) und der Nationalratswahl in Österreich (15. Oktober 2017) jeweils Onlineumfragen durchgeführt, die sich mit politischen Einstellungen und dem Wahlverhalten von LGBTIQ*-Menschen beschäftigen. Bei der LGBTIQ*-Wahlstudie 2017 handelt sich im internationalen Vergleich um die LGBTIQ*-Wahlstudie mit dem bislang größten Sample weltweit. Die Ergebnisse dieser Studien, sowie der Pilotstudien zur Gemeinderatswahl in Wien 2015 und zur Abgeordentenhauswahl in Berlin 2016, finden Sie auf dieser Website.

Die Datenerhebung für die LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2021 (26. September 2021) fand zwischen dem 15. Juli und dem 15. August 2021 in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) statt. Der selbstselektive Online-Fragebogen war zwischen dem 15. Juli und dem 15. August 2021 online. Erste Ergebnisse der LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2021 sind am Dienstag, den 31. August 2021 im Rahmen einer Online-Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die LGBTIQ*-Wahlstudien sind aus wissenschaftlichen, aber natürlich auch aus politischen Gründen sehr wichtig – geht es doch darum, die Sichtbarkeit der LGBTIQ*-Community zu erhöhen, Vorurteile abzubauen und dafür zu kämpfen, dass LGBTIQ*-Personen in Wissenschaft und Politik endlich angemessen wahrgenommen werden. Die detaillierten Ergebnisse der Wahlstudien werden auch online veröffentlicht und sollen so in der LGBTIQ*-Community und natürlich auch in den Parteien und in NGOs Diskussionen anregen.


Team

Prof. Dr. Dorothée de Nève

Professorin
für das Politische und soziale System Deutschlands und den Vergleich politischer Systeme

Kontakt

Philosophikum II Raum E120

☎ 0641 99-23132

Niklas Ferch

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
mit Schwerpunkt Lehre am Institut für Politikwissenschaft

Kontakt

Philosophikum II Raum E122

☎ 0641 99-23134

Michael Hunklinger
Kontakt

Ergebnisse

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2021 in Deutschland

Hintergrundinformationen zur Studie

Ein Team aus Politikwissenschaftler*innen der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Universität Wien und der Donau-Universität Krems haben seit 2015 mehrere Studien zum Wahlverhalten von LGBTIQ* realisiert. Das Akronym LGBTIQ* steht in dem Kontext des Projekts für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, intersexuell und queer*. Sexuelle und/oder romantische Orientierungen sollten nicht mit Geschlechtsidentitäten verwechselt oder gleichgesetzt werden, da sie als etwas Eigenständiges betrachtet werden.

Zur Bundestagswahl 2021 liegt nun eine neue LGBTIQ*-Wahlstudie vor, die Politikwissenschaftler*innen der Justus-Liebig-Universität Gießen in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) durchgeführt haben. Die parteiunabhängige Studie wurde ohne finanzielle Unterstützung von Dritten realisiert.

In Deutschland sind schätzungsweise zwischen 1,8 und 3 Mio. der Wahlberechtigten LGBTIQ*. Die LGBTIQ*-Wahlstudien sind insofern aus politischen und wissenschaftlichen Gründen sehr wichtig – geht es doch darum, die Sichtbarkeit von LGBTIQ* und deren politischen Interessen zu erhöhen, Vorurteile abzubauen und dazu beizutragen, dass LGBTIQ* in Wissenschaft und Politik angemessen repräsentiert werden. Die detaillierten Ergebnisse der Wahlstudien werden online veröffentlicht und können so in der LGBTIQ*-Community, in Parteien und NGOs sowie in der Wissenschaft weiterführende Diskussionen anregen.

Aus methodologischer Sicht stellen LGBTIQ* dabei eine sogenannte Spezialpopulation dar, zu deren Verteilung in der Grundgesamtheit der deutschen Wahlbevölkerung aus nachvollziehbaren Gründen keine genauen Kennwerte vorliegen. In gängigen Wahlumfragen werden in der Regel keine Daten zur geschlechtlichen Identität (Gender) oder zur sexuellen Orientierung erhoben. Selbst wenn diese Fragen im Interesse einer Sichtbarmachung gesellschaftlicher Vielfalt wünschenswert wären, würden die Fallzahlen gängiger Umfragen nicht ausreichen, um valide empirische Aussagen über politische Einstellungen und Präferenzen von LGBTIQ*-Wähler*innen zu machen: Bei der üblichen Fallzahl von rund 1.000 Befragten pro Umfrage würden potenziell Daten von ca. 50 bis 80 LGBTIQ*-Personen erfasst. Diese Fallzahlen wären eindeutig zu gering, um Differenzierungen vorzunehmen und valide Aussagen etwa zu Wähler*innen-Profilen zu machen.

Die LGBTIQ*-Wahlstudien hingegen fokussieren auf die Spezialpopulation der LGBTIQ* und erreichen sie mit einem Zufallsverfahren. Dabei handelt es sich um ein so genanntes selbstselektives Sample – wer Lust hatte, konnte an der Studie mitmachen und den über das Internet, soziale Netzwerke und Multiplikatoren verbreiteten Online-Fragebogen ausfüllen.

So beteiligten sich an der ersten bundesweiten LGBTIQ*-Wahlstudie zu einer Bundestagswahl im Jahr 2017 bereits über 8.000 Personen; 2021 sogar über 9.000 Personen. Ein Teil dieser Personen hat den Fragebogen lediglich neugierig durchgeklickt, auf viele Fragen jedoch nicht geantwortet. So wurden mitunter auch die für die Analyse entscheidenden Fragen nach der sexuellen Orientierung und/oder der Parteipräferenz nicht beantwortet.

In die Analyse der LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2021 gingen letztlich jene 5.149 Personen ein, die einerseits als deutsche Staatsbürger*innen wahlberechtigt, andererseits nicht ausschließlich heterosexuell sind. Mit dieser Befragungsmethode können solide empirische Angaben zu den Einstellungen, Interessen und Präferenzen der LGBTIQ*-Community in Deutschland gemacht werden. Die beiden vorliegenden Studien zur Bundestagswahl 2017 und 2021 sind im internationalen Vergleich die LGBTIQ*-Wahlstudie mit dem bislang größten Sample weltweit.

Diese Methode ist allerdings nicht geeignet, um eine inferenzstatistische Wahlprognose zu berechnen: Die Voraussetzung für die Durchführung einer repräsentativen Umfrage ist, dass Daten über die Grundgesamtheit verfügbar sind. Diese Voraussetzung ist in Bezug auf LGBTIQ*-Personen jedoch nicht gegeben – es ist schlichtweg nicht bekannt, wie viele LGBTIQ*-Personen in Deutschland tatsächlich leben und welche sozioökonomischen Merkmale wie etwa Alter, Familienstand, Beruf, Bildungsstand etc. sie aufweisen.

Der Online-Fragebogen der LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2021 bestand aus 26 Fragebatterien und war vom 15. Juli bis zum 15. August 2021 auf den Servern der Universität Gießen online ausfüllbar.

 

Starke Veränderungen in der Parteipräferenz

Die Ergebnisse zeigen, dass LGBTIQ*-Wähler*innen eine klare Präferenz für Bündnis90/Die Grünen haben. Über die Hälfte der Befragten (52,6%) wollen ihre Stimme bei der anstehenden Bundestagswahl den Grünen geben. Auch Die Linke kann erfolgreich 17,4% der befragten LGBTIQ* überzeugen. Insofern liegen diese Zustimmungswerte weit über den aktuellen Zustimmungswerten dieser beiden Parteien, wie sie konventionelle Wahlumfragen unter den allgemeinen Wahlberechtigten in Deutschland gegenwärtig erheben. LGBTIQ* gehören für Bündnis90/Die Grünen und Die Linke bei der Bundestagswahl 2021 offenbar zu der stabilen Wähler*innenbasis. Abseits der im Bundestag repräsentierten Parteien äußerten nicht wenige der befragten LGBTIQ*-Wähler*innen eine Präferenz für kleinere Parteien für die paneuropäische Partei VOLT, die Piratenpartei, die Satire-Partei DIE PARTEI sowie die Partei der Humanisten.

Auffällig sind in diesem Kontext auch die starken Veränderungen im Vergleich zur letzten Bundestagswahl. Im Vergleich zu den Daten der LGBTIQ*-Wahlstudie 2017 ist die Zustimmung für die Grünen demnach um 23% gestiegen. Die Zustimmungswerte für die CDU/CSU (2017: 6,9%; 2021: 3,2%) und SPD (2017: 21,2%; 2021: 9,1%) sind bei ohnehin niedrigem Niveau im Vergleich zu 2017 nicht einmal mehr halb so hoch. Diese Entwicklung bestätigt sich auch innerhalb des Datensatzes der diesjährigen LGBTIQ*-Wahlstudie, wo retrospektiv ebenfalls nach der Wahlentscheidung bei der letzten Bundestagswahl 2017 gefragt wurde. Die Regierungspolitik der vergangenen Legislaturperiode hat bei LGBTIQ*-Wähler*innen scheinbar Spuren hinterlassen. Dazu dürften unter anderem die jüngsten Abstimmungen im Bundestag zum Transsexuellengesetz und zur Blutspende mit beigetragen haben: So finden etwa 82,8% der befragten SPD-Wähler*innen die Tatsache, dass die von ihnen präferierte Partei im Bundestag die Aufhebung des Transsexuellengesetzes abgelehnt hat, nicht richtig. Von ihrem Engagement für Transsexuelle haben Bündnis90/Die Grünen mit ihrer Bundestagsinitiative hingegen profitiert: „Ich wähle die Grünen wegen dem Entwurf für ein Selbstbestimmungsgesetz und damit das Abschaffen des menschenverachtenden Transsexuellengesetzes“, schreibt etwa ein*e Teilnehmer*in der Studie in einem der insgesamt 18 Freifelder des Online-Fragebogens.

Regionale Unterschiede spielen bei der Parteipräferenz von LGBTIQ* für die meisten Parteien eine nachgeordnete Rolle. Die Stimmenanteile für SPD, FDP, CDU/CSU und AfD sind in Ost und West sehr ähnlich. Bei Die Linke und Bündnis90/Die Grünen gibt es freilich Unterschiede: Während die Stimmenanteile für die Grünen im Westen höher sind (West: 54,6%; Ost: 44,9), sind sie im Osten für Die Linke höher (Ost: 24,8%; West 15,4%).

Die Volatilität (Schwankungen im Wahlverhalten im Zeitvergleich) ist insgesamt sehr hoch. Nur ein Teil der befragten LGBTIQ*-Wähler*innen möchte bei der Bundestagswahl 2021 dieselbe Partei wählen wie 2017. Bei der SPD (65,8%) und der AfD (62,1%) ist der Anteil dieser treuen Wähler*innen noch am höchsten. Die SPD hat jedoch 15,3% ihrer Wähler*innen von 2017 jetzt an die Grünen verloren. Bei den anderen Parteien ist die stabile Parteibindung der LGBTIQ* noch schwächer ausgeprägt (CDU 58,4%; Linke 56,2%; Grüne 55% und FDP 51,5%).

Insgesamt betrachtet gibt es also bei der Parteipräferenz der LGBTIQ* viel Bewegung. Die Zustimmungswerte für die einzelnen Parteien haben sich verändert. Und den Parteien gelingt es nur in bescheidenem Umfang, LGBTIQ*-Wählerinnen dauerhaft an sich zu binden.

 

Unterschiede in Bezug auf die sexuelle Orientierung

Die größte Teilgruppe der befragten LGBTIQ* in der Studie stellt die der schwulen Männer dar. Hier zeigt sich, dass Schwule im Vergleich zur gesamten Stichprobe, aber insbesondere auch im Vergleich zu Lesben, eine größere Präferenz für FDP und SPD, aber auch für CDU/CSU und AfD haben (wenn auch auf niedrigem Niveau). Während beispielsweise nur 2,4% der befragten Lesben bei der anstehenden Bundestagswahl die FDP wählen möchten, sind es unter den Schwulen 11,2%. Bei den Lesben ist die Präferenz für Die Linke (16,2%) indes etwas weniger stark ausgeprägt als im Durchschnitt der Studie; auch davon profitieren Bündnis90/Die Grünen (63,3%).

Im Vergleich zum Durchschnitt aller Studienteilnehmer*innen haben Asexuelle, Pansexuelle und ihre sexuelle Orientierung anderweitig als „queer“ bezeichnende Studienteilnehmer*innen eine stärkere Präferenz für Bündnis90/Die Grünen und Die Linke. Die befragten Bisexuellen präferieren die FDP etwas mehr (7,3%) und Bündnis90/Die Grünen etwas weniger (47,9%) als der Studiendurchschnitt.

Leider haben sich an der LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl nur 58 wahlberechtigte Trans*personen beteiligt, sodass die Angaben dieser Teilgruppe nicht tiefergehend ausgewertet werden können. Der Trend der Parteipräferenz für Bündnis90/Die Grünen und Die Linke zeigt sich allerdings auch für diesen Personenkreis.

 

Wähler*innen einzelner Parteien

Im Online-Fragebogen der LGBTIQ*-Wahlstudie hatten die Teilnehmer*innen Gelegenheit, ihre Parteipräferenz mit eigenen Worten zu begründen. Viele begründen hier ihre Wahlentscheidung damit, dass sie sich für das „geringere Übel“ entscheiden oder aber eine bestimmte Partei aus strategischen Gründen wählen. Es handelt sich also oft um eine Art Negativauswahl – gewählt wird, was am Ende der Ablehnungen übrigbleibt. Im Vergleich der konkurrierenden Parteien fällt auf, dass der Frauenanteil bei den Grünen-Wähler*innen am höchsten ist. Damit unterscheidet sich das Wähler*innenprofil der Grünen markant von jenem der FDP und der AfD, die mit 85,9% bzw. 84,5% eine starke Männerdominanz aufweisen. Der Anteil der Studierenden ist bei Die Linke und den Grünen überdurchschnittlich hoch. Bei den Wähler*innen der Union sind hingegen die hohen Anteil der Wähler*innen mit einer kirchlichen Bindung (53,1%) auffällig, ebenso wie der Anteil der verheiraten Wählerinnen (33,5%).

LGBTIQ*-Wähler*innen von Parteien, die bislang nicht im Bundestag vertreten sind, sind überwiegend Angestellte (38,9%) oder Studierende (23,8%) und beurteilen ihre eigene wirtschaftliche Lage als schlechter als der Durchschnitt der Befragten. Viele dieser befragten LGBTIQ* sind in Bezug auf ihre Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl noch unentschlossen, möchten sich noch weiter informieren und/oder die weitere Entwicklung abwarten, um eine strategische Wahlentscheidung zu treffen. Mitunter zeigen sie sich auch resigniert von den etablierten Parteien: Ein*e Studienteilnehmer*in schreibt: „Eventuell eine Kleinpartei, ich befürchte als Trans Person steht wohl keine Partei für meine Rechte ein“; ein*e andere*r: „Aktuell ist für mich keine der großen Parteien wählbar, da insbesondere LGBTIQ*-Themen kleingeredet werden oder die Parteien widersprüchliche Signale aussenden, die letztendlich wieder deutlich machen, das LGBTIQ*-Themen als unwichtig erachtet werden.“

 

Perspektiven für die Forschung

Mit diesem innovativen Projekt wird ein Teil der Gesellschaft untersucht, der in den konventionellen Wahlstudien bislang unter den Tisch fällt: Die LGBTIQ*-Community. Die LGBTIQ*-Wahlstudie gibt insofern neue Impulse für politische Debatten und natürlich auch für die Politikwissenschaft. Für die vorliegende Präsentation konnte kurzfristig nur ein kleiner Teil der vorliegenden Daten ausgewertet werden. Was bislang etwa fehlt, sind die Analysen zu politischen Einstellungen und zum gesellschaftspolitischen Engagement. Das beteiligte Forscher*innen-Team arbeitet weiter an diesem Projekt und wird die Ergebnisse weiter veröffentlichen.

 

Material

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Nationalratswahl 2019 in Österreich

Zwischen dem 1. und dem 22. September 2019 lief die Online-Wahlumfrage zur Nationalratswahl 2019, die Interessen, Einstellungen und politisches Engagement von LGBTIQ*-Bürger:innen in Österreich untersuchtw. Welche Parteien werden schwule, lesbische, bi-, trans-, pansexuelle oder queere Menschen bei der Nationalratswahl am 29. September 2019 wählen? Welche politischen und gesellschaftlichen Themen beschäftigen die LGBTIQ*-Community? Welche Themen sind für die Befragten wahlentscheidend? Welche Formen der politischen Beteiligung gibt es? Auf diese und andere Fragen zu politischen Einstellungen und gesellschaftlicher Teilhabe sucht das Umfrageprojekt Antworten. Die innovative Studie wirft einen Blick auf einen Teil der Gesellschaft, der in der klassischen Wahl- und Einstellungsforschung bislang unter den Tisch fällt: LGBTIQ*-Bürger:innen.

Die parteiunabhängige Studie wird von einem Team von Wissenschaftler:innen der Donau-Universität Krems durchgeführt. Die Umfrage ist anonym und es werden keine personenbezogenen Daten erhoben oder gespeichert. Die Ergebnisse dieser LGBTIQ*-Wahlstudie sind bislang noch nicht veröffentlicht worden.

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2017 in Deutschland

Parteipräferenz, wahlentscheidende Themen und die Spaltung der LGBTIQ*-Community

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die LGBTIQ*-Community überdurchschnittlich stark in Politik und Gesellschaft engagiert. Das Engagement beschränkt sich keineswegs auf Themen, die die Community bzw. LGBTIQ*-Rechte direkt betreffen. Vielmehr ist das Engagement vielfältig und vor allem im sozialen Bereich sehr hoch.

Die Parteipräferenz der LGBTIQ*-Wähler:innen für Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und SPD ist offensichtlich. In den neuen Bundesländern liegt Die Linke vorn, in den alten Bundesländern in der Regel Bündnis90/Die Grünen. Die Präferenz für Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke ist bei Lesben stärker ausgeprägt als bei Schwulen, während der Anteil der Schwulen, die die SPD bevorzugen, größer ist als jener der Lesben. Trans*-Personen, Pansexuelle und Bisexuelle weisen im Vergleich eine stärkere Parteipräferenz für Die Linke auf. Der Rückhalt für die AfD ist bei LGBTIQ*-Personen sehr gering.

Diskriminierung, Homophobie und Trans*phobie sind nach wie vor virulente Probleme. Insbesondere die Anhänger:innen von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der SPD halten diese Probleme für gesellschaftspolitisch sehr wichtig. Wahlentscheidende Themen für LGBTIQ*-Wähler*innen in Deutschland sind indes auch andere Themen; vor allem Migrations-, Asyl- und Flüchtlingspolitik, Bildungspolitik und Umweltschutz. Für die LGBTIQ*-Community ist es wichtig, dass sich Kandidat*innen und Parteien für die LGBTIQ*-Community engagieren. Dass Kandidat*innen zur Wahl antreten, die selbst out sind, spielt indes nur eine nachgeordnete Rolle.

Innovation in der Wahlforschung und relevante Ergebnisse für Parteien

Mit diesem innovativen Projekt wird ein Teil der Gesellschaft untersucht, der in den konventionellen Wahlstudien bislang unter den Tisch fällt: die LGBTIQ*-Community. Die Wahlstudie gibt insofern neue Impulse für politische Debatten und natürlich auch für die Politikwissenschaft.

Auch für Parteien bieten die Ergebnisse neue Möglichkeiten, sich mit den Interessen und Präferenzen ihrer LGBTIQ*-Wähler:innenschaft zu beschäftigen. Parteien, die LGBTIQ*-Politik als Querschnittsthema verstehen und sich mit der Community solidarisieren, entsprechen den Erwartungen der Community. Vor dem Hintergrund des überdurchschnittlichen politischen Interesses und Engagements der LGBTIQ*-Personen wird offensichtlich, dass viele Parteien dieses Potenzial bislang ungenutzt lassen. Gleichzeitig finden Parteien mit einer progressiven Agenda bei LGBTIQ*-Wähler:innen auch in jenen Regionen solide Unterstützung, in denen sie ansonsten Probleme haben, Wähler:innen zu mobilisieren, dies gilt etwa für Die Linke in den alten Bundesländer und für Bündnis 90/Die Grünen in den neuen Bundesländern.

Material

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Nationalratswahl 2017 in Österreich

Parteipräferenzen und wahlentscheidende Themen der LGBTIQ*-Community

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die LGBTIQ*-Community überdurchschnittlich stark in Politik und Gesellschaft engagiert. Das Engagement beschränkt sich keineswegs auf Themen, die die Community bzw. LGBTIQ*-Rechte direkt betreffen. Vielmehr ist das Engagement vielfältig und vor allem im sozialen Bereich sehr hoch.

Die Parteipräferenz der LGBTIQ*-Wähler:innen für linke Parteien ist offensichtlich. Insbesondere Die Grünen und die SPÖ schneiden bei LGBTIQ*-Wähler:innen gut ab. Auch NEOS und Liste Pilz können bei LGBTIQ*-Wähler:innen punkten. Die Präferenz für Die Grünen ist bei Lesben stärker ausgeprägt als bei Schwulen, während der Anteil der Schwulen, die SPÖ, NEOS und Liste Pilz bevorzugen, größer ist als jener der Lesben. Der Rückhalt für ÖVP und FPÖ ist bei LGBTIQ*-Personen sehr gering. Gleichzeitig weisen diese beiden Parteien in ihren Wahlprogrammen weder ein Angebot für eine LGBTIQ*-Wähler:innenschaft auf, noch wird diese überhaupt erwähnt. SPÖ, Grünen und NEOS hingegen sprechen sich explizit für eine Gleichstellung von LGBTIQ*-Personen aus.

Die Themen Homophobie und Diskriminierung sind für die LGBTIQ*-Anhänger:innen von den Grünen, SPÖ, NEOS und Liste Pilz wichtig. Zentral ist auch die „Ehe für alle“. Darüber hinaus werden den Themen Migrations-, Asyl- und Flüchtlingspolitik, Diskriminierung sowie Bildungspolitik eine hohe Bedeutung zugemessen. Die Forderungen, dass Parteien eine LGBTIQ*-freundliche Politik betreiben und sich Kandidat:innen mit der LGBTIQ*-Community solidarisieren, werden als weitaus wichtiger erachtet, als der Wunsch, dass Kandidat:innen antreten, die out sind.

Die Studie vermittelt ebenso einen Einblick in die Vielfalt sexueller Orientierungen und Identitäten in Österreich, jenseits der Kategorien heterosexuell, lesbisch und schwul.

Innovation in der Wahlforschung und relevante Ergebnisse für Parteien

Mit diesem innovativen Projekt wird ein Teil der Gesellschaft untersucht, der in konventionellen Wahlstudien bislang unter den Tisch fällt: die LGBTIQ*-Community. Die Wahlstudie gibt insofern neue Impulse für politische Debatten und natürlich auch für die Politikwissenschaft.

Auch für Parteien bieten die Ergebnisse neue Möglichkeiten, sich mit den Interessen und Präferenzen ihrer LGBTIQ*-Wähler:innenschaft zu beschäftigen. Parteien, die LGBTIQ*-Politik als Querschnittsthema verstehen und sich mit der Community solidarisieren, entsprechen den Erwartungen der Community. Vor dem Hintergrund des überdurchschnittlichen politischen Interesses und Engagements von LGBTIQ*-Personen wird offensichtlich, dass viele Parteien dieses Potenzial bislang ungenutzt lassen.

Material

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin 2016

Wahlentscheidende Themen und die Spaltung der LGBTIQ*-Community

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Menschen aus der LGBTIQ*-Community überdurchschnittlich stark in Politik und Gesellschaft engagieren. Das Engagement beschränkt sich keineswegs auf Themen, die die Community bzw. LGBTIQ*-Rechte direkt betreffen. Vielmehr ist das Engagement vielfältig und vor allem im sozialen Bereich sehr hoch. Wichtige und wahlentscheidende Themen für LGBTIQ*-Wähler:innen in Berlin sind vor allem Homophobie, Migrations-, Asyl- und Flüchtlingspolitik, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Dabei zeigt sich einerseits, dass LGBTIQ*-Personen im vermeintlich weltoffenen und toleranten Berlin nach wie vor große Probleme mit Homophobie und Diskriminierung haben. Andererseits ist die gegenwärtige Spaltung der Gesellschaft in der Asylfrage und in der Begegnung mit dem Islam/Muslim:innen auch innerhalb der LGBTIQ*-Community erkennbar. Gefordert werden von der einen Seite besondere Maßnahmen für LGBTIQ*-Flüchtende sowie Schutz und soziale Inklusion, während die andere Seite den Islam für Hass und Gewalt gegen Schwule verantwortlich macht. Die Einstellungen, die von der LGBTIQ*-Community vertreten werden, decken also das gesamte politische Spektrum ab. Die parteipolitischen Präferenzen der LGBTIQ*-Wähler*innen gelten überwiegend linken Parteien bzw. Parteien der linken Mitte (Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und SPD). Der Rückhalt der bürgerlichen Parteien (FDP, CDU) bzw. Rechtspopulisten (AfD) ist gering. In abgeschwächter Form spiegelt sich also auch in der Berliner LGBTIQ*-Community der gegenwärtige Erfolg der AfD wider, insbesondere bei Männern, die bei der letzten Abgeordnetenhauswahl 2011 CDU, SPD, Grüne oder FDP gewählt hatten.

Innovation in der Wahlforschung und relevante Ergebnisse für Parteien
Die innovative Studie wirft erstmals einen Blick auf einen Teil der Gesellschaft, der in den klassischen Wahlstudien in Berlin und Deutschland und Europa bislang unter den Tisch fällt: die LGBTIQ*-Community. Die Wahlstudie gibt damit also neue Impulse für die Politikwissenschaft und für politische Debatten. Auch für Parteien bieten die Ergebnisse neue Möglichkeiten, sich mit den Interessen und Präferenzen ihrer LGBTIQ*-Wähler:innenschaft zu beschäftigen. Parteien, die LGBTIQ*-Politik als Querschnittsthema verstehen und sich mit der Community solidarisieren, entsprechen dabei den Erwartungen der Community. Vor dem Hintergrund des überdurchschnittlichen politischen Interesses und Engagements der LGBTIQ*-Community wird offensichtlich, dass viele Parteien dieses Potenzial bislang ungenutzt lassen.

Material

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Gemeinderatswahl in Wien 2015

Diversität in der Community und vielfältiges Engagement

Ein Team von Forscher:innen der Universität Wien und der Universität Gießen hat sich im Vorfeld der Gemeinderatswahlen 2015 mit dem Wahlverhalten und dem politischen Engagement der LGBTIQ*-Community in Wien beschäftigt. Die Ergebnisse dieser Studie widerlegen die oft artikulierten Vermutungen, die queere Community beschäftige sich als homogene Gruppe politisch in erster Linie mit eigenen Interessen.
An der Online-Umfrage nahmen 427 Personen teil. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Menschen aus der Community überdurchschnittlich stark in Politik und Gesellschaft engagieren. Das Engagement beschränkt sich keineswegs auf Themen, die die Community bzw. LGBTIQ*-Rechte direkt betreffen. Vielmehr ist das Engagement vielfältig und vor allem im sozialen Bereich sehr hoch.
Wichtige und wahlentscheidende Themen für queeren Wähler_innen in Wien sind vor allem soziale Themen wie Wohnen, Arbeit und (Anti-)Diskriminierung. Allerdings spielen auch aktuelle Probleme wie Migration und Asyl eine Rolle. Dabei ist auffällig, dass die Einstellungen, die von der queeren Community vertreten werden, das gesamte politische Spektrum abdecken.

Innovation in der Wahlforschung und relevante Ergebnisse für Parteien
Die innovative Studie wirft erstmals einen Blick auf einen Teil der Gesellschaft, der in den klassischen Wahlstudien in Wien und Österreich bislang unter den Tisch fällt: die LGBTIQ*-Community. Die Wahlstudie gibt damit also neue Impulse für die Politikwissenschaft und für politische Debatten.
Auch für Parteien bieten die Ergebnisse neue Möglichkeiten, sich mit den Interessen und Präferenzen ihrer queeren Wähler:innenschaft zu beschäftigen. Parteien, die queere Politik als Querschnittsthema verstehen und sich mit der Community solidarisieren, entsprechen dabei den Erwartungen der Community. Vor dem Hintergrund des überdurchschnittlichen politischen Interesses und Engagements der LGBTIQ*-Community wird offensichtlich, dass viele Parteien dieses Potenzial bislang ungenutzt lassen.


Material

Vorträge

Vorträge

Publikationen

Publikationen

Hunklinger, Michael, Niklas Ferch & Dorothée de Nève (2021): If LGBTQ voters had decided Germany’s election, the Greens would be in charge. Washington Post, 12. Oktober 2021.

https://www.washingtonpost.com/politics/2021/10/12/if-lgbtq-voters-had-decided-germanys-election-greens-would-be-charge/


Hunklinger, Michael (2021): Voting for Diversity? Politische Einstellungen und formale politische Partizipation von schwulen und lesbischen Bürger_innen in Deutschland. Momentum Quarterly, 10(1), S. 20-34

Zusammenfassung
Der Artikel beschäftigt sich mit politischen Einstellungen (Gabriel 2009) sowie formeller politischer Partizipation (Ekman/ Amna 2012) auf individueller Ebene (Wahlen) und auf kollektiver Ebene (Mitgliedschaft in politischen Parteien, NGOs und Gewerkschaften) von schwulen und lesbischen Bürger:innen in Deutschland. Die Mehrheit der schwulen und lesbischen Wähler:innen, die an der Umfrage teilgenommen haben, unterstützten dabei eine progressive Agenda und wählen progressive bzw. linke Parteien. Die wichtigsten Themen für ihre Wahlentscheidung waren dabei neben Diskriminierung und Homophobie, Migration und Umwelt. In Bezug auf formelle politische Partizipation auf kollektiver Ebene sind schwule Männer stärker in politischen Parteien engagiert als lesbische Frauen, die hingegen mehr in NGOs aktiv sind.

https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol10.no1.p20-34

 

Hunklinger, Michael & Niklas Ferch (2020): Trans* voting: demand and supply side of trans* politics in GermanyEuropean Journal of Politics and Gender, 3(3), S. 389-408

Zusammenfassung
Trans* people and trans* issues have been part of the scientific literature for over a decade, though framed most of the time under umbrella terms such as ‘LGBT’ or ‘LGBTIQ*’ and often without further consideration regarding trans*-specific issues. In this article, we take an emancipatory approach and focus on trans* people as political subjects. For the first time, we thus present data on the political preferences, attitudes and voting behaviour of trans* people in Germany, and put them in relation to the parties’ manifestos for the 2017 German general election (the 2017 Bundestagswahl). We discuss our findings in the theoretical context of trans* citizenship and trans* visibility. This approach positions trans* people as citizens in the centre of analysis and adds to our understanding of the citizenship of minority groups in our modern societies.

https://doi.org/10.1332/251510820X15780296516691


de Nève, Dorothée & Niklas Ferch (2018): LGBTIQ*-Wähler*innen in Berlin und Wien. Politische Präferenzen, Parteienwettbewerb und elektorale Resonanz. GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 10(3), S. 118-135

Zusammenfassung
Die vorliegende explorative Studie widmet sich dem Wahlverhalten von LGBTIQ-Personen im Kontext der Abgeordnetenhauswahl in Berlin (2016) und der Gemeinderatswahl in Wien (2015). Untersucht wird erstens die queer-politische Agenda der Parteien und zweitens das Wahlverhalten von LGBTIQ, einer bislang in der Wahlforschung weitestgehend ignorierten Bevölkerungsgruppe. Der Vergleich der untersuchten Wahlprogramme zeigt, dass queer-politische Themen Marker für Differenz und Konkurrenz im Parteienwettbewerb darstellen. Die Ergebnisse der Onlinebefragung zeigen, dass die Methode eines selbstselektiven Samples geeignet ist, um die politischen Präferenzen von LGBTIQ-Personen zu untersuchen. Die Parteipräferenz für grüne Parteien ist sowohl in Berlin als auch in Wien ausgeprägt. Jenseits dessen gibt es indes in Berlin wie auch in Wien LGBTIQ-Personen, die rechtspopulistische Parteien und Positionen unterstützen.

This explorative study investigates the electoral behaviour of LGBTIQ individuals in the context of state parliamentary elections in Berlin (2016) and municipal elections in Vienna (2015). We investigate both the competing parties’ queer agendas and the electoral behaviour of the LGBTIQ community, a population group which is generally neglected in electoral studies. A comparative analysis of the parties’ election manifestos shows that queer political issues are markers of difference and competition between parties. The findings of the online survey prove that the methodology of a self-selective sample is suit able for studying the political preferences of LGBTIQ individuals. Their preference for Green parties is pronounced both in Berlin and Vienna. Beyond that, however, LGBTIQ individuals in Berlin and in Vienna also support right-wing populist parties and positions.

https://doi.org/10.3224/gender.v10i3.09


de Nève, Dorothée, Niklas Ferch, Michael Hunklinger & Tina Olteanu (2018): LGBTIQ*-Wahlstudie 2017 zur Bundestagswahl in Deutschland und zur Nationalratswahl in Österreich. Femina Politica. Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, 27(1), S. 149-157.

Zusammenfassung
Der Einblick in die Ergebnisse der LGBTIQ*-Wahlstudie 2017 zeigt, dass die LGBTIQ*-Wähler:innen, die an der Studie teilgenommen haben, mehrheitlich links bzw. mitte-links wählen. Generell wird aber auch deutlich, dass es eine große Heterogenität unter den LGBTIQ*-Wähler:innen gibt. Dies zeigt sich etwa daran, dass sich die Wahlpräferenzen innerhalb des linken Spektrums in Bezug auf die sexuelle Orientierung stark unterscheiden. Darüber hinaus wird dies bei Fragen der sozialen Gleichheit und zum Bereich der Zuwanderung offenkundig. Politische Parteien könnten zudem auf die hohe Partizipationsbereitschaft eines Großteils der LGBTIQ*-Wähler:innen zurückgreifen. In wissenschaftlicher Hinsicht zeigt diese Studie, dass die empirische Umfrageforschung in Bezug auf LGBTIQ*-Wähler:innen einer Erweiterung der soziodemografischen Kategorienbildung bedarf.

https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v27i1.18


Pressespiegel

Pressespiegel

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl in Deutschland (2021) wird fortlaufend aktualisiert


LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl in Deutschland (2017)

 

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Nationalratswahl in Österreich (2017)

LGBTIQ*-Studie zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin (2016)

 

LGBTIQ*-Studie zur Gemeinderatswahl in Wien (2015)