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Griechisch-deutsche Migrationsgeschichten

Studierende und Forschende gestalten Ausstellung zur Arbeitsmigration aus Griechenland nach Deutschland – Eröffnung am 30. Juni 2025 in der Universitätsbibliothek

Nr. 95 • 25. Juni 2025

„Griechischer Wein, und die altvertrauten Lieder, schenk noch mal ein, denn ich fühl die Sehnsucht wieder…“ Fast jeder kennt wohl den in den 1970er-Jahren verfassten Schlager von Udo Jürgens, der – vielleicht zusammen mit den Eindrücken vom letzten Griechenlandurlaub – die Vorstellung vieler von Griechenland oder eben von der „griechischen Kneipe um die Ecke“ nachhaltig geprägt hat. Umso erstaunlicher ist es, dass die lange Präsenz und die Geschichte griechischer Arbeitsmigrantinnen und -migranten in der Bundesrepublik, der sogenannten griechischen „Gastarbeiterinnen“ und „Gastarbeiter“, kaum erforscht ist. Das Forschungsprojekt „Griechisch-Deutsche Migrationsgeschichten“ der Professur für Südosteuropäische Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) widmet sich seit 2023 der Geschichte der griechischen Arbeitsmigration in die Bundesrepublik Deutschland. Eine mobile Ausstellung zu diesem Thema haben Studierende gemeinsam mit Forschenden in mehreren Seminaren entwickelt. Sie ist vom 1. bis 31. Juli 2025 im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek Gießen (Otto-Behaghel-Straße 8, Gießen) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Seit dem Abschluss des deutsch-griechischen Anwerbeabkommens 1960 stieg die Zahl griechischer Arbeitsmigrantinnen und -migranten auf fast eine halbe Millionen Menschen an. Ein Teil der Eingereisten ließ sich dauerhaft in der Bundesrepublik nieder; andere zogen weiter oder kehrten nach einem mehr oder weniger langen Aufenthalt in der Bundesrepublik nach Griechenland zurück. Die Forschenden nehmen vor allem die zahlreichen Wechselwirkungen deutscher und griechischer Migrationsgeschichte(n) im Zeitraum von 1960 und 1982 in den Blick und nähern sich der Geschichte der griechischen Arbeitsmigration aus transnationaler und lebensgeschichtlicher Perspektive.

In der Ausstellung erzählen Ausschnitte aus lebensgeschichtlichen Interviews mit Migrantinnen und Migranten diesen bisher nur wenig beachteten Teil der bundesdeutschen und gleichzeitig griechischen Zeitgeschichte. Zudem gibt es Objekte aus dem Stadtarchiv und dem Industriemuseum der Stadt Rüsselsheim sowie aus hessisch-griechischen Familienarchiven. Während der Ausstellung sollen weitere Erinnerungen, Fotografien und Objekte gesammelt werden, um die deutsch-griechische Migrationsgeschichte zu dokumentieren. 

Die Ausstellung wird am 30. Juni um 18 Uhr mit einer Einführung von Prof. Dr. Nicole Immig (Institut für Osteuropäische Geschichte, JLU) sowie einem Vortrag von Dr. Maria Adamopoulou (New Europe College, Bukarest) eröffnet. Zur Vernissage und zum anschließenden Umtrunk sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Zu sehen ist die Ausstellung montags bis sonntags von 7.30 bis 23 Uhr. Immer mittwochs von 10 bis 12 und von 18 bis 20 Uhr besteht die Möglichkeit, eigene Migrationsgeschichten zu erzählen oder Erinnerungsstücke vorbeizubringen.

Termin
Ausstellung „Griechisch-deutsche Migrationsgeschichten“: 1. Juli bis 31. Juli 2025
Eröffnung: 30. Juni 2025, 18 Uhr
Ort: Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek Gießen, Otto-Behaghel-Straße 8, Gießen
Geöffnet montags bis sonntags von 7.30 bis 23 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Kontakt
Prof. Dr. Nicole Immig
Professur für Südosteuropäische Geschichte
E-Mail: nicole.immig


Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • pressestelle

Schlagwörter
Forschung