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Dialog der Generationen in der Spitzenwissenschaft

Zwei Nachwuchswissenschaftler und eine Nachwuchswissenschaftlerin der Universität Gießen nahmen an der 64. Lindauer Nobelpreisträgertagung teil

Nr. 140 • 15. Juli 2014

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Dr. Mike Althaus (l.), Institut für Tierphysiologie der JLU, und Gani Oruqaj, Institut für Anatomie und Zellbiologie der JLU, bei der Lindauer Nobelpreisträgertagung. Foto: Alexandr Ilyaskin


Mit Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern diskutieren, neue Perspektiven für die eigene Forschungsarbeit bekommen – diese Gelegenheit bietet die Lindauer Nobelpreisträgertagung jährlich rund 600 exzellenten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus aller Welt. Mit Dr. Mike Althaus, Institut für Tierphysiologie, Gani Oruqaj, Institut für Anatomie und Zellbiologie, und Dr. Sophia J. Parker-Manuel, Institut für Parasitologie,  war die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) in diesem Jahr mit zwei Nachwuchswissenschaftlern und einer Nachwuchswissenschaftlerin auf der Tagung vertreten. Die drei wurden in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren unter mehreren tausend Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt. Neben ihren wissenschaftlichen Leistungen war auch die Motivation der Bewerberinnen und Bewerber ausschlaggebend für eine positive Bewertung.

„Die Teilnahme an der Lindauer Nobelpreisträgertagung war eine einmalige Erfahrung“, sagte Dr. Mike Althaus. „Der Dialog mit Nobelpreisträgerinnen und -trägern, sowie der Austausch mit exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt sind nicht nur inspirierend, sondern eröffnen auch neue Horizonte und Möglichkeiten wissenschaftlicher Zusammenarbeit. ‚Educate, Inspire, Connect‘ – das Motto der Lindauer Nobelpreisträgertagung traf absolut ins Schwarze!“ Dr. Mike Althaus ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Tierphysiologie in der AG Molekulare Zellphysiologie und vertritt derzeit die Professur für Tierphysiologie an der JLU. Er beschäftigt sich unter anderem mit neuen Signalmolekülen im menschlichen Körper, sogenannten Gasotransmittern, sowie mit der Physiologie von Ionentransportvorgängen in der Lunge.

Gani Oruqaj ist Mediziner und als Doktorand am Institut für Anatomie und Zellbiologie in der Arbeitsgruppe Medizinische Zellbiologie von Prof. Dr. Eveline Baumgart-Vogt tätig. Er untersucht die Rolle von Peroxisomen – Zellorganellen, die der Entgiftung dienen – und dem Lipidstoffwechsel bei der schweren Lungenerkrankung Pulmonale Fibrose. „Bei der Lindauer Nobelpreisträgertagung sind wir von den besten Köpfen in Medizin und Physiologie inspiriert worden“, so Oruqaj. „Das war eine großartige Gelegenheit und ich fühlte mich sehr privilegiert, dort unter den besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zu sein, Kontakte zu knüpfen, Ideen zu diskutieren – und nicht zuletzt viel zu lernen über die neuesten Erkenntnisse zu Krebs, AIDS und anderen Krankheiten.“

Parker-Manuel
Dr. Sophia J. Parker-Manuel, Institut für Parasitologie des Fachbereichs Veterinärmedizin der JLU, nahm ebenfalls an der Tagung teil. Foto: Tom Bartlett

Dr. Sophia J. Parker-Manuel ist Stipendiatin am Institut für Parasitologie des Fachbereichs Veterinärmedizin. Sie arbeitet mit dem Wurm Schistosoma mansoni – ein Parasit, der die Tropenkrankheit Bilharziose verursacht. Unter anderem möchte sie herausfinden, ob spezifische Proteine als Zielmoleküle für neue Medikamente dienen könnten. „Die Lindauer Nobelpreisträgertagung war fabelhaft. Es war wirklich inspirierend, nicht nur die wissenschaftlichen Vorträge der 31 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger zu hören, sondern auch deren Ratschläge für eine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere“, sagt Parker-Manuel. „Es nahmen in diesem Jahr zum ersten Mal mehr junge Forscherinnen als Forscher an der Tagung teil. Die jungen Wissenschaftlerinnen wurden ermutigt, in der Wissenschaft zu bleiben.“ Spannend waren für Parker-Manuel zudem die wissenschaftlichen Neuigkeiten zum „Drug-Design“ und zu bildgebenden Verfahren.

Der durch die Tagung geförderte Dialog der Generationen und Kulturen war in diesem Jahr der Medizin gewidmet. Im Mittelpunkt der zahlreichen Vorlesungen, Podiumsdiskussionen und Master Classes standen molekulare, genetische und zelluläre Mechanismen, die einen Schlüssel zur Prävention und Heilung von Krankheiten darstellen. Einige Nobelpreisträger wie J. Michael Bishop oder Harald zur Hausen haben neueste Erkenntnisse der Krebsforschung vorgestellt.

 

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