Start- und Endtitel, Zwischentitel, Untertitel
July 1st, 2010
Regine Leitenstern: Start- und Endtitel, Zwischentitel, Untertitel: Figurationen nicht-diegetischer Schrift im Spielfilm
Glaubt man, sich in einem Randbereich von Filmtheorie und Filmgeschichte zu bewegen, wenn man über das Verhältnis von Schrift und Film nachdenkt, wird man schnell eines Besseren belehrt. In seinen verschiedenen Ausformungen – sei es als Werbespot, Videoclip, Experimental-, Dokumentar- oder Spielfilm – eröffnet der Film zahlreiche und vielschichtige Möglichkeiten der Figuration von Schrift. Ausgehend von dieser Vielfalt des Schrifteinsatzes im Medium Film soll in der vierten Vorlesungssitzung zunächst das Spektrum möglicher Wechselbeziehungen von Schrift und Film beleuchtet werden. Im Anschluss an eine kurze Einführung des für diese und die nächste Vorlesung zentralen Begriffs der Diegese (Etienne Souriau) gilt das Hauptaugenmerk so genannten nicht-diegetischen Figurationen von Schrift im narrativen Spielfilm, wie sie unter anderem in Start- und Endtiteln, Zwischen- und Untertiteln Verwendung finden. Anhand von Filmbeispielen sollen dabei vor allem die narrativen Funktionen dieses Schrifteinsatzes näher in den Blick genommen und das Verhältnis der Schrift zum diegetischen Raum fokussiert werden.
Regine Leitenstern studierte nach einjährigem Auslandsaufenthalt in Montpellier und FlorenzFranzösistik, Italianistik und Journalistik in Leipzig und Paris. Studienbegleitend arbeitete sie als freie Journalistin, Übersetzerin und Sprachlehrerin. Seit Oktober 2008 promoviert sie am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) zu intra- und intermedialen Bezügen im zeitgenössischen Autorenfilm. Seit März 2010 ist sie zudem am Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) als Assistentin der Geschäftsführung des LOEWE-Schwerpunkts „Kulturtechniken und ihre Medialisierung“ tätig.