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Dramen- und Aufführungsanalyse

May 27th, 2009

Anneka Esch-van Kan: Dramen- und Aufführungsanalyse. Zum Verhältnis von Text und Theater im amerikanischen Gegenwartstheater

Wie verhält sich eine literarische Textvorlage zu einer konkreten Theateraufführung? Wie wurde dieses Verhältnis historisch konzeptualisiert? Worin liegen die Spannungen zwischen literatur- und theaterwissenschaftlichen Betrachtungen? Die Vorlesung wird sich der komplexen Beziehung zwischen Text und Theater widmen und auf Basis einer kulturwissenschaftlichen Neuorientierung der Geisteswissenschaften für eine Erweiterung des literaturwissenschaftlichen Methodenschatzes um die theaterwissenschaftlichen Methoden der Inszenierungs- und Aufführungsanalyse argumentieren. Nachdem die Begrifflichkeiten von Textsorten und Methoden wie Dramenanalyse, Aufführungsanalyse, Inszenierungsanalyse, Rezension und Theaterkritik auseinanderdividiert wurden, sollen verschiedene Ansätze der Aufführungsanalyse eingeführt werden. Während einflussreiche semiotische Modelle (Fischer-Lichte, Hiß) in groben Zügen skizziert werden, wird der Schwerpunkt auf Performance-orientierten Modellen liegen (Lehmann, Fischer-Lichte).
In einem zweiten Teil der Vorlesung werden einzelne Szenen zeitgenössischer amerikanischer Theaterstücke analysiert. Neben der praktischen Anwendbarkeit der vorgestellten Methoden soll hier gezeigt werden, dass Performance-orientierte Modelle dem amerikanistischen Untersuchungsgegenstand besonders gerecht werden können und gleichzeitig soll ein Einblick in das experimentelle Gegenwartstheater der USA geliefert werden.

Anneka Esch-van Kan (geb. van Kan) studierte Theaterwissenschaft in Frankfurt, Gießen und Stony Brook (New York) und schloß 2006 mit einem Master of Arts (USA) ihr Studium ab. Sie promoviert in der Anglistik zum politischen Theater in den USA seit 2001 und ist Mitglied am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) sowie am International PhD Programme (IPP) „Literatur- und Kulturwissenschaft“. Neben Vorträgen in u.a. Graz, London, München und Berlin sind erste Aufsätze in Sammelbänden erschienen.